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	<title>Edition Flint &#187; Familie</title>
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	<description>&#62;Endzwanziger mit Migränehintergrund&#60;</description>
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		<title>Handbuch für Jungen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 16:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine &#8220;Oma Idsche&#8221; schenkte mir vor unzähligen Jahren mal ein Buch. Das &#8220;Handbuch für Jungen&#8221; in der überarbeiteten Ausgabe, erschienen beim Verlag &#8220;Die Libelle&#8221;. Original stammt aus Great Britain, das Copyright datiert sich auf 1976. Das Büchlein kostete mal 3,95 DM und sieht so aus: Auf 192 Seiten werden die verschiedensten Themen angesprochen, wobei die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Meine &#8220;Oma Idsche&#8221; schenkte mir vor unzähligen Jahren mal ein Buch. Das &#8220;Handbuch für Jungen&#8221; in der überarbeiteten Ausgabe, erschienen beim Verlag &#8220;Die Libelle&#8221;. Original stammt aus Great Britain, das Copyright datiert sich auf 1976. Das Büchlein kostete mal 3,95 DM und sieht so aus:</p>
<p><span id="more-2292"></span></p>
<div id="attachment_2293" class="wp-caption aligncenter" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/07/IMG_0871.JPG" rel="lightbox[2292]"><img class="size-medium wp-image-2293 " title="IMG_0871" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/07/IMG_0871-199x300.jpg" alt="Handbuch für Jungen 1976. Anklicken für größere Ansicht." width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Handbuch für Jungen 1976. Anklicken für größere Ansicht. </p></div>
<p>Auf 192 Seiten werden die verschiedensten Themen angesprochen, wobei die Zusammenstellung mitunter extrem merkwürdig wird. Folgende Themenbereiche werden abgehandelt<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/07/01/handbuch-fur-jungen/#footnote_0_2292" id="identifier_0_2292" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ohne Unterpunkte.">1</a></sup> :</p>
<ul>
<li>Das Weltall (9 &#8211; 15)</li>
<li>Der Mensch im Weltraum (16 &#8211; 19)</li>
<li>Die Erde 1 (20 &#8211; 34)</li>
<li>Die Erde 2 (35 &#8211; 64)</li>
<li>Deutschland 1 (65 &#8211; 74)</li>
<li>Deutschland 2<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/07/01/handbuch-fur-jungen/#footnote_1_2292" id="identifier_1_2292" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nein, damit ist nicht die DDR gemeint">2</a></sup> (75 &#8211; 83)</li>
<li>Unsere Sprache und Schrift (84 &#8211; 96)</li>
<li>Kunst und Wissenschaft (97 &#8211; 111)</li>
<li>Kalender und Weltzeit (112 &#8211; 117)</li>
<li>Berühmte Männer und Frauen (118 &#8211; 125)</li>
<li>Brauchbares für die Schule (126 &#8211; 138)</li>
<li>Technologie (139 &#8211; 149)</li>
<li>Natur und Freizeit (150 &#8211; 154)</li>
<li>Haltung und Pflege von Haustieren (155 &#8211; 169)</li>
<li>Sport (170 &#8211; 177)</li>
<li>Signale (178 &#8211; 184)</li>
<li>Transport und Verkehr (185 &#8211; 192)</li>
</ul>
<p>Mittlerweile ist das Buch gute 33 Jahre alt und dementsprechen bizarr wirkt die Lektüre vereinzelt. So haben die Vereinten Nationen noch 149 Mitgliedsstaaten, heute sind es 192, und auch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transkei" target="_blank">Transkei</a> gab es noch (neben anderen Staaten). Die &#8220;France&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norway_(Schiff)" target="_blank">SS Norway</a>) war das größte Passagierschiff, Bonn war noch Hauptstadt der BRD mit seinen 62, 1 Millionen Einwohnern und die DDR gab es natürlich auch noch. Anders als von mir erwartet, werden bei Dingen wie &#8220;Größten Städte&#8221; oder &#8220;Universitäten&#8221; die BRD und DDR nicht unterschieden, sondern es wird ein Gesamtdeutscher Ansatz genutzt.</p>
<p>Ferner gehören Abzeichen und Dienstgrade der Bundeswehr zu dem, was ein Junge scheinbar wissen musste. Richtig interessant wird es allerdings in den gesellschaftlichen und technologischen Kapiteln. So zum Beispiel das Kapitel &#8220;Neue Wörter&#8221; (S. 89ff.). Zu diesen neuen Wörtern, die auch erklärt werden, zählen u.a. &#8220;Emanzipation&#8221;, &#8220;Indentität/-skrise&#8221;, &#8220;Rollenverhalten&#8221;, &#8220;Sachzwang&#8221;. &#8220;Soziologie&#8221; oder &#8220;Statussymbol&#8221;. Direkt auf dieses Kapitel folgt übrigens &#8220;Kleinschreibung &#8211; gemäßigt oder radikal?&#8221;. Sehr schön bei der &#8220;gemäßigten kleinschreibung [sic!]&#8220;: &#8220;Eigennamen, einschließlich aller namen [sic!] Gottes, werden groß geschrieben.&#8221;</p>
<p>Später folgt dann direkt auf &#8220;Wernher von Braun &#8211; von der V2 zur Apollo&#8221; das Unterkapitel &#8220;Was ist Parapsychologie?&#8221;</p>
<p>Eine der schönsten Formulierungen, die ich bisher gefunden habe, ist aber folgende unter der Überschrift &#8220;Sind Computer &gt;&gt;Elektronengehirne&lt;&lt;?&#8221;:</p>
<blockquote><p>Computer werden oft Elektronengehirne genannt. Diese Bezeichnung ist falsch, weil sie nahelegt, daß ein Computer denken kann. Eine zutreffendere Umschreibung wäre &gt;&gt;Überschall-Idiot&lt;&lt;, denn Computer können zwar Aufträge in ungeheurer Geschwindigkeit ausführen, jedoch absolut nichts, von dem ihnen vorher nicht genau &gt;&gt;gesagt&lt;&lt; worden ist, wie es gemacht werden muß.</p></blockquote>
<p>Schön, oder?</p>
________<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2292" class="footnote">Ohne Unterpunkte.</li><li id="footnote_1_2292" class="footnote">Nein, damit ist nicht die DDR gemeint</li></ol>________]]></content:encoded>
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		<title>Als Artenschutz noch ein Fremdwort war</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 09:50:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vergangenes]]></category>
		<category><![CDATA[Aurich]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge der Recherche zum Bruder meiner Mutter hat sich mittlerweile so einiges ergeben. Ich hatte eine Anfrage bei den &#8220;Freunden der Seefahrt&#8221; in Emden gestellt. Ich hatte gefragt, ob es dort evtl. noch Informationen zu Claus-Dieter Dittmer geben würde, bzw. Informationen zu den Schiffen, dem Unglück usw. Der 1. Vorsitzende Helmut Tjardes versprach, sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Im Zuge der Recherche zum <a href="http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/" target="_blank">Bruder meiner Mutter</a> hat sich mittlerweile so einiges ergeben. Ich hatte eine Anfrage bei den &#8220;<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/index.php" target="_blank">Freunden der Seefahrt</a>&#8221; in Emden gestellt. Ich hatte gefragt, ob es dort evtl. noch Informationen zu Claus-Dieter Dittmer geben würde, bzw. Informationen zu den Schiffen, dem Unglück usw. Der 1. Vorsitzende Helmut Tjardes versprach, sich bei meiner Mutter zu melden und das tat er dann auch tatsächlich. So ergab sich, dass der 2. Vorsitzende Ernst Richter seiner Zeit als Koch mit meinem Onkel gefahren ist. Über seine Zeit als Koch auf See hat er sogar ein <a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/images/buch2.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2179]">Buch</a> geschrieben und in diesem Buch ist wohl auch mind. eine Fahrt beschrieben, die er zusammen mit Claus-Dieter begangen hat. Dies alles erfuhren meine Mutter, die Praktikantin und ich, als wir den Freunden der Seefahrt in ihrem Museum in Emden einen Besuch abstatteten. Herr Richter hatte Kopien verschiedener Fotos dabei und auf ein oder zwei war wohl auch mein Onkel zu sehen. Wird auf den Originalen nochmal genauer betrachtet. Zwischen vielen Erinnerungen, vor allem über die Mitbringsel von verschiedenen Reisen (über ein besonderes Tablett berichte ich später noch), kamen wir auch dazu alte Bücher mit Unfallmeldungen zu durchsuchen.</p>
<p><span id="more-2179"></span></p>
<p>Diese Bücher sollten zerstört werden, wurden dann aber von den Seefahrtsfreunden gerettet.</p>
<div id="attachment_2180" class="wp-caption aligncenter" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5119.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2180" title="img_5119" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5119-199x300.jpg" alt="Unfallregister. Freunde der Seefahrt Emden (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Unfallregister. Freunde der Seefahrt Emden (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Nach ein bisschen Sucherei, bei der übrigens ich den Eintrag gefunden habe, fanden wir den Eintrag zu Claus-Dieter Dittmer.</p>
<div id="attachment_2181" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5118small.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2181" title="img_5118small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5118small-300x199.jpg" alt="Eintrag im Unfallbuch Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Eintrag im Unfallbuch Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Zwischen den Erinnerungen und weiterem Gedankenaustausch hörte ich ab und an meine Mutter ungefähr folgendes sagen: &#8220;Das Tablett haben wir sogar noch!&#8221;. Nun, wenn irgendwas noch vorhanden ist, dann will ich das gefälligst auch sehen und als wir wieder in Aurich waren, zeigte mir meine Mutter eben dieses Tablett. Ich erinnerte mich sogar noch daran, denn früher hing das bei uns an der Wand.</p>
<div id="attachment_2182" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5123small.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2182" title="img_5123small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5123small-300x199.jpg" alt="Tablett Südamerika (Klicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett Südamerika (Klicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Auf dem Tablett sieht man eine &#8220;Karte&#8221; von Südamerika: Name, Form und Flaggen der Länder, das ganze schön bunt und schillernd. 1960 lief die &#8220;Ilse Schulte&#8221; Rio de Janeiro an und dort kauften sich wahrscheinlich die meisten Besatzungsmitglieder dieses Tablett. Ernst Richter hat wohl auch noch so eins. Neben dem Umstand, dass es sich dabei um ein Zeugnis für das Leben meines Onkels handelt, ist an diesem Ding noch etwas interessant. Die vielen bunten Farben kommen nämlich nicht von ungefähr, sondern stammen von den vielen Schmetterlingsflügeln, die hinter dem Glas und der &#8220;Maske&#8221; angebracht sind. Nach so etwas wie Artenschutz fragt man da lieber erst gar nicht.</p>
<div id="attachment_2184" class="wp-caption alignnone" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5132small1.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2184" title="img_5132small1" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5132small1-199x300.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 1 (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 1 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2186" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5131small2.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2186" title="img_5131small2" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5131small2-300x199.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 2 (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 2 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2185" class="wp-caption alignnone" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5129small3.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2185" title="img_5129small3" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5129small3-199x300.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 3 (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 3 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2183" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5130small4.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2183" title="img_5130small4" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5130small4-300x199.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 4 (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 4 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Meine lepidopterologischen<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/06/01/als-artenschutz-noch-ein-fremdwort-war/#footnote_0_2179" id="identifier_0_2179" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ja, ich hab das Wort nachgeschlagen.">1</a></sup> Kenntnisse reichen allerdings nicht aus zu bestimmen, von welchen Schmetterlingen diese Flügel stammen. Das Tablett hängt aber unter anderem wegen dem Massenmord an Schmetterlingen nicht mehr an der Wand<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/06/01/als-artenschutz-noch-ein-fremdwort-war/#footnote_1_2179" id="identifier_1_2179" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und weil es einfach schrecklich kitschig ist.">2</a></sup> , aber zum Wegwerfen ist es dann auch zu schade.</p>
<p>In Sachen Schmuggel war mein Onkel wohl so oder so recht begabt. Sogar einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Spitze" target="_blank">Spitz</a> schmuggelte er dereinst aus Afrika nach Deutschland.</p>
<p>Zum Ende noch ein Foto vom letzten Eintrag im Seefahrtsbuch:</p>
<div id="attachment_2187" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5139small.jpg" rel="lightbox[2179]"><img class="size-medium wp-image-2187" title="img_5139small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5139small-300x199.jpg" alt="Seefahrtsbuch (geschlossen) von Claus-Dieter Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Seefahrtsbuch (geschlossen) von Claus-Dieter Dittmer (Anklicken für größere Ansicht) </p></div>
<p>Demnächst werde ich, sobald ich sie erhalten habe, mal weitere Fotos hier reinstellen. Die eine oder andere Geschichte gibt es sicher auch noch zu erzählen.</p>
________<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2179" class="footnote">Ja, ich hab das Wort nachgeschlagen.</li><li id="footnote_1_2179" class="footnote">Und weil es einfach schrecklich kitschig ist.</li></ol>________]]></content:encoded>
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		<title>Die Segnungen der modernen Technik</title>
		<link>http://www.edition-flint.de/2009/05/11/die-segnungen-der-modernen-technik/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 16:02:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Die Praktikantin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich übe noch]]></category>
		<category><![CDATA[Die Praktikantin]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich ja immer für die letzte Person aus meiner Familie mit meinem Nachnamen gehalten, was nicht ganz unproblematisch ist, weil ich nie wollte, dass unser Nachname &#8220;ausstirbt&#8221;. Für einen potenziellen Heitratskandidaten hätte das bedeutet, dass er damit hätte klar kommen müssen, dass ich meinen Nachnamen nach der Hochzeit behalte und auch ein Kind, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://www.edition-flint.de/category/ich-ube-noch/" title="Ich übe noch"><img src="/wp-uploads/icons/topic_ich-ube-noch.jpg" style="float:left;" width="60" height="90" alt="Ich übe noch" /></a>
<p>Ich habe mich ja immer für die letzte Person aus meiner Familie mit meinem Nachnamen gehalten, was nicht ganz unproblematisch ist, weil ich nie wollte, dass unser Nachname &#8220;ausstirbt&#8221;. Für einen potenziellen Heitratskandidaten hätte das bedeutet, dass er damit hätte klar kommen müssen, dass ich meinen Nachnamen nach der Hochzeit behalte und auch ein Kind, vorzugsweise ein Junge, dann meinen Nachnamen hätte tragen sollen. Ich wollte gewissermaßen &#8220;Mutter einer neuen Dynastie&#8221; und eines &#8220;Stammhalters&#8221; werden<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/05/11/die-segnungen-der-modernen-technik/#footnote_0_2127" id="identifier_0_2127" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ja, das klingt komisch, aber genau das wollte ich">1</a></sup>. Dieses Problem stellt sich seit kurzem nicht mehr.</p>
<p>Leset also, wie es geschah, dass mir mein eigener Nachname jetzt nicht mehr ganz so wichtig ist:<span id="more-2127"></span></p>
<p>Ich habe mich mal bei einem internationalen Internet-Netzwerk angemeldet, wie so viele es tun. Ja, diese Dinger sind recht verschrien, was Datensicherheit und so weiter betrifft, aber man muss ja irgendwie mit Freunden, Bekannten und Verwandten in Kontakt bleiben können.</p>
<p>Anfangs nutzte ich dieses Portal nur selten. Ich bekam ein paar &#8220;Freundschaftanfragen&#8221; von mir völlig unbekannten Leuten aus Ländern, in denen ich zum Teil noch nie war. Mit der Zeit entdeckte ich das Portal für mich und fand Freunde, die auch dort angemeldet sind.</p>
<p>Irgendwann bekam ich eine Anfrage von einem Schweden, der zufälligerweise den gleichen Nachnamen hat, wie ich. Nennen wir ihn &#8220;F.B.&#8221; Ich dachte mir: &#8220;Toll, endlich finde ich mal jemanden mit meinem doch recht ausgefallenen Nachnamen!&#8221; &#8211; Ja, eigentlich hat er mich gefunden und ich halte meinen Nachnamen für so ausgefallen, weil ich in einem anderen Netzwerk niemanden gefunden habe, der heißt wie ich. Variationen meines Namens, ja, aber nicht die &#8220;volle&#8221; Version.</p>
<p>Nun hatte ich also diesen netten Schweden als Freund. Juchuu!</p>
<p>Später meldete sich auch meine Mutter bei besagtem Netzwerk, auf Einladung einer Bekannten, an. Natürlich erzählte ich ihr, dass es hier jemanden gäbe, der heißt wie wir. Sie schaute mich an und meinte: &#8220;Du, es gab mal einen Verwandten von uns, der ist so um 1950/1960 rum nach Schweden ausgewandert, weil er so schlimmes Asthma hatte. Wegen dem gesünderen Klima da.&#8221;</p>
<p>Dies teilte ich natürlich gleich dem F. mit, weil ich es einen lustigen Zufall fand. In Hinterkopf hatte ich allerdings schon den Gedanken &#8220;was, wenn wir verwandt wären!?&#8221; F. antwortete, dass diese Person sein Vater sein könnte. Was für ein Zufall!</p>
<p>Ein bisschen hin und her und meine Mutter beschloss, meine Großmutter zu konsultieren und sich von ihr einen Ordner zu borgen, der gewissermaßen unser &#8220;Abstammungsnachweis&#8221; ist. Es gab da mal eine Zeit, in der musste sowas tatsächlich nachgewiesen werden, damit einem nichts böses passierte. Und diesen Nachweis hat mein Opa damals aufgehoben und eine Art kleine Familienchronik draus gemacht. Es steht nicht sonderlich viel drinen, aber: Perfekt für unsere Belange, vielleicht findet sich ja was<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/05/11/die-segnungen-der-modernen-technik/#footnote_1_2127" id="identifier_1_2127" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="interessant auch die Stempel, die auf den Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden sind aber das nur nebenbei">2</a></sup>.</p>
<p>Und tatsächlich: Meine Mutter fand beim durchgehen dieser Belege einen Brief. Dieser wurde 1964 von einer Tante geschrieben, an die meine Mutter sich noch aus ihrer Kindheit erinnerte. Zum &#8220;Briefzeitpunkt&#8221; war die gute Frau etwa sechszig Jahre alt und sie schrieb so über die Familie, wie es ihr und allen anderen gehe und so weiter. Im letzten Absatz kam dann der für uns wichtige Teil: Sie schrieb über einen W., der nun in Schweden seine Lehre und Militärzeit abgeschlossen hätte, die schwedische Staatsangehörigkeit bekommen hätte uns schon ein Jahr verlobt sei.</p>
<p>Jetzt fragte ich natürlich F., wie denn der Vorname seines Vaters sei. Nach einer Weile antwortete er, sein Vater heiße W. Jetzt war es klar: F. und ich gehören zur selben Familie, darum haben wir den selben Nachnamen.</p>
<p>F. interessierte sich sehr für das Verhältnis zwischen der Tante, die diesen Brief geschrieben hatte, und seinem Vater. Das konnte ich ihm noch nicht genau beantworten, vielleicht kann ich es, nachdem ich die Schwester meines Großvaters angerufen habe. Was ich ihm aber genau beantworten konnte war diese Frage: &#8220;Bedeutet das, dass wir verwandt sind?&#8221; &#8211; &#8220;Ja, genau das bedeutet es.&#8221;</p>
<p>Das Ganze bedeutet aber jetzt auch für mich, dass ich mir keine Sorge um den Erhalt meines Nachnamens und gewissermaßen der ganzen Familie machen muss und heiraten könnte, wen ich wollte &#8211; auch wenn ich meinen Nachnamen nicht behalten dürfte.</p>
<p>Und das alles nur, weil es das Internet und internationale Netzwerke gibt. Das nenn ich mal Segen der modernen Technik.</p>
________<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2127" class="footnote">ja, das klingt komisch, aber genau das wollte ich</li><li id="footnote_1_2127" class="footnote">interessant auch die Stempel, die auf den Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden sind aber das nur nebenbei</li></ol>________]]></content:encoded>
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		<title>Spurensuche</title>
		<link>http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/</link>
		<comments>http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 20:23:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vergangenes]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischendurch suche ich für meine Mutter nach Spuren ihres Bruders und meines Namensgebers. Claus-Dieter Dittmer war Matrose und ist irgendwann auf See geblieben. Dank Google Maps konnte meine Mutter wenigstens mal eine Visualisierung der Stelle an der der Sturm das Unglück brachte bekommen. Die Segen der modernen Technik sind schon ganz nett, oder? Bei allen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Zwischendurch suche ich für meine Mutter nach Spuren ihres Bruders und meines Namensgebers. Claus-Dieter Dittmer war Matrose und ist irgendwann auf See geblieben. Dank Google Maps konnte meine Mutter wenigstens mal eine Visualisierung der <a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=52%C2%B0+33+N,+21%C2%B0+57+W&amp;sll=37.0625,-95.677068&amp;sspn=50.69072,79.013672&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;ll=57.844751,-17.666016&amp;spn=35.070017,79.013672&amp;z=4&amp;iwloc=A" target="_blank">Stelle</a> an der der Sturm das Unglück brachte bekommen.<br />
<span id="more-2034"></span><br />
Die Segen der modernen Technik sind schon ganz nett, oder? Bei allen anderen Suchen hatte ich bloß leider bisher weniger Erfolg. Da ich nicht ständig wieder bei 0 anfangen will und natürlich um die Chancen zu steigern etwas zu finden, protokolliere ich hier mal, was ich so gefunden habe.</p>
<p>Claus-Dieter Dittmer selbst sah wie folgt aus:</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scannen0040.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2048 alignnone" title="scannen0040" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scannen0040-218x300.jpg" alt="scannen0040" width="218" height="300" /></a> <a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scannen0011.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2049 alignnone" title="scannen0011" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scannen0011-193x300.jpg" alt="scannen0011" width="193" height="300" /></a></p>
<p>Aus seinem Seefahrtsbuch gehen folgende Schiffe und Zeiten hervor:</p>
<ul>
<li>Hertha Engeline Fritzen: 12.05.53 &#8211; 14.12.53</li>
<li>&#8220;Anna&#8221;: 2812.53 &#8211; 24.08.54</li>
<li>&#8220;Heinrich Lorenz&#8221;: 04.09.54 -13.11.54</li>
<li>&#8220;Stadt Leer&#8221;: 26.11.54 &#8211; 21.05.55</li>
<li>&#8220;Martha Hendr. Fisser&#8221;: 03.06.55 &#8211; 19.3.56</li>
<li>&#8220;Thor&#8221;: 10.04.56 &#8211; 04.02.57</li>
<li>&#8220;Joachim Schulte&#8221;: ?.?.1957 &#8211; 19.8.58</li>
<li>&#8220;Lucie Schulte&#8221;: 19.09.58 &#8211; 30.07.59</li>
<li>&#8220;Ilse Schulte&#8221;: 06.10.59 &#8211; 18.11.60</li>
<li>&#8220;Maria Anna Schulte&#8221;: 04.02.61 &#8211; Unfall 29.09.61 (Kapitän W. Gramberger)</li>
</ul>
<p>Aufgeschlüsselt nach Jahren:</p>
<ul>
<li>1953: Hertha Engeline Fritzen, Anna</li>
<li>1954: Anna, Heinrich Lorenz, Stadt Leer</li>
<li>1955: Stadt Leer, Martha Hendr. Fisser</li>
<li>1956: Martha Hendr. Fisser, Thor</li>
<li>1957: Thor, Joachim Schulte</li>
<li>1958: Joachim Schulte, Lucie Schulte</li>
<li>1959: Lucie Schulte, Ilse Schulte</li>
<li>1960: Ilse Schulte</li>
<li>1961: Maria Anna Schulte</li>
</ul>
<p>Zu den Schiffen findet man ab und an Bilder im Internet. Nachfolgend wiedergegeben, mit Angabe der Quelle. Sollte eine Darstellung auf dieser Seite von den Inhabern der Bilder nicht gewünscht sein, so bitte ich mich darüber zu informieren. Die Bilder werden dann entfernt.</p>
<p><strong>Hertha Engeline Fritzen</strong> (<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/frachtraum/reedereien/schiffefritzen.php" target="_blank">Quelle Freunde der Seefahrt e.V.</a>):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/hertaengelinefritzen.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2036 alignnone" title="hertaengelinefritzen" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/hertaengelinefritzen-300x157.jpg" alt="hertaengelinefritzen" width="300" height="157" /></a></p>
<p>Weitere Informationen zum Schiff (<a href="http://www.pust-norden.de/fritz-arch.htm" target="_blank">Quelle Hans-Jörg Pust, dort auch ein weiteres Bild des Schiffes</a>):</p>
<blockquote><p>M/S &#8220;Herta Engeline Fritzen&#8221;</p>
<p>Rufz.: DCWE, 10.000 tdw, 4000 PS, 12 KTS, 4.9.51 in Dienst, Juli 1964 als &#8220;Eastern Meteor&#8221; nach Manila, 1977 als &#8220;NEW MAN FU&#8221; nach Panama, 1978 umbenannt in &#8220;Char Cheng&#8221;. April 1981 Abbruch in Kaohsiung.</p></blockquote>
<p><strong>Anna</strong> (<a href="http://suche.seeleute.net/viewtopic.php?p=18454#18454" target="_blank">Quelle &#8220;Seeleute im Internet&#8221;</a>):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/christa-juls.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="alignnone size-medium wp-image-2054" title="christa-juls" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/christa-juls-300x195.jpg" alt="christa-juls" width="300" height="195" /></a></p>
<p>Weitere Informationen, ebenfalls von o.g. Quelle:</p>
<blockquote><p>Hier die &#8220;Christa Juls&#8221;<br />
Gebaut als &#8220;Anna&#8221; 1931 N.V. Werf Vooruit,Enkhuizen als Binnenschiff.<br />
ab 1934 in Seeschiffsregister in Haren eingetragen für Johann Gerdes aus Haren/Ems.<br />
38,43m x 6,03m x 2,60 Tiefgang.<br />
202 BRT/285 tdw.<br />
MaK 110 Kw. 8,0 Knoten.<br />
1965 an H. Juls, Oberndorf/Oste um in &#8220;Christa Juls&#8221;<br />
1984 an Klaus Juls Oberndorf, später Kappeln k.N.<br />
1987 an Eisen und Metall AG, Hamburg um in &#8220;Bos´n&#8221;<br />
1988 an Horst Labuschewski, Hamburg um in &#8220;Bosun&#8221; Belize Flagge.<br />
13.10.1989 in Hamburg aufgelegt.<br />
22.02.1990 lag das Schiff bei der Scheel &amp; Jönk Werft in Harburg auf nun verkauft nach Harlingen,das Schiff wurde ins Niederländische Binnenschiffsregister eingetragen.<br />
1992 nach Amsterdam verkauft an ungenannte Eigner.</p></blockquote>
<p><strong>MS Heinrich Lorenz</strong> (<a href="http://suche.seeleute.net/viewtopic.php?t=2652" target="_blank">Quelle &#8220;Seeleute im Internet&#8221;</a>):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scan20128.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2039 alignnone" title="scan20128" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/scan20128-300x221.jpg" alt="scan20128" width="300" height="221" /></a></p>
<p><strong>Stadt Leer</strong> (bisher keine Informationen)</p>
<p><strong>Martha Hendr. Fisser</strong> (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/SS_Hoxie" target="_blank">Wikipedia</a>) (<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/frachtraum/reedereien/schiffefido.php" target="_blank">Quelle Freunde der Seefahrt e.V.</a>)</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/erhenfisser3.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2040 alignnone" title="erhenfisser3" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/erhenfisser3-300x139.jpg" alt="erhenfisser3" width="300" height="139" /></a></p>
<p><strong>Thor</strong> (wahrscheinlich dieses hier, Quelle &#8220;<a href="http://www.seereederei-frigga.de/daten.html#thor18" target="_blank">Seereederei-frigga.de</a>&#8220;):</p>
<blockquote><p>Dreifach-Expansionsmaschine von McColl Pollock Ltd., Sunderland Bauwerft: C. Hill &amp; Sons, Bristol als Bau Nr. 127.<br />
Abgeliefert im Juni 1918 als &#8220;War Musket&#8221; an The Shipping Controller, London, bereedert von Allen, Adams &amp; Co. Ltd., London.<br />
Verkauft 1919 an Societé Transoceanique de Transportation, Anvers und umgetauft in &#8220;Sierra Leone&#8221;.<br />
1920 weiterverkauft an S. de Cabotage Int., Anvers.<br />
1924 an Credit Foncier d&#8217;Algerie et de Tunisie, Paris.<br />
1925 an Union Industrielles et Maritime, Rouen und umbenannt in &#8220;Janine&#8221;.<br />
Im Oktober 1948 geht das Schiff dann an die dänische Rederei AS Trampservice in Kopenhagen.<br />
Die Seereederei &#8220;Frigga&#8221; kauft das Schiff im März 1950 und benennt es in &#8220;Thor&#8221; um.<br />
Am 22.02.1958 wird der alte Dampfer dann von Emden nach Bremerhaven geschleppt zur Abwrackung durch Eisen &amp; Metall AG, Lehr &amp; Co.</p></blockquote>
<p><strong>MS Joachim Schulte</strong> (<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/frachtraum/reedereien/schiffeschultebruns.php" target="_blank">Quelle Freunde der Seefahrt e.V.</a>):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/msjoachimschulte.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2035 alignnone" title="msjoachimschulte" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/msjoachimschulte-300x168.jpg" alt="msjoachimschulte" width="300" height="168" /></a></p>
<p>Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das richtige Schiff erwischt habe. Denn auf <a href="http://www.e-len.de/seefahrt/h-schulte/schiff.htm" target="_blank">dieser Seite</a> steht:</p>
<blockquote><p>MS &#8220;Heinrich Schulte&#8221;; Ab Juni 1963 MS &#8220;Joachim Schulte&#8221;</p></blockquote>
<p>und das abgebildete Schiff bei &#8220;Opa Eddi&#8221; dürfte das oben abgebildete sein. Nach dem Auszug aus dem Seefahrtsbuch hieß das Schiff aber schon 1957 &#8220;Joachim Schulte&#8221;.</p>
<p><strong>Lucie Schulte</strong> (Bisher keine Informationen)</p>
<p><strong>MS Ilse Schulte</strong> (<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/frachtraum/reedereien/schiffeschultebruns.php" target="_blank">Quelle Freunde der Seefahrt e.V.</a>):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/msilseschulte2.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2041 alignnone" title="msilseschulte2" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/04/msilseschulte2-300x184.jpg" alt="msilseschulte2" width="300" height="184" /></a></p>
<p><strong>MS Maria Anna Schulte</strong> (<a href="http://www.suche.seeleute.net/viewtopic.php?p=2327&amp;sid=0e66c159411d72b333db3a30bb03a6d7#2327" target="_blank">Quelle &#8220;Seeleute im Internet</a>&#8220;) (<a href="http://www.photoship.co.uk/JAlbum%20Ships/Old%20Ships%20M/slides/Maria%20Anna%20Schulte-01.html" target="_blank">Bild</a>):</p>
<blockquote><p>Die “Maria Anna Schulte“ war ein Schwesterschiff der “Elise Schulte“, ist zuletzt als “Lucky Virgin“ für Federal Steamship Line Corp. unter Panama Flagge gefahren, wurde 1987 aus dem Register gestrichen, Schicksal unbekannt.</p>
<p>Das Schiff lief auch als:</p>
<p>“Tehonga“<br />
“Byzantine Eagle“<br />
“Eagle“ unter griechischer Flagge.</p></blockquote>
<p>Außerdem finden sich beim Hamburger Abendblatt verschiedene Einträge, die mit einzelnen Schiffen zu tun haben. Nur beispielsweise die Einträge zur &#8220;Maria Anna Schulte&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.abendblatt.de/extra/service/944949.html?xmlurl=http%3a%2f%2f87.230.59.37%2fha%2f1957%2fxml%2f19571223xml%2fhabxml57_31646.xml&amp;pdfurl=http%3a%2f%2f87.230.59.37%2fha%2f1957%2fpdf%2f19571223.pdf%2fASV_HAB_19571223_HA_011.pdf" target="_blank"> Nr. 298 vom 23.12.1957, Seite 11</a>:</p>
<blockquote><p>Die Werft Schulte &amp; Bruns in Emden liefert heute das 1870 BRT große Frachtmotorschiff &#8220;Maria Anna Schulte&#8221; an ihre Muttergesellschaft, die Reederei Schulte &amp; Bruns in Emden, ab. Der Neubau ist 74 m zwischen den Loten lang, 12 m breit und trägt bei 6 m Tiefgang als Volldecker 3000 t. Seine drei Laderäume fassen 140 000 cbf Schüttgut. Ein achtern aufgestellter 1500 PS leistender MAN-Dlesel mit Aufladung ermöglicht 12 Knoten Oeschindigkeit. Unter der Baunummer 192 ist ein Schwesterschiff, ebenfalls für eigene Rechnung, In Bau.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.abendblatt.de/extra/service/944949.html?xmlurl=http%3a%2f%2f87.230.59.37%2fha%2f1960%2fxml%2f19600420xml%2fhabxml60_10438.xml&amp;pdfurl=http%3a%2f%2f87.230.59.37%2fha%2f1960%2fpdf%2f19600420.pdf%2fASV_HAB_19600420_HA_018.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2034]">Nr. 92 vom 20.04.1960, Seite 18</a>:</p>
<blockquote><p>Schiffahrt- und Luftfahrtmosaik</p>
<p>Rekordzeit nach Frankfurt</p>
<p>In der Rekordzeit von 6 Stunden und 18 Minuten hat eine Boeing 707 Intercontinental der Deutschen Lufthansa die über 6000 Kilometer lange Strecke von New York nach Frankfurt am Main im Nonstopflug zurückgelegt. Wie die Lufthansa mitteilte, lag die bisherige Rekordzeit für diese Flugstrecke bei knapp sieben Stunden.</p>
<p>6 deutsche Frachter gechartert</p>
<p>Mit vier gecharterten deutschen Frachtern verstärkt die Canadian Pacific Steamships Ltd. in dieser Saison ihren Große Seen-Dienst von Nordeuropa. Von Liverpool aus verkehren die MS &#8220;Hermann Schulte&#8221; und &#8220;Erika Schulte&#8221; mit je 30O0 tdw und von London sowie Antwerpen die MS &#8220;Elise Schulte&#8221; und</p>
<p>&#8220;Maria Anna Schulte&#8221; (je 2700 tdw). Bei genügendem Ladungsangebot sollen deren Abfahrten auch auf Hamburg, Rotterdam und Le Havre ausgedehnt werden. Als Ersatz für zwei verkaufte Frachter hat die Canadian Pacific außerdem für ihren Ostkanada-Kontinentdienst die beiden deutschen 14-kn-Motorfrachter &#8220;Ludolf Oldendorff&#8221; (4550 tdw) und &#8220;Dora Oldendorff&#8221; (4478 tdw) gechartert. Von polnischen Seehäfen aus wurden im Februar 1960 insgesamt 1 371 000 Tonnen Güter umgeschlagen. Das entspricht einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Einzelzahlen lauten für Stettin 601 000 t, Gdingen 432 000 t und Danzig 338 000 t.</p></blockquote>
<p>Zum Unglück:</p>
<ul>
<li>Über Bord gespült am 29.09.1961</li>
<li>Das Seefahrtsbuch wurde am 11. Mai 1962 geschlossen</li>
</ul>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/2009/06/01/als-artenschutz-noch-ein-fremdwort-war/" target="_blank">UPDATE: Aus diesem Eintrag:</a></p>
<p>Im Zuge der Recherche zum <a href="http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/" target="_blank">Bruder meiner Mutter</a> hat sich mittlerweile so einiges ergeben. Ich hatte eine Anfrage bei den &#8220;<a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/index.php" target="_blank">Freunden der Seefahrt</a>&#8221; in Emden gestellt. Ich hatte gefragt, ob es dort evtl. noch Informationen zu Claus-Dieter Dittmer geben würde, bzw. Informationen zu den Schiffen, dem Unglück usw. Der 1. Vorsitzende Helmut Tjardes versprach, sich bei meiner Mutter zu melden und das tat er dann auch tatsächlich. So ergab sich, dass der 2. Vorsitzende Ernst Richter seiner Zeit als Koch mit meinem Onkel gefahren ist. Über seine Zeit als Koch auf See hat er sogar ein <a href="http://www.seefahrtsfreunde.de/images/buch2.jpg" target="_blank" rel="lightbox[2034]">Buch</a> geschrieben und in diesem Buch ist wohl auch mind. eine Fahrt beschrieben, die er zusammen mit Claus-Dieter begangen hat. Dies alles erfuhren meine Mutter, die Praktikantin und ich, als wir den Freunden der Seefahrt in ihrem Museum in Emden einen Besuch abstatteten. Herr Richter hatte Kopien verschiedener Fotos dabei und auf ein oder zwei war wohl auch mein Onkel zu sehen. Wird auf den Originalen nochmal genauer betrachtet. Zwischen vielen Erinnerungen, vor allem über die Mitbringsel von verschiedenen Reisen (über ein besonderes Tablett berichte ich später noch), kamen wir auch dazu alte Bücher mit Unfallmeldungen zu durchsuchen.</p>
<p>Diese Bücher sollten zerstört werden, wurden dann aber von den Seefahrtsfreunden gerettet.</p>
<div id="attachment_2180" class="wp-caption aligncenter" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5119.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2180" title="img_5119" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5119-199x300.jpg" alt="Unfallregister. Freunde der Seefahrt Emden (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Unfallregister. Freunde der Seefahrt Emden (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Nach ein bisschen Sucherei, bei der übrigens ich den Eintrag gefunden habe, fanden wir den Eintrag zu Claus-Dieter Dittmer.</p>
<div id="attachment_2181" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5118small.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2181" title="img_5118small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5118small-300x199.jpg" alt="Eintrag im Unfallbuch Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Eintrag im Unfallbuch Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Zwischen den Erinnerungen und weiterem Gedankenaustausch hörte ich ab und an meine Mutter ungefähr folgendes sagen: &#8220;Das Tablett haben wir sogar noch!&#8221;. Nun, wenn irgendwas noch vorhanden ist, dann will ich das gefälligst auch sehen und als wir wieder in Aurich waren, zeigte mir meine Mutter eben dieses Tablett. Ich erinnerte mich sogar noch daran, denn früher hing das bei uns an der Wand.</p>
<div id="attachment_2182" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5123small.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2182" title="img_5123small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5123small-300x199.jpg" alt="Tablett Südamerika (Klicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett Südamerika (Klicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Auf dem Tablett sieht man eine &#8220;Karte&#8221; von Südamerika: Name, Form und Flaggen der Länder, das ganze schön bunt und schillernd. 1960 lief die &#8220;Ilse Schulte&#8221; Rio de Janeiro an und dort kauften sich wahrscheinlich die meisten Besatzungsmitglieder dieses Tablett. Ernst Richter hat wohl auch noch so eins. Neben dem Umstand, dass es sich dabei um ein Zeugnis für das Leben meines Onkels handelt, ist an diesem Ding noch etwas interessant. Die vielen bunten Farben kommen nämlich nicht von ungefähr, sondern stammen von den vielen Schmetterlingsflügeln, die hinter dem Glas und der &#8220;Maske&#8221; angebracht sind. Nach so etwas wie Artenschutz fragt man da lieber erst gar nicht.</p>
<div id="attachment_2184" class="wp-caption alignnone" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5132small1.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2184" title="img_5132small1" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5132small1-199x300.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 1 (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 1 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2186" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5131small2.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2186" title="img_5131small2" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5131small2-300x199.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 2 (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 2 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2185" class="wp-caption alignnone" style="width: 209px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5129small3.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2185" title="img_5129small3" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5129small3-199x300.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 3 (Anklicken für größere Ansicht)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 3 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<div id="attachment_2183" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5130small4.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2183" title="img_5130small4" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5130small4-300x199.jpg" alt="Tablett mit Schmetterlingsflügeln 4 (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Tablett mit Schmetterlingsflügeln 4 (Anklicken für größere Ansicht)</p></div>
<p>Meine lepidopterologischen<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/#footnote_0_2034" id="identifier_0_2034" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ja, ich hab das Wort nachgeschlagen.">1</a></sup> Kenntnisse reichen allerdings nicht aus zu bestimmen, von welchen Schmetterlingen diese Flügel stammen. Das Tablett hängt aber unter anderem wegen dem Massenmord an Schmetterlingen nicht mehr an der Wand<sup><a href="http://www.edition-flint.de/2009/04/25/spurensuche/#footnote_1_2034" id="identifier_1_2034" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und weil es einfach schrecklich kitschig ist.">2</a></sup> , aber zum Wegwerfen ist es dann auch zu schade.</p>
<p>In Sachen Schmuggel war mein Onkel wohl so oder so recht begabt. Sogar einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Spitze" target="_blank">Spitz</a> schmuggelte er dereinst aus Afrika nach Deutschland.</p>
<p>Zum Ende noch ein Foto vom letzten Eintrag im Seefahrtsbuch:</p>
<div id="attachment_2187" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5139small.jpg" rel="lightbox[2034]"><img class="size-medium wp-image-2187" title="img_5139small" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2009/06/img_5139small-300x199.jpg" alt="Seefahrtsbuch (geschlossen) von Claus-Dieter Dittmer (Anklicken für größere Ansicht)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Seefahrtsbuch (geschlossen) von Claus-Dieter Dittmer (Anklicken für größere Ansicht) </p></div>
<p>Demnächst werde ich, sobald ich sie erhalten habe, mal weitere Fotos hier reinstellen. Die eine oder andere Geschichte gibt es sicher auch noch zu erzählen.</p>
________<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2034" class="footnote">Ja, ich hab das Wort nachgeschlagen.</li><li id="footnote_1_2034" class="footnote">Und weil es einfach schrecklich kitschig ist.</li></ol>________]]></content:encoded>
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		<title>Der Apfel fällt nicht weit vom Kleinvieh</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 20:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Und nun zu etwas völlig Anderem]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein paar Redensarten wurden ja schon untersucht, nun sollen noch ein paar weitere folgen. Entschuldigt, dass ich euch nicht sofort von meinen weiteren Experimenten berichtet habe, aber ich musste mich erst einmal vor den Heerscharen erboster Eltern retten. Mit wahren Traktaten voller Redensarten haben sie mich angegriffen, die Münder schäumend und die Augen blutunterlaufen. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Ein paar Redensarten wurden ja schon untersucht, nun sollen noch ein paar weitere folgen. Entschuldigt, dass ich euch nicht sofort von meinen weiteren Experimenten berichtet habe, aber ich musste mich erst einmal vor den Heerscharen erboster Eltern retten. Mit wahren Traktaten voller Redensarten haben sie mich angegriffen, die Münder schäumend und die Augen blutunterlaufen. Es war kein schöner Anblick, das sage ich euch. Aber durch einen Trick konnte ich sie irgendwann abhängen. Ich stellte einen ausgestopften Papageien auf die Erde und hängte ihm ein Schild mit der Aufschrift &#8220;früher Vogel&#8221; um den Hals und alle Eltern blieben stehen um zu sehen, wie der Vogel einen Wurm fängt. Sowas kommt halt davon, wenn man an solche komischen Redensarten glaubt.<br />
<span id="more-319"></span><br />
Ich fragte mich kurz darauf, was wohl Vögel zu diesen Sprüchen sagen. Also fragte ich einen Spatz. Der Spatz guckte mich relativ dämlich an, wie es halt nur Spatzen können. Der Kopf zuckte mal hierhin und mal dorthin. Zwischendurch sagte er noch vielsagend &#8220;Tschiep!?&#8221;, eine wirkliche Antwort bekam ich aber nicht. &#8220;Liegt wahrscheinlich am Spatzenhirn&#8221;, dachte ich und suchte mir einen Raben. Raben gelten ja als sehr intelligente Vögel. Ich fragte also den nächstbesten Raben: &#8220;Hallo Rabe, was meinst du? Fängt nur der frühe Vogel den Wurm?&#8221;<br />
Er guckte mich an, als sei ich gerade erst vom Baum gefallen und fing dann <del datetime="2008-06-17T20:20:01+00:00">schallend</del> krächzend an zu lachen. &#8220;So&#8217;ne dämliche Fragen können auch nur Menschen stellen! Hör mir mal zu, denkste etwa wirklich die blöden Würmer richten sich nach irgendeiner Uhrzeit? Die sind viel zu dämlich um &#8216;ne Uhr zu lesen und außerdem bekommen die des inner Erde gar nich mit, ob&#8217;s nu hell oder dunkel is. Ne, ne, ne. Also mit der Uhrzeit, damit hat des nu echt gar nix zu tun, du!&#8221;<br />
Als ich ihn gerade fragen wollte, womit es denn etwas zu tun habe, fiel mir ein Apfel auf den Kopf. Einfach so. Der Rabe flog davon und ich guckte den Apfel an. Mir war, als würde er hämisch grinsen.</p>
<p>Weiter demnächst.</p>
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		<title>Redensarten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 09:35:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Und nun zu etwas völlig Anderem]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe!?]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit? An all die tollen Redensarten, mit denen eure Eltern versucht haben euch zu erziehen? All diese Binsenweisheiten, die Kindern Benehmen beibringen oder sie auf ihre gesellschaftliche Rolle vorbereiten sollen. Das bekannteste Sprichwort ist wohl &#8220;Ein Indianer kennt keinen Schmerz&#8221;, und schon dieses Sprichwort strotzt nur so von Unwahrheit. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit? An all die tollen Redensarten, mit denen eure Eltern versucht haben euch zu erziehen? All diese Binsenweisheiten, die Kindern Benehmen beibringen oder sie auf ihre gesellschaftliche Rolle vorbereiten sollen. Das bekannteste Sprichwort ist wohl &#8220;Ein Indianer kennt keinen Schmerz&#8221;, und schon dieses Sprichwort strotzt nur so von Unwahrheit.<br />
<span id="more-318"></span><br />
Vor kurzem hab ich einen Indianer getroffen, der stand da einfach so rum, und ich dachte mir: &#8220;Hey, da kannste jetzt mal testen!&#8221; Also zu ihm hin und mal volle Kanne freundlich vor sein Schienbein getreten, im festen Glauben, dass er mich angucken und sagen würde: &#8220;Deine Eltern hatten Recht, wir kennen keinen Schmerz&#8221;, und mir dann ein Bier spendieren würden. Als ich ihn trat, verunsicherte mich sein Blick. In seinem Blick stand eindeutig Schmerz geschrieben. Ich war völlig erstaunt! Sollten meine Eltern etwa gelogen haben? Da ich das Weglaufen vergaß, hatte ich im Krankenhaus eine Menge Zeit über die Worte meiner Eltern nachzudenken. Also beschloss ich die ganzen Redensarten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen, um dann irgendwann meinen Eltern eine dicke Rechnung zu präsentieren. So ging ich sie dann durch, die ganzen alten Unwahrheiten und fand schnell Anhänger, die mich mit mehr Redensarten versorgten.<br />
Aber es war nicht immer leicht die falschen Redensarten zu entlarven. Zum Beispiel stellte mich &#8220;Wenn es jetzt zwölf schlägt, bleibt dein Gesicht so stehen&#8221; vor ziemliche Probleme. Welcher zwölfte Glockenschlag war gemeint? Tag oder Nacht? Welche Zeitzone? Ich war wahrscheinlich der erste Tourist, der einzelne Zeitzonen nur aufgesucht hat um zweimal, nämlich um 12 und um 24 Uhr, eine dämliche Grimasse zu schneiden. Lasst euch gesagt sein, in fremden Ländern kann eine blöde Grimasse dazu führen, dass einen die Eingeborenen aus dem Dorf jagen! Keine schöne Erfahrung sowas.<br />
Der Spruch &#8220;Mund zu, sonst werden die Milchzähne sauer&#8221; stellte mich vor ein ganz anderes Problem: Ich selbst habe ja keine Milchzähne mehr und versucht einmal Kinder, die ja diesen unverschämten Spruch auch kennen, davon zu überzeugen ihren Mund für längere Zeit geöffnet zu lassen. Was habe ich nicht alles probiert! Irgendwann fand ich dann einen Zahnarzt, der mein Vorhaben gut hieß. Er sorgte bei ein paar seiner kleineren Patienten dafür, dass der Mund mit den Milchzähnen für längere Zeit offen blieb. Lasst euch gesagt sein, dass kein einziger Milchzahn dabei sauer wurde. Allerdings kann es nach 8 Stunden Maulsperre durchaus sein, dass das Gesicht erst einmal so stehenbleibt, völlig unabhängig von der Uhrzeit. Nebenbei bewies ich noch, dass wer A sagt, noch lange nicht auch B sagen muss. Im Gegenteil, es gibt eine Menge Gelegenheiten, bei denen man völlig ohne B auskommt.</p>
<p>Was noch aussteht ist die Untersuchung von &#8220;Wenn du mal heiratest, ist alles wieder vorbei&#8221;. Konnte noch keine junge Dame davon überzeugen mich für wissenschaftliche Zwecke zu heiraten. Die Eltern dieser Welt können sich aber schon einmal warm anziehen. So geht das nicht weiter!</p>
<p>Demnächst geh ich übrigens nach Meppen und von da aus dorthin wo der Pfeffer wächst. Will mal wissen, was es da so interessantes gibt und/oder ob sich die Bevölkerung wirklich nur aus Menschen zusammensetzt, die irgendwann mal jemandem auf den Keks gegangen sind. Vielleicht kann ich dann auch näher bestimmen, wie denn der Keks genau aussieht.</p>
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		<title>Geschichten</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 20:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Und nun zu etwas völlig Anderem]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder von uns hat seine eigene Geschichte zu erzählen und jeder von uns ist Bestandteil unzähliger Geschichten anderer. Mal nehmen wir nur Statistenrollen ein, zum Beispiel den unbekannten Fahrgast in der Straßenbahn, den jemand sieht, der sich gerade von seinem Partner getrennt hat. Manchmal sind unsere Rollen auch größer, zum Beispiel, wenn wir der Partner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><p>Jeder von uns hat seine eigene Geschichte zu erzählen und jeder von uns ist Bestandteil unzähliger Geschichten anderer. Mal nehmen wir nur Statistenrollen ein, zum Beispiel den unbekannten Fahrgast in der Straßenbahn, den jemand sieht, der sich gerade von seinem Partner getrennt hat. Manchmal sind unsere Rollen auch größer, zum Beispiel, wenn wir der Partner waren.</p>
<p>Auch verändern sich unsere Geschichten mit den Jahren. Die Zeit verzerrt unsere Erinnerungen oder wir werden älter und was uns als Kinder in baffes Erstaunen versetzte lässt uns vielleicht schon ein paar Jahre später kalt. Manche unserer Rollen werden auch vergessen oder verdrängt.</p>
<p><span id="more-203"></span></p>
<p>Einiges andere wird derart verklärt, dass es sich für spätere Zuhörer wie eine erfundene Geschichte anhört. Anderes hört sich wie erfunden an, ist aber vielleicht so passiert. Wer erinnert sich nicht an die zum Teil haarsträubenden Geschichten, die die eigenen Eltern, meist die Väter, früher erzählt haben? Mein Vater ist Jäger und dementsprechend beherrscht er das Jägerlatein ziemlich gut. Ich erinnere mich noch dunkel an die Geschichte eines Gerstenkorns, welches mein Vater in ein Luftgewehr geladen haben will und welches abgefeuert Geschwindigkeiten und Durchlagkräfte erreicht haben soll, die selbst modernen Rakten Respekt einflößen würden. Aber als Kind habe ich daran geglaubt und heute maße ich mir nicht an den Wahrheitsgehalt zu beurteilen. Man hat schon merkwürdigeres gesehen.</p>
<p>Aber werden diese Geschichten dadurch schlechter? Oder versteckt derjenige, der solche Geschichten erzählt sein wahres Selbst? Ich glaube nicht, denn auch die Art Geschichten zu erzählen zeichnet einen Menschen aus. Ganze Abende habe ich gebannt an den Lippen meines Vaters gehangen, hätte mir damals jemand was von Spielberg&amp;Co. erzählt, ich hätte ihm den Vogel gezeigt und steif und fest behauptet, dass niemand besser Geschichten erzählen könne, als mein Vater. Manchmal erinnere ich mich noch heute an Bruchstücke dieser Geschichten. So gab es zum Beispiel ganze Episoden von Ivan. Dieser Mensch existiert wirklich, nur weiß ich nicht ob er alles davon wirklich erlebt hat. Auch er ist Jäger und noch dazu ein slowenischer, die sprechen Jägerslowenisch, welches noch ein bisschen schlimmer ist als Jägerlatein. Jedenfalls hatte es mir, wenn ich mich recht erinnere, eine Geschichte besonders angetan, in der Ivan in einem gelben(?) Wagen einen Berg runterdonnert. Warum und wieso weiß ich nicht mehr. Aber diese Geschichten haben mich natürlich geprägt, vielleicht mag ich Indiana Jones deswegen so gerne, weil ich stets Teile meines Vaters und Ivans wiederentdeckt habe.</p>
<p>Und während ich dies schreibe werden auch die beiden Teil einer Geschichte. Und zwar meiner. Dort stehen sie, im Nebel der Vergangenheit, mit Lederhut, aber ohne Peitsche, dafür hoch auf dem gelben Wagen mit dem Gerstenkorn im Luftgewehr. Vielleicht schafft mein alter Herr es ja noch mir die ganzen alten Geschichten aufzuschreiben.</p>
<p>Mit den Jahren hat man aufgehört sich selbst Geschichten zu erzählen, bzw. die Geschichten sind andere geworden und wurden eher vom Sohn an die Eltern erzählt: &#8220;Neeeein, ich hab nichts getrunken!&#8221;</p>
<p>Welche Geschichten werde ich wohl noch erzählen und welche davon meinen Kindern? Welche werden die besten sein? Die &#8220;wahren&#8221; oder die im Jägerlatein? Wird die Zeit überhaupt reichen um alle Geschichten zu erzählen?</p>
<p>Und in welchen Geschichten von anderen werde ich eine Rolle spielen und wie viele davon werde ich selbst zu hören bekommen?</p>
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		<title>Alte Fotos</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 13:43:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flint</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vergangenes]]></category>
		<category><![CDATA[Aurich]]></category>
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		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<description><![CDATA[[ ... ] jede zweite Schuld setzt eine erste voraus &#8211; hier: die Schuld der Deutschen unter Hitler. Die zweite Schuld: die Verdrängung und Verleugnung der ersten nach 1945. Sie hat die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland bis auf den heutigen Tag wesentlich mitgeprägt, eine Hypothek, an der noch lange zu tragen sein wird. Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="/wp-uploads/icons/topic_default.jpg" style="float:left;" width="84" height="90" alt="Default Icon" /><blockquote><p>[ ... ] jede zweite Schuld setzt eine erste voraus &#8211; hier: die Schuld der Deutschen unter Hitler. Die zweite Schuld: die Verdrängung und Verleugnung der ersten nach 1945. Sie hat die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland bis auf den heutigen Tag wesentlich mitgeprägt, eine Hypothek, an der noch lange zu tragen sein wird. Denn es handelt sich nicht um einen bloß rhetorischen Prozess, nicht um einen Ablauf im stillen Kämmerlein. Die zweite Schuld hat sich vielmehr tief eingefressen in den Gesellschaftskörper der zweiten deutschen Demokratie. Kern ist das, was in diesem Buch der „große Frieden mit den Tätern“ genannt wird &#8211; ihre kalte Amnestierung durch Bundesgesetze und durch die nahezu restlose soziale, politische und wirtschaftliche Eingliederung während der ersten zehn Jahre der neuen Staatsgeschichte.[...]</p></blockquote>
<p>Aus: Ralph Giordano, Die zweite Schuld oder Von der Last, Deutscher zu sein. Hamburg &#8211; Zürich: Rasch und Röring 1987, S. 11</p>
<p><span id="more-171"></span></p>
<p>Das und noch mehr schrieb Giordano in seinem Werk. Diesen Text las ich zum ersten mal, als ich mich im Deutsch LK mit dem Roman &#8220;Der Vorleser&#8221; von Bernhard Schlink auseinandersetzen musste. Nein, ich hatte nicht wirklich viel Spaß an dem Werk und habe bis heute keinen wirklichen Gefallen daran gefunden. Auch teile ich bei Leibe nicht alle Aussagen, die Schlink, oder auch Giordano, über die Zweitschuld getätigt haben. Außerdem finde ich vieles viel zu weit weg, wenn ich es irgendwo lese oder sehe.<br />
Anders ist das bei einem Familienbezug. So sind vor kurzem Briefe aufgetaucht, die ein Verwandter aus Berlin geschrieben hatte. Berlin kurz vor der Kapitulation. Der Verwandte kam in den Gefechten um Berlin ums Leben. Sowas geht mir natürlich nahe.<br />
Was ich außerdem sehr interessant finde, sind Fotos aus der Zeit, natürlich vorwiegend Fotos, die mit der Familie irgendwie zu tun haben und sei es, dass der Fotograf ein Verwandter war. So ist mir vor kurzem folgendes Foto in die Hände gefallen (bitte auf den Link klicken):</p>
<p><a href="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2008/03/altesfoto.jpg" rel="lightbox[171]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2474" title="altesfoto" src="http://www.edition-flint.de/wp-content/uploads/2008/03/altesfoto-199x300.jpg" alt="altesfoto" width="199" height="300" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Die schwarzen Stellen auf dem Bild waren da nicht die ganze Zeit über, sondern wurden von mir nachträglich eingefügt. Sie sollen die Hakenkreuzflaggen überdecken, die überall in dem Baum hingen, den man im Hintergrund sehen kann.</span> Für mich war dieses Bild in vielerlei Hinsicht interessant. Aber der Reihe nach. Das Foto zeigt meine Großeltern mütterlicherseits vor unserem Haus, kurz nach oder vor ihrer Hochzeit 1936. Auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches, auch ich habe die Flaggen auf dem Original erst beim zweiten Mal hingucken entdeckt. Daraufhin machte ich meine Mutter darauf aufmerksam. Ich habe dies nicht anklagend getan, sondern einfach nur hinweisend. Meine Mutter war trotzdem erstmal völlig entrüstet. So etwas hätte es in ihrer Familie nicht gegeben! Ihr Opa hätte sich stets strikt geweigert das Regime zu unterstützen. Manche werden jetzt behaupten, dass dies wohl jeder von seiner Familie behaupten würde, aber ich glaube meiner Mutter das, da es nachweislich ist, dass mein Ur-Opa im KZ Wilhelmshaven gelandet ist, weil man ihn als &#8220;Judenfreund&#8221; bezeichnet/betitelt/angezeigt hatte. Er blieb auf Grund von Vitamin B nicht lange drin, aber das auch nur am Rande. Seitdem stand unsere Familie jedenfalls auf der &#8220;schwarzen Liste&#8221;.</p>
<p>Nachdem ich die Flaggen entdeckt hatte und meine Mutter halbwegs beruhigen konnte, stellte sich die Frage, woher die Flaggen denn kamen. Auch diese Frage ließ sich leicht beantworten, denn der Mann, der damals neben uns wohnte (mittlerweile wohnt da keiner mehr), war ein begeisterter Anhänger des NS-Regimes. Jahre später noch schickte er wohl Artikel an meine Oma und meine Eltern, die ziemlichen geschichtsrevisionistischen Mist enthielten. Jedenfalls gehörte der Baum zu seinem Grundstück und da liegt die Erklärung nahe, dass er den Baum mit den Flaggen verschandelte.</p>
<p>Mir stellen sich jetzt, gute 72 Jahre später, folgende Fragen: Was mögen meine Großeltern wohl gedacht haben, wenn sie sich später dieses Bild angesehen haben? Sind ihnen die Flaggen aufgefallen? Haben sie sie einfach ignoriert um die Erinnerung an ihre Hochzeit nicht zu trüben? Welche Erinnerungen hat das Bild sonst noch hervorgerufen?</p>
<p>Was gäbe ich dafür sie fragen zu können! Möglich ist mir dies allerdings nicht mehr. Als meine Oma gestorben ist, war ich noch viel zu jung um mich dafür zu interessieren (und ich kannte das Bild eh noch nicht) und meinen Opa habe ich nie kennengelernt. Er starb bei einem Verkehrsunfall nach dem Krieg.</p>
<p>Nicht anders ist es bei meinen Großeltern väterlicherseits. Als die Mutter meines Vaters noch am Leben war, war ich zu jung um zu fragen. Ihr Mann ist in Stalingrad gefallen. Wahrscheinlich werde ich mir demnächst einmal die Fotoalben vornehmen, die mein Vater von seiner Mutter geerbt hat. Vielleicht gibt es da mehr zu entdecken. Außerdem gibt es ja noch die eingangs erwähnten Briefe.</p>
<p>So arbeite ich, nach mittlerweile 25 Jahren Verweildauer auf diesem Planeten, an meiner persönlichen Vergangenheitsaufbearbeitung. Ich frage mich, ob mir meine Großeltern dabei geholfen hätten oder ob sie dieses dunkle Kapitel der deutschen, und ihrer, Geschichte tief begraben hätten.</p>
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