Schlagwort-Archive: Idioten

Wer stänkerte denn nun?

So, Vorgeschichte verdaut? Nochmal kurz: Nach einigem hin und her hatten wir uns jetzt letzte Woche drauf geeinigt, dass K. ihr Referat beendet, dann der Zyniker und ich mit Formen/Darstellungsmitteln drann sein sollen und den Abschluss der N. macht, mit „Einsatz im Unterricht“. Nun saßen wir aber gestern im Seminarraum und irgendwann kam N. rein und wollte wissen, wie denn jetzt die Reihenfolge war. „Wie besprochen?“, sagte ich. „Erst K., dann wir beide, dann du.“ Während ich das so vor mich hin sagte, schaute N. auf mein Skript und sagte: „Darstellungsmittel der Satire? Das ist schlecht, dass ihr das macht. Das mache ich doch!“ Dem Zyniker und meine Stirn legten sich in steile Falten und der Zyniker erwiederte nur: „Nein, das machen wir?!“ – „Aber ich hab das so mit ihr [gemeint ist die Dozentin] abgesprochen!“ Auf diese Äußerung hin saß neben mir plötzlich nicht mehr der Zyniker, sondern das HB-Männchen kurz vor’m Start. Ich weiß nicht mehr genau, was er sagte, aber N. entgegnete nur ziemlich patzig: „Willst du jetzt hier rumstänkern?“

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Willst du rumstänkern?

Tell me why? I don’t like Mondays.

Der Realsatire zweiter Teil folgte heute und ich muss euch sagen, dass es sich mal wieder richtig gelohnt hat. Wir hatten alle wirklich Spaß und der Zyniker hat auch schon was geschrieben, ist das nicht schön? Aber keine Sorge, mir geht es noch nicht so wie dem Mädchen, welches die Vorlage für den oben kurz zitierten Hit der Boomtown Rats geliefert hat. Silikonchips in meinem Kopf habe ich noch nicht, aber ich glaube manch andere haben diese schon und sie alle get switched to overload. Anders kann ich mir die Fortsetzung der Realsatire zumindest nicht erklären.
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Wehe wenn sie losgelassen

Wie vorhin schon angemerkt nun meine Anmerkungen1 zu den streikenden Schülern.

Zuerst muss ich wohl sagen, dass ich eigentlich richtig begeistert war als ich hörte, dass die deutschen Schüler bundesweit in den Streik treten, bzw. einen Tag lang demonstrieren, um auf die Bildungssituation in Deutschland aufmerksam zu machen. Ich bin in meiner Schullaufbahn einmal gegen überalterte Kollegien und mangelnde Neueinstellungen auf die Straße gegangen und begrüße politische Partizipation eigentlich in fast allen Fällen. Ich hab auch grundsätzlich nichts gegen etwas ausgefallenere Aktionen, doch bei der Betrachtung von diesem Video konnte ich eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln und das hatte mehrere Gründe. Erstmal der Polizist, der dem Jugendlichen gleich zu Anfang des Videos voll in die Fresse haut. „Überfordert“ kann man das auch nennen, ja. Wobei man bei solchen Zusammenschnitten auch bei SPON besonders vorsichtig sein muss. Dementsprechen verurteile ich das, was „die Schüler“ da später angestellt haben zwar, aber hoffe, dass es sich nur um ein paar wenige Idioten handelte. Öffentliche (Bildungs-)Einrichtungen aus Protestgründen zu besetzen finde ich dabei nicht wirklich verwerflich, jedoch muss man das besetzte Gebäude dann nicht verwüsten, kein Feuer anmachen und auch keine Ausstellung (egal welcher Art) demolieren. Aber zum Glück relativiert sich die „Berichterstattung“ von SPON bei einem Blick zur Tagesschau. Bei der Tagesschau wirkt die ganze Aktion gleich ein bisschen besser.

Was mir aber bei dem SPON-Video aufgefallen ist, ist der „Typ vonner Antifa“. Liegt das eigentlich in der deutschen Mentalität sein Gehirn abzugeben, sobald man eine Flagge in die Hand bekommt? Oder ist das eher so ein allgemeines Problem der Menschheit?

Und warum scheint Frau Sperber kurz vor einem Lachanfall zu stehen, wenn sie sagt, die Schüler würden 68er spielen?

Und Herr Schmidt, warum verteidigen sie auch noch die Krawallmacher und zeigen Verständnis? Politische Partizipation: Ja! Für die eigenen Rechte und Interessen eintreten: Ja! Steine schmeissen und fremdes Eigentum demolieren: Nein! Solche Krawallmacher muss man doch davon überzeugen, dass es andere Wege gibt und ihnen nicht auch noch den Rücken stärken. Ich wette darauf, dass die Krawallmacher nicht zur Demo gekommen sind, weil sie mehr Bildung wollen, sondern weil sie mal richtig schön die Sau rauslassen wollten.

(Zu den interviewten Teilnehmern sag ich jetzt mal nichts.)

Was ich bei der ganzen Sache aber wirklich bedenklich finde, egal wie einzelne Schüler bei den Demonstrationen auftreten: Ich habe jetzt in vielen Artikeln gelesen, dass „die Lehrer“ den Streik nicht unterstützen würden und dass die Politik „Konsequenzen“ androhe. Wollen die Einen sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und fällt den Anderen nichts besser ein, als erstmal Kontra zu geben?

Bin ja mal gespannt wie die ganze Sache so weitergeht.

  1. Wenn das mal nicht ein dickes A! am Rand gibt []

Hab ich früher echt mal…

…CDU gewählt? Diese Frage stelle ich mir ja in letzter Zeit immer häufiger. Doch momentan mal wieder ganz besonders. Während der Schulzeit war ich ja mal mitglied in der SU. Nein, liebe Leser, ich war nicht Mitglied der SowjetUnion, sondern der SchülerUnion, einem Ableger der CDU. Kurzzeitig war ich dann auch mal Mitglied der JU (Junge Union), bis mir der ganze Kram irgendwie auf den Keks ging. Seitdem schlage ich mich parteilos durch die politische Partizipation. Und ich finde, das ist auch gut so, denn der logischen Reihenfolge folgend müsste ich ja mittlerweile Mitglied im RCDS sein, wobei sich das wahrscheinlich spätestens heute geändert hätte. Warum? Ich zitiere einfach mal IdEp:

Der lokale RCDS schießt gerade gegen die Antifaschistischen Hochschultage.

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Aufgeschnappt

Auf den Azubitagen, die ich ja bereits erwähnte, war es bei vielen Besuchern Gang und Gebe, dass relativ wahllos alle halbwegs interessanten Stände abgeklappert wurden. An einem Stand schnappte ich folgendes auf, als sich ein Mädel nebst Begleiter, denke mal ihr Vater, von Stand A weg bewegte und zum Stand der Bundespolizei ging. Einer der Berater an Stand A sah dies und kommentierte es mit: „Jetzt geht sie zur Bundespolizei. Na für DIE arbeitet man eh nicht!“

Solche Leute mag ich ja wirklich, muss ich ehrlich zugeben. Ich hab mir dann aber trotzdem mal jeglichen Kommentar verkniffen.

Hark now hear the Handy sings…

Zuerst: Ja, korrekterweise müsste es mobile phone heißen, weiß ich. Passt aber in diesem Fall nicht so gut.

Zum Thema: In den letzten Tagen war ich häufiger in der Auricher Innenstadt unterwegs. Nun hängt Aurich gewissen Trends immer ein bisschen hinterher, wenn der Trend dann aber Aurich erreicht hat wird er sehr exzessiv betrieben, vor allem wenn er Jugendliche betrifft. Baggypants hingen hier noch tiefer als sonst wo in der Republik, unsere Wege haben tiefe Furchen von Rollerskates und Skateboards und PISA wird hier gar nicht durchgeführt, da die Ergebnisse viel zu erschreckend wären. Und in den letzten Tagen ist mir der neuste Trend bei Auricher Jugendlichen, vornehmlich der männlichen Sorte, aufgefallen.

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Blockbildende Gehirnwäsche

Die neu besetzten Gremien an der Universität haben ihre Arbeit aufgenommen und schon gibt es „Schlagzeilen“, wie sie selbst die Bildzeitung nicht schöner hinbekommen würde. Die GHG titelte jüngst mit „Kein Argument ist auch kein Argument“ in den beiden Online-Communities der Magdeburger Studierendenschaft. Die eigentliche Pressemitteilung hatte noch den Titel „Kein Argument ist auch ein Argument“, wie man auf dem Internetauftritt der GHG nachlesen kann (Stand 19. Juli 2008, 21:21 Uhr) und eigentlich wurde diese Pressemitteilung auch von sur l’eau unterschireben, da es aber im Nachfolgenden nur um die GHG geht, werde ich auch nur die GHG erwähnen. Über den genauen Inhalt will ich an dieser Stelle nichts sagen. Ich weiß, dass es gewisse „Blockmentalitäten“ innerhalb (studentischer) Gremien gibt, bzw. eine Tendenz zu Blockverhalten stets auszumachen ist. Mal sind es feste Gruppierungen, mal sind es nur ganz normale Sympathien und Antipathien zwischen einzelnen Leuten. Auffällig bleibt bei der GHG aber, dass sie scheinbar gerne kurz nach den Neuwahlen Pressemitteilungen veröffentlicht, sich danach aber eher in Schweigen bezüglich genannter Probleme hüllt. Ist wahrscheinlich auch besser so, die studentischen Gremien leiden nämlich eh zumeist unter einem schlechten Ruf, auch ohne dass ständig irgendjemand irgendwelche Pressemitteilungen veröffentlicht.
Aber wenn mich schon der Inhalt an dieser Stelle nicht weiter interessiert und ich mich auch nicht über den tieferen Sinn oder Unsinn von Pressemitteilungen auslassen möchte, was interessiert mich dann?
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Nach dem Shadowrun

Flint schaute auf seinen Kaffee und dachte über die letzte Nacht nach. „Der Run ist erst vorbei, wenn du in deinem Bett liegst“, murmelte er vor sich hin. Letzte Nacht hatte sich diese Weisheit mal wieder bestätigt.

Er war mit zwei Anfängern auf einem Run gewesen. Einer Normin, genannt Holly, und einem Troll mit Namen Murdock. Der Run war nicht sonderlich gut verlaufen, aber sie hatten es mehr oder weniger gut überstanden. Flints rechter Unterarm war geschient und momentan nicht sonderlich gut zu gebrauchen, die beiden anderen waren müde und kaputt. Die Gegend, durch die sie gerade fuhren, war bekannt für seine Lone Star Kontrollen, deswegen hatten sie ihre Ausrüstung an einem sicheren Ort untergebracht. Was sollte auch schon passieren? Dieser Teil von Seattle war zwar nicht sonderlich hoch angesehen, aber in den letzten Jahren immer ruhiger geworden. Was sollte also passieren?

Flint lachte in sich hinein und dachte darüber nach, wie schnell man sich doch in Sicherheit wiegt. Er würde es sich eine Lehre sein lassen.

Sie fuhren eine Straße entlang, irgendsoeine Seitenstraße mit ner 30er Geschwindigkeitsbegrenzung. Plötzlich tauchte hinter ihrem kleinen VW ein Auto mit aufgeblendeten Scheinwerfern auf. Holly fuhr, Flint selbst saß auf dem Beifahrersitz und der Troggy auf der Rückbank. Flint sagte zu Holly: „Halt dich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Das sind wahrscheinlich irgendwelche Halbstarken, die auf Ärger aus sind. Lass sie vorbei und lass dich nicht reizen. Die werden schon die Lust verlieren.“ Holly tat, wie ihr geheißen und anfangs schien sich Flints Verdacht auch zu bestätigen. Der Wagen, ein dicker BMW, überholte sie und versuchte die Fahrbahn zu blockieren, bzw. sie auszubremsen. „Nicht provozieren lassen“, meinte Flint nur und warf einen flüchtigen Blick auf das Kennzeichen. Er dachte immer noch an die Halbstarken, die einen auf dicke Hose und „aggro“ machen wollten, deswegen merkte er sich das Kennzeichen nicht. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Eine Person hängte sich aus dem Beifahrerfenster des BMW und zeigte mit irgendetwas in Richtung des VWs der drei Runner. „Sieht wie ein Schlagring aus“, meldete sich Murdock von der Rückbank. „Hmmm“, machte Flint bloß. „Sie biegen ab, Holly. Fahr einfach weiter!“, sagte Flint und schüttelte den Kopf über solche Deppen. Gleich waren sie bei Murdocks Bleibe für heute Nacht und nach ein paar weiteren Minuten Fahrzeit würde er zusammen mit Holly seine Bude erreichen. Alles in Butter also.

Da tauchten die Scheinwerfer wieder hinter ihnen auf. „Ach, verdammt“, dachte Flint und sagte laut zu Holly: „Fahr an Murdocks Bleibe vorbei, wir wollen doch nicht anhalten, wenn die Deppen hinter uns sind. Die hängen wir schon ab.“ Bis dahin glaubte er immer noch an harmlose Halbstarke, doch dann setzte der BMW zum Überholen an, setzte sich neben den VW und aus dem Beifahrerfenster lehnte sich ein Kerl heraus. Schwarze Kapuze, Sonnenbrille, um die 20 Jahre alt. Der vermeintlich harmlose Halbstarke fing umgehend an die hintere Scheibe auf der Fahrerseite des VW mit seinem Schlagring zu bearbeiten. Holly wurde instinktiv etwas langsamer, doch Flint brüllte: „Gas! Lass die bloß nicht vor uns! Schnell!“ Holly reagierte und mit 70-80 rasten sie durch die geschlossene Ortschaft. An der nächsten Kreuzung bogen sie rechts ab und stellten erleichtert fest, dass der BMW nach links fuhr. Sie hatten es scheinbar bis auf weiteres überstanden.

Flint nahm den letzten Schluck Soykaf, schob dem Barkeeper das Geld rüber und schnappte seine Sachen. „Tja, der Run ist halt wirklich erst zu Ende, wenn du zu Hause bist.“

Klingt wie eine alltägliche Situation beim Rollenspiel Shadowrun, oder? Das dachte ich mir im Nachhinein auch so, aber leider war es keine erdachte Situation. Diese Geschichte ereignete sich so gestern Nacht, auf dem Rückweg vom Shadowrun spielen. Es war nicht in Seattle, sondern in Magdeburg. Passiert ist uns nichts und das Auto ist auch noch heil. Die Polizei wurde informiert und Holly (Die Praktikantin), Murdock (ein Bekannter) und ich haben den größten Schrecken verwunden. Idioten gibt das auf der Welt, da macht man sich kein Bild von…

Feste Arbeitszeiten

Wie manche vielleicht schon mitbekommen haben, gab es eine ziemliche Datenschutzpanne an der Uni Magdeburg. Eine Zusammenfassung, bzw. die Kommentare der Uni und des Studentenrates, findet man hier. So weit, so schlecht. Die Stimmung unter den Studierenden schwankt zwischen absolutem Desinteresse und der großen Panikmache. Bisher hab ich mich größtenteils aus der Diskussion heraus gehalten, in dem Glauben, dass der Arbeitskreis von StuRa und Uni schon seinen Job machen wird und dass die Uni an der Aufklärung und Schadensbegrenzung halbwegs interessiert ist.

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Schland?

Virale Avatare sind ja die eine Sache, ebenso wie diese Autofahnen. Aber was mir noch aufgefallen ist und was mich, wer hätte es erwartet, auch extrem nervt, ist dieser komische Ausruf: „Schland!“ Was zum Geier soll das? Reicht es nicht schon, dass plötzlich alle möglichen Leute eine Deutschlandflagge schwenken, obwohl sie normalerweise jeden Tag auf dieses Land und den Staat schimpfen? Und dann auch noch dieser „Schland!“-Mist! Vor kurzem auch an der Uni: Stehen so draußen, vor uns einer mit einem Deutschlandtrikot. Kommt wohl einer seiner Kumpel raus und ruft nur „Eeey! Schland, Alder!“ WTF? Hallo? Autofahne an den Kopf bekommen, oder was?

Schon Mittermeier hat festgestellt: „Und so sehen Sieger aus…“ (so ab 01:20) und ich frage mich mittlerweile: Wie weit ist es mit uns gekommen, wenn wir auf der einen Seite unser neues „Nationalgefühl“ feiern und propagieren, uns aber auf der anderen Seite „Eeey! Schland, Alder!“ an den Kopf werfen?