Schlagwort-Archive: Verdammter Mist!

Der Morgen danach

„Die Einschläge kommen näher.“

Die Kriegs- und Kampfrethorik ist heute allgegenwärtig. New York war vor fast genau 15 Jahren weit weg. Seitdem verschwimmen die Gewalttaten zwischen Terror und Amokläufen zu einem Bild der dauernden, gefühlten Bedrohung, der dauernden Gewalt. Der Automatismus in den Medien läuft ab, es wird über Hintergründe spekuliert, man wird aber auch besser, man hat mehr Angst vor Falschmeldungen.

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Ich hasse Magenta

Nachdem ich mich im Mai schon einmal über die Praktiken einer gewissen Firma ausgelassen habe und gestern Abend einen spontanen Ausbruch von Gottesgläubigkeit hatte, will ich auch über die Gründe für den Ausbruch berichten. Den Mai-Artikel schloss ich u.a. mit den Worten:

Die wollen mich allen Ernstes verschaukeln, oder? Gamesload gehört zur Telekom/zu T-Online und die bekommen es noch nicht einmal gebacken eine Stornierung innerhalb ihres Gebäudes weiterzuleiten? War da schonmal jemand in dem Gebäude und kann mir sagen wie viele Meter zwischen beiden Rechnungsabteilungen liegen?

Ich weiß immer noch nicht, wie viele Meter zwischen den Abteilungen liegen, aber dafür bin ich mir mittlerweile sehr sicher, dass die mich/meine Eltern verschaukeln wollen. Und zwar so richtig. Letzte Woche erreichte nämlich endlich mal ein Antwortschreiben der Telekom meine Eltern.1 Gestern erfuhr ich nun vom Inhalt dieses Schreibens. Die liebe Telekom schrieb sinngemäß folgendes: Danke, dass Sie zur Polizei gegangen sind, wie wir es Ihnen gesagt haben. Das ist wichtig. Ihr Geld bekommen Sie trotzdem erstmal nicht wieder. Ihr Geld bekommen Sie frühestens dann wieder, wenn die Polizei Ergebnisse vorzuweisen hat. Die Polizei wird sie dann auf dem Laufenden halten.

Äh…

…öh…

WAS ZUR HÖLLE?

Ich sehe das richtig, dass sich die Telekom jetzt schön zurücklehnt und sämtliche Zuständigkeiten von sich weist, oder? Und das obwohl die ganze Sache innerhalb der AGB widerrufen wurde und mir zugesichert wurde, dass das Geld nach Anzeige erstattet werden würde. Mein Antwortbrief wird nette Wörtchen wie „anwaltliche Beratung“, „weitere Schritte vorbehalten“ und „strafrechtlich“ beinhalten…

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  1. Telekom beinhaltet alle Tochterfirmen usw. Ich mach mir jetzt nicht den Streß das alles zu unterscheiden. []
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Liebes T-Offline

Was könnt ihr froh sein, dass meine Gebete bisher nicht erhört wurden.

tcp

Facebook

Okay…scheinbar bin ich zu dämlich via Feed meine Einträge bei Facebook anzeigen zu lassen. ARGH!

Ode an die Freude (Liveblogging)

„Was machst du denn hier?“, schallmait es durch den Seminarraum kurz vor Beginn der Nachholsitzung des Seminars „Sportsprache“. Nachholsitzung ist ein gängiger Euphemismus für „Der Dozent schafft es nicht das Seminar regelmäßig stattfinden zu lassen und lädt deswegen an einem Freitagnachmittag zur schlecht organisierten und wahrscheinlich viel zu knapp kalkulierten Zusatzsitzung“. Wie man schnell merkt ist Nachholsitzung viel, viel kürzer. Jedenfalls haben der Zyniker und ich uns gedacht, dass wir mal ein bisschen Liveblogging veranstalten. Da wären wir jetzt also, es ist 15.05Uhr und eben hat sich die erste Referatsgruppe, die dran ist, unsere Boxen ausgeliehen. Man erkennt: Vorbereitung ist alles. Wenn man ein Referat hält und irgendwas mit Ton machen will, dann bringt man sich selbst Boxen mit. Naja, an einen Fernseher und einen Laptop haben sie wenigstens gedacht. Der Fernseher hat eine Diagonale von so ca. 55cm und steht so 10-15m weit weg. Das wird sicher was. Der Dozent trägt einen Schal von Eintracht Braunschweig zum braunen Sakko und einer quietschbunten Krawatte.

15:09Uhr. Reihenfolge der Referate aufgezählt, uns vergessen. Wir haben ihn nicht darauf hingewiesen. Der Typ mit den Boxen, der jetzt doch nicht dran ist, deutet auf uns und sagt irgendwas mit „von den beiden Herren“. Ja, wir sind hier, was gibt es? Wollt ihr mit uns reden? Braucht noch jemand unsere Boxen? Hallo? Irgendjemand? Nicht?

Während der Dozent so redet und das Handout so rumgeht wird es…

15:11Uhr. Referat beginnt mit der Geschichte des Turnens…

…aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich wollte was über den bisherigen Tag schreiben oder interessiert sich hier jemand für die Geschichte des Turnens? Wohl kaum, gibt es ja auch bei Wikipedia nachzulesen. Aber zum bisherigen Tag: Gestern Abend hat sich eine „Verblendung“ an meinem Zahn verabschiedet. Heute morgen zum Zahnarzt, der war von meinen Zähnen restlos begeistert und will mich ab Februar regelmäßig sehen. Ich glaube der mag mich irgendwie. Ich mag Leute, die mir das neue Auto finanzieren auch immer. Das wird noch was. Interessant daran ist, dass sich das alles bei meinem eigentlichen Zahnarzt (ich war jetzt bei einem neuen) nie so schlimm angehört hat. Probleme mit den Zähnen habe ich, aber die aktuelle Dimension ist neu. Mir jedenfalls scheint die Sonne aus dem Allerwertesten und nach mir die Sahara. Sollten meine Einträge in naher Zukunft irgendwie…nun…angesäuert sein, so wisst ihr jetzt warum.

15.18Uhr.  Geschichtlicher Abriß, ohne nennenswerte linguistische Aspekte immer noch nicht beendet.

Der Zyniker,die Praktikantin und die Nachbarin sind übrigens auch da, so leide ich wenigstens nicht ganz alleine. Obwohl, leiden tue ich eigentlich gar nicht so sehr. Der Zyniker meint dazu:“Tja, ohne meinen Laptop wäre dein Leben ganz schön arm.“ Hm, recht hat er, da ich gerade auf seinem Laptop schreibe.

15.21Uhr. Geschichtlicher Abriß endet nach 7 Minuten und 53 Sekunden und wird abgelöst mit einer biographischen Abhandlung über den Turnvater Jahn. Referentin kaum zu verstehen, Dozent ergänzt unwichtige Details, zumindest unwichtig in Bezug auf die Linguistik. Nach knapp 2 Minuten Biographie scheinbar erledigt. Ging ja noch gerade.

Die Praktikantin hat „Sportsprache“ auf ihren Block geschrieben, ein Szaf gemalt und meint zu der ganzen Sache hier: „Gott, watt’n Blödsinn!“.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir hören zu! Wir tun es wirklich! Nur ist es halt absolut uninteressant. Wir sind nachher, theoretisch, auch noch dran und unser Thema ist jetzt auch nicht gerade der absolute Bringer, aber…ja…äh…Ich gebe ab an den Zyniker. 15.25Uhr

15.32Uhr. Bin wieder dahaa. Es gibt fahrende Turngeräte…oder Turngeräte die pferden. Schlecht zu sagen bei miserabler Akkustik und leise sprechenden Referntinnen (mittlerweile übrigens Nr. 3).

Die Anwesenheitsliste hat es mittlerweile bis zu uns geschafft, nach 30 Minuten eines 3-Stunden Seminars. Mal gucken wie lange es dauert, bis die ersten wieder gehen. Die Referentin scheint einen ausformulierten Text zu lesen, guckt kaum hoch, wenig motivierend. Die Frisur is aber ganz nett, könnte der Praktikantin auch stehen. Die Praktikantin findet die Referentin hübsch…gut, jetzt hat sie es zuerst gesagt, dann darf ich auch! Hübsch anzusehen, doch. Vorlesen kann sie auch halbwegs, gibt es ja auch nicht alle Tage. Der Zyniker will was… 15.36Uhr.

15.42Uhr. Ich soll was zum Ablauf berichten? Öh…auf’m Klo war das Licht aus, Referat beendet, Dozent fragt uns was. UNS! Erst vergessen, dass wir heute dran sind und dann was von uns wollen. Das haben wir gerne, so eine Frechheit. Aber nun fallen dem Dozenten keine Beispiele mehr ein. Der Dozent fragt, wie man „Frisch, fromm, fröhlich, frei!“ denn in die heutige Zeit übersetzen könnte. Keiner sagt was, aber er selbst hat einen Vorschlag: „Yes, we can!“ An dieser Stelle einen freundlichen Gruß zu „Coffee and TV„!

15.46Uhr. Neue Referatsgruppe. Sportmetaphern in Politik und Alltag. Na, mal gucken. Dieses Mal gibt es sogar mehr als genug Handouts. Es geschehen also noch Zeichen und Wunder. Wir können trotzdem besser, die haben nämlich nur drei Seiten, wir haben vier! Jawollja! Draußen Sturm, Schnee und Regen. Ich gebe ab. Bringt jemand Kaffee vorbei? Oder weiches Brot?1 Nudel-Schinken-Auflauf nehme ich auch. Im Referat fiel der Ausdruck „männlicher Habitus“. Ugga!

15.56Uhr. Der Zyniker bloggt übrigens hier. Das aktuelle Referat ist übrigens, trotz ablesender Referentin, relativ interessant, wenn auch nicht unbedingt erkenntnisbringend. Okay, jetzt legen sie eine Folie auf und verlieren ihren bisherigen Symphatievorsprung. Viel zu klein das Ganze. Schriftgröße 12, würde ich sagen. Gerade eben ist die erste Kommilitonin gegangen. Also so richtig gegangen, nicht nur Kaffee holen, Klo oder rauchen. Das Handout der aktuellen Gruppe ist übrigens toll: „2schneidig“, „1dimensional“, „Vollpröfis“. Zweites Beispiel auf Folie wieder viel zu klein. Schade eigentlich. Die Körperhaltung der Nachbarin sieht gerade, 16.00Uhr, nicht so sonderlich gesund aus. Viel zu verkrümmt, das Mädel muss mal den Rücken gerade halten. Der Zyniker meint: „Die liest!“ Ach, sag bloß? Jetzt faselt er was von Buch und roten Dingern oder Katapulten. Keine Ahnung, er nuschelt. Und er spricht leise…aber er kann ja auch nicht lauter sprechen, als die Referentin und da die jetzt auch nicht sooo laut spricht…

Sollte jemand den Eindruck haben, ich sei gerade irgendwie schlecht drauf oder zynisch, der hat recht. Trotzdem wünsche ich den Referenten und Referentinnen nichts schlechtes und die hier getroffenen Aussagen beziehen sich natürlich rein auf das handwerkliche Geschick.

16.10Uhr. Die Referentinnen machen ein Rollenspiel, wir sollen die Sportmetahphern zählen. Das „Skript“ dazu hab ich vorhin im Büro liegen gesehen. Sie haben es mit der Auswahl und Häufigkeit der Sportmetahphern etwas übertrieben. Die lyrische „Sie“ hat einen „Er“ getroffen, der gerne mit ihr „anbändeln“ würde. Sagt man das heute noch so? Ich bin der Meinung es waren genau 42 Sportmetaphern. War klar, oder? Ich könnte euch jetzt sagen, wie viele es wirklich waren, aber die Folie ist wieder viel zu klein. Zyniker wirft „15“ in den Pott, Praktikantin weiß nich, was los is. Der Dozent mischt sich wieder ein, schätzungsweise ab Reihe fünf versteht keiner mehr was. Kommilitonin Nummer zwei geht. Ich gehe auch, Kaffee holen.

16.20Uhr. Neues Referat, Handouts reichen bis hinten, aber ich muss den Zyniker korrigieren. Es geht fast die komplette vorherige Referatsgruppe den Weg aller Studenten, nicht nur Kommilitonin Nummer drei. Mittlerweile sind wir beim Radsport angelangt und erfahren wieder etwas über die Geschichte des Radsports. Ich habe dem Zyniker übrigens nur keinen Kaffee mitgebracht, damit ich meinen nächsten Toiletten- oder Rauchgang tarnen kann. Verratet es aber keinem, ja? Geschichte des Radsports ist vorbei, jetzt kommen wir zur Vorstellung des Teamaufbaus usw. Viele Sportfachbegriffe werden genannt, erklärt eher weniger. Dabei ist es doch eigentlich interessant, dass es auch im Radrennsport Sprinter und Kletterer gibt. Ich dachte immer, die laufen nicht, sondern fahren. Zyniker will was…16.25Uhr.

16:28Uhr. Ging ja fix, oder ging eben nicht, so wie das Fahrrad. Verwirrend das alles. Die junge Dame da vorne rappelt Begriffe runter, erklärt was sie bedeuten. Problem dabei ist: Hier geht es nicht um Lexikoneinträge, sondern um linguistische Aspekte. Betrachte doch mal irgendwas, bitte! Nein! Keine Trikots! Warum Trikots? Können die sprechen2 Während vorne das gelbe Trikot vorgestellt wird, gehen wieder vier Kommilitoninnen. Genau genommen Referatsgruppe Nummer 1. Die Frisur ist nun also auch weg. Auffällig, dass bisher noch irgendwie keine Kerle gegangen sind, sondern nur Mädels. Huch, Kaffee ist schon alle. Den hat mir doch einer geklaut! Die Nachbarin war es, ich weiß es ganz genau. Ich versuche gerade ihren Rücken mit bösen Blicken zu durchbohren, aber irgendwie prallen meine Blicke wirkungslos an der Rückenkrümmung ab. Deswegen sitzt die da also so, damit sie sicher vor meinen bösen Blicken ist!

Langsam wird der Sauerstoff hier im Raum knapp. Man merkt es an meinen Einträgen, oder? Ich gehe frische Luft schnappen und gebe zurück ins Sportstudio.

16.40Uhr. Frische Luft geschnappt, linguistischen Aspekt zum Teil verpasst. VerdammT! Hey…das große T passt ja sogar, obwohl es ein Tippfehler ist3 , da es gerade um T-Mobile geht. HaHa! Welch Witz. Eine Minute hier drin, schon wieder Sauerstoffmangel. Wo sind eigentlich unsere Boxen und warum steht der Fernseher da immer noch rum? Unterschiede zwischen furchtbar und fruchtbar stehen gerade auf der Tagesordnung. „Wer lesen ist, kann klar im Vorteil.“, sagte schon der Zyniker. Liest hier eigentlich jemand mit?

16.58Uhr. Praktikantin mit ihrem Teil durch, Zyniker dran, ich stehe in den Startlöchern. Scheiss Luft.

17:20Uhr. Fertig, nächste Gruppe hat kein Handout, reicht es Dienstag nach, obwohl sie Dienstag nicht da sind. Wir haben ungefähr eine halbe Stunde gebraucht, bei 20 angesetzten Minuten und ohne geschichtlichen Abriß ist das okay. Zugehört hat wahrscheinlich eh keiner, aber man sagte, ich solle leiser sprechen. Warum? LAUTES SPRECHEN hat doch was für sich, es wachen wenigstens alle auf. Der Dozent fand unser Referat informativ, naja, wenn er meint. Wir leiden langsam alle an Sauerstoffmangel. Der Zyniker meint er tue das nicht, er schnauft also einfach so vor sich hin, der alte Mann. Die Praktikantin sitzt immer noch neben mir, frisst aber die ganze Zeit über Zwiebelringe…irgendwie sitzen wir mittlerweile recht alleine hier…hmm…äh…dafür holt sie Kaffee! Diese Zweibelringe muchten aber ooch…nachher noch ein Bild dazu. Das Referat über Fangesänge usw. wäre eigentlich ganz interessant, wäre die PowerPointPräsentation lesbar. Ist sie leider nicht. Habe ich eigentlich erwähnt, dass manche Bachelor in diesem Seminar eine Klausur schreiben? Über was eigentlich? Die Referate kann man wohl kaum als Grundlage nehmen, da sich die wenigen erkennbaren linguistischen Aspekte auf sich stets wiederholende Beispiele beschränken. Vernünftig kategorisiert kommt man da nicht auf viel. Der Fernseher steht da immer noch untätig rum. Armer Fernseher. Unsere Boxen stehen auch noch vorne. Ist der Typ, der sie haben wollte eigentlich noch da? Referat gehalten hat er zumindest noch nicht. Ich trink mal Kaffee…17.28Uhr.

17.36Uhr. Es gibt irgendein Problem bei den Referenten. Keine Ahnung was für eines. Die Referenten sagten aber etwas in die Richtung. Aber nun, langsam interessiert es wohl wirklich keinen mehr. Der Dozent erzählt mal wieder Fußballgeschichten…er hat scheiße gesagt, er hat scheiße gesagt! Verfall der Sitten, also wirklich!

Damit kein falscher Eindruck entsteht, das Thema ist wirklich interessant und voll…äh…ach, was soll’s. Ich geb es zu: Ich will nach Hause, was essen! Das Thema ist, unter linguistischen Aspekten, nicht sonderlich interessant. Seminar sollte bis 18.30Uhr gehen, wird jetzt vom Dozenten abgebrochen. Der Zyniker macht das Schlusswort! 17.35Uhr.

Fertig.

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  1. An hartes trau ich mich wegen dem Zahn nicht ran. []
  2. Naja, nach einer ganzen Etappe der Tour de France kann das Trikot wahrscheinlich schon sprechen. Zumindest kann es schön in die Ecke gestellt werden. Oder als Fahrradständer benutzt werden. []
  3. der erste Kerl geht übrigens gerade []
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Wofür hat man ein Stundenplansystem?

An der Uni ist es ja so, dass man sich seinen Stundenplan jedes Semester selbst zusammensuchen muss. Zumindest ist das hier in Magdeburg so. Damit man das halbwegs gut erledigen kann, gibt es hier das so genannte Univis-System. Da tragen die Dozenten (oder irgendwelche Hiwis) die angebotenen Lehrveranstaltungen ein und man kann sich dann alle anzeigen lassen, die für den eigenen Studiengang angezeigt werden. Soweit zumindest die Theorie. Was daran nicht klappt? Mal eine kleine Auswahl:

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Ich glaube…

…ich fange an zu twittern. Für längere Blogeinträge reicht es momentan auf Grund von andauernden Zahnschmerzen irgendwie nicht. Wetter ist auch mehr als bescheiden. So stell ich mir meinen „Urlaub“ ja vor…echt…

Ich hab jetzt Pause

Ich bin ja gestern Nacht, wie bereits angekündigt, zusammen mit der Praktikantin nach Aurich gefahren. Da wir an dem Tag nur gefrühstückt hatten sind wir Königslutter raus und haben einer bekannten FastFood-Kette einen Besuch abgestattet. Nach dem Essen wollten wir weiterfahren, doch irgendwie wollte mein neu zugelegtes Auto dies nicht. Anlasser gab Geräusche von sich, aber das war es dann auch schon. Die Praktikantin war schon am Verzweifeln und meine Stimmung näherte sich langsam aber sicher auch dem Nullpunkt. Aber erstmal mussten wir mit der Situation klarkommen. Auf dem Parkplatz hatte natürlich kein Schwein ein Starterkabel. Mein Vater meinte zwar heute: Wenn der Anlasser noch Geräusche macht brauchst du kein Starterkabel! Aber soviel Ahnung von Autos hab ich mitten in der Nacht dann halt doch nicht, also hab ich erstmal einen Menschen mit Starterkabel gesucht. War erfolglos, also hieß es: Schieben bis zur nächsten Tankstelle. Die war ja zum Glück nur ein paar hundert Meter weiter.

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Zeit für Erkenntnisse

Lange Fahrten auf der Autobahn bieten immer eine gute Gelegenheit, um mal in sich zu gehen und über sich selbst und den eigenen Platz in der Welt nachzudenken. Zwischenzeitlich denkt man auch darüber nach, warum das Auto nicht vernünftig zieht. Während man da so drüber nachsinnt, kann es einem dann passieren, dass die Ölkontrolleuchte angeht. Die leuchtet einem dann so freundlich entgegen und man kann auch wunderbar darüber nachdenken, warum die denn leuchtet, da man das Öl ja kontrolliert hat und alles okay ist.

Wenn dann die Leistung des Autos spontan sinkt und die Temperatur spontan steigt, dann kann man wenig nachdenken, aber während man versucht, noch mal eben so den Standstreifen zu erreichen, drängt sich einem förmlich ein Gedanke auf und dieser Gedanke ist auch noch so schön kurz, knackig und prägnant, ja geradezu lakonisch: Scheisse!

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Nach dem Shadowrun

Flint schaute auf seinen Kaffee und dachte über die letzte Nacht nach. „Der Run ist erst vorbei, wenn du in deinem Bett liegst“, murmelte er vor sich hin. Letzte Nacht hatte sich diese Weisheit mal wieder bestätigt.

Er war mit zwei Anfängern auf einem Run gewesen. Einer Normin, genannt Holly, und einem Troll mit Namen Murdock. Der Run war nicht sonderlich gut verlaufen, aber sie hatten es mehr oder weniger gut überstanden. Flints rechter Unterarm war geschient und momentan nicht sonderlich gut zu gebrauchen, die beiden anderen waren müde und kaputt. Die Gegend, durch die sie gerade fuhren, war bekannt für seine Lone Star Kontrollen, deswegen hatten sie ihre Ausrüstung an einem sicheren Ort untergebracht. Was sollte auch schon passieren? Dieser Teil von Seattle war zwar nicht sonderlich hoch angesehen, aber in den letzten Jahren immer ruhiger geworden. Was sollte also passieren?

Flint lachte in sich hinein und dachte darüber nach, wie schnell man sich doch in Sicherheit wiegt. Er würde es sich eine Lehre sein lassen.

Sie fuhren eine Straße entlang, irgendsoeine Seitenstraße mit ner 30er Geschwindigkeitsbegrenzung. Plötzlich tauchte hinter ihrem kleinen VW ein Auto mit aufgeblendeten Scheinwerfern auf. Holly fuhr, Flint selbst saß auf dem Beifahrersitz und der Troggy auf der Rückbank. Flint sagte zu Holly: „Halt dich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Das sind wahrscheinlich irgendwelche Halbstarken, die auf Ärger aus sind. Lass sie vorbei und lass dich nicht reizen. Die werden schon die Lust verlieren.“ Holly tat, wie ihr geheißen und anfangs schien sich Flints Verdacht auch zu bestätigen. Der Wagen, ein dicker BMW, überholte sie und versuchte die Fahrbahn zu blockieren, bzw. sie auszubremsen. „Nicht provozieren lassen“, meinte Flint nur und warf einen flüchtigen Blick auf das Kennzeichen. Er dachte immer noch an die Halbstarken, die einen auf dicke Hose und „aggro“ machen wollten, deswegen merkte er sich das Kennzeichen nicht. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Eine Person hängte sich aus dem Beifahrerfenster des BMW und zeigte mit irgendetwas in Richtung des VWs der drei Runner. „Sieht wie ein Schlagring aus“, meldete sich Murdock von der Rückbank. „Hmmm“, machte Flint bloß. „Sie biegen ab, Holly. Fahr einfach weiter!“, sagte Flint und schüttelte den Kopf über solche Deppen. Gleich waren sie bei Murdocks Bleibe für heute Nacht und nach ein paar weiteren Minuten Fahrzeit würde er zusammen mit Holly seine Bude erreichen. Alles in Butter also.

Da tauchten die Scheinwerfer wieder hinter ihnen auf. „Ach, verdammt“, dachte Flint und sagte laut zu Holly: „Fahr an Murdocks Bleibe vorbei, wir wollen doch nicht anhalten, wenn die Deppen hinter uns sind. Die hängen wir schon ab.“ Bis dahin glaubte er immer noch an harmlose Halbstarke, doch dann setzte der BMW zum Überholen an, setzte sich neben den VW und aus dem Beifahrerfenster lehnte sich ein Kerl heraus. Schwarze Kapuze, Sonnenbrille, um die 20 Jahre alt. Der vermeintlich harmlose Halbstarke fing umgehend an die hintere Scheibe auf der Fahrerseite des VW mit seinem Schlagring zu bearbeiten. Holly wurde instinktiv etwas langsamer, doch Flint brüllte: „Gas! Lass die bloß nicht vor uns! Schnell!“ Holly reagierte und mit 70-80 rasten sie durch die geschlossene Ortschaft. An der nächsten Kreuzung bogen sie rechts ab und stellten erleichtert fest, dass der BMW nach links fuhr. Sie hatten es scheinbar bis auf weiteres überstanden.

Flint nahm den letzten Schluck Soykaf, schob dem Barkeeper das Geld rüber und schnappte seine Sachen. „Tja, der Run ist halt wirklich erst zu Ende, wenn du zu Hause bist.“

Klingt wie eine alltägliche Situation beim Rollenspiel Shadowrun, oder? Das dachte ich mir im Nachhinein auch so, aber leider war es keine erdachte Situation. Diese Geschichte ereignete sich so gestern Nacht, auf dem Rückweg vom Shadowrun spielen. Es war nicht in Seattle, sondern in Magdeburg. Passiert ist uns nichts und das Auto ist auch noch heil. Die Polizei wurde informiert und Holly (Die Praktikantin), Murdock (ein Bekannter) und ich haben den größten Schrecken verwunden. Idioten gibt das auf der Welt, da macht man sich kein Bild von…