Einträge mit dem Schlagwort: Kritik

Endlich hat er es zugegeben

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Guido Westerwelle wird bei SPON mit den Worten zitiert: “Ich spreche die Sprache, die verstanden wird.” Damit ist dann wohl gemeint, dass er, ganz in der Tradition von Menschen wie Wolfgang Schäuble oder Ursula von der Leyen, die Dinge so darstellt, wie es ihm in den Kram passt. In einem Beitrag auf welt.de sagt er:

Was sagt eigentlich die Kellnerin mit zwei Kindern zu Forderungen, jetzt rasch mehr für Hartz IV auszugeben? Wer kellnert, verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekommt im Schnitt 109 Euro weniger im Monat, als wenn er oder sie Hartz IV bezöge. Diese Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Leistungsgedanken besorgt mich zutiefst. Die Missachtung der Mitte hat System, und sie ist brandgefährlich. Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.

Herr Westerwelle, Sie sprechen also die Sprache, die man hier versteht? Indem sie Falsches weiterverbreiten? Die “Sozialismuskeule” rausholen? Herr Westerwelle, Sie werden sogar von der CSU dafür kritisiert. Von_der_CSU_! Wenn Sie von falschen Informationen schon besorgt sind, dann sollte Sie diese Kritik wirklich zum Nachdenken bringen.

Ein Wortwahlproblem

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“Kein Ausländerproblem: Nur 2,7 Prozent der Bewohner im Landkreis ohne deutschen Pass”, so titeln die “Ostfriesischen Nachrichten” in ihrer Ausgabe vom 5. Februar 2010 auf Seite 1, unten. Ich habe zuerst die Kurzform des Artikel in der “Online Ausgabe” der ON gelesen, habe mir dann den ganzen Artikel schicken lassen. Die böse Vorahnung, die sich bei mir in der Online-Variante einstellte wurde leider durch den eigentlichen Artikel bestätigt. Die Argumentation, die Wolfgang Witte in seinem Artikel aufmacht, ist ungefähr folgende: Im Landkreis Aurich gibt es wenig Ausländer, deswegen gibt es auch kein “Ausländerproblem”. Interessant ist an dieser Stelle aber die “Definition” oder was auch immer es sein soll, von “Ausländern”: Wolfang Witte redet in der ersten Hälfte seines Artikels rein von Asylbewerbern und stellt fest, dass der Anteil an Asylbewerbern in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Der Autor stellt treffend fest, dass die Änderungen des Asylrechts in den letzten Jahren, allen voran die Drittstaatenregelung für diesen Umstand verantwortlich sein dürfte. Die Tatsache, dass diese Drittstaatenregelung durchaus umstritten ist, wird allerdings verschwiegen.1 Sicher war “in der zweiten Hälfte der 90er Jahre [...] die Zahl [der Asylbewerber] 40 bis 80 Mal höher, sodass jede alte, längst stillgelegte Landgaststätte sich als Asylantenheim zur Geldquelle entwickelte.”, allerdings wollen wir mal nicht nach den Bedingungen fragen, unter denen die Asylbewerber damals in diesen Räumlichkeiten untergebracht waren. Wolfgang Witte fragt jedenfalls nicht danach, aber das ist sicherlich auch nicht weiter wichtig für den Artikel. In der zweiten Hälfte des Artikels kommen dann zu den 8 Asylbewerbern im Landkreis Aurich noch einmal 5118 “andere” Ausländer hinzu, darunter 266 Geduldete und der Rest halt Menschen mit einer befristeten oder unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung. Diese und andere Zahlendreschereien belegen, dass im Landkreis Aurich 2,7% Ausländer leben. In diesem Zusammenhang wird der Landrat Walter Theuerkauf (SPD) mit den Worten “Ein Ausländerproblem gibt es bei uns nicht” zitiert. Bei der ganzen Feststellerei, dass es im LK Aurich kein Ausländerproblem gibt, stellt sich die Frage: Ab wann hat man denn ein Ausländerproblem und was ist eigentlich ein Ausländerproblem?

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  1. Günter Grass trat damals u.a. wegen dieser Regelung aus der SPD aus, wie auch auf den Auricher Wissenschaftstagen festgestellt wurde. []
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Fast unglaublich und leicht bizarr

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Die SPON-Autoren Matthias Gebauer und Marcel Rosenbach versuchen in ihrem Artikel “Liebes-Mails aus der deutschen Botschaft” die Hintergründe zu den Meldungen über zwei verhaftete deutsche Diplomaten aufzuarbeiten.

Die Schlagzeile sorgte für Aufregung: “Deutsche Diplomaten in Teheran festgenommen”. Die Festnahme gab es zwar nicht. Hinter der Meldung steckt aber nach SPIEGEL-Informationen die fast unglaubliche Story eines verliebten Bundespolizisten, des iranischen Geheimdiensts und der ganz großen Politik.

Oha…keine Festnahmen, dafür eine “fast unglaubliche Story” und die ganz große Politik. Liebe ist auch noch dabei und sogar Geheimdienste! Und mittendrin ein deutscher, verliebter Bundespolizist. Ist es tatsächlich endlich so weit? Steigen deutsche Polizisten aus der Riege eines “Bayern auf Rügen” endlich auf in den Rang eines James Bond oder John McCLane? Sortieren wir den Artikel mal entsprechend und gucken, was dahintersteckt.

Der verliebte Bundespolizist: Zwei Bundespolizisten wurden aus dem Iran ausgeflogen. Beide seien, so Gebauer/Rosenbach, im Dezember festgenommen worden. Im entsprechenden Artikel und im Artikel von Gebauer/Rosenbach ist zwar ansonsten von Diplomaten die Rede, aber vielleicht sind Bundespolizisten ja auch Diplomaten, ich weiß es nicht. Jedenfalls wurden zwei ausgeflogen, aber nur einer hat nachweisbar irgendwas “angestellt”. Er war verliebt und das scheinbar in eine Iranerin. Eine oppositionelle Iranerin. Der verliebte Polizist heißt “Jörg B.”.

Die Iranerin: Da wir uns beim Spiegel und nicht bei der BILD aufhalten, gibt es kaum Informationen über die “femme fatale” der Geschichte. Die Iranerin soll Kontakte zu Oppositionsführer Hossein Mussawi haben1 und soll verschiedene Dinge für die Opposition erledigt haben, darunter Anstiftung zum Aufruhr usw. Aber vor allen Dingen ist wichtig, dass sie scheinbar “Liebes-Mails” von Jörg B. bekommen habe. Die Liebes-Mails wurden abgefangen und gelesen. Halt Dinge, die Geheimdienste so tun, wenn sie unliebsame Menschen beobachten. Jörg B. war dabei auch noch so “schlau” und hat die Mails von seinem Dienstaccount aus geschrieben. Wahrscheinlich damit der deutsche Geheimdienst auch was davon hat.

Die Liebesbeziehung: Bei der Liebesbeziehung wird es dann erst richtig interessant, denn scheinbar wissen die Autoren des SPON-Artikels etwas, was sie nicht mitteilen wollen oder dürfen. Es handelt sich nämlich keinesfalls um eine “normale” Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau, zumindest wenn man der Wortwahl der Autoren glaubt. Zunächst handelt es sich um eine Liebesbeziehung, also wahrscheinlich ganz große Gefühle, nicht nur Spaß oder eine reine “Beziehung”. Um etwas Abwechslung reinzubringen, wird die Liebesbeziehung auch mal als Affäre bezeichnet.2 Nun ist eine Affäre nicht unbedingt das gleiche, wie eine Liebesbeziehung, zumindest wenn man so nach den landläufigen Konnotationen geht. Gegen eine normale Beziehung spricht auch die weitere Wortwahl der Autoren. Zur Beschreibung der Beziehung zwischen Jörg B. und der namenlosen Iranerin werden folgende Wendungen benutzt:

  • eine heikle Liebesbeziehung
  • die leicht bizarre Affäre eines Bundespolizisten mit einer Iranerin
  • seine private Beziehung

Heikle kann man ja noch bedingt nachvollziehen, privat steht außer Frage, aber: warum “bizarr”? Was ist an der Affäre/Beziehung/whatever eines Mannes zu einer Frau (leicht) bizarr? Im Zusammenhang mit “fast unglaublich” und anderen Wendungen, die sich zwar eher auf die politische Affäre beziehen dürften, wirkt es, als wüssten die Autoren mehr, als sie zugeben wollen würden. Oder sie finden irgendeinen Aspekt an der Sache sehr merkwürdig. Welcher Aspekt genau das sein soll, wird allerdings nicht deutlich.3

Die große Politik: Damit scheint vor allem gemeint zu sein, dass die Beziehung zweier Menschen zu einem Politikum gemacht wird, bei dem sich sogar Guido Westerwelle “genötigt sah” vor die Kameras zu treten4 und das Auswärtige Amt seine Mitarbeiter seinsibilisieren muss/soll.

Ich weiß ja nicht, wie genau man es bei der Wortwahl in der SPON-Redaktion nimmt, aber wenn man schon ohne genaue Angabe der Quelle5 arbeitet, dann sollte man Wertungen außenvor lassen oder zumindest seine Wertungen begründen. Ist nicht geschehen, ergo bleibt ein merkwürdiger Beigeschmack.

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  1. Behauptet der iranische Geheimdienst. []
  2. Wikipedia sagt zu Affäre: ”Eine Affäre ist eine unangenehme, dunkle, peinliche oder skandalöse Angelegenheit. Der Begriff kann ironisch beziehungsweise hämisch ein Liebesverhältnis ansprechen [...]“ []
  3. Man könnte jetzt Vermutungen äußern, aber das lassen wir mal. []
  4. Dies tat er, als es noch um angeblich verhaftete Diplomaten ging. []
  5. “nach SPIEGEL-Informationen” []
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Andere Fragen stellen!

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Die letzten Tage wurden die Medien ja unter anderem von den Äußerungen Sarrazins bewegt. Hat er Recht oder Unrecht?1 Durfte oder musste er sowas sagen oder nicht?2 und so weiter und so fort.

Bei der ganzen Diskussion ergeben sich für mich allerdings durchaus Fragen, die für mich persönlich von Belang sind. Warum kommt es zu einer “Entmachtung nach Migranten-Schelte“, wenn jemand aus der freien Wirtschaft3 so etwas sagt und warum passiert selten etwas, wenn Menschen wie Roland Koch oder Jürgen Rüttgers eine “Schelte”4 gegen Migranten vom Stapel lassen?

Warum schlucken wir das einfach, wenn Menschen in der freien Wirtschaft wegen allem möglich entlassen oder “entmachtet” werden, während wir unseren Politikern in dieser Hinischt so einiges eher achselzuckend durchgehen lassen?

Sind wir in unseren Vorurteilen tatsächlich schon so weit gefestigt, dass “wir” uns wochen- und monatelang über kriminelle “Ausländer”5, die neuesten U-Bahnschläger6 oder sonstwas im Dunstkreis der Begriffe Ausländer und Migranten die Münder fusselig diskutieren können, während immer mal wieder unsere sozialen Sicherungssysteme verschlimmbessert werden oder über glorreiche Überwachungsstaat-Konzepte von Seiten der Regierung diskutiert wird und es kaum jemanden interessiert?

Ziehen sich die Mitarbeiter innerhalb der Zeitungs- und Nachrichtenredaktionen ständig ihre eigene Druckerschwärze und Magnetbänder in die Nase? Oder wie ist es zu erklären, dass fast immer nur die gleichen Themen bis zu Unkenntlichkeit ausgewalzt werden und immer wieder die gleichen Vorurteile und Feindbilder beschworen werden, während Kritik sich auf den TV Teil beschränkt?

Warum machen wir das alles mit?

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  1. Mir an dieser Stelle egal. []
  2. Interessant, aber an dieser Stelle auch nicht von Belang. []
  3. Jaja, Sarrazin ist Bundesbank, ich weiß. []
  4. Allein diese Wortwahl… []
  5. Wobei wir keineswegs Holländer, Belgier oder Franzosen meinen, oder? []
  6. Jedenfalls solange mindestens ein Ausländer dabei ist. []
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Und plötzlich interessiert es niemanden mehr

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Die Piratenpartei Sachsen-Anhalt hat vor einiger Zeit eine Pressemitteilung über die Uni Magdeburg rausgegeben. Inhalt ist eine erneute Datenschutzpanne an der Uni. Wir erinnern uns zurück, sowas gab es schonmal. Damals waren die Forderungen der Studierendenschaft, vertreten durch den damaligen Studentenrat, mittlerweile Studierendenrat, ziemlich lang. Passiert ist…nun, nicht wirklich viel. Der Datenschutzbeauftragte scheint mittlerweile ein neuer zu sein. Aber von den Forderungen des StuRas und dem “Arbeitskreis Datenschutz” hat man seitdem nie wieder etwas gehört. Und nun gibt es plötzlich einen neuen Datenskandal, “ist nun eine weitere Lücke im Datenschutz der Universität entdeckt worden”, wie die Piraten LSA in ihrer Pressemitteilung vom 23. September 2009 schreiben. Betrachtet man diesen Eintrag in einem örtlichen Forum, so wird deutlich, dass es sich zwar um die neuste Panne, aber nicht um die einzige in letzten Zeit handelt. Ausschlaggebend war beim etwas älteren Fall, der auch in der PM der Piraten erwähnt wird, dieser Blogeintrag vom 13. Juli 2009. An den wirklich zahllosen Kommentaren sowohl im Blog, als auch im Forum, kann man entnehmen, wie sehr das Thema noch zu reizen wusste. Dies ist schade, aber wie ich finde auch verständlich. Vorher wurde viel Aufhebens gemacht und die entsprechenden Stellen gelobten Besserung und was weiß ich nicht alles, doch passiert ist im Endeffekt nahezu nichts. Um ehrlich zu sein: Ich bin der Meinung, dass gar nichts passiert ist, kann dies aber nicht belegen. Deswegen ist halt fast/nahezu nichts passiert. Sicher sollte man sich dann trotzdem aufregen, aber warum? Verpufft doch wahrscheinlich eh wieder. Dies ist wahrscheinlich den meisten Lesern durch den Kopf gegangen, zumindest ging es mir so.
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Und alle so: WTF?

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Eigentlich wollte ich ja nicht über den Flashmob schreiben, der die Kanzlerin in Hamburg mit seiner Anwesenheit beehrte. Ich werde es auch nicht tun. Dafür muss (mal wieder) die Berichterstattung von Spiegel Online dran glauben. Spiegel Online berichtet in diesem Artikel über die Veranstaltung auf dem Hamburger Gänsemarkt.
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Feindbilder

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SPON schreibt:

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld ist das Internet. Eine Veröffentlichung von Wahlprognosen im Netz, noch während der Abstimmung, fürchtet der Bundestagspräsident, könnte “tatsächlich Einfluss auf das Wahlergebnis haben”, sagte Lammert.

Es gibt so Formulierungen, die müssen nicht sein bzw. würden in anderen Zusammenhängen erst gar nicht gebraucht werden. Oder kann sich hier allen ernstes jemand folgende Formulierungen vorstellen?

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld ist das Handy.

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld sind die Computer.

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld sind Tastaturen.

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld ist die Schrift.

Hamburg/Berlin – Norbert Lammert ist in Sorge. In vier Wochen wird der Bundestag gewählt – und ein Grundpfeiler der Demokratie, die freie, geheime und gleiche Wahl, könnte beschädigt werden. Schuld ist die Telefonleitung.

Liebe Tastaturen und Computer von Spiegel-Online. Schuld sind allerhöchstens die Menschen, die das Internet benutzen. Das Internet selbst kann gar nichts tun und dementsprechend auch an nichts die Schuld haben. Wenn ihr das anders seht, dann schreibt bitte in Zukunft auch eure Artikel dementsprechend um. So wären bei schweren Unfällen immer die Fahrzeuge Schuld. Got the point?

“Ich weiß nicht, ob sie das so in der Didaktik lernen.”

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Sie wisse nicht, ob ich das so in der Didaktik lernen würde, aber es wäre ziemlicher Mist gewesen. Das bekam ich im Praktikum für einen wirklich “dämlichen” Fehler zu hören. Ich bin froh über entsprechende Kritik, vor allem, wenn der Fehler oder die Ansicht dort sei ein Fehler gewesen, nichts mit unterschiedlichen Lehrstilen zu tun hat. Ich werde wahrscheinlich auch genau diese Stunde im Praktikumsbericht entsprechend auswerten1 und werde auch mir selbst den Großteil der Schuld zuschieben. Noch bin ich allerdings am Überlegen, ob nicht auch die Didaktik den einen oder anderen Seitenhieb bekommt. Wahrscheinlich wird sie es nicht, weil die einzige Didaktikerin für das Fach diesen Bericht liest und ich nicht ganz genau weiß, wie es mit ihrer Kritikfähigkeit bestellt ist. Dementsprechend werde ich zunächst einmal hier meine Gedanken entsprechend ordnen.

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  1. Wenn mir im Rest des Praktikums nicht noch schlimmeres passiert, was ich ja nicht hoffe. []
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Bachelor als Feindbild

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Wissen Sie, also früher, früher war an den Universitäten alles besser. Also mit früher meine ich vor der Einführung des Bachelor als Abschluss. Wer Bachelor studiert, der ist ja automatisch dumm. Wie? Glauben Sie nicht? Ist aber so, ich versichere es ihnen. Dabei ist das egal, in welchem Semester diese Bachelors studieren. Doof bleibt doof, da hilft keine Erfahrung.
Man muss aber auch sagen, dass die Universitäten da ganz eindeutig Mist gebaut haben. Also nicht in Bezug auf die Studienordnungen oder so, ich meine, kann ja sein, dass die da auch Mist gebaut haben, aber damit kenne ich mich jetzt nicht aus. Nein, wo die Universitäten Mist gebaut haben ist schlicht und ergreifend in der Zusammensetzung der Lehrveranstaltungen. Stellen Sie sich vor: Da muss man als gestandener Student mit zweistelligen Semesterzahlen in einer Veranstaltung mit Zweitsemestern sitzen. Also das hätte es früher nicht gegeben, dass man unterschiedliche Semesterzahlen und unterschiedliche Studiengänge in Veranstaltungen mischt. Was soll sowas auch bringen? Wäre doch besser, wenn man da teilen würde. Ich hätte da auch schon eine Idee, die vertrete ich auch immer in diesen gemischten Veranstaltungen. Die Bachelor gehen einfach alle zu dem einen Dozenten, der hat eh ein recht niedriges Niveau. Was? Mir doch egal, dass der Professor und Institutsleiter ist. Der halt halt ein nicht so hohes Niveau, wie die Dozenten, die ich mag. Deswegen sollten wir jetzt nach Studiengängen teilen. Die doofen Bachelor bekommen die anspruchslosen Dozenten und die durch die Bank schlauen Magister und Lehrämter die anspruchsvollen Dozenten. Wie? Ob ich das wirklich in vollen lehrveranstaltungen sage? Ja, natürlich! Ob sich die Bachelor dabei auf den Schlips getreten fühlen? Nein, ich sag doch immer dazu, dass ich damit niemandem zu nahe treten will. Was denken Sie denn von mir? Also wirklich!

Außerdem müssen die Bachelor mal damit aufhören, sich hinter ihren Studienordnungen zu verstecken. Das bringt doch nichts! Was? Ja, ich hab gesagt, dass ich von den Studienordnungen keine Ahnung habe. Was hat das denn damit zu tun? Ich kann jawohl beurteilen, ob die ihre Studienordnung nur als Entschuldigung benutzen oder ob die Probleme wirklich mit der Studienordnung zu tun haben. Dafür muss ich die doch nicht gelesen haben. Sie müssen beachten, dass ich schon lange studiere und somit Ahnung habe! Aus diesem Grund kann ich solche Argumente einfach nicht gelten lassen! Jedenfalls müssen die mal aufhören mit diesem Versteckspiel. Die müssen einfach mal die Gelegenheit beim Schopfe greifen, diskutieren, die Inhalte verstehen und reflektieren. ICH konnte sowas ab dem zweiten Semester! Was? Wie die das bei den anspruchslosen Dozenten lernen sollen? Also wirklich, ein bisschen Selbststudium wird doch schon noch erlaubt sein, oder? Man kann denen doch nicht alles hinterhertragen! Ob es da nicht sinnvoller wäre, wenn die Veranstaltungen gemischt bleiben würden, so dass die “jungen” von den “alten” Studierenden lernen können? Also wirklich, Sie kommen auf sehr merkwürdige Ideen…1

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  1. Wer Ironie findet, der darf sie behalten. Sarkasmus darf auch noch eingerahmt werden. Spuren von Zynismus benutze man bitte als Zugabe zum Kaffee und von purer Verzweiflung kaufe man sich ein Eis. []
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Liebes T-Offline

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Was könnt ihr froh sein, dass meine Gebete bisher nicht erhört wurden.

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