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X=“Skandalvergleich“ einfügen

Nachdem eine ehemalige Nachrichtensprecherin mit „Nazivergleichen“ schockte steht nun die neue „Stasi“ im Fadenkreuz der Menschen. Okay, zumindest mancher Menschen. Nämlich im Visier derjenigen, die gerne irgendwelche, absolut hinkenden, historische Vergleiche anstellen. Diese Entwicklung ist nicht sonderlich neu. Liest man sich einmal die Dossiers verschiedener Zeitungen durch, so trifft man ständig auf vergleichende Bezeichnungen. Sehr beliebt ist „der neue Hitler“. Wer sich schon alles zu einer Reinkarnation des verdammten Arschlochs aufgeschwungen hat, bzw. dazu gemacht wurde ist echt faszinierend (siehe dazu auch Volker Pispers – Beis neulich…). Unter „skandalösen“ Vergleichen mit X geht heute nichts mehr, oder? Viele Greueltaten der Vergangenheit sind und bleiben unvergessen, was auch gut so ist. Okay, manche Greueltaten werden auch recht schnell wieder vergessen. So Vietnam (wer redet da schon noch drüber?), Allende, Golfkrieg I, Tschetschenien usw. Interessiert ja keinen mehr, oder? Hauptsache die „Intellektuellen“, also Experten, Literaten, Fachidioten, Medienmacher und alle anderen können möglichst bedeutungsschwere Begriffe aus der deutschen Vergangenheit in die Diskussion einwerfen. Vorratsdatenspeicherung&Co. ist weit weg von der Stasi, wie es sie in der DDR gegeben hat und auch das Onlineverzeichnis von Studenten, welches gerne mit Stasi betitelt wird, ist weit weg davon. Aber nun, klingt wichtig und die Rampensäue können in den Medien mal wieder beweisen, dass sie sich ein paar Begriffe aus dem Geschichtsunterricht bewahrt haben und Gagschreiber können ihre Witze mit „Nazometer“ usw. machen. So hat jeder etwas zu tun und uns geht es gut, die NPD bleibt wo sie ist (komisch, da kommen eher selten entsprechende Vergleiche) und die BILD verkauft ihre Auflage.

Sehr beliebt ist auch der recht inflationäre Gebrauch des Wortes Terror, bzw. Terrorismus. Und auch die Willkürlichkeit die bei der mit Terrorist zu bezeichnenden Gruppe an den Tag gelegt wird. Nicht alles, was mit Gewalt zu tun hat ist Terrorismus!

Schöne, neue Welt…und wenn gerade keine Vergleiche angebracht werden können regt man sich halt über das Crazyphone von FFN auf.

…es schneit….

Big A is watching you?

Also irgendwie hab ich das Gefühl, dass mein Blog von mehr Leuten gelesen wird, als mir eigentlich bewusst ist. Nachdem ich vor ein paar Tagen den etwas älteren Blogeintrag hier wieder eingestellt habe, bekomm ich heute wieder eine eMail von besagter Firma mit dem großen A im Namen. Erneut mit einer völlig bescheuerten Empfehlung für eine DVD. Dieses Mal wollten sie mir nicht die Freuden eines Kaiserschnitts näher bringen, sondern „Rituelle Magie“.

Kunden, die „Qi Gong Bewegungstherapie“ gekauft oder bewertet haben, haben auch „Rituelle Magie – DVD Edition (3 DVDs)“ als DVD gekauft. Daher freut es Sie sicher, dass „Rituelle Magie – DVD Edition (3 DVDs)“ am 19. November 2007 erscheint. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor!

Mal ganz davon abgesehen, dass ich zwischenzeitlich auch noch andere Sachen, als diesen fernöstlichen Kram, da gekauft habe, verwundert mich diese Mail doch schon etwas. Nicht nur, weil sie so kurz nach der Neuauflage des alten Eintrages kommt und auch erst die zweite entsprechende Empfehlungsmail ist, sondern auch, weil da Kunden ein Produkt gekauft haben, welches es noch gar nicht gibt! Vorbestellen ist ja schön und gut, aber doch noch ein bisschen was anderes, als kaufen, oder? Oder hängt das mit der DVD zusammen? Bewirkt, in der Zukunft getätigte, Rituelle Magie eine Veränderung der Vergangenheit, so dass noch nicht erschienene Dinge schon gekauft werden können? Bringt das nicht das Zeit-Kontinuum durcheinander? Weiß Q davon?

Blog Anfänge – Ein Rückblick

Uralter Blogeintrag, aus einem uralten Blog…nur mal so, weil ich ihn wiedergefunden hab….

flint, 03:56h
Okay, Schlaflosigkeit und ein verkorkster Schlaf-Wach-Rythmus an sich ist ja schon ziemlich nervig, aber an manchen Tagen, oder besser Nächten, ist echt noch mehr der Wurm drin als sonst. Ich versuch schon seit knapp 4 Std. endlich mal zu schlafen und bin dabei ziemlich erfolglos. Also dachte ich mir, ich guck mal was heute Nacht noch so im Internet los ist. Und wo ich schonmal da war hab ich auch gleich mal meine eMails überprüft.
Da hab ich doch glatt eine neue eMail (Absendedatum 01:32 Uhr) in meinem Postfach von einem großen Internet Versandhaus mit einer Spezialisierung auf Bücher, obwohl man auch allen anderen Kram da bekommt. Nennen wir dieses Versandhaus einfach mal A. Ab und an bestell ich da tatsächlich mal was und das letzte, was ich da geordert hab, war eine Tai-Chi DVD für meine Mutter. An sich ja nichts besonderes, aber wenn man sich die Mail mal durchliest, zweifelt man echt irgendwie an seinem Verstand!

[Zitat Anfang]
Liebe Kundin, lieber Kunde!

Uns ist aufgefallen, dass Kunden, die „Qi-Gong – Mit Rolf Roth“ gekauft
haben, ebenfalls an „Geburt eines Kindes durch Kaiserschnitt“ auf DVD
interessiert sind. Daher möchten wir Sie darüber informieren, dass
„Geburt eines Kindes durch Kaiserschnitt“ am 15. März 2006 auf DVD
veröffentlicht wird. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor!

Geburt eines Kindes durch Kaiserschnitt

Erscheinungsdatum:15. März 2006
A.-Preis: EUR 35,99

Um mehr über Geburt eines Kindes durch Kaiserschnitt zu erfahren,
besuchen Sie bitte die folgende A.-Seite:

Kurzbeschreibung
Bei der DVD handelt es sich um eine reine Dokumentation. Ein
künstlerischer Anspruch an dieses Video wird ausdrücklich
ausgeschlossen. Die Aufnahme wurde durch ärztliches Personal
aufgenommen. Die Bild- und Tonbearbeitung wurde durch eine Fachfirma
realisiert. Das Video hat eine Gesamtlänge von 30 Minuten und zeigt im
Detail die Operation eines Kaiserschnitts.
[Zitat Ende]

Wenn man mal ganz davon absieht, dass ich ein Kerl bin und _überhaupt_ nicht an DVDs über Kaiserschnitte interessiert bin, ist es schon ganz amüsant zu welchen Zeiten diese eMails verschickt werden! Ferner regt die Verbindung zwischen Tai-Chi und Kaiserschnitten zu ganz interessanten Gedankengängen mitten in der Nacht an. Aber wie gut, dass ein künstlerischer Anspruch bei dieser DVD absolut ausgeschlossen wird, ansonsten hätte ich sie mir garantiert gekauft! *mit.den.Augen.roll*
Sollte wider Erwarten ein A. Mitarbeiter diesen Blog lesen: Bitte noch mehr solcher eMails, damit ich auch weiterhin mitten in der Nacht was zu tun hab 😉

Der schulische “Infotainment-Flash”

Seit Jahren geistert der Begriff Infotainment durch die Medienlandschaften. Infotainment ist toll, Infotainment ist die Zukunft, so scheint der Tenor zu sein. Nicht nur Infos oder Entertainment, sondern beides zugleich. Neil Postman meinte zwar eher genau das Gegenteil, als er in seinem Werk „Wir amüsieren uns zu Tode“ (1985!!) das Fernsehen kritisch hintefragte. Aber heute ist ja bekanntlich alles anders. So setzt sich die Definition, wie sie zum Beispiel Wikipedia, anbietet immer weiter durch:

Unter Infotainment (Kofferwort aus dem Englischen: information und entertainment) versteht man die unterhaltsame Vermittlung von Bildungsinhalten und evtl. auch von Scheinwissen, das den Anspruch erhebt, Bildungsbestandteil zu sein.

Und genau darum geht es mir gerade. Die Vermittlung von Bildungsinhalten! Eben diese Vermittlung muss scheinbar auf immer unterhaltsamere Weise passieren und dies nicht nur in TV und Internet, sondern auch an dem Ort, der sich voll und ganz der Vermittlung von Bildungsinhalten gewidmethat, nämlich der Schule. Die paar wenigen Didaktik/Methodik Seminare, die man im Zuge der theoretischen Lehramtsausbildung in den meisten Bundesländern besuchen muss, sind geprägt von „alternativen Konzepten“. Ganz, ganz selten wird dem Lehrervortrag überhaupt noch eine Funktion im Unterricht zugesprochen. Alles muss neu sein, denn neu ist besser. Möglichst spontan und locker wäre auch nicht schlecht, auch wenn man seine Stunde im Vorfeld minutiös planen soll. So gibt es unlängst die Talkshow als Unterrichtsmethode und die Expertenbefragung wird auch ganz gerne mal mit Prominenten durchgeführt, wobei es manchmal fraglich ist wo sich der Sinn und Zweck dahinter versteckt. Ich will das alles jetzt nicht verteufeln, Gott bewahre. Ich frage mich nur manchmal, wo denn die ganze Sache hinlaufen soll. Scheinbar von Jahr zu Jahr werden immer mehr Begriffe mit „-tainment“ kombiniert. So gibt es ja mittlerweile schon das Edutainment und das Politainment. Die Idee, dass Lernen Spaß machen soll ist ja nun nicht gerade neu, aber Spaß ist doch etwas anderes als Unterhaltung…oder? Sollen angehende Lehrer demnächst auch noch parallel eine Ausbildung zum Moderator machen? Wird ein Praktikum im Club Robinson, als Animateur, denmächst Pflicht? Wie lange soll die Ausbildung dann bitte dauern? Okay, praxisnäher wäre sie wahrscheinlich, aber wie erkläre ich die 20 Semester dem Bafög-Amt? Werden mir die Einnahmen von meinen Wasser-Aerobic Stunden vom Bafög abgezogen? Kann ich das Managertraining auf der Gotcha-Anlage von der Steuer absetzen? Soll ich mit meinen Schülern später auch auf die Gotchabahn gehen? Und wer getroffen wurde rezitiert eine Strophe der „Glocke“? Gut, mit der zusätzlichen Ausbildung an einer Waffe wird der Unterricht in Zukunft auch noch ein Stückchen interessanter…

Und vor allem, wie lässt sich das ganze mit den realen Bedingungen vereinbaren? Ein Studium, das einen, meiner Meinung nach, nur sehr bedingt auf den Lehrerberuf vorbereitet, kaum Geld für genügend Lehrer, überfüllte Klassen und immer mehr Geschrei nach gebildeten Schülern. Wobei „gebildet“ bedeutet, dass sie Wissen reproduzieren können und dies möglichst vergleichbar und auf die Ansprüche der Wirtschaft abgestimmt. Da soll ich auch noch ein Thomas Gottschalk des Klassenzimmers werden? Kann man Spaß an der Sache nicht auch anders vermitteln? Zum Beispiel durch eigene Begeisterung für das Thema? Muss es immer etwas neues und immer, immer mehr sein? Wann ist es soweit, dass anstatt Schiller, Goethe und Kleist nur noch Effenberg und Bohlen gelesen werden? Liest man den letzteren, so wird man zumindest gut auf kommende Auftritte in irgendwelchen Castingshows vorbereitet und unterhaltend ist es sicher auch irgendwie. Wundert mich, dass es noch kein Bohlentainment oder Dietertainment gibt. Und die Unterrichtsstunde gibt es danach bei Youtube…

Ich bin wirklich nicht dafür, dass die Schule verstockt und konservativ bleibt. Aber sie sollte sich nicht allen Auswüchsen unserer Gesellschaft sofort stellen und versuchen möglichst viel umzusetzen. Manchmal ist es besser, wenn Information, Information und Entertainment, Enternatinment bleibt. Schule soll unter anderem dazu befähigen Kritik üben zu können und nicht dazu befähigen alles kritiklos zu übernehmen, bzw. Schule soll diese Kritiklosigkeit nicht vorleben…oder?

Früher sprach man vom Nürnberger Trichter, heute wäre vielleicht Trichtertainment angebracht. 😉

Achtung, kann Spuren von Emanzipation enthalten!

Ich dachte ja ich hätte schon alles gesehen, was es so an an gendergerechten SchwachsInnen und von EMMA-Kiffern ausgeheckten EskapadInnen in diesem Land gibt. Nicht dass ich etwas gegen die Gleichbehandlung der Frau hätte. Nie im Leben! Ich finde das haben sich die Frauen verdient, eingekeilt zwischen Alice S. und Eva H. Sollen sie alle machen, wie sie meinen! Aber manchmal…manchmal frage ich mich wohin das noch alles führen soll und ob es nicht besser wäre, wenn die Verwender von der neuen Szene-Gender-Sprache etwas mehr nachdenken würden, bevor sie ihre neusten Schöpfungen auf die Menschheit loslassen.

So fiel mein Blick heute in der Uni auf ein Plakat über Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit usw. „Tolle Sache“, dachte ich, „Studenten, die sich gegen die braunen Kakerlaken zur Wehr setzen wollen und was auf die beine stellen! Das werd ich mir sicher angucken!“ Schonfiel mir auch das Logo vom Studentenrat ins Auge und die beiden Buchstaben AG. Das wird ja sicher die AG Take Part vom StuRa sein, schön mal wieder was von denen zu hören…dachte ich zumindest solange, bis meine Augen das wahrnahmen, was hinter dem AG stand.Da folgte nämlich anstatt „Take“ das Wörtchen „emanzipativ“. Okay, ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung, was dieses Wort bedeuten sollte! Ich musste erstmal nachgucken und siehe da: das Wort gibt es tatsächlich. Es bedeutet „Emanzipation beinhaltend“ oder „Emanzipation betreffend“. Wieder was gelernt, so schlimm kann die Gruppe ja gar nicht sein!

Aber moment, da kommt ja noch etwas nach der Arbeitgruppe, die Emanzipation beinhaltet. Was stand da? AntifaschistInnen!? Hmm…okay…äh…das hätte nun nicht sein müssen, oder? Ich dachte wenigstens über diesem Innen Kram würden die Antifas drüberstehen, aber die scheinen sich wirklich für nichts zu schade zu sein. Aber gut, an sich hab ich auch nichts gegen Antifaschisten (zumindest nicht so viel wie gegen AntifaschtistInnen) und meistens bekommen sie ja doch ganz gute veranstaltungen hin. Aber dieses emanzipativ davor? Was soll das? „Arbeitsgemeinschaft/Arbeitsgruppe der Emanzipation betreffenden oder der Emanzipation beinhaltenden Antifaschisten und Antifaschistinnen“? AGdEbodEbAuA? das macht ja selbst T.A.F.K.A.P Konkurrenz! Okay, zumindest das AuA am Ende drückt recht treffend aus, was ich gedacht habe, nachdem ich das volle Ausmaß des Namens realisiert habe. Was wäre denn an „Studenten gegen Rechts“ so schlimm gewesen? Meinetwegen auch StudentInnen! Aber doch nicht ein Wortungetüm für welches man sein 1. Staatsexamen haben muss um es zu verstehen! Kinners, nicht der Name macht das Programm, sondern ihr macht es! Euer Engagement in allen, allen Ehren! Ich bewundere euch dafür immer wieder (auch wenn es euch meist nur einen Monat lang gibt), aber bitte….BITTE…lasst ein Kind eure zukünftigen Namen schreiben, okay? Ansonsten sind wir bald bei „Früher-war-alles-besser-und-Raiders-hieß-noch-nicht-Twix-aber-dafür-hießen-die-afroeuropäischen-

Liebesbekundungen-noch-Schaumküsse-und-das-war-wirklich-nicht-okay-so-und-sowieso-waren-wir-

damals-noch-nicht-so-emanzipativ-und-deswegen-ist-eigentlich-doch-heute-alles-besser-als-

früher-Mitglieder-auch-ohne-Glieder-vereint-im-Geiste-aller-AntifaschistInnen- und-GenderInnen“

oder kurz

FwabuRhnnTadhdaLnSudwwnosuswwdnnseudiedhabafMaoGviGaAuGInnen

O.O

okay…wer daraus ein vernünftiges Wort machen kann, der bekommt von mir nen Kaffee spendiert!

Q

Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich meinen neuen Rechner bekommen hab. Allerdings zeigen sich auf meiner Tastatur schon die ersten Abnutzungserscheinungen. So sind die Buchstaben auf vielen Tasten mittlerweile schon recht vergilbt und stumpf. Man benutzt ja auch halt die meisten Tasten auf der Tastatur recht häufig. Was mir allerdings zu denken gibt ist die Tatsache, dass das Q am wenigsten abgenutzt ist. Sogar noch weniger als das Y oder das X. Irgendwie gibt mir das zu denken. Ständig lese ich irgendwelchen Quark und oft genug schreibe ich auch selber Quark, aber scheinbar betitel ich das dann eher als Mist oder so. Auch von Qualität und Quantität scheine ich wenig zu halten, denn würde ich viel davon halten, dann würde ich auch häufiger drüber schreiben und dadurch das Q auch langsam abstumpfen lassen. Gut…dass das X langsam abnutzt ist nicht weiter verwunderlich…aber darüber sag ich jetzt mal nichts…

Also auf die Abnutzung des Qs! Gleiche Rechte für alle Buchstaben!

Bandansagen

Bandansagen gehören ja spätestens seit der Erfindung des Anrufbeantworters zu einem mehr oder weniger leidigen Thema. Seitdem jemand herausgefunden hat, wie man eine automatische Ansage an die Telefonleitung koppeln kann werden überall auf der Welt Menschen durch immer andere und immer nervige Ansagen gequält. Wenn es eine Zeit gab in der eine lockere Bandansage auf dem eigenen AB ein Zeichen der Rebellion war, so ist es heute Gang und Gebe (ich bilde da ja auch keine Ausnahme, nachdem ich mich in einer schwachen Stunde mal dazu durchgerungen hab meinen AB mit einer menschlichen Stimme zu versehen). Aber trotzdem gaben einem die „Computeransagen“ auch in dieser Zeit einen gewissen Halt. Stets erzählte einem eine Stimme, die mehr nach C64, denn nach Mensch klang, das, was man in diesem Moment wissen wollte oder auch manchmal nicht wissen wollte. Schnell kamen dann auch die Übersetzungen dazu und so wurde man als deutscher Anrufer stets mit der dt. und der engl. Version der Bandansage gefoltert und das meistens von der ewig gleichen, generischen weiblichen Stimme. Egal wo man angerufen hat. Besonders beliebt waren bei mir ja stets die Ansagen, die man bekommen hat, wenn man jemanden auf dem Handy angerufen hat. Nach einigen Wochen wusste man dann auch, welche Situation (Handy aus, besetzt usw.) welche Bandansage heraufbeschwor und wenn man ganz einsam war konnte man kurz der weiblichen Ansage lauschen, die einem erzählte, dass der gewünschte Teilnehmer gerade nicht zu erreichen sei.

Aber auch dies hat sich geändert, wie ich vor kurzem feststellen musste. Ich versuchte jemanden zu erreichen, der aber wohl gerade telefonierte. Da die Ansage anders war, als gewohnt, lauschte ich ihr und stellte fest, dass ich durch Drücken einer bestimmten Taste veranlassen konnte, dass der gewünschte Teilnehmer per SMS gebeten wird mich zurückzurufen. Das musste ich natürlich gleich mal ausprobieren und nach erfolgreichem Tastedrücken teilte mir die C64-Dame mit, dass der gewünschte Teilnehmer sofort mit einer SMS informiert würde. Und plötzlich wurde ich überrascht! Ich wollte gerade auflegen mit dem Gedanken „nun kommt die C64-Dame nur noch mit der englischen Variante“, da ertönte auch schon die englische Variante.

Gesprochen von einer männlichen Stimme! Und diese Stimme klang auch noch wie ein Mensch!

Ich war ehrlich schockiert! Was sollte mir dieser Umschwung sagen? Warum wurde die englische Ansage plötzlich von einem Mann gesprochen? Warum klang dieser Mann viel menschlicher als die weibliche/dt. Variante? Hören Engländer/Amerikaner vielleicht lieber auf eine gut akzentuierte männliche Stimme und wir Deutschen lieber auf die etwas künstlich klingende weibliche Stimme? Welche tiefenpsychologischen Entdeckungen stecken wohl hinter dieser „Geschlechterteilung“ der Bandansagen? Was würden Eva Herman und Alice Schwarzer dazu sagen? Oder haben es sich die Betreiber der entsprechenden Bandansage einfach leicht gemacht und die entsprechende Stelle aus „English for Bandansagers“ kopiert (denn so ähnlich hörte es sich an)?

Vielleicht mach ich mir auch einfach zu viele Gedanken…