So wirklich hat es die in Aurich ansässige ON mit der Feuerwehr wohl nicht. Heute konnte man in der Zeitung Berichte zur “Rettungsmeile” am Samstag und zum Tag der offenen Tür der FF Aurich lesen. Online gibt es dazu auch einen Teaser. Die Bildunterschrift
Auricher Feuerwehrmänner bergen „verletzte“ Kinder aus einem Unfallwagen
findet sich auch in der Printausgabe. Nur leider sind es Feuerwehrleute aus den Niederlanden, genauer von der Brandweer Appingedam. Deutschland, Niederlande…das kann man schonmal verwechseln.1
Ich kann mir die Gesichter bei den ON irgendwie vorstellen. Da muss eine Zeitung zusammengestellt werden und es passiert einfach nicht so viel von dem, was sich wirklich verkaufen würde. Da fallen die Augen zeitgleich auf einen vermeintlichen Fall von Seenot und auf die Uhr, die nur noch 3 Minuten bis zum Druck anzeigt. Also schnell noch was gesetzt, aus Seenot lässt sich was machen. Die Ergebnisse kann man schon im Newsletter der ON bewundern und man hofft als Leser nur noch, dass es sich wirklich um ein schnell für den Newsletter zusammengeschriebenes Stück handelt und nich in dieser Form in der Druckausgabe erscheint. Die Veröffentlichung dieses Textes in der “Online-Ausgabe” ist schon schlimm genug. Auf ein komplettes Zitat verzichte ich an dieser Stelle natürlich, aber ein paar Highlights möchte ich doch jetzt und hier betrachten.
Aus Jux und Dallerei habe ich zusammen mit Der Prakrikantin, Der Nachbarin und einer hier im Blog bisher unbenannten jungen Dame das Finale zu Germany’s Next Topmodel geguckt. Ja, das Finale ist schon ein bisschen her, aber ich bin bisher nicht dazu gekommen diesen Eintrag zu schreiben.
Beim Zuschauen habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, wie oft man so als Topmodel in einem Castinfinale eigentlich laufen muss. Da man das Video natürlich online findet, kann ich dieser Frage jetzt endlich mal nachgehen. Das Video ist 2 Stunden, 54 Minuten und 40 Sekunden lang. Mal gucken wie lange es dauert, bis die Topmodels mal das tun, womit sie ihr Geld verdienen sollen und wie lange sie das jeweils tun. Bei den Zeitangaben richte ich mich nach dem, was der Player so hergibt, d.h. die Werbungen sind mit eingebunden, werden aber entsprechend gekennzeichnet.
Heute Abend berichte ich “live” von unserem “ESC-im-TV-gucken-Event” bei Der Nachbarin. Als Mitschreiberin ist die bezaubernde Lisa mit dabei. Leser dürfen kommentieren, ich muss die Kommentare nur einzeln freischalten, wenn ich das richtig verstanden habe.
Man könnte ja viel über gewisse Artikel bei Spiegel-Online meckern. man könnte sich über die manchmal nicht enden wollenden Klickstrecken beschweren, mit denen oft genug völlig inhaltsleere Dinge transportiert werden. Oder man freut sich über die kleinen Besonderheiten, die sich die Onlineredakteure so zusammenbauen. Ich präsentiere hiermit die sinnloseste Artikelbebilderung, die mir bei SpOn seit langem untergekommen ist. Die Rubrik “Gadgets” in der “Netzwelt” besticht so oder so selten durch wirklich interessante Artikel. Was sich die Redakteure bei der, von der Daily Mail übernommenen, Meldung zu einer angeblich irgendwie “tödlichen” Telefonnumer gedacht haben, darüber kann ich nur spekulieren. Der Artikel selbst ist an Sinnlosigkeit schon kaum zu überbieten, obwohl er ein interessantes Beispiel dafür ist, dass man seinen Artikel so formulieren kann, dass Anfang und Hauptteil überhaupt nicht zum Ende passen. Die Artikelbebilderung schlägt dem Faß allerdings den Boden aus. Ich will SpOn ja nicht die teuren, teuren Klicks nehmen, deswegen hier nur ein paar Teaser. Anschauen des kompletten Bildes auf eigene Gefahr!
Also manchmal fragt man sich ja schon, ob den Journalisten bei BILD und Bild.de ihrer “Doppelmoral” eigentlich bewusst sind. Nachdem sich die Journalisten für die vier Buchstaben sich von ihren vier Buchstaben erhoben haben, nur um festzustellen, dass sie über unseren “Star für Oslo” nichts skandalträchtiges herausfinden können, ergab sich dieser Tage doch noch ein Glückstreffer. Frau Meyer-Landrut hat mal als Laiendarstellerin gearbeitet und dabei bewiesen, dass sie unter ihrer Kleidung nackt ist. Für eine Zeitung, die oft genug Auflage damit macht, dass sie eben solche nackten Tatsachen verbreitet, ist dies natürlich ein Grund für eine ausführliche Berichterstattung. Seit dem 3. Mai hat Bild.de bisher sieben Artikel zu dem Thema rausgehauen. Im momentan aktuellsten Artikel heißt es u.a.:
Und auch die Zeitungen sind voll von Lenas Busenblitzer-Filmausschnitten!
In Wirklichkeit nämlich, das zeigt das seit Mitte Januar 2010 online zugängliche „Medienarchiv68“ der Axel Springer AG, in der auch die WELT erscheint, gab es in den vier Wochen vor dem Attentat des Rechtsextremisten Josef Bachmann gerade sechs durchweg kleine Artikel in den Blättern von Axel Springer über Dutschke, außerdem fünf kurze Erwähnungen in Leserbriefen – eine „Kampagne“ sieht anders aus. Natürlich hätten Nocke und Krohmer ihren Film vor der Ausstrahlungen an die erst seit drei Monaten verfügbaren Erkenntnisse anpassen können. Doch wichtiger war ihnen offenbar das Festhalten am Vorurteil.
So endet der Artikel von Sven Felix Kellerhoff auf Welt.de. Auf diesen Artikel gestoßen bin ich, weil Stefan Niggemeier die Argumentation von Herrn Kellerhoff bezüglich der “verfälschten” Verwendung von BILD-Schlagzeilen recht ansehnlich demontiert. Lesenswert, allerdings will ich speziell auf den oben zitierten Absatz hinaus. Mit diesem beantwortet Kellerhoff die von ihm gestellte Frage: “Darf man fälschen, um den Mythos der „Hetze“ gegen Dutschke aufrecht zu erhalten?” Diese Frage und die oben zitierte “Beantwortung” zielen meiner Meinung nach in eine völlig falsche Richtung, ganz abgesehen davon, dass die Grundlage der Fragestellung zu wünschen übrig lässt, aber dazu siehe Stefan Niggemeier. Sven Felix Kellerhoff beantwortet seine Frage damit, dass in den Zeitungen der Springerpresse vier Wochen vor dem Attentat auf Dutschke kaum die Rede von Rudi Dutschke war. Hieraus zieht Herr Kellerhoff den Schluss, dass es keine Kampagne der Springerpresse gegen Rudi Dutschke gegeben habe. Die angeführten Beispiele stimmen, wie jeder im Medienarchiv68 nachvollziehen kann. Der Suchbegriff “Dutschke” ruft im entsprechenden Zeitraum die angegebenen Beispiele hervor, allerdings gibt es hierbei zwei bedeutende Probleme:
Gent. Kennt hier jemand Gent? Gent ist die Haupstadt der belgischen Provinz Ostflandern. Gent hat vieles zu bieten, doch durch eine Sache wurde Gent jetzt in Magdeburg “berühmt”. Gent hat einen “Vegi-Tag” (oder Veggie-Tag, je nach Schreibweise). Vegi-Tag bedeutet in diesem Zusammenhang, dass an einem Tag in der Woche die Bürger auf Fleisch im Essen verzichten sollen. Die Schulspeisung an diesem Tag ist vegetarisch, ebenso die Essensausgabe in den stadteigenen Kantinen. Die Menschen in Gent wollen damit verschiedene Zeichen setzen, wie man u.a. hier nachlesen kann.
Es ist Freitag, wir (Die Nachbarin, Die Praktikantin und ich) sind fertig von zwei Tagen Leipziger Buchhmesse und hängen vor dem Fernseher Der Nachbarin rum. Da keiner von uns die Energie aufwenden will, um umzuschalten1 und sich Pro7 so schön zur Berieselung eignet, gucken wir seit längerer Zeit diesen Sender. Taff, Newstime, Simpsons und: Galileo. Die freitagliche Galileleosendung begann mit einer “Begriffserklärung” des Zölibats. Grundsätzlich war ja alles richtig, allerdings muss man sich die “Berichterstattung” im Kontext der aktuellen Berichterstattung anzeigen. Der Zölibat2 geriet durch die neuen Missbrauchsfälle rund um Einrichtungen der katholischen Kirche erneut in den (kurzzeitigen) Fokus der öffentlichen Diskussion. Es geht also um zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern. Schwerwiegendes Thema, welches mit dem notwendigen “Feinsinn” behandelt werden sollte. Hier kann man sehen, was ProSieben daraus gemacht hat.3 Zu sehen war das ganze in der Rubrik “Wort der Woche”. Wenn man sich diesen “Bericht” mal genauer zu Gemüte führt und vor allem den Kontext des aktuellen Diskurses im Auge behält, so stellen sich einem vor allem eine Frage: Ist es sinnvoll im Umfeld von sexuellem Missbrauch an männlichen Kindern und Jugendlichen eine “Erklärung” zu liefern, in dem der männliche Berichterstatter u.a. im Brautkleid zu sehen ist und an mehreren Stellen als Frau “verkleidet” die Blicke bzw. Gelüste der, ebenfalls durch den Berichterstatter dargestellten, Priester auf sich zieht? Gut, es ist Galileo. Die Praktikantin sagt immer so schön: “Früher hat dir Galileo erklärt, wie ein Kühlschrank funktioniert. Heute setzt Galileo eine leichtbekleidete junge Dame in einen Kühlschrank, um zu zeigen wie kalt er ist.” Vielleicht bin ich ja auch der einzige, dem so eine Art der Berichterstattung auf den Keks geht. Man kann vieles in einer “lockeren” Art erklären, jedoch sollte man immer den Kontext beachten oder die “Berichterstattung” ins Kabarett verlegen.
Mancher mag nun einwerfen, dass man solche Sendungen wie “Galileo” nicht unbedingt ernst nehmen oder beachten sollte. Losgelöst davon, dass man sie sehr wohl beachten sollte, weise ich an dieser Stelle einmal verschiedene Äußerungen des ProSieben-Sat.1-Chefs Thomas Ebeling hin, die das F.A.Z.-Fernsehblog schön zusammengefasst hat:
Informationsvermittlung, wie sie der Rundfunkstaatsvertrag auch von privaten Sendern verlangt, sei schließlich nicht nur durch Nachrichten erreichbar. “Die vertiefende Betrachtung können Magazine viel besser leisten”, findet Ebeling – und hat auch ein schönes Beispiel parat: “Formate wie ‘Galileo’ sind viel relevanter als die Nachrichten um 18 Uhr.”
Peer Schader guckt sich dann eine typische Galileo-Sendung im Detail an, weswegen man sich den Eintrag im Fernsehblog ruhig einmal zu Gemüte führen sollte. Ich hoffe nur, dass die Macher von Galileo sich bei ihrer “lustigen” Berichterstattung in Zukunft etwas zurückhalten. Sonst steht der symphatische junge Mann im Brautkleid wahrscheinlich demnächst mit einem… ach was weiß ich.4
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Die Energie wird fürs Heben des Bierglases benötigt. [↩]
Wikipedia sagt, dass “das Zölibat” umgangssprachlich sei. Ich kannte es nur unter “das Zölibat”, aber ich bin ja auch kein Katholik. [↩]
Ich suche noch eine Version, die sich einbinden lässt. [↩]
Ich kann mir eine Menge unpassender Berichterstattungen vorstellen, weigere mich aber diese aufzuschreiben. Sonst kommen die Redakteure noch auf dumme Gedanken. [↩]
Oh ja, groß war der Aufschrei nach Guido Westerwelles “Das ist Deutschland hier“-Aussage auf einer Pressekonferenz. Der Ausdruck “Westerwave” war in aller Munde oder zumindest in aller Tastaturen. Dann wurde es eine zeitlang ruhig um unseren Vizekannichts1 , bis dann die “Spätrömische Dekadenz” über Deutschland hereinbrach. Schon klimperten landauf landab wieder die Tastaturen und alle möglichen /und unmöglichen) Vertreter der vierten Gewalt wiederholten diensteifrig die Erkenntnisse, die Nero Westerwelle seinem Volk zu verkünden hatte. Änderungsvorschläge hatte Herr Westerwelle allerdings kaum welche vorzutragen, dabei sitzt er doch mittlerweile nicht mehr in der Opposition. Aber egal, es bringt ihn mal wieder in die Schlagzeilen. Die meisten Schlagzeilen störte es dann auch nicht wirklich, dass Guido Westwerwelles These von der spätrömischen Dekadenz durchauswiderlegtwurde. So ganz sicher scheint sich unser Vizekanzler aber bei der ganzen Sache auch nicht zu sein, wenn man sich folgenden Ausschnitt aus einer Bundespressekonferenz anguckt.2
Ich habe ja das Gefühl, dass es langsam bei unserer Staatsführung zum “guten Ton” gehört, einfach nicht mehr zu antworten, wenn einem eine Frage nicht passt. Aber leider lässt sich kein “Westerwave” aus diesem Beitrag basteln, also wird es eh keinen interessieren.
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Danke Herr Pispers, für diese wunderbare Wortschöpfung. [↩]
Ausschnitt aus dem Medienmagazin Zapp. Text der Sendung und das gesamte Video finden sich hier. [↩]