Oh ja, groß war der Aufschrei nach Guido Westerwelles “Das ist Deutschland hier“-Aussage auf einer Pressekonferenz. Der Ausdruck “Westerwave” war in aller Munde oder zumindest in aller Tastaturen. Dann wurde es eine zeitlang ruhig um unseren Vizekannichts1 , bis dann die “Spätrömische Dekadenz” über Deutschland hereinbrach. Schon klimperten landauf landab wieder die Tastaturen und alle möglichen /und unmöglichen) Vertreter der vierten Gewalt wiederholten diensteifrig die Erkenntnisse, die Nero Westerwelle seinem Volk zu verkünden hatte. Änderungsvorschläge hatte Herr Westerwelle allerdings kaum welche vorzutragen, dabei sitzt er doch mittlerweile nicht mehr in der Opposition. Aber egal, es bringt ihn mal wieder in die Schlagzeilen. Die meisten Schlagzeilen störte es dann auch nicht wirklich, dass Guido Westwerwelles These von der spätrömischen Dekadenz durchauswiderlegtwurde. So ganz sicher scheint sich unser Vizekanzler aber bei der ganzen Sache auch nicht zu sein, wenn man sich folgenden Ausschnitt aus einer Bundespressekonferenz anguckt.2
Ich habe ja das Gefühl, dass es langsam bei unserer Staatsführung zum “guten Ton” gehört, einfach nicht mehr zu antworten, wenn einem eine Frage nicht passt. Aber leider lässt sich kein “Westerwave” aus diesem Beitrag basteln, also wird es eh keinen interessieren.
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Danke Herr Pispers, für diese wunderbare Wortschöpfung. [↩]
Ausschnitt aus dem Medienmagazin Zapp. Text der Sendung und das gesamte Video finden sich hier. [↩]
Ein Jahr ist es her, dass ich mir die Informationen zur damals noch im Bau befindlichen Sparkassen Arena zu Aurich genauer angesehen habe. Mittlerweile ist die Sparkassen Arena fertig, ragt schön rot vor/hinter dem Friedhof auf und soll sich wohl auch relativer Beliebtheit erfreuen. Also mal gucken, was die Internetseite heute so hergibt. Zunächst einmal ist sie schön rot. Aktuell fehlt das Bild zur aktuellsten Nachricht/Veranstaltung, aber das mag auch an mir/meinem Browser liegen. Was eher nicht an mir liegt, ist dieser schöne “Aktuelles”-Ticker rechts. Man kann das garantiert auch ausschalten, dass der “tickert”, obwohl es nur eine Nachricht gibt. Erspart einem die irgendwie hypnotisierende Dauerwiederholung.
Die Piratenpartei Sachsen-Anhalt hat vor einiger Zeit eine Pressemitteilung über die Uni Magdeburg rausgegeben. Inhalt ist eine erneute Datenschutzpanne an der Uni. Wir erinnern uns zurück, sowas gab es schonmal. Damals waren die Forderungen der Studierendenschaft, vertreten durch den damaligen Studentenrat, mittlerweile Studierendenrat, ziemlich lang. Passiert ist…nun, nicht wirklich viel. Der Datenschutzbeauftragte scheint mittlerweile ein neuer zu sein. Aber von den Forderungen des StuRas und dem “Arbeitskreis Datenschutz” hat man seitdem nie wieder etwas gehört. Und nun gibt es plötzlich einen neuen Datenskandal, “ist nun eine weitere Lücke im Datenschutz der Universität entdeckt worden”, wie die Piraten LSA in ihrer Pressemitteilung vom 23. September 2009 schreiben. Betrachtet man diesen Eintrag in einem örtlichen Forum, so wird deutlich, dass es sich zwar um die neuste Panne, aber nicht um die einzige in letzten Zeit handelt. Ausschlaggebend war beim etwas älteren Fall, der auch in der PM der Piraten erwähnt wird, dieser Blogeintrag vom 13. Juli 2009. An den wirklich zahllosen Kommentaren sowohl im Blog, als auch im Forum, kann man entnehmen, wie sehr das Thema noch zu reizen wusste. Dies ist schade, aber wie ich finde auch verständlich. Vorher wurde viel Aufhebens gemacht und die entsprechenden Stellen gelobten Besserung und was weiß ich nicht alles, doch passiert ist im Endeffekt nahezu nichts. Um ehrlich zu sein: Ich bin der Meinung, dass gar nichts passiert ist, kann dies aber nicht belegen. Deswegen ist halt fast/nahezu nichts passiert. Sicher sollte man sich dann trotzdem aufregen, aber warum? Verpufft doch wahrscheinlich eh wieder. Dies ist wahrscheinlich den meisten Lesern durch den Kopf gegangen, zumindest ging es mir so. Weiter lesen 'Und plötzlich interessiert es niemanden mehr'»
Freitag und Samstag war ich mit der Praktikantin in Bergwitz, genauer gesagt hier. Meine Eltern sind dort Dauermieter eines (unrenovierten) Bungalows. Die ganze Siedlung liegt mitten im Wald und ist eigentlich schön ruhig. Der Bungalow meiner Eltern verströmt außerdem noch so einen gewissen DDR-Charme. Für zwei Tage Entspannung ist die Siedlung aber normalerweise wunderbar geeignet, jedenfalls wenn man Glück mit den anderen Gästen hat. Dieses Mal hatten wir etwas weniger Glück. Außer uns und ein paar anderen Gästen war auch eine größere Gruppe aus dem Raum Leipzig angereist.
Am Freitag war Spieleabend bei der C. angesagt. Eigentlich wollten wir das neue Spiel meines Mitbewohners spielen (Die Sterne stehen richtig), aber daraus wurde nichts, weil irgendwie kurzfristig noch zwei Personen dazugekommen sind. Also waren wir insgesamt 6, zwei zuviel für die meisten Spiele, die hier so rumliegen. Die “dramatis personae” des Abends waren dann folgende:
Wissen Sie, also früher, früher war an den Universitäten alles besser. Also mit früher meine ich vor der Einführung des Bachelor als Abschluss. Wer Bachelor studiert, der ist ja automatisch dumm. Wie? Glauben Sie nicht? Ist aber so, ich versichere es ihnen. Dabei ist das egal, in welchem Semester diese Bachelors studieren. Doof bleibt doof, da hilft keine Erfahrung.
Man muss aber auch sagen, dass die Universitäten da ganz eindeutig Mist gebaut haben. Also nicht in Bezug auf die Studienordnungen oder so, ich meine, kann ja sein, dass die da auch Mist gebaut haben, aber damit kenne ich mich jetzt nicht aus. Nein, wo die Universitäten Mist gebaut haben ist schlicht und ergreifend in der Zusammensetzung der Lehrveranstaltungen. Stellen Sie sich vor: Da muss man als gestandener Student mit zweistelligen Semesterzahlen in einer Veranstaltung mit Zweitsemestern sitzen. Also das hätte es früher nicht gegeben, dass man unterschiedliche Semesterzahlen und unterschiedliche Studiengänge in Veranstaltungen mischt. Was soll sowas auch bringen? Wäre doch besser, wenn man da teilen würde. Ich hätte da auch schon eine Idee, die vertrete ich auch immer in diesen gemischten Veranstaltungen. Die Bachelor gehen einfach alle zu dem einen Dozenten, der hat eh ein recht niedriges Niveau. Was? Mir doch egal, dass der Professor und Institutsleiter ist. Der halt halt ein nicht so hohes Niveau, wie die Dozenten, die ich mag. Deswegen sollten wir jetzt nach Studiengängen teilen. Die doofen Bachelor bekommen die anspruchslosen Dozenten und die durch die Bank schlauen Magister und Lehrämter die anspruchsvollen Dozenten. Wie? Ob ich das wirklich in vollen lehrveranstaltungen sage? Ja, natürlich! Ob sich die Bachelor dabei auf den Schlips getreten fühlen? Nein, ich sag doch immer dazu, dass ich damit niemandem zu nahe treten will. Was denken Sie denn von mir? Also wirklich!
Außerdem müssen die Bachelor mal damit aufhören, sich hinter ihren Studienordnungen zu verstecken. Das bringt doch nichts! Was? Ja, ich hab gesagt, dass ich von den Studienordnungen keine Ahnung habe. Was hat das denn damit zu tun? Ich kann jawohl beurteilen, ob die ihre Studienordnung nur als Entschuldigung benutzen oder ob die Probleme wirklich mit der Studienordnung zu tun haben. Dafür muss ich die doch nicht gelesen haben. Sie müssen beachten, dass ich schon lange studiere und somit Ahnung habe! Aus diesem Grund kann ich solche Argumente einfach nicht gelten lassen! Jedenfalls müssen die mal aufhören mit diesem Versteckspiel. Die müssen einfach mal die Gelegenheit beim Schopfe greifen, diskutieren, die Inhalte verstehen und reflektieren. ICH konnte sowas ab dem zweiten Semester! Was? Wie die das bei den anspruchslosen Dozenten lernen sollen? Also wirklich, ein bisschen Selbststudium wird doch schon noch erlaubt sein, oder? Man kann denen doch nicht alles hinterhertragen! Ob es da nicht sinnvoller wäre, wenn die Veranstaltungen gemischt bleiben würden, so dass die “jungen” von den “alten” Studierenden lernen können? Also wirklich, Sie kommen auf sehr merkwürdige Ideen…1
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Wer Ironie findet, der darf sie behalten. Sarkasmus darf auch noch eingerahmt werden. Spuren von Zynismus benutze man bitte als Zugabe zum Kaffee und von purer Verzweiflung kaufe man sich ein Eis. [↩]
Man stelle sich einmal vor: Da sitzt Mahmud Ahmadinedschad im Iran rum, beschwert sich alle paar Minuten, dass es draußen so laut ist, surft so vor sich hin und stößt plötzlich auf eine deutsche Nachrichtenseite. Und dort liest er die Nachricht, die seine Welt zum Einsturz bringt:
Merkel fordert Neuauszählung der Wahlzettel
Jetzt wird er sich sicher denken; Gut, wenn die das fordern, dann mach ich das natürlich! Mich interessiert es sonst recht wenig, was die anderen Länder so sagen, aber wenn Frau Merkel solch klare Worte findet…was soll ich denn dann tun? Vielleicht lächelt sie dann ja endlich mal…
Heute in der Nachhilfe hatte einer meiner Schüler einen Text über den Welttag des Buches. Dieser ist bekanntlich (?) heute und mittlerweile fast vorbei. Die Aufgabe “Was könnte deine Klasse zum Tag des Buches machen?” erschien mir ja schon relativ absurd, da diese Aufgabe heute aufgegeben wurde.
Gerade eben las ich einen Artikel bei der Frankfurter Rundschau “Republik im Notstand” von Christian Bommarius. In dem Artikel wird angerissen in wie weit die Notstandsgesetze der ’68 ihre Wirkung bis heute behalten haben.
Dann fiel mir ein, dass die Grünen ja, wie erwähnt, eine Bookcrossing-Aktion in Magdeburg gestartet haben. Viele, viele Bücher wurden freigelassen und suchen nun einen Besitzer, der sie freudig und interessiert liest. Eigentlich, und solche Ideen kommen einem immer erst danach, hat man nicht überall einen Schwung Grundgesetze verteilt? Dem armen, schmalen Band wird gerade so zugesetzt, da freut es sich über ein bisschen Auslauf.
Ob dann mehr Menschen verstehen würden, was gerade in Deutschland passiert? Wahrscheinlich nicht…1
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Eigentlich will ich noch mehr schreiben, aber die Last aus Vorratsdatenspeicherung, Internetzensur uswusf lässt sich gerade nicht in einen Text packen. [↩]
Man stelle sich eine typische Kneipe in der guten alten Zeit vor. Verraucht, zwielichtige Gestalten sitzen in der Kneipe, gemurmelte Gespräche. Richten wir unseren Blick nun an die Theke. Dort sitzen drei Herren. Wollen wir ihnen kurz zuhören.
Benedikt: Reich mir mal bitte den Messwein rüber, Richard.
Richard: Klar doch, Papa.
Walter: Bekomm ich auch was?
Benedikt: Aber nur ausnahmsweise. In letzter Zeit hast du ja nicht gerade für die Verbreitung unseres Glaubens gesorgt. Schau dir unseren Richard an, der ist in aller Munde und musste dafür nicht einmal Bücher lesen. Die liest er erst jetzt.
In der Online-Ausgabe der Ostfriesischen Nachrichten kann man heute etwas über das neue HLF 20/16 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) der Freiwilligen Feuerwehr Aurich lesen. Ich bin zwar mittlerweile aus der FF Aurich wegen chronischer Abwesenheit ausgetreten, aber man guckt ja trotzdem ab und an mal, was der Verein so treibt. Was sich der Herr Frobenius beim Schreiben dieses Artikels gedacht hat, ist mir schleierhaft. Zumindest die Online-Version strotzt nur so vor nicht nachvollziehbaren Details. Aber Schritt für Schritt:
Es [das HLF 20/16] handelt sich um eine Ersatzbeschaffung. Das bisherige HLF 16 hat bereits 30 Jahre auf dem Buckel und entspricht auch nicht mehr der europäischen Norm.
Ja, eine Ersatzbeschaffung ist es wohl, jedoch ist das alte Fahrzeug, welches ersetzt wird, nur ein schlichtes LF 16 (Löschgruppenfahrzeug). ein kleiner, aber immerhin vorhandener Unterschied. Ich wage zu bezweifeln, dass es vor 30 Jahren überhaupt schon HLFs gab. Im Artikel wird es aber noch besser:
“Es [das HLF 20/16] wird künftig das erste Fahrzeug sein, das bei Einsätzen rausfährt”, sagt Ortsbrandmeister Bodo Bargmann. Er spricht von einem “Schnellangriff”. Die Schlagkraft der Wehr werde dadurch noch weiter erhöht.
Er spricht von einem Schnellangriff, soso. Hat da der Herr Frobenius im Gespräch mit Bodo Bargmann irgendwann das Wort “Schnellangriff” gehört und weil es so schön zu “fährt als erstes raus” passt, Schnellangriff in den Artikel eingebaut? Scheint mir fast so, denn an einer Schnellangriffsvorrichtung ist jetzt nicht so viel besonderes. Determinierend für das erste Fahrzeug, welches bei einem Brand rausfährt, ist dieser Schnellangriff nämlich nicht. Ein Blick auf die Homepage der Feuerwehr Aurich zeigt außerdem, dass sowohl das dort stationierte TLF 16/25, das LF 10/6 und wenn micht nicht alles täuscht hat auch das zu ersetzende LF 16 eine entsprechende Vorrichtung. Den Vogel schießt der Autor aber mit folgendem Absatz ab:
Die umfangreiche Beladung zur Brandbekämpfung umfasst unter anderem eine vierteilige Steckleiter, eine dreiteilige Schiebleiter sowie eine Haken- und eine Klappleiter.
Das neue HLF hat also bei der “umfrangreichen Beladung zur Brandbekämpfung” vor allen Dingen was zu bieten? Leitern? Und gleich vier verschiedene Arten? Echt? Krass, wirklich! Und das alles für läppische 297000 Euro! Da freut sich der Steuerzahler doch, “Schaummixanlage” hin oder her. Dafür aber bitte in den folgenden Einsatzartikeln brav die Wärmebildkamera erwähnen, Herr Frobenius!