Nachrichten getagged: ernst

Eine Runde Schwimmen

Von Flint, 3. Juli 2010 00:06
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Ich kann mir die Gesichter bei den ON irgendwie vorstellen. Da muss eine Zeitung zusammengestellt werden und es passiert einfach nicht so viel von dem, was sich wirklich verkaufen würde. Da fallen die Augen zeitgleich auf einen vermeintlichen Fall von Seenot und auf die Uhr, die nur noch 3 Minuten bis zum Druck anzeigt. Also schnell noch was gesetzt, aus Seenot lässt sich was machen. Die Ergebnisse kann man schon im Newsletter der ON bewundern und man hofft als Leser nur noch, dass es sich wirklich um ein schnell für den Newsletter zusammengeschriebenes Stück handelt und nich in dieser Form in der Druckausgabe erscheint. Die Veröffentlichung dieses Textes in der “Online-Ausgabe” ist schon schlimm genug. Auf ein komplettes Zitat verzichte ich an dieser Stelle natürlich, aber ein paar Highlights möchte ich doch jetzt und hier betrachten.

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Hook, line and sinker

Von Flint, 31. Mai 2010 12:56
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Regelmäßige Leser werden es wissen: Der RCDS Magdeburg ist gerade einem ziemlichen Wind ausgesetzt, vornehmlich vom RCDS Watchblog und von verschiedenen Hochschulgruppen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan davon, weil es mir oft genug zu wenig mit Information und zu viel mit Polemik zu tun hat. Heute hat allerdings die GHG Magdeburg in den Weiten der virtuellen Welt, meiner Meinung nach, den Vogel abgeschossen. Die Vorgeschichte begann schon etwas früher und zwar mit einem Artikel bei der taz. Dort wird über Verbindungen zwischen dem RCDS Halle, einer Burschenschaft und rechtsextremen Kreisen berichtet. Schon kurz nach Erscheinen des Artikels twitterte die GHG:

@rcdsmd Ist euch das egal: http://bit.ly/bXE604 oder schweigt ihr zu allem? Anna Genske ist schließlich RCDS-Landensvorsitzende.

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Verstehen

Von Flint, 25. Mai 2010 17:41
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Eigentlich dachte ich, dass es nach der Plakatbesprechung und der Auseinandersetzung mit RCDS Watch erstmal genug wäre mit dem Thema RCDS hier im Blog. Hätte ich es besser wissen müssen? Wahrscheinlich. Aber als ich das gedacht habe, war ja auch das Wahlprogramm des RCDS noch nicht draußen. Normalerweise weigere ich mich immer ein bisschen, wenn es darum geht die Wahlprogramme der Hochschulgruppen hier im Blog zu betrachten. Der RCDS fordert es aber geradezu heraus, wenn man sich die Störer anguckt, die wohl vom RCDS auf ihren eigenen Plakaten angebracht worden sind.

Gegen das Rohkostdiktat

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Volle Fahrt voraus?

Von Flint, 20. Mai 2010 19:37
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Der Stura will was von mir. Von mir! Ich bin ja fast versucht geehrt zu sein. Was der Stura von mir will? Kostenlose Werbung, das will er. Ausnahmsweise soll er sie auch mal bekommen.

Aktuell kann man auf verschiedenen Plattformen im Internet lesen1, dass es ein neues Semesterticket für Magdeburger Studenten geben könnte. Die Aufschlüsselung des sehr niedrigen Semesterbeitrages von 64,50€ hatte ich ja gerade erst. Darin enthalten sind 23€ Semesterticket, welches allerdings nur für die Magdeburger Verkehrsbetriebe gilt. Das neue Semesterticket wird, sofern es kommt, mit der Deutschen Bahn abgeschlossen, gilt für ganz Sachsen-Anhalt und in westliche Richtung bis Braunschweig bzw. Wolfsburg. Der Stura macht aktuell recht exzessiv Werbung, nur wofür der Stura Werbung macht, das scheint so einigen nicht ganz klar zu werden.2
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  1. Hier lustigerweise nicht. []
  2. Darum soll es hier auch gehen. Nicht um Pro/Kontra des Semestertickets, sondern darum, was der Stura überhaupt will. []
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Jonglieren mit großen Zahlen

Von Flint, 20. Mai 2010 16:05
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Weiter geht es in der Parade der diesjährigen Wahlplakate. In diesem Eintrag geht es um die Liberale Hochschulgruppe (LHG). Die LHG hat sich, wie man auf ihrer Homepage lesen kann, dieses Jahr ganz besonders ins Zeug gelegt, um einen guten Listenplatz zu bekommen. Liste 1, das bedeutet bei allen Gremien für die die LHG kandidiert steht selbige an erster Stelle. Wahrscheinlich gehört es sich für liberale Gruppierungen in Zeiten in denen alle von Wirtschaft reden, erstmal ordentlich Zahlen zu dreschen. Außerdem dreht sich bei Studenten ja eh immer alles um Geld. Sowas dürfte der LHG wahrscheinlich beim Entwerfen des diesjährigen Plakates durch den Kopf gegangen sein.

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Fast unglaublich und leicht bizarr

Von Flint, 30. Januar 2010 16:03
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Die SPON-Autoren Matthias Gebauer und Marcel Rosenbach versuchen in ihrem Artikel “Liebes-Mails aus der deutschen Botschaft” die Hintergründe zu den Meldungen über zwei verhaftete deutsche Diplomaten aufzuarbeiten.

Die Schlagzeile sorgte für Aufregung: “Deutsche Diplomaten in Teheran festgenommen”. Die Festnahme gab es zwar nicht. Hinter der Meldung steckt aber nach SPIEGEL-Informationen die fast unglaubliche Story eines verliebten Bundespolizisten, des iranischen Geheimdiensts und der ganz großen Politik.

Oha…keine Festnahmen, dafür eine “fast unglaubliche Story” und die ganz große Politik. Liebe ist auch noch dabei und sogar Geheimdienste! Und mittendrin ein deutscher, verliebter Bundespolizist. Ist es tatsächlich endlich so weit? Steigen deutsche Polizisten aus der Riege eines “Bayern auf Rügen” endlich auf in den Rang eines James Bond oder John McCLane? Sortieren wir den Artikel mal entsprechend und gucken, was dahintersteckt.

Der verliebte Bundespolizist: Zwei Bundespolizisten wurden aus dem Iran ausgeflogen. Beide seien, so Gebauer/Rosenbach, im Dezember festgenommen worden. Im entsprechenden Artikel und im Artikel von Gebauer/Rosenbach ist zwar ansonsten von Diplomaten die Rede, aber vielleicht sind Bundespolizisten ja auch Diplomaten, ich weiß es nicht. Jedenfalls wurden zwei ausgeflogen, aber nur einer hat nachweisbar irgendwas “angestellt”. Er war verliebt und das scheinbar in eine Iranerin. Eine oppositionelle Iranerin. Der verliebte Polizist heißt “Jörg B.”.

Die Iranerin: Da wir uns beim Spiegel und nicht bei der BILD aufhalten, gibt es kaum Informationen über die “femme fatale” der Geschichte. Die Iranerin soll Kontakte zu Oppositionsführer Hossein Mussawi haben1 und soll verschiedene Dinge für die Opposition erledigt haben, darunter Anstiftung zum Aufruhr usw. Aber vor allen Dingen ist wichtig, dass sie scheinbar “Liebes-Mails” von Jörg B. bekommen habe. Die Liebes-Mails wurden abgefangen und gelesen. Halt Dinge, die Geheimdienste so tun, wenn sie unliebsame Menschen beobachten. Jörg B. war dabei auch noch so “schlau” und hat die Mails von seinem Dienstaccount aus geschrieben. Wahrscheinlich damit der deutsche Geheimdienst auch was davon hat.

Die Liebesbeziehung: Bei der Liebesbeziehung wird es dann erst richtig interessant, denn scheinbar wissen die Autoren des SPON-Artikels etwas, was sie nicht mitteilen wollen oder dürfen. Es handelt sich nämlich keinesfalls um eine “normale” Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau, zumindest wenn man der Wortwahl der Autoren glaubt. Zunächst handelt es sich um eine Liebesbeziehung, also wahrscheinlich ganz große Gefühle, nicht nur Spaß oder eine reine “Beziehung”. Um etwas Abwechslung reinzubringen, wird die Liebesbeziehung auch mal als Affäre bezeichnet.2 Nun ist eine Affäre nicht unbedingt das gleiche, wie eine Liebesbeziehung, zumindest wenn man so nach den landläufigen Konnotationen geht. Gegen eine normale Beziehung spricht auch die weitere Wortwahl der Autoren. Zur Beschreibung der Beziehung zwischen Jörg B. und der namenlosen Iranerin werden folgende Wendungen benutzt:

  • eine heikle Liebesbeziehung
  • die leicht bizarre Affäre eines Bundespolizisten mit einer Iranerin
  • seine private Beziehung

Heikle kann man ja noch bedingt nachvollziehen, privat steht außer Frage, aber: warum “bizarr”? Was ist an der Affäre/Beziehung/whatever eines Mannes zu einer Frau (leicht) bizarr? Im Zusammenhang mit “fast unglaublich” und anderen Wendungen, die sich zwar eher auf die politische Affäre beziehen dürften, wirkt es, als wüssten die Autoren mehr, als sie zugeben wollen würden. Oder sie finden irgendeinen Aspekt an der Sache sehr merkwürdig. Welcher Aspekt genau das sein soll, wird allerdings nicht deutlich.3

Die große Politik: Damit scheint vor allem gemeint zu sein, dass die Beziehung zweier Menschen zu einem Politikum gemacht wird, bei dem sich sogar Guido Westerwelle “genötigt sah” vor die Kameras zu treten4 und das Auswärtige Amt seine Mitarbeiter seinsibilisieren muss/soll.

Ich weiß ja nicht, wie genau man es bei der Wortwahl in der SPON-Redaktion nimmt, aber wenn man schon ohne genaue Angabe der Quelle5 arbeitet, dann sollte man Wertungen außenvor lassen oder zumindest seine Wertungen begründen. Ist nicht geschehen, ergo bleibt ein merkwürdiger Beigeschmack.

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  1. Behauptet der iranische Geheimdienst. []
  2. Wikipedia sagt zu Affäre: ”Eine Affäre ist eine unangenehme, dunkle, peinliche oder skandalöse Angelegenheit. Der Begriff kann ironisch beziehungsweise hämisch ein Liebesverhältnis ansprechen [...]“ []
  3. Man könnte jetzt Vermutungen äußern, aber das lassen wir mal. []
  4. Dies tat er, als es noch um angeblich verhaftete Diplomaten ging. []
  5. “nach SPIEGEL-Informationen” []
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Andere Fragen stellen!

Von Flint, 14. Oktober 2009 19:42
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Die letzten Tage wurden die Medien ja unter anderem von den Äußerungen Sarrazins bewegt. Hat er Recht oder Unrecht?1 Durfte oder musste er sowas sagen oder nicht?2 und so weiter und so fort.

Bei der ganzen Diskussion ergeben sich für mich allerdings durchaus Fragen, die für mich persönlich von Belang sind. Warum kommt es zu einer “Entmachtung nach Migranten-Schelte“, wenn jemand aus der freien Wirtschaft3 so etwas sagt und warum passiert selten etwas, wenn Menschen wie Roland Koch oder Jürgen Rüttgers eine “Schelte”4 gegen Migranten vom Stapel lassen?

Warum schlucken wir das einfach, wenn Menschen in der freien Wirtschaft wegen allem möglich entlassen oder “entmachtet” werden, während wir unseren Politikern in dieser Hinischt so einiges eher achselzuckend durchgehen lassen?

Sind wir in unseren Vorurteilen tatsächlich schon so weit gefestigt, dass “wir” uns wochen- und monatelang über kriminelle “Ausländer”5, die neuesten U-Bahnschläger6 oder sonstwas im Dunstkreis der Begriffe Ausländer und Migranten die Münder fusselig diskutieren können, während immer mal wieder unsere sozialen Sicherungssysteme verschlimmbessert werden oder über glorreiche Überwachungsstaat-Konzepte von Seiten der Regierung diskutiert wird und es kaum jemanden interessiert?

Ziehen sich die Mitarbeiter innerhalb der Zeitungs- und Nachrichtenredaktionen ständig ihre eigene Druckerschwärze und Magnetbänder in die Nase? Oder wie ist es zu erklären, dass fast immer nur die gleichen Themen bis zu Unkenntlichkeit ausgewalzt werden und immer wieder die gleichen Vorurteile und Feindbilder beschworen werden, während Kritik sich auf den TV Teil beschränkt?

Warum machen wir das alles mit?

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  1. Mir an dieser Stelle egal. []
  2. Interessant, aber an dieser Stelle auch nicht von Belang. []
  3. Jaja, Sarrazin ist Bundesbank, ich weiß. []
  4. Allein diese Wortwahl… []
  5. Wobei wir keineswegs Holländer, Belgier oder Franzosen meinen, oder? []
  6. Jedenfalls solange mindestens ein Ausländer dabei ist. []
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Und plötzlich interessiert es niemanden mehr

Von Flint, 12. Oktober 2009 19:02
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Die Piratenpartei Sachsen-Anhalt hat vor einiger Zeit eine Pressemitteilung über die Uni Magdeburg rausgegeben. Inhalt ist eine erneute Datenschutzpanne an der Uni. Wir erinnern uns zurück, sowas gab es schonmal. Damals waren die Forderungen der Studierendenschaft, vertreten durch den damaligen Studentenrat, mittlerweile Studierendenrat, ziemlich lang. Passiert ist…nun, nicht wirklich viel. Der Datenschutzbeauftragte scheint mittlerweile ein neuer zu sein. Aber von den Forderungen des StuRas und dem “Arbeitskreis Datenschutz” hat man seitdem nie wieder etwas gehört. Und nun gibt es plötzlich einen neuen Datenskandal, “ist nun eine weitere Lücke im Datenschutz der Universität entdeckt worden”, wie die Piraten LSA in ihrer Pressemitteilung vom 23. September 2009 schreiben. Betrachtet man diesen Eintrag in einem örtlichen Forum, so wird deutlich, dass es sich zwar um die neuste Panne, aber nicht um die einzige in letzten Zeit handelt. Ausschlaggebend war beim etwas älteren Fall, der auch in der PM der Piraten erwähnt wird, dieser Blogeintrag vom 13. Juli 2009. An den wirklich zahllosen Kommentaren sowohl im Blog, als auch im Forum, kann man entnehmen, wie sehr das Thema noch zu reizen wusste. Dies ist schade, aber wie ich finde auch verständlich. Vorher wurde viel Aufhebens gemacht und die entsprechenden Stellen gelobten Besserung und was weiß ich nicht alles, doch passiert ist im Endeffekt nahezu nichts. Um ehrlich zu sein: Ich bin der Meinung, dass gar nichts passiert ist, kann dies aber nicht belegen. Deswegen ist halt fast/nahezu nichts passiert. Sicher sollte man sich dann trotzdem aufregen, aber warum? Verpufft doch wahrscheinlich eh wieder. Dies ist wahrscheinlich den meisten Lesern durch den Kopf gegangen, zumindest ging es mir so.
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Pressefreiheit & CDU

Von Flint, 23. August 2009 13:07
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Bei diesem kurzem Video vergeht einem irgendwie alles. Vor allem diese süffisante Art von Gitta Connemann zwischen 0:36 und 0:45 ist eigentlich unbeschreiblich. Ich frage mich ja, ob darüber was in der Lokalpresse zu lesen war.

[via netzpolitik.org] [via Twitter: #madcynic #LeSpocky]

Rechtsfreie Räume

Von Flint, 9. August 2009 15:06
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Heute möchte ich einmal Fefe zustimmen, der fordert:

Ich fordere, die Immunität von Bundestagsabgeordneten generell aufzuheben. Begründung: das Parlament darf kein rechtsfreier Raum sein.

Auch für Straßen und Wände muss ein entsprechender Schutz entwickelt werden. Dies kann man aus dem sehr lesenswerten Artikel im Lawblog ableiten, in dem es unter anderem heißt:

Ein anderer, nicht ausgedachter Fall: Der geschmähte Liebhaber malt mit einer Schablone eine obszönen Text auf die Straße, die am Arbeitsplatz der Verehrten vorüber führt. Die Polizei ermittelt, durchsucht, findet unter anderem nicht nur die passende Farbe, sondern auch die Schablone. Der Täter wird verurteilt.

Noch heute, Monate später, ist der derbe Spruch übrigens auf der Straße zu lesen. Ist die Fahrbahn jetzt auch ein rechtsfreier Raum? Hätte sie gesperrt werden müssen, damit der unbescholtene Bürger und die Betroffene an diesem schrecklichen Anblick keinen seelischen Schaden nehmen?

Angesichts des Themas Internetsperren und anderer Rumschraubereien und Aushölungen unseres Grundgesetzes frage ich mich langsam, was (angehende) Politiklehrer so dazu sagen. Wie genau soll man die Anstrengungen so mancher Politiker, sich zu diskreditieren, der jungen Generation erklären, ohne dass diese völlig vom Glauben abfallen? Kein Wunder, dass einfache “Wahrheiten” wieder verstärkt in Mode kommen.

Wie lange dauert es eigentlich noch, bis man sich auf Art. 20, 4 GG berufen kann?

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