Nachrichten getagged: Medien

Nicht entdeckte Dimensionen der JU

Von , 4. Juni 2011 11:49
Default Icon

Bei der taz kann man sich gerade über den neusten Werbespot der JU aus Bayern informieren. Nachfolgend noch einmal kurz der Spot, der meiner Meinung nach eine Aussagedimension hat, die in der taz nicht ausreichend gewürdigt wird.

Weiter lesen 'Nicht entdeckte Dimensionen der JU'»

Fehlende Ikonographie

Von , 24. Mai 2011 18:06
Default Icon

Bestimmte Ereignisse sind in unserer medialisierten Welt in der Regel mit bestimmten Bildern verbunden. Je dramatischer oder einschneidender die Ereignisse, desto besser prägen sich die Bilder ein. Natürlich relativiert sich dies mit der Zeit: War man “live” dabei1, so haben auch jetzt noch entsprechende Bilder eine andere Wirkung auf einen selbst, als auf “nachfolgende” Generationen. 9/11 ist hier wohl das beste Beispiel. Wer 2001 alt genug war, um zu verstehen was da gerade vor sich geht, der verbindet andere Gefühle und Erinnerungen mit den Bildern, wie jemand, der diese Bilder “jetzt schon” als Geschichte ansieht. Die Ereignisse am 11. September 2001 stellen allerdings eh einen besonderen Fall dar, da bei kaum einem anderen, vergleichbaren Ereignis die mediale Abdeckung so schnell und so andauernd war.
Im Zuge der Berichterstattung kommt es meist früher oder später zur Bildung von Ikonen. Bestimmte Bilder sind entweder so “passend” oder werden so oft wiederholt, dass sie plötzlich mehr sind, als ein “Begleitmaterial” für die Berichterstattung. Sie entwickeln eine Bedeutungsebene, die über das eigentliche Ereignis hinausgehen. Sei es nun der flüchtende NVA-Soldat, die brennenden oder einstürzenden Zwillingstürme oder das berühmte Bild “Raising the Flag on Iwo Jima“. Auch Flutbilder nach Tsunami-Katastrophen oder anderen Überflutungen haben teilweise einen ähnlichen Prozess durchlaufen, allerdings scheinen Ereignisse an denen Menschen als “Täter” beteiligt waren eher zu einer Ikonbildung zu neigen, als Naturkatastrophen.

Interessant wird es, wenn man einmal betrachtet, welche, von Menschen irgendwie gemachte Katastrophen keine Ikonbildung nach sich ziehen, obwohl sie ebenfalls schwere Folgen haben. Gemeint sind an dieser Stelle atomare Katastrophen. Während man bei Atombomben, nicht zuletzt durch die markante “Pilzwolke”, noch von einer gewissen Ikonographie sprechen kann, so scheinen diese Ikons bei Reaktorunfällen zu fehlen. Harrisburg oder Three Mile Island, Tchernobyl oder eben auch Fukushima rufen, zumindest soweit es mich betrifft, keine bestimmten Bilder auf, höchstens ein gewisses Gefühl der Bedrohung. Woran könnte dies liegen? Im Gegensatz zu den bisher aufgezählten Beispielen sind atomare Katastrophen schleichende und vor allem nicht oder kaum visuell erfassbare Katastrophen. Atombomben explodieren und produzieren den typischen Pilz, dadurch werden sie für die visuell-dominierte Medienlandschaft fassbarer. Kaputte Kernkraftwerke bieten zwar auch ein gewisses Bild der Zerstörung, welches sich z.B. allerdings kaum von Bildern von Großbränden unterscheidet. Auch Bilder der Strahlenkrankheit sind, so schlimm sie auch sein mögen, scheinbar nicht zur Ikonbildung geeignet.

Was daraus zu folgen scheint, ist eine, für sonstige Verhältnisse, merkwürdig bilderlose bzw. bildlich distanziert wirkende Berichterstattung. Geht damit auch eine Marginalisierung der Ereignisse einher? Die Anti-Atom-Bewegung scheint zwar seit Fukushima wieder an Bewegungsmomnent gewonnen zu haben und auch die Wahlergebnisse der Grünen werden oft mit dem letzten GAU in Verbindung gebracht. Ebenfalls damit einherzugehen scheint ein schnelleres Verschwinden der Ereignisse aus dem Gedächtnis bzw. dem Interesse der Menschen, die weit genug von den Ereignissen entfernt wohnen, so dass sie auf die Medienberichterstattung angewiesen sind. Später liest man dann vielleicht nochmal von der “vergessenen Katastrophe” oder ähnlichem.

[Endet hier, da ich irgendwie wieder nicht zu nem vernünftigen Schluss komme, aber den Draft nicht noch länger liegenlassen will.]

________
  1. Also in einem entsprechenden Alter oder gerade vor dem TV. []
________

ESC 2011 LiveBlog

Von , 14. Mai 2011 10:46
Default Icon

Heute ab 20.30 Uhr ist es soweit: Unser LiveBlog zum Eurovision Song Contest 2011. Mit dabei in diesem Jahr: Die Praktikantin, Der Zyniker, Die Nachbarin und der hat-bisher-keinen-blog-spitznamen-Dobi. Für alle, die keinen Fernseher in der Nähe haben, aber trotzdem mitgucken wollen, die finden hier den Live Stream. Leserkommentare sind, wie im letzten Jahr, erlaubt, müssen aber extra freigeschaltet werden. Kann also etwas dauern, bis sie auftauchen. Unter diesem Eintrag darf natürlich auch kommentiert werden.

Im Probelauf hatten wir leichte technische Probleme, drückt uns die Daumen, dass im richtigen Liveblog alles
klappt.
Weiter lesen 'ESC 2011 LiveBlog'»

Migrantisch

Von , 5. Mai 2011 18:51
Default Icon

Sarrazin und kein Ende. Da hat die SPD jetzt den Salat. Da hat Thilo eine “weitreichende Erklärung” (Nahles) abgegeben, alle1 dachten nun sei alles wieder gut und dann das: Sarrazin demütigt die SPD, so titelte heute die taz. Mal ganz davon abgesehen, dass die SPD in Bezug auf Sarrazin kaum noch mehr gedemütigt werden könnte: Die Äußerung von Sarrazin ist in mehrerer Hinsicht merkwürdig. Ausgehend von folgendem Auszug aus dem taz-Artikel, stellen sich mehrere Fragen.

Bei einer Lesung aus seinem umstrittenen Buch im nordrhein-westfälischen Waltrop betonte er, dass er in seiner Erklärung vor der SPD-Spitze kein Wort von den Aussagen seines Buches zurückgenommen habe.

Als wäre das nicht Schmach genug, kritisierte er die Migrantenquote, die die SPD-Spitze angekündigt hat: “Der Verstand kommt und geht ja nicht damit, dass man Migrant ist.” Und ätzte im Anschluss erneut in diffamierender Weise über Menschen mit Migrationshintergrund: “Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen.

Wer bisher geglaubt hat, dass Sarrazin irgendwas von seinen Thesen zurückgenommen hätte, der hat die Erklärung bisher nicht gelesen, oder heißt Nahles/Gabriel mit Nachnamen. Aber darum soll es an dieser Stelle gar nicht gehen, auch nicht darum, was denn jetzt von einer “Migrantenquote” in der SPD zu halten ist oder nicht. Interessant ist die Äußerung mit “migrantisch” und “diese Leute”. Die taz (und andere Redaktionen) beziehen diese Äußerung auf “Menschen mit Migrationshintergrund”. Aber ist das eigentlich wirklich so?2 Sarrazin sagt ja nicht “je migrantischer diese Leute sind”, sondern “je migrantischer diese Leute eingestellt sind”. Migrantisch ist ein Adjektiv3 und wird hier adverbiell gebraucht, es beschreibt wie “diese Leute”4 eingestellt sind, es beschreibt nicht die Leute an sich genauer. Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass “migrantisch” als Adjektiv ungefähr folgendes bedeuten könnte:

  1. mit Migrationshintergrund
  2. Migranten/Migration positiv gegenüber eingestellt

Da ein Migrationshintergrund keine Einstellung sein kann, bleibt eigentlich nur die zweite Interpretation. Wenn man “migrantisch ” entsprechend ersetzt, würde der Satz also ungefähr Folgendes aussagen: Je positiver diese Leute Migranten/der Migration gegenüber eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen.

Das zielt also, meiner Meinung nach, weniger gegen Menschen mit Migrationshintergrund, sondern eher gegen diejenigen, die nichts gegen eben diese Menschen haben. Ausgehend von dieser Interpretation kann man nun fragen: Was soll man aus dieser Äußerung für Schlüsse ziehen? Was meint Sarrazin? Sind “diese Leute” (=Freunde der Migration) weniger objektiv, weil man halt weniger objektiv ist, wenn man von etwas überzeugt ist.5 Sind Menschen, die weniger “migrantisch” im eben beschriebenen Sinne sind, deswegen zwangsläufig objektiver? Ab wann ist man denn dann zu “anti-migrantisch”, um noch objektiv zu sein? Gerade letzter Punkt ist interessant: Sarrazin sagt nämlich “je migrantischer eingestellt, desto weniger objektiv” ist man. Der Umkehrschluss wäre also: je weniger migrantisch eingestellt, desto objektiver”. Und genau an dieser Stelle würde das Pflaster erst richtig gefährlich werden.

Was genau er meinte, das kann wohl nur Sarrazin selbst beantworten oder aber jemand, der die ganze “Rede” gehört hat.6 Ich weiß nur, wenn Sarrazin nicht “migrantisch eingestellt” ist, dann bin ich es gerne.

Ich habe übrigens lange nach einer gewissen “Pointe” gesucht, aber so langsam fällt mir zur SPD und zu Sarrazin nichts mehr ein.

________
  1. Ja, wirklich alle. []
  2. Ich kenne den Rest der Äußerungen nicht, gehe also nur von diesem einen Zitat aus. []
  3. Ein ziemlich grausames und irgendwie inhaltsleeres. []
  4. Wer das auch immer sein mag. []
  5. Was eine gewagte Behauptung wäre, aber noch nachvollziehbar. []
  6. Eine eindeutigere Darstellung in den Medien würde natürlich auch helfen. []
________

Along the road

Von , 27. April 2011 21:36
Default Icon

Man weiß ja heutzutage gar nicht mehr, wo man anfangen soll. So viel passiert! Ständig! Nachdem sich unser eigener Adel erstmal ins Aus geschossen hat, helfen uns endlich mal wieder die Briten aus und verheiraten sich. Grandios, da strahlen endlich wieder alle freiwillig und wir haben unser Gesellschaftsereignis, welches wir so dringend brauchen. War ja auch böse und traurig so in den letzten Wochen. Guttenberg ging weg und E10 kam. Übers Osterwochenende war E10 dann doch vereinzelt wieder weg1

Seit dem Osterwochenende irgendwie wieder da ist Sarrazin, die Alte Tante aber endgültig irgendwie weg.2

Ich bin nur noch von konservativen Geistern und gelben Bananen umgeben.

Howard Carpendale hat bei “Markus Lanz” gesagt, dass wir nicht mehr denken. Vielleicht muss man ihm zustimmen?

In den Charts läuft auch nur noch geistiger und sexistisch-diskrimierender Müll, oder?

Vielleicht amüsieren wir uns auch zu Tode.3

Hab ich schon erwähnt, dass “die SPD” gerade allerortens mächtig am Rad dreht? Ich meine, geht mich ja nix an, bin ja nur ich, aber irgendwie. Also, ich weiß ja auch nicht. Ich kann mich aber auch nicht davon befreien. Jedes Mal, wenn ich eine rote Ampel sehe und alle Autos stehen bleiben, denke ich so: Guck mal, SPD.

Außerdem freue ich mich ja über den Warnschuss-Arrest. Ich hoffe damit einher geht eine lückenlose Überwachung aller Plätze, an denen ganz evtl. mal jemand verprügelt werden könnte. Kann ja nicht sein, dass zwar ständig geprügelt wird, aber es nur ein paar davon in die Medien schaffen.  Ich will bitte jede Prügelei, jeden Gewaltausbruch und jede Waffennutzung als Video im Internet haben und als Dauerschleife – mit Zeitlupe und Hervorhebung/Wiederholung der wichtigsten Stellen – in den audio-visuellen Medien. Printmedien dürfen Vergrößerungen zeigen. Für die Radios müssen wir endlich dafür sorgen, dass überall auch Ton aufgezeichnet wird.
Der Warnschussarrest hilft dann übrigens auch. Zuerst kann überall in den Medien getitelt werden, dass “Der U-Bahn-Terror-Faustprügler” endlich hinter Schloss und Riegel ist, gleichzeitig kann in angemessen kurzer Zeit danach getitelt werden: “Warum ist DUBTF schon wieder frei????” So ist uns allen geholfen.4 Außerdem hilft Arrest auf jeden Fall als Warnung, sonst bringt es ja nix. Is so ähnlich wie mit den Arbeitslosen. Wenn man die morgens erstmal aus dem Bett bekommen würde und die erstmal gezwungen wären, was zu tun (z.B. zu einem 4km entfernten Automaten gehen und ihren persönlichen Lebensdarfschein abstempeln), dann würden die auch wieder Arbeit finden. Weil sie sind ja schonmal wach.

Achja, SETI wird auch eingestellt. Aber sonst war, glaub ich, nichts weiter.

In the beginning the Universe was created. This has made a lot of people very angry and has been widely regarded as a bad move.5

________
  1. War dann auch nicht okay, wahrscheinlich weil Guttenberg nicht wiedergekommen ist. []
  2. Kennt ja eh keiner mehr. []
  3. Wahrscheinlich aber haben tatsächlich mehr Leute gestern Abend Markus Lanz gelesen, als Postman gelesen. []
  4. Wie viele Redakteure wohl Formulierungsprobleme hatten, weil sich “Anwaltssohn” in der Schlagzeile schlechter macht als “Ausländer”? []
  5. Douglas Adams []
________

“Ich glaub, es hackt.”

Von , 25. Februar 2011 11:03
Default Icon

qrcode

Oder einfach hier klicken.

Bilder und ihre Kontexte

Von , 22. Januar 2011 01:50
Default Icon

Mit Bildern ist das immer so eine Sache. Bilder zeigen nur einen Augenblick, lassen nicht immer einen Rückschluss auf den Kontext zu und werden außerdem durch die Zeigesituation beeinflusst. Das Internet hat es nun möglich gemacht, dass eigentlich jeder auf eine nahezu unendliche Anzahl von Bildern zugreifen kann. Dadurch werden mitunter die selben Bilder in völlig unterschiedlichen Artikeln benutzt oder aber Bilder werden einfach “geklaut”, d.h. von irgendeiner Internetseite runtergeladen und dann für die eigenen Inhalte genutzt. Bei manchen Bildern darf man das unter Umständen sogar, mit verschiedenen Einschränkungen/Optionen zum Beispiel bei allen Bildern, die unter Creative Commons veröffentlicht werden. Weiter lesen 'Bilder und ihre Kontexte'»

Multidimensionale Kallwass

Von , 10. Dezember 2010 12:40
Default Icon

Wenn man sich an die Anfänge der ganzen Gerichtssendungen zurückerinnert, dann stellt man fest, dass diese zunächst noch versucht haben einen Hauch von Realität zu verbreiten. Mittlerweile tauchen wohl in nahezu jeder Folge Überraschungszeugen auf, die “so schnell wie möglich gekommen” sind, als sie vom Verfahren gehört haben; Bomben im Bahnhofs Gerichtsklo werden entschärft und was weiß ich nicht alles.1Zwei bei Kallwass” fing einmal ähnlich an. Nur die beteiligten Parteien, nicht sonderlich viel drumherum. Da eine Person in diesem Haushalt den Kram immer beim (nach-) mittäglichen Schläfchen laufen hat, bekommt man aber das eine oder andere mit, was sich fast wie ein roter Faden durch die einzelnen “Fälle” zu ziehen scheint: Es wird jemand angerufen.

Weiter lesen 'Multidimensionale Kallwass'»

________
  1. Ich schalte nur manchmal drüber, bin also wahrlich kein Experte. []
________

Augen auf!

Von , 1. Dezember 2010 22:27
Default Icon

Unser Innenminister Thomas de Maizière hat uns gewarnt. Deutschland stehen Anschläge bevor. Wann und wie genau, das kann nicht so genau gesagt werden. Panisch sollen wir auch nicht werden, wir sollen nur ein bisschen besser auf unsere Umgebung achten. Wie genau wir das tun sollen und auf was wir achten sollen? Das weiß keiner so genau, aber es gibt da verschiedene Ansätze. Berlins Innensenator Körting empfiehlt uns:
Weiter lesen 'Augen auf!'»

Filmschummeleien oder: Galileo zum Zweiten.

Von , 22. November 2010 22:15
Default Icon

Erstmal muss ich mich korrigieren. Es war wohl nicht der “Fake Check”, wie hier behauptet, sondern “Galileo eXtrem“. Ändert allerdings nicht wirklich etwas an der merkwürdigen Machart. Im neu verlinkten Video geht es ungefähr ab Minute 2 weiter.

Weiter lesen 'Filmschummeleien oder: Galileo zum Zweiten.'»

Panorama Theme by Themocracy