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Bluetooth und die Frage: Waren wir auch so schlimm?

Ich war am Wochenende mit der Praktikantin und einem Bekannten mitsamt seiner Frau auf Tour. Nichts großartiges, nur gemütlich in der Kneipe sitzen. Im Laufe des Abends wollte mir mein Bekannter ein Foto über Bluetooth schicken. Dementsprechend haben wir beide Bluetooth am Handy eingeschaltet und er ist auf die Suche nach meinem Handy gegangen. Aus alter Tradition heißt mein Handy Flint und er fand mich dann auch, allerdings nebst einer Menge anderer Leute. Es ist erstaunlich wie viele Leute Bluetooth scheinbar ständig aktiviert haben. Und was für Namen da, neben Flint, nicht alle zu sehen waren. Da hatten wir die Silke, Angiii, Da real gangsta, Darkthroned und vor allem „Bumse Biene XP“. Sie wurde sofort unser aller Liebling, denn mittlerweile suchten drei aus unserem Vierergrüppchen nach aktivem Bluetooth in näherer Umgebung.

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eMails sind praktisch

Ich bekomm ja ab und an noch Mails aus der Heimat. Am liebsten bekomm ich ja welche von wirklich wichtigen Leuten. Also Personen, die irgendwo irgendwas zu sagen haben. So auch wieder vor kurzem. Da meldete sich doch jemand, dem eine Abteilung zugeordnet ist, der ich (trotz Abwesenheit) noch irgendwie angehöre. Ab und an kommt er mal auf den Gedanken eine Mail rumzuschicken. Die letzte Korrespondenz mit ihm war schon sehr erheiternd.

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“Gedeck?” – “Jo”

Manchmal vermisse ich sie ja, meine Heimat. Die besondere Art meiner Landsleute, das schlechte Wetter, das Leitungswasser, den Tee und vor allem die Angewohnheit in entscheidenden Situationen möglichst wenig Worte zu verschwenden. Wenn ich hier in der Gegend inner Kneipe ein Gedeck bestellen würde, dann müsste ich wahrscheinlich erstmal lang und breit erklären, was ich denn damit meine und dann hätten die wahrscheinlich nichtmal Korn da…

Aber nein, ich hab es noch nicht ausprobiert, denn meine Erfahrungen mit dem, was hier als „Ostfriesentee“ und „Ostfriesenpunsch“ verkauft wird reichen mir vollkommen, da muss ich das mit dem Gedeck nicht auch noch ausprobieren! Tee trinken ist hier ja sowieso so ne Sache. Die meisten hier nennen irgendwelche Aufgüsse Tee und bezeichnen sich als „Teetrinker“, scheuen aber richtigen Tee (also das Zeug, was schonmal ne Teepflanze gesehen hat) wie der Teufel das Weihwasser. *Kopfschüttel* Das ist ja so, als würde ich mich als Kaffeetrinker bezeichnen, aber nur Kaffee-HAG trinken!

In solchen Zeiten vermisse ich es schmerzlich kein Plattdeutsch zu können! Würde ich etwas mehr von dieser Sprache sprechen, so könnte ich mich wenigstens nach Herzenslust beschweren und keiner würde es mitbekommen!

Aber so bleibt mir nur zu warten, bis ich wieder in der Heimat bin. Vielleicht fragt mich ja mal wieder jemand: „Gedeck?“

Getrennte Schrankplätze

Moin!

Ich melde mich zurück aus meinem Urlaub. Ja, auch ein Schrankbewohner braucht mal Urlaub und dieser stand unter dem Motto „Wir haben gehalten in der langweiligsten Landschaft der Welt“. Zumindest kam es mir zwischendurch so vor…

Aber trotzdem gibt es viel zu berichten, einiges hab ich selbst erlebt, von anderem haben mir meine Wollmäuse berichtet.

Am Lustigsten war es eigentlich die Lokalzeitung zu lesen. Wenn in Städten, die von der Mentalität her den Eindruck machen weit weg von der Realität zu sein, über etwas berichtet wird, dann muss dies natürlich in geeigneten Worten passieren. Also schlagen die Redakteure ihre alten Schulhefte auf und suchen in ihren Aufzeichnungen aus dem Fach Deutsch nach Charakterisierungen und Interpretationen, übernehmen wichtig klingende Aussagen und bringen diese in einen neuen Kontext. Dabei kommt dann natürlich etwas heraus, was stark an das Abschneiden bei PISA erinnert. Wenn der Redakteur dann natürlich auch noch über ein Thema schreibt, welches ihn nicht interessiert, dann kann man sich ausmalen, was dabei herauskommt. Für sowas würde sich nicht einmal die garstigste Spinne hergeben, aber es ist ganz gut dafür geeignet seinem Schrank eine Tapete zu geben. So hat man immer etwas erheiterndes zu lesen.

Der Zufall wollte es so, dass sich der nicht näher bezeichnete Ort in einem Bundesland befindet, welches sich vor kurzem zu neuen Gesetzen duchgerungen hat. Ich ahnte davon gar nichts und so ließ ich mich mit meinem Schrank kurzzeitig dort nieder und dachte auch nicht im entferntesten daran, dass sich irgendein Gesetz auf mich, meinen Staub oder meine Wollmäuse auswirken könnte. Ein Gesetz zur Arbeitszeitenregelung von Wollmäusen, zur Anordnung von Staubflusen oder ein Gesetz zur Bestimmung der Höchstgeschwindigkeit von Kofferschränken würde mir nicht einmal im Traum einfallen! Gut, unseren Politikern zum Glück auch nicht, aber dafür haben sie sich den Nichtraucherschutz sehr zu Herzen genommen.

Jaja, ich weiß. Darüber reden heute alle und so. Ich will auch nicht auf das Für und Wider dieser Gesetze eingehen, sondern nur ganz allgemein etwas zur neuen Mehrklassengesellschaft im besagten Bundesland sagen.

Mich traf die Ankündigung, dass Raucher ab sofort draußen bleiben müssen, wie gesagt, etwas unvorbereitet. Trotz des Herbstsommers in manchen Teilen dieses Landes ist es ja draußen trotz allem recht angenehm und so macht es mir noch nicht sonderlich viel außen draußen zu rauchen, getrennt von den Nichtrauchern dieser Erde. Trotzdem saß ich natürlich prompt unter einem ehemaligen Sonnenschirm, der nun als Regenschirm fungierte, draußen und hatte meine liebe Müh‘ meine Wollmäuse ins Trockene zu bringen. Aber da ich ja vor meinem Schrank saß, konnten sich die Kleinen bibbernd im Schrank zusammenkauern und die Welt aus dem Trockenen beobachten. Ein paar andere Schornsteine und ich saßen zwar auch im Trockenen, aber waren irgendwie noch isolierter als die kleinen Wollmäuse. Ob die Menschen im Innern nun irgendwie belebter und freier waren als vorher kann ich jetzt nicht beurteilen, aber sie konnten auf jeden Fall viel, viel besser sehen, weil die zweibeinigen Nebelmaschinen ja nun per Gesetz ganz weit weg bleiben mussten! Aber gerne stellte ich mir vor wie viel beschwingter und freier sie waren! Wie sie mit flatternden Bändern durch die Gegend sprangen und mit den nun nutzlos gewordenen Bechern der Tabakindustrie jonglierten! Vielleicht nicht alle, denn manche waren vielleicht traurig, weil ihnen plötzlich die Gelegenheit fehlte den weiblichen Nebelmaschinen Feuer anbieten zu können – ja, auch Nichtraucher greifen manchmal zu dieser Strategie um die Nacht nicht alleine verbringen zu müssen. 😉 Diese armen Exemplare saßen jetzt vielleicht missmutig an ihren Plätzen und versuchten es bei den Weibchen mit der Frage, ob man die Kerze anzünden solle…oder so.

So ist sie nun, die neue Zeit. Wo man früher geeint im Dunste saß, so sitzt man heute getrennt unter seines Gleichen. Nutzlos geworden sind viele Feuerzeuge! Verängstigt diejenigen, die nur Feuer geben konnten! Was sollen sie jetzt tun? Glücklich die, die die Trennung überwinden können, entweder durch Kompromisse oder durch Aufgabe des alten Lasters! Was früher geeint findet nun auf getrennten Plätzen statt, doch die Sicht wird besser! Ob man alles sehen will, was vorher unter neblig blauem Dunst verborgen lag? Wir werden es erleben…

Doch ich und meine Wollmäuse sind weitergezogen…

Doch vorher habe ich mir noch einen kleinen Schornstein an meinen Schrank gebaut, aus dem der blaue Dunst nun abziehen kann. Denn Raucherräume müssen ja ab jetzt über Abzugsmöglichkeiten verfügen…