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Wo „freie und wilde“ Shitstorms stattfinden

Nachdem sich die Bands MIA., Kraftklub und irgendwie auch Die Ärzte vom Echo distanziert haben, weil auch Frei.Wild nominiert war, gingen die Shitstorms auf den Facebook-Seiten der Künstler los.1 Auch der Echo selbst hatte mit den mittlerweile gewohnten, verbalentgleisten Reaktionen zu kämpfen2

Man könnte jetzt mal darüber diskutieren, wie gut die Band ihre Fans konditioniert hat, denn gefühlte 90% aller Postings bestehen aus mindestens einem Zitat aus „Land der Vollidioten“ bzw. dem Spruch „Land der Volliditioten“ oder entsprechenden Abwandlungen. Aber etwas anderes ist interessant: Mia, Kraftklub, Echo und schon vorher Jennifer Rostock können sich vor Shitstorms kaum retten. Die NPD hingegen, die eine Mahnwache zum Echo angekündigt hat, ist bisher weitestgehend von einem Shitstorm verschont geblieben. Das ist insofern interessant, als dass Frei.Wild hier „offiziell“ bekundet haben, dass sie keine „Unterstützung“ von der NPD haben wollen. Auf der verlinkten FB-Seite heißt es von Seiten der Band:

Wir wollen euch nicht !!!
Natürlich war es abzusehen, dass sich jetzt die extremen Parteien in ihrer Pflicht sehen, auf diesen kostenlosen Promozug aufzuspringen, um für ihre, in unseren Augen, verurteilungswerten Tendenzen blinde Fische zu sammeln.
Wir sehen uns hier auf wahrlich keinem Nenner und plädieren an jeden hier mit Herz, Verstand und Menschlichkeit zu handeln. Um solchen Kreisen erst gar keine Plattform zu bieten, werden wir denen die Freude nicht machen und diesen Spinnern unsere Beachtung zu schenken.
Schiebt euch eure Mahnwache in den A****!!!

Frei.Wild Fans, ihr wisst wer ihr seid, was ihr seid und wisst, was ihr zu vermeiden habt!
Gebt dem braunen Pack keine Chance!!!
Scheißt auf sie, wir scheißen alle auf sie!!!

Mal ganz davon abgesehen, dass es schon wieder eine ziemliche Relativierung ist, wenn man nicht von verurteilenswerten Inhalten, sondern verurteilenswerten Tendenzen spricht: Der Shitstorm auf den mannigfaltig vorhanden FB-Seiten der NPD scheint auszubleiben.

Warum? Ein paar Antworten werden in den Kommentaren zum verlinkten Post genannt. Da ist die Rede davon, dass man der NPD keine Bühne bieten wolle. Da ist die Rede davon, dass das Management von Frei.Wild reagieren solle.3 Nur einige wenige reden davon, dass die Frei.Wild-Fans jetzt gefragt seien und einen Shitstorm bei der NPD veranstalten sollten.

Es ist schon merkwürdig: Gerade bei Facebook lassen Frei.Wild-Fans normalerweise nichts unversucht, das Image der Band aus der rechten Ecke herauszuholen, die angeblich so vielfältigen Aktionen gegen (Rechts-)Extremismus zu betonen und alle, die Frei.Wild die „Unpolitik“ nicht abkaufen, als „Vollidioten“ usw. zu bezeichnen.4 Nun bietet sich die Gelegenheit, die „Nazis“, von denen man sich doch ach so ausdrücklich distanziert, mit einem Shitstorm zu überziehen. Aber es passiert nicht. Hunderte von Fans schaffen es auf Seiten von Gegenaktionen, Kritikern und anderen Bands. Auf die Seiten von Holger Apfel oder der NPD verirren sich nur wenige.

Dieses Verhalten ist zumindest merkwürdig. Unter dem „Aufruf“ der Band konzentriert man sich, so mein Eindruck, eher auf die „blöden“ Leute vom Echo, als dass man sich tatsächlich mit dem Aufruf der NPD auseinandersetzt. Anstatt auf andere Bands loszugehen, was ja wirklich massiv betrieben wird, hätte man hier die Gelegenheit, sich vehement von der Instrumentalisierung durch die NPD, gegen die man ja angeblich so vehement eintritt, abzugrenzen. Diesen Schritt können oder wollen die FW-Fans aber anscheinend nicht vollziehen. Den eigenen Standpunkt stärkt dieses Vorgehen nicht.

  1. Einige FW-Fans fanden dabei den Weg zu anderen MusikerInnen, aber es ist ja niemand perfekt. []
  2. Ja, ich höre mittlerweile auf, da zu differenzieren. 90% aller Kommentare von FW-Fans sind unterste Schublade. []
  3. Einige reden auch davon, dass man Frei.Wild weiterhin möge, OBWOHL Frei.Wild die NPD nicht mögen… []
  4. Viele der benutzten Begriffe – Zecken z.B. – kommen dabei ebenfalls aus dem rechten Spektrum, aber nun. []

Jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit

In der Ostfriesen-Zeitung ist die Tage ein Artikel über das geplante Frei.Wild-Konzert in Aurich erschienen, der sich im Schwerpunkt mit der Facebook-Seite Kein Frei.Wild in Aurich auseinandersetzt und der Artikel Weder frei, noch wild: Deutschrock aus Norditalien von Heribert Schiedel wird zitiert. Der Artikel von Schiedel analysiert recht nett die Aussagen verschiedener Lieder und den Inhalt von Distanzierungen der Band.

Interessant am Artikel der OZ ist aber die Stellungnahme von Marema. Im Artikel heißt es:

Der Veranstalter Marema kann die Kritik an dem geplanten Konzert ebenso wenig nachvollziehen […]. „Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit dem dem management von Frei.Wild in Kombination mit der ICS Festival Service GmbH zusammen“, teilte eine Sprecherin […] mit. Bereits vor drei Jahren habe man ein sehr erfolgreiches Konzert mit Frei.Wild in Bremen veranstaltet, bei dem es weder im Vorfeld noch im Nachhinein Probleme oder Diskussionen gegeben habe. Die Band toure seit Jahr und Tag erfolgreich durch die gesamte Republik […]. Dass es in Aurich Widerstand gebe, könne man nicht nachvollziehen, so Marema.

Diese Art von Argumentation klingt ja auf den ersten Blick ganz nett, allerdings beinhaltet sie keine Aussage darüber, ob sich Marema (oder ICS) mit den aktuellen Vorwürfen und Diskussionen auseinandergesetzt hat. Wenn man bedenkt, dass die breitere öffentliche Auseinandersetzung mit Frei.Wild noch gar nicht so alt ist, ist es kein Wunder, dass es „früher“ keine Probleme gab. Entweder geht Marema hier auf Nummer sicher, weil eine interne Auseinandersetzung mit den Bands, die man so anbietet, noch nicht stattgefunden hat, oder es ist Marema schlicht und ergreifend egal.

Eine etwas kritischere Auseinandersetzung hat hingegen wohl bei Visions stattgefunden. das Musikmagazin zieht sich aus der Präsentation des With Full Force-Festivals zurück. In der Begründung heißt es u.a.:

Schon 2010 trat die Südtiroler Band in Roitzschjora auf, damals noch als relativ unbekannte Deutschrock-Band – zumindest für uns, denn wir als Festivalpräsentatoren nahmen die Band zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg nicht wahr. Dabei waren Textpassagen wie „Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik/ An diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist/ Drum holt tief Luft und schreit es hinaus/ Heimatland, wir geben dich niemals auf“ (aus „Südtirol“) kaum als harmlose Heimatliebe misszuverstehen. Was die Band selbst mit ihrer Südtiroler Herkunft erklärt, erinnert zugleich immer wieder stark an Gedanken und Werte des klassischen Rechtspopulismus.

Visions gesteht genau das ein, was ich Marema an dieser Stelle unterstelle: „Früher“ hat schlicht keine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Band stattgefunden. Weiter heißt es:

Dass nicht jeder Frei.Wild-Fan gleich rechts von der Mitte ist, versteht sich von selbst – wie es sich mit Burger verhält, kann jedoch nach wie vor in Frage gestellt werden. […] Die Band selbst behauptet immer wieder, unpolitisch zu sein. In ihren Texten weisen Frei.Wild jeden Vorwurf in diese Richtung von sich […]. Aufkeimende Kritik – die Veranstalter des With Full Force nennen es „Hexenjagd“, an der man sich nicht beteiligen wolle – wird sogar mit einer Anspielung auf die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten verglichen: „Nichts als Richter/ Nichts als Henker/ Keine Gnade und im Zweifel nicht für dich/ Heut gibt es den Stempel, keinen Stern mehr“ (aus „Wir reiten in den Untergang“). Und in einem Song wie „Wahre Werte“ werden Parolen verkündet, wie man sie von Rechten kennt: „Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen/ Wenn ihr euch ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen“. Wir sind weder der Meinung, dass diese Textpassagen unpolitisch sind, noch glauben wir, dass „Gegen Rechts!“-Aktionismus diese Aussagen wettmacht.

Das deckt sich mit meiner Meinung: Ein „gegen Rechts!“-Aktionismus bedeutet keine Absolution der Texte. Die Texte stehen, egal wie Burgers eigene Einstellung nun auch immer sein mag, für sich und sprechen eine teilweise sehr deutliche Sprache. Die Schlussformel des Statements kann man auch auf Marema anwenden:

Als Festivalveranstalter mit Toleranz zu kokettieren und „Hexenjagden“ abzulehnen, wenn es um abgrenzenden Nationalismus geht, geht uns gegen den Strich. Deshalb findet das With Full Force 2013 ohne VISIONS statt.

Zwar hat Marema keine Aussage gegenüber der Berichterstattung getätigt, aber es ist kaum vorstellbar, dass die immer vehementer vorgebrachten Vorwürfe spurlos am Veranstalter vorbeigegangen sind. An anderen Sponsoren, die in Kontakt mit Frei.Wild geraten sind, ist die Diskussion schließlich auch nicht vorbeigegangen. Laut den Ruhrbaronen wurde folgende Meldung von Jägermeister bestätigt:

Die Mast-Jägermeister SE hat in ihrem Leitbild Werte wie Weltoffenheit, Toleranz und Respekt fest verankert. Zu diesen Werten stehen wir. Diese Werte leben wir. Jägermeister wird heute in rund 90 Ländern weltweit konsumiert und ist damit nicht nur im niedersächsischen Wolfenbüttel, sondern auf der ganzen Welt in vielfältigen Kulturen zu Hause.

Vor dem Hintergrund unserer Werte werden wir das geplante Sponsoring des Festivals „With Full Force“ zunächst stoppen. Wir erwarten vom Veranstalter zum geplanten Auftritt der umstrittenen Band Frei.Wild auf dem Festival eine klare Stellungnahme. Sollte der Veranstalter weiterhin das Booking der Band bestätigen, werden wir unsere Sponsoring-Aktivitäten einstellen.

In Aurich wird die Diskussion spannend bleiben, auch wenn es von Fan-Seite nach dem OZ-Bericht und den WFF-Absagen (gefühlt) deutlich ruhiger geworden ist. Die Initiative gegen den Auftritt verspricht Gegenaktionen, Demos usw. Abwarten. Es wäre auf jeden Fall zu begrüßen, wenn sich Marema zu mehr als nur „früher war doch auch alles okay“ hinreißen lassen könnte. Ansonsten ist das Statement nämlich schlicht und ergreifend inhaltslos und sinnfrei.

Frei.Wild und die Diskussionskultur

Die Band Frei.Wild ist ein Phänomen, welches seit einiger Zeit durch Deutschland und auch immer wieder durch die Medien geistert. Die dominierende Frage dabei ist, ob die Mitglieder von Frei.Wild nun Rechtsextreme/Nazis sind oder eben nicht. Diese Frage ist aber wenig zielführend, da sie bei vielen Menschen eh nicht so eindeutig beantwortet werden kann und noch viel weniger werden es offen zugeben, zumal wenn die „Befragten“ in der Öffentlichkeit stehen. Es ist viel mehr wichtig zu fragen, ob das, was Frei.Wild in ihren Texten singen, nationalistisch, völkisch oder ähnliches ist. Aber selbst, wenn man diese Frage mit „Ja“ beantwortet, macht das aus den Bandmitgliedern noch lange keine Nazis. Ich selbst kenne genug Personen, die sich mit ihren Äußerungen am rechten Rand bewegen, als Nazis würde ich sie deswegen trotzdem nicht bezeichnen. Die Band distanziert sich auch mit mehreren Aktionen gegen Rechtsextremismus, wobei dieser Umstand wiederum nicht gleichzusetzen ist mit einer Absolution gegenüber den Texten.

Frei.Wild stammen aus Südtirol, welches bekanntlich zu Italien gehört. In Südtirol sprechen aber knapp 64% der Bevölkerung Deutsch, was neben Italienisch auch die Amtssprache ist. Frei.Wild gehören zum deutschsprachigen Teil Südtirols. In ihren Texten geht es, durchaus nach eigenem Bekunden, um Freundschaft, Geld, Alkohol, Führerscheinentzug, Freiheit, den Umgang mit Rückschlägen und Niederlagen sowie um die Heimat. Klassische Inhalte, die an sich nicht verdächtig sind. Auch Lieder auf die Heimat oder das, was als Heimat empfunden wird, sind keine Seltenheit im deutschsprachigen Liedraum. Es geht also um konkrete Inhalte.

In der Berichterstattung werden immer wieder ganz bestimmte Lieder herangezogen, darunter „Land der Vollidioten“, welches wie folgt beginnt:

Das ist das Land der Vollidioten,
die denken, Heimatliebe ist gleich Staatsverrat.
Wir sind keine Neonazis und keine Anarchisten,
wir sind einfach gleich wie Ihr .. von hier.

Die hier angewandten Mechanismen sind durchaus interessant. Auf der einen Seite wird sich distanziert von „Anarchisten“ und „Neonazis“, auf der anderen Seite distanziert man sich von all denen, die denken, dass „Heimatliebe […] gleich Staatsverrat“ ist. Zugleich solidarisiert man sich mit allen, die „von hier“ sind. Als Südtiroler müssten sie mit „von hier“ eigentlich Südtirol meinen (also Italien). Mit „hier“ ist aber mehr als nur Südtirol gemeint, es ist etwas deutsches im weiteren Sinne gemeint. Im Lied „Wahre Werte“ heißt es: „Unser Tirol gibt es seit zwölfhundert Jahren“. Tirol gehörte vor gut 1200 Jahren noch zum Großherzogtum Bayern. Auch wenn sich die Herzogtümer und Staaten seit damals mehrfach geändert haben, scheinen sich Frei.Wild als „deutsch“ und nicht als „italienisch“ zu sehen. Die Gemeinschaft, die mit den Worten „von hier“ aufgemacht wird, geht also weit über Südtirol hinaus und ist bezogen auf „deutsch“. „Gleich wie ihr, von hier“ macht außerdem noch eine Abgrenzung zwischen denen, die gebürtig/kulturell von „hier“ kommen und „den anderen“, auf die das eben nicht zutrifft, auf. Dies ist eine  nationalistische Argumentation, die dem „exklusiven Nationalismus“ zuzuordnen ist. Es wird eben nicht die Nation als Mischung verschiedener Bevölkerungsanteile mit verschiedenen kulturellen Identitäten beschrieben, sondern etwas in der Vergangenheit begründetes, überhöhtes.

Diese Abgrenzung und Rückbesinnung auf etwas Ur-(deutsches)(nationales) wird noch verstärkt durch ein paar Zeilen später im Lied „Land der Vollidioten“. Dort heißt es:

Der Rest in Italien schämt sich nicht zu sagen,
woher er kommt!
Wir sind Opfer einer Resozialisierungspolitik,
und viele Leute bei uns bemerken es nicht.

Wenn „der Rest in Italien“ sich nicht schämt, muss es zu Südtirol einen Unterschied geben. Der Unterschied besteht im „Deutschsein“, womit die Brücke zu immer wiederkehrenden, bundesdeutschen Debatten über Patriotismus und „Resozialisierungspolitik“ gezogen wird. Auch hier wird auf nationalistisch-völkischer Ebene argumentiert. Die Meinung über „andere“ wird kurz darauf auch noch einmal deutlich.

Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt
vor den andersgläubigen Kindern.

Respekt vor anderen kulturellen Identitäten ist also etwas, was nur „Vollidioten“ tun. Südtirol bzw. der deutschsprachige Raum sind eng mit dem Kreuz (=dem Christentum) verbunden und Schulen zu einem säkularisierten Raum zu machen, ist dumm. Der Ist-Zustand heterogener Gesellschaften, die Pluralität wird hier abgestraft und es wird sich wieder eine völkisch-nationalistisch-historische „Identität“ herbeigesehnt. Die Absage an politische Lager, die auch aber nicht nur in diesem Lied vollzogen wird, ändert an diesem Umstand nichts. Der Inhalt des Liedes bleibt völkisch und nationalistisch motiviert.

Zurückgehend auf den Anfang des Artikels bedeutet dies nicht, dass Frei.Wild Nazis, rechtsextrem oder ähnliches sind. Es bedeutet nur, dass einige ihrer Lieder1 nationalistische Inhalte transportieren. Inhalte, die man aus rechtsextremen und identitären Lagern kennt. Dieser Umstand ist nicht wegzureden und es ist auch egal, dass Frei.Wild nicht die einzigen sind, die das tun. Auch Musiker wie Xavier Naidoo schlagen mitunter ähnliche Themen mit ähnlichem Vokabular an. Frei.Wild und auch die Fans dieser Gruppe, müssen es sich nur gefallen lassen, dass man so etwas grundsätzlich kritisch hinterfragt und in weiteren Schritten dann evtl. nach der Motivation fragt: Warum distanziert sich die Band auf der einen Seite von rechtsextremen Gruppierungen, fischt aber genau in den Gebieten, die u.a. zum Kerngebiet dieser Gruppierungen gehören. Und warum singen die Fans diese Texte mit voller Inbrunst mit? Gerade die letzte Frage kann man wohl guten Gewissens damit beantworten, dass die Texte Zustimmung finden. Das macht die Fans nicht zu Nazis, aber man muss fragen, warum ein Fan dem nationalistisch-identitärem Duktus zustimmt oder ob das überhaupt so wahrgenommen wird.

Diese Diskussion wird aber leider nicht geführt. Zu schnell sind die Gegner dabei, die rechtsextreme Vergangenheit und Verknüpfungen des Leadsängers ins Feld zu führen. Das ist falsch, weil argumentativ schwach. Es muss um die konkreten Liedtexte gehen, vor allem um die Texte, die offensichtlich oder versteckt nationalistisch, völkisch und identitär argumentieren. „Das, was du sagst ist nationalistisch“ muss Grundlage aller Diskussion sein, nicht „Du bist nationalistisch“. Insofern gehen die meisten Artikel und auch der heute in den Ostfriesischen Nachrichten erschienene an einer sinnvollen Diskussion vorbei. Es geht zunächst nicht darum, ob Frei.Wild eine rechtsextreme Band sind, sondern darum, ob die Texte gewisse, an den rechten Rand gehörende bzw. dort besonders populäre Inhalte transportieren. Um es mit dem Ende des nachfolgenden Videos zu sagen: I don’t care what you are. I care about what you did.

P.S.: Bitte das im Video genannte Beispiel „Rassismus“ gedanklich durch „Nationalismus“ ersetzen. Bevor das jemand falsch versteht. Es geht um die am Beispiel festgemachte Art der Argumentation, nicht um das Beispiel.

  1. auch wenn hier nur eines genauer betrachtet wurde. []

So machen wir das – Die CDU und ihre Vorstellung von Niedersachsen

Die CDU hat kürzlich ihren Wahlkampfsong „So machen wir das“ veröffentlicht. Grund genug, sich einmal die Bildsprache des Videos dazu anzugucken und einen Blick auf den Text zu werfen.

Im Lied selbst werden, je nach Zählung, zwei bis drei Positionen aufgemacht. Die oberste Kategorie ist Niedersachsen, die zweite ist ein zusammenfassendes Wir. Die dritte Position wird im Laufe des Liedes den ersten beiden gegenüber gestellt.

„Niedersachsen“ und „Wir“ bilden schon in der ersten Zeile eine Einheit: „Unsere Liebe: Niedersachsen“. Die ersten Verse des Liedes sind folgende:

Unsere Liebe: Niedersachsen
Für dich sind wir motiviert
Deine Chancen zu entfalten
Mutig unser Land gestalten
Unser Fleiß für dieses Ziel

Hier wird eine Gemeinschaft suggeriert, die eigentlich, auch wenn das Lied von der CDU ist, ganz Niedersachsen umfasst. Durch den Urheber CDU schließt sich diese natürlich in diese Gemeinschaft ein, wird Teil derer, die „mutig“ das Land gestalten.

Was Niedersachsen und die Gemeinschaft ausmacht, wird in den nächsten Versen zum ersten Mal beschrieben. Wer zum „wir“, zu „Niedersachsen“ gehört, den zeichnet folgendes aus:

Klarer Blick und klare Kante.
Handbreit Wasser unterm Kiel.
Perspektiven, Traditionen,
Zuversicht und Augenmaß,

Hier wird vermehrt auf die „typischen“ norddeutschen Eigenschaften (Klarheit, Seefahrt) Bezug genommen. Die leicht gegensätzlichen Substantive „Perspektiven“ und „Traditionen“ bzw. „Zuversicht“ und „Augenmaß“ kommen hinzu und demonstrieren sowohl Zukunftsorientierung als auch ein gewisses Bewusstsein für die Geschichte. Das Augenmaß nimmt indirekt den klaren Blick wieder auf. Gerade die vier Substantive werden in den nächsten Versen weiter zusammengefasst:

Perspektiven, Traditionen,
Zuversicht und Augenmaß,
Leidenschaften, die sich lohnen
Für unser Land
So machen wir das.

Die Eigenschaften, die „uns Niedersachsen“ angeblich auszeichnen, sind nicht nur Eigenschaften, sondern Leidenschaften. Eigenschaften hat man halt einfach, Leidenschaften hingegen werden bewusst verfolgt. Laut Liedaussage sind „wir“ also leidenschaftlich perspektivisch1, traditionell, zuversichtlich und voller Augenmaß. Der Bogen zum Beginn der Strophe wird mit „Für unser Land“ und „So machen wir das“ wieder geschlossen.

Die Schaffung einer positiv besetzten Gemeinschaft „Niedersachsen“ zieht sich durch das gesamte Lied. Die CDU ist stets Teil dieser Gemeinschaft. „So machen wir das // Hier bei uns in Niedersachsen“ und „sturmfest und erdverwachsen“ heißt es im Refrain. „Sturmfest und erdverwachsen“, der letzte Vers des Refrains, ist ein Verweis auf das Niedersachsenlied/Lied der Niedersachsen. Das Niedersachsenlied ist schönste Blut-und-Boden-Dichtung, entstanden um 1926. Die Parallelen zwischen dem Niedersachsenlied und dem Wahlkampfsong der CDU gehen aber über den direkten Bezug hinaus. In beiden Liedern werden ähnliche regionale Bezüge hergestellt: „Von der Weser bis zur Elbe, Von dem Harz bis an das Meer“ (Niedersachsenlied) – „Harz und Heide, schönes Land […] Vom Wesermund bis zum Nordseestrand“ (CDU-Lied) und in beiden Liedern ist von einem Stamm die Rede: „Heil Herzog Widukinds Stamm!“ (Niedersachsenlied) – „Unser Häuptling ist ein Schotte und wir sind ein starker Clan“ (CDU-Lied). Die 3. Strophe ist für den Aufbau des Liedes besonders interessant, denn hier wird die dritte Position eröffnet. In Strophe 1 (s.o.) werden Eigenschaften und Gemeinschaft beschrieben, was sich in Strophe 2 fortsetzt.2 In der dritten Strophe wird nun etwas in das Lied eingebracht, ohne dass eine Gemeinschaft nicht bestehen kann: Das, was außerhalb der Gemeinschaft steht. Für die CDU sind das die „linken Sprotten“. Im Video wird ein Fisch in eine „Vorwärts“ eingerollt, was „links“ recht genau auf den großen Gegner SPD bezieht. Die „linken Sprotten“ werden im Lied der Gemeinschaft der Niedersachsen entgegengestellt:

Bist du eine linke Sprotte,
legt dich niemals mit uns an.
Unser Häuptling ist ein Schotte
Und wir sind ein starker Clan.
Niedersachsen ist uns wichtig
Und auf eins ist stets Verlass:
Was wir tun, das tun wir richtig,
Für unser Land.
So, so machen wir das.

Hier bezieht sich das „wir“ stärker auf die CDU als noch in den vorherigen Strophen. Der schottische Häuptling ist David McAllister, der natürlich in erster Linie der „Häuptling“ des „CDU Clans“ ist. Durch den Aufbau des Liedes, die Parallelen zum Niedersachsenlied und durch McAllisters Funktion als Ministerpräsidenten und somit Regierungschefs von Niedersachsen, wird McAllister auch zum Häuptling des „Clans der Niedersachsen“. Die linken Sprotten gehören, laut Lied, also nicht zu Niedersachsen bzw. treten nicht „für unser Land“ ein. „Wir“ tun das, was wir tun, richtig, „die“ tun es nicht. „Wir“ sind ein „starker Clan“, „die“ sind schwach. Der politische Gegenspieler mutiert hier zum Gegenspieler Niedersachsens. Zudem sind Fische immer leicht negativ konnotiert.3

Die Bildsprache des Videos stützt den Inhalt des Liedes in der Regel. Ob ich Lust habe, das Video auch nochmal genauer anzugucken, weiß ich allerdings noch nicht genau.

 

  1. Sagt man das so? []
  2. „Kluge Kerle, schlaue Frauen, Windkraft, Autos, Energie […] unser Land so gut wie nie […]“ []
  3. Stinkt wie ein toter Fisch. []

Die Uhren schlagen ins Leere

Am 3. und 4. Oktober 2012 kam die TV-Verfilmung von Uwe Tellkamps „Der Turm“ auf ARD. Schon im Vorfeld wurde der Film mit eigentlich durchweg positiven Kritiken belegt. Um es vorweg zu nehmen: Ich persönlich teile diese Kritiken nicht. Von Tellkamp eindringlich gestaltete Settings und Charaktere wurden verkürzt und verflacht, mehr als durch den Medienwechsel notwendig gewesen wäre. Ein paar Beispiele, die durchaus Spoiler in Bezug auf Buch und Film enthalten: Das Ehepaar Hoffmann war im Film keine Bildungsbürger mehr, sondern fremdgehende Kirchgänger. Christian Hoffmanns Entwicklung, die durchaus in vielen Punkten dem klassischen Bildungsroman gleicht, wurde ebenso verflacht, so dass wichtige Szenen kaum aus der Menge heraus stachen.1

Viel, wirklich viel kann man über diesen Film schreiben.2 Einiges davon wird Die Praktikantin sicherlich noch aufnehmen. Mir geht es aber zunächst nur um das Ende des Films.

Das Buch endet mit einer Art „Polyphonie“. Versatzstücke aus realen und erdachten Dialogen vermischen sich, größtenteils verbunden durch die leitmotivische Wiederholung und Steigerung der Wendungen „…aber dann auf einmal…schlugen die Uhren“ bzw. auf der letzten Seite:

…aber dann auf einmal…

schlugen die Uhren, schlugen den 9. November, >>Deutschland einig Vaterland<<, schlugen ans Brandenburger Tor:

Rebekka Bolzek schrieb in ihrer BA-Arbeit zur „Bedeutung der Musik in Uwe Tellkamps ‚Der Turm'“:

Das Tempo des Finales in Tellkamps Roman kann im Gegensatz zu den vorherigen Teilen […] als deutlich gesteigert und auch die Grundstimmung kann teilweise als fröhlich, fast überschwänglich empfunden werden. Die erzählten Episoden werden kürzer und wechseln sich häufiger ab.3

Der Film steigert das Tempo zum Finale hin nicht. Es gibt die Radiodurchsagen, die „Wiedervereinigung“ der Familie, zumindest in Teilen und Christian, wie er buchstäblich seinen eigenen Weg geht. Anstatt in den Kreis der Familie zurückzukehren, geht Christian Hoffmann einfach los.4 Die letzten Einstellungen zeigen ihn, wie er durch unberührte Natur läuft und Zugvögeln hinterherblickt.

Auf den ersten Blick ähneln sich das Buch- und das Filmende. Das Buch schließt mit einem Doppelpunkt. Hinter diesem Doppelpunkt kommt nichts, es folgt quasi das Nicht-Vorhersehbare, das unbestimmte. Eine ähnliche Funktion erfüllen auch Zugvögel, wenn sie am Himmel in Richtung ihres Zieles fliegen. An dieser Stelle hören die Ähnlichkeiten aber schon auf. Zugvögel wissen, mehr oder weniger genau, wohin sie fliegen. Diejenigen, die sich mit einem Doppelpunkt konfrontiert sehen, wissen dies nicht.5 Nun kann man, berechtigterweise, einwerfen, dass der Christian Hoffmann im Film auch nicht weiß, wohin seine Reise geht. Stimmt.6 Der Film unterlegt den „Beginn“ von Christians Reise aber mit einer ruhigen, zuversichtlichen Musik, die dem Zuschauer suggeriert, dass ab jetzt alles gut ist.

Im Buch wird die komplette Welt der „Türmer“ durch die schnellen Szenenwechsel, das „Stimmengewirr“, die teilweise sehr abstrusen Gesprächsfetzen demontiert, ja fast brachial zerstört. Was vorher schon im Wandel war, scheint im Buch im Finale endgültig in einem alles verändernden Malstrom zu verschwinden. Begleitet wird diese Dekonstruktion durch das einfache, aber wirkungsvolle Motiv der „schlagenden Uhren“. Uhren schlagen, wenn sie die Stunde anzeigen. Im Finale des Romans schlägt also irgendeine Stunde bzw. die Stunde schlägt irgendetwas/irgendwem. Die Wendung „schlagen die Uhren“ weckt Assoziationen mit lauten Gongschlägen und in Verbindung mit den schnellen Szenenwechseln die Assoziation mit etwas nahendem, vielleicht bedrohlichem, vielleicht gutem, was am Ende des Stundenschlages ankommt. Im letzten Satz schlagen die Uhren dann gegen das Brandenburger Tor. Das Bild des Stundenschlages wird also ergänzt durch einen „Ansturm gegen die Grenze“, die Schläge werden zielgerichtet(er). Dies ist das genaue Gegenteil von „unberührter Natur und friedlich dahinziehenden Wildgänsen“.

Die Entscheidung, die komplette Geschwindigkeit aus dem Finale zu nehmen, ist nur schwer nachvollziehbar. Vielleicht gingen die Macher davon aus, dass „die Zuschauer“ eher ein typisches Ende für Fernsehfilme erwarten.7

Es bleibt ein Film, der, auch wenn er schöne Szenen hatte, leider tiefe Enttäuschung zurücklässt. Uwe Tellkamp soll angeblich zu Tränen gerührt gewesen sein, als er den Film sah. Ich frage mich wirklich, warum.

  1. Immerhin „durfte“ er noch Reina fast vergewaltigen. Diese an sich schon drastische Tat wird aber im Film durch das „Wald-und-Wiesen-Setting“ eines Stücks der eigtl. Brutalität beraubt. Im Buch versucht Christian Reina in einem dreckigen Hausflur zu vergewaltigen. []
  2. Die verwendete Musik! Diese Musik! []
  3. Bolzek, Rebekka: Die Bedeutung der Musik in Uwe Tellkamps „Der Turm“. Magdeburg, 2011 [unveröffentlicht] []
  4. In einem Pulk anderer, junger Leute, was wahrscheinlich eine Art „Übergabe“ der „Alten“ an die „Jungen“ darstellen soll. []
  5. Höchstens aus der Geschichte, aber das sind die Leser, nicht die Protagonisten. []
  6. Die Zugvögel sind hier sicher auch ein Bild für die neue Freiheit. []
  7. Versöhnlich, ruhig, irgendwie „schön“. []

Portfolio: Brake goes Social Networks

Die ersten Projekte, die ich hier im Zuge der Aufbereitung meiner Facebook-Page vorstellen möchte, haben beide etwas mit meinem momentanen Wohnort und Sozialen Netzwerken zu tun. Projekt Nummer 1 wird nur indirekt von mir betreut, federführend ist da Die Praktikantin, Projekt Nummer 2 wird von uns beiden betreut.

Projekt 1: Facebookauftritt der SPD Brake

Die Facebook-Seite der SPD Brake (Ortsverein) existiert seit 2011 und lag bis vor kurzem eigtl komplett brach. Die Praktikantin hat, nach meinem Drängen, die Administration der Seite übernommen. Zunächst galt es herauszufinden, wer im Ortsverein und im näheren Umfeld der SPD überhaupt was macht. Nachdem das mehr oder weniger geklärt war, konnte die Arbeit beginnen. Seit August 2012 konnte eine regelmäßigere Versorgung der Seite mit eigenen und geteilten Inhalten bewerkstelligt werden, dazu noch eine deutlich ausgeprägtere Vernetzung mit anderen SPD (nahen) Seiten und ein deutlicher Anstieg der Nutzerzahlen der Seite. Ich selbst stand dem Projekt dahingehend zur Seite, als dass das aktuelle Titelbild (Design + Foto) von mir ist und grundlegende Vorgehensweisen (z.B. die Verwendung von Kürzeln hinter den Statusmeldungen) von mir angestoßen wurden. Besonders hilfreich waren hier natürlich die Erfahrungen als Administrator der Facebook-Seite von Arno’s Hirsch, die ich an späterer Stelle einmal genauer vorstellen werde.

Projekt 2: Facebookauftritt des Centraltheaters

Das Centraltheater Brake (CTB) wird seit 2011 durch die Stadt Brake wiederbelebt, nachdem es einen langen Leerstand gab. Das CTB ist das einzige Kino in Brake, wird aber mittlerweile nicht mehr nur als Kino, sondern auch als Veranstaltungsort für Konzerte, Podiumsdiskussionen usw. genutzt. Der hauptamtliche Leiter, Norbert Ostendorf, leistet mit seinen freiwilligen Helfern beachtliche Arbeit und wird seit kurzem von uns dabei unterstützt. Angefangen hat es damit, dass mich mein erster Auftrag als freier Journalist bei der NordWest Zeitung ins Kino führte und ich vom Inneren des unscheinbaren Gebäudes und der Arbeit so begeistert war, dass ich Norbert Ostendorf meine Erfahrungen im Bereich Social Media unentgeltlich zur Verfügung stellte.

Die Aufgaben, gerade in Bezug auf Facebook, waren gleich zu Beginn vielfältig: Es gab zwei voneinander getrennte Facebook-Pages und einen angelegten Facebook-Place. Die Seiten mussten zunächst zusammengeführt werden, um im Anschluss den Place zuweisen zu können. Außerdem musste ein einheitliches Konzept für Veranstaltungen (Veranstaltungsbild und Veranstaltungsbezeichnungen) entworfen und eingeführt werden. Nach der gesetzeskonformen Bereitstellung eines Impressums waren die grundlegenden Schritte dann erledigt. Durch die Vereinheitlichung der Veranstaltungen ist der Grundstein für eine Etablierung der Marke „Centraltheater“ gelegt, da die Veranstaltungsbilder grundsätzlich aus dem Logo des CTB bestehen. Mit der Zeit sollte also das Logo die gewünschte Assoziation „Centraltheater“ hervorrufen.

Aktuell ist das drängendste Problem beider Projekte die Verbreitung und Wahrnehmung von außen. Während die SPD bei 45 Likes ist, hat es das Centraltheater auf fast 200 Likes geschafft, was für eine Kleinstadt wie Brake zunächst durchaus ansehnlich ist. Dennoch wird die Bekanntmachung beider Seiten eines der vornehmlichen Ziele der nächsten Wochen und Monate sein. Wie genau das erreicht werden soll, wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten. Was allerdings schon verraten werden kann, ist die Besonderheit der Nutzung von Sozialen Netzwerken in kleineren Städten wie Brake. Während viele Marken und Städte die Bedeutung von Facebook & Co. bereits verstanden haben und versuchen die verschiedenen Plattformen zu nutzen, ist in Kleinstädten noch häufig die Mentalität anzutreffen, dass man Facebook schon „irgendwie haben muss heutzutage“, aber kaum Wissen über die genaue Nutzung und die Möglichkeiten besteht. Firmen, die Personenprofile benutzen, Parteien, die nur zur Wahlkampfzeit aktiv werden, fehlende Vernetzung bestehender Organisationsseiten und eine grundlegende Abneigung gegen „das Fratzenbuch“ sind dabei die Hauptprobleme.1

Außerdem ist gerade die neue Internetseite des CTB online gegangen, so dass an der stärkeren Verknüpfung beider Auftritte sicherlich noch gearbeitet werden muss. Die Verknüpfung mit Google+ steht auch noch an, dürfte aber schwierig werden, da Google und Facebook nicht so gerne miteinander spielen.

Die ersten beiden Projekte sind also noch „work in progress“. Entsprechend werden beide Projekte in regelmäßigen Abständen erneut vorgestellt, so dass der Fortschritt sichtbar wird. Im nächsten Eintrag dann also2:

  • Maßnahmen zur weiteren Verbreitung (SPD, CTB)
  • Ausdehnung und Verknüpfung zu/mit G+ (CTB)
  • Dokumentation der Veranstaltungen (SPD, CTB)
  1. Demographische Strukturen, mangelnde Finanzen (Stellen) und auch ansonsten häufig eingefahrene Strukturen spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. []
  2. Hoffentlich. []

Ungeschriebene Vorworte I

Das vorliegende Werk stellt einen viel rezipierten, aber wenig kritisch gewürdigten, neuen Ansatz dar. Ganz der Rezeptionsästhetik verpflichtet, besticht das Werk durch vielfältige Leerstellen, die erst durch den Rezipienten ihre individuelle Füllung erhalten. Auf den ersten Blick erscheint der erste Teil des Werkes, mittlerweile sind viele Fortsetzungen erschienen, leer und anspruchslos. Erst nach gründlicher Nutzung und Wahrnehmung durch den Rezipienten erschließen sich die wahren Möglichkeiten. Die Leerstellen, mögen sie noch so gleichförmig erscheinen, sind so geschickt gewählt, dass die Assoziationsmöglichkeiten so vielfältig sind – von A wie Aschenbecher bis Z wie Zarathustra -, dass bei jeder Zuwendung zum Werk neue Varianten zum Vorschein treten.

Es geht sogar so weit, dass man die einzelnen Werke auch mehrmals kaufen kann. Durch die Kombination verschiedener und sogar gleicher Teile der Serie, ergeben sich Deutungsmöglichkeiten, von denen selbst Kafka nur träumen konnte und bei denen die Lehre vom vierfachen Schriftsinn wie eine Lehre für Grundschüler anmutet.

In der neuesten, hier vorliegenden Auflage wurde auch das Bedürfnis nach Trans- und Intermedialen Bezügen und Möglichkeiten gestillt und durch die Variabilität des Werkes wird auch der Rezipient interaktiv herausgefordert: Cut-up ist in dieser Serie keine graue Theorie mehr, sondern kann in einfachen Schritten vollzogen und belebt werden. Jede semantische Bruchstelle wird durch den Serienrahmen in eine neue Form gegossen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem Werk.

Die Veröffentlichung der Weltentaucher

Ab heute ist es offiziell: Die Legende der Weltentaucher wurde veröffentlicht und ist bei Amazon als eBook erhältlich. Damit sind auch die Weltentaucher-Literaturfreunde auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angelangt. Das Projekt, ins Leben gerufen von der Aus Aurich stammenden Nachwuchs-Autorin Hilke-Gesa Bußmann war und ist eine interessante Erfahrung, die demnächst von mir und den anderen Literaturfreunden ausführlich besprochen und evaluiert werden wird.1 Während der Veröffentlichungswoche werde ich meinem „Keine Werbung“-Grundsatz etwas untreu und belasse rechts in der Seitenleiste den Link zu Amazon.2 Auch wenn die Evaluation des bisherigen Projektverlaufs noch aussteht, werde ich sicherlich auch in Zukunft noch bei den Literaturfreunden verbleiben, weil das System interessante Möglichkeiten bietet.

Demnächst gibt es dann auch hoffentlich wieder neue Beiträge aus meiner Feder, die Schreibblockade scheint sich langsam aufzulösen.

  1. Damit meine teilweise schon leicht genervten Freunde auch etwas von den ganzen Teilungen und Tweets haben 😉 []
  2. Partnernet Link. Nur sichtbar bei deaktiviertem AdBlock. []

Phobos Brauküche (Weltentaucher)

Phobos gewährt uns ein weiteres Mal Einblick in seine alchemistische Brauküche. Dieses Mal zeigt er uns den Abwehrtrank der Stechviecher. In lauen Sommernächten nehme man folgende Zutaten:

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Weltentaucher Fanarts

Hier präsentiere ich nun die von mir erstellten Fanarts zum ersten Teil der Fantasy-Reihe „Die Legenden der Weltentaucher“ von Hilke-Gesa Bußmann.

Als erstes hätten wir da meine Interpretation des Helden:

Acadius

Ein verschlossener junger Mann, der vollkommen auf sein Ziel hinarbeitet und dabei jedes Hindernis überwindet. Es war schwer, den Gesichtsausdruck so hinzubekommen, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Aber nach vielen, vielen Anläufen, hat es endlich geklappt. Ähnlichkeiten der Kleidung zu bestimmten Uniformen von Schulen für Zauberer sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

 

Dann seht ihr hier, wie der junge Mann wohnt: Weltentaucher Fanarts weiterlesen