Achtung, kann Spuren von Emanzipation enthalten!

Ich dachte ja ich hätte schon alles gesehen, was es so an an gendergerechten SchwachsInnen und von EMMA-Kiffern ausgeheckten EskapadInnen in diesem Land gibt. Nicht dass ich etwas gegen die Gleichbehandlung der Frau hätte. Nie im Leben! Ich finde das haben sich die Frauen verdient, eingekeilt zwischen Alice S. und Eva H. Sollen sie alle machen, wie sie meinen! Aber manchmal…manchmal frage ich mich wohin das noch alles führen soll und ob es nicht besser wäre, wenn die Verwender von der neuen Szene-Gender-Sprache etwas mehr nachdenken würden, bevor sie ihre neusten Schöpfungen auf die Menschheit loslassen.

So fiel mein Blick heute in der Uni auf ein Plakat über Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit usw. „Tolle Sache“, dachte ich, „Studenten, die sich gegen die braunen Kakerlaken zur Wehr setzen wollen und was auf die beine stellen! Das werd ich mir sicher angucken!“ Schonfiel mir auch das Logo vom Studentenrat ins Auge und die beiden Buchstaben AG. Das wird ja sicher die AG Take Part vom StuRa sein, schön mal wieder was von denen zu hören…dachte ich zumindest solange, bis meine Augen das wahrnahmen, was hinter dem AG stand.Da folgte nämlich anstatt „Take“ das Wörtchen „emanzipativ“. Okay, ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung, was dieses Wort bedeuten sollte! Ich musste erstmal nachgucken und siehe da: das Wort gibt es tatsächlich. Es bedeutet „Emanzipation beinhaltend“ oder „Emanzipation betreffend“. Wieder was gelernt, so schlimm kann die Gruppe ja gar nicht sein!

Aber moment, da kommt ja noch etwas nach der Arbeitgruppe, die Emanzipation beinhaltet. Was stand da? AntifaschistInnen!? Hmm…okay…äh…das hätte nun nicht sein müssen, oder? Ich dachte wenigstens über diesem Innen Kram würden die Antifas drüberstehen, aber die scheinen sich wirklich für nichts zu schade zu sein. Aber gut, an sich hab ich auch nichts gegen Antifaschisten (zumindest nicht so viel wie gegen AntifaschtistInnen) und meistens bekommen sie ja doch ganz gute veranstaltungen hin. Aber dieses emanzipativ davor? Was soll das? „Arbeitsgemeinschaft/Arbeitsgruppe der Emanzipation betreffenden oder der Emanzipation beinhaltenden Antifaschisten und Antifaschistinnen“? AGdEbodEbAuA? das macht ja selbst T.A.F.K.A.P Konkurrenz! Okay, zumindest das AuA am Ende drückt recht treffend aus, was ich gedacht habe, nachdem ich das volle Ausmaß des Namens realisiert habe. Was wäre denn an „Studenten gegen Rechts“ so schlimm gewesen? Meinetwegen auch StudentInnen! Aber doch nicht ein Wortungetüm für welches man sein 1. Staatsexamen haben muss um es zu verstehen! Kinners, nicht der Name macht das Programm, sondern ihr macht es! Euer Engagement in allen, allen Ehren! Ich bewundere euch dafür immer wieder (auch wenn es euch meist nur einen Monat lang gibt), aber bitte….BITTE…lasst ein Kind eure zukünftigen Namen schreiben, okay? Ansonsten sind wir bald bei „Früher-war-alles-besser-und-Raiders-hieß-noch-nicht-Twix-aber-dafür-hießen-die-afroeuropäischen-

Liebesbekundungen-noch-Schaumküsse-und-das-war-wirklich-nicht-okay-so-und-sowieso-waren-wir-

damals-noch-nicht-so-emanzipativ-und-deswegen-ist-eigentlich-doch-heute-alles-besser-als-

früher-Mitglieder-auch-ohne-Glieder-vereint-im-Geiste-aller-AntifaschistInnen- und-GenderInnen“

oder kurz

FwabuRhnnTadhdaLnSudwwnosuswwdnnseudiedhabafMaoGviGaAuGInnen

O.O

okay…wer daraus ein vernünftiges Wort machen kann, der bekommt von mir nen Kaffee spendiert!

Q

Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich meinen neuen Rechner bekommen hab. Allerdings zeigen sich auf meiner Tastatur schon die ersten Abnutzungserscheinungen. So sind die Buchstaben auf vielen Tasten mittlerweile schon recht vergilbt und stumpf. Man benutzt ja auch halt die meisten Tasten auf der Tastatur recht häufig. Was mir allerdings zu denken gibt ist die Tatsache, dass das Q am wenigsten abgenutzt ist. Sogar noch weniger als das Y oder das X. Irgendwie gibt mir das zu denken. Ständig lese ich irgendwelchen Quark und oft genug schreibe ich auch selber Quark, aber scheinbar betitel ich das dann eher als Mist oder so. Auch von Qualität und Quantität scheine ich wenig zu halten, denn würde ich viel davon halten, dann würde ich auch häufiger drüber schreiben und dadurch das Q auch langsam abstumpfen lassen. Gut…dass das X langsam abnutzt ist nicht weiter verwunderlich…aber darüber sag ich jetzt mal nichts…

Also auf die Abnutzung des Qs! Gleiche Rechte für alle Buchstaben!

Bandansagen

Bandansagen gehören ja spätestens seit der Erfindung des Anrufbeantworters zu einem mehr oder weniger leidigen Thema. Seitdem jemand herausgefunden hat, wie man eine automatische Ansage an die Telefonleitung koppeln kann werden überall auf der Welt Menschen durch immer andere und immer nervige Ansagen gequält. Wenn es eine Zeit gab in der eine lockere Bandansage auf dem eigenen AB ein Zeichen der Rebellion war, so ist es heute Gang und Gebe (ich bilde da ja auch keine Ausnahme, nachdem ich mich in einer schwachen Stunde mal dazu durchgerungen hab meinen AB mit einer menschlichen Stimme zu versehen). Aber trotzdem gaben einem die „Computeransagen“ auch in dieser Zeit einen gewissen Halt. Stets erzählte einem eine Stimme, die mehr nach C64, denn nach Mensch klang, das, was man in diesem Moment wissen wollte oder auch manchmal nicht wissen wollte. Schnell kamen dann auch die Übersetzungen dazu und so wurde man als deutscher Anrufer stets mit der dt. und der engl. Version der Bandansage gefoltert und das meistens von der ewig gleichen, generischen weiblichen Stimme. Egal wo man angerufen hat. Besonders beliebt waren bei mir ja stets die Ansagen, die man bekommen hat, wenn man jemanden auf dem Handy angerufen hat. Nach einigen Wochen wusste man dann auch, welche Situation (Handy aus, besetzt usw.) welche Bandansage heraufbeschwor und wenn man ganz einsam war konnte man kurz der weiblichen Ansage lauschen, die einem erzählte, dass der gewünschte Teilnehmer gerade nicht zu erreichen sei.

Aber auch dies hat sich geändert, wie ich vor kurzem feststellen musste. Ich versuchte jemanden zu erreichen, der aber wohl gerade telefonierte. Da die Ansage anders war, als gewohnt, lauschte ich ihr und stellte fest, dass ich durch Drücken einer bestimmten Taste veranlassen konnte, dass der gewünschte Teilnehmer per SMS gebeten wird mich zurückzurufen. Das musste ich natürlich gleich mal ausprobieren und nach erfolgreichem Tastedrücken teilte mir die C64-Dame mit, dass der gewünschte Teilnehmer sofort mit einer SMS informiert würde. Und plötzlich wurde ich überrascht! Ich wollte gerade auflegen mit dem Gedanken „nun kommt die C64-Dame nur noch mit der englischen Variante“, da ertönte auch schon die englische Variante.

Gesprochen von einer männlichen Stimme! Und diese Stimme klang auch noch wie ein Mensch!

Ich war ehrlich schockiert! Was sollte mir dieser Umschwung sagen? Warum wurde die englische Ansage plötzlich von einem Mann gesprochen? Warum klang dieser Mann viel menschlicher als die weibliche/dt. Variante? Hören Engländer/Amerikaner vielleicht lieber auf eine gut akzentuierte männliche Stimme und wir Deutschen lieber auf die etwas künstlich klingende weibliche Stimme? Welche tiefenpsychologischen Entdeckungen stecken wohl hinter dieser „Geschlechterteilung“ der Bandansagen? Was würden Eva Herman und Alice Schwarzer dazu sagen? Oder haben es sich die Betreiber der entsprechenden Bandansage einfach leicht gemacht und die entsprechende Stelle aus „English for Bandansagers“ kopiert (denn so ähnlich hörte es sich an)?

Vielleicht mach ich mir auch einfach zu viele Gedanken…

Offlineblog

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Mal so nebenbei eingeschoben…

Dieses und Jenes…

Manchmal scheinen die Familienbande stärker zu sein als man normalerweise annimmt. Mein Vater war bis heute im Krankenhaus wegen einer Knie-OP. Wurde mal Zeit, wie er auch selber zugibt, da ihm sein Knie immer mehr zu schaffen machte. Und jetzt, wo er operiert wurde und auf dem Weg der Besserung ist, was passiert da? Ich verdreh mir mein Knie, bzw. es wird mir verdreht. So humpel ich nun auch in der Gegend rum und denke wieder häufiger, dass es vielleicht nicht gerade der beste Plan war in den 6. Stock zu ziehen. 100 Stufen hinauf humpeln (runter geht es etwas einfacher) ist ein wahrer Hochgenuß, wenn man sein Knie nicht vernünftig belasten kann. Aber da muss man halt durch, oder? Und ich hab mich ja auch immer gegen ein Auto mit Automatik gewehrt. Ging meine Kupplung eigentlich schon immer so schwierig? Brauch ich meine Knie sonst auch so häufig? ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich schon.

Naja, egal . Was gibt es sonst so zu berichten? Das Wetter ist erstaunlich gut und ansonsten ist auch alles halbwegs in Ordnung. Bis auf das Knie halt. Aber davon ab passiert ungefähr so viel interessantes, wie auf die Rückseite einer Postkarte passt.

„Wetter in Ordnung. Strand nicht vorhanden, Zimmerservice hat sich schon länger nicht mehr blicken lassen. Hausbar gut gefüllt. Viele Grüße“

Rückkehr der Spinnen

Es war einmal ein kleines Fleckchen Land. Auf diesem Fleckchen lebten ein paar Menschen, denen ging es eigentlich ganz gut. Sie hatten, sich stets regelmäßig abwechselnde, Arbeits- und Ruhephasen, die sie durchaus nicht überforderten, was man vor allem daran bemerkte, dass die meisten bis spät in die Nacht auf waren und immer genug Energie hatten sich mit den anderen um sich herum zu unterhalten. Ein halbwegs ausgefülltes Leben, möchte man meinen.

So war auch mein Eindruck, als ich mit meinem Schrank auf einer Anhöhe halt machte und mir Fleckenhausen ansah. Kurz war ich am Überlegen, ob ich hier Hilfe gegen die Kakerlakenplage bekommen würde, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, das würde nicht viel werden und dementsprechend habe ich es gelassen. Gegen die Kakerlaken, die selbst Kafka schockiert hätten, würde ich hier keine Hilfe finden. Aber da es schon spät war dachte ich mir: Hey, bleibst du einfach über nacht hier, unterhältst dich ein wenig mit den Leuten, hörst neue Geschichten, die das Leben schreibt und machst dich dann morgen früh, nach ein paar Stunden Schlaf, wieder auf den Weg. Gedacht, getan!

So steuerte ich meinen Schrank vorsichtig näher an das Dorfzentrum heran, die Reaktionen der Einwohner abwartend. Aber selbst wenn ein fahrender Schrank an dem ein paar letzte Spinnweben hängen, der staubig ist und aus dem Staubflusen neugierig die Menschen mustern nun nichts wirklich alltägliches ist, so wurde ich doch so gleich freundlich aufgenommen und begrüßt. Also lüftete ich ein bisschen den Schrank, gönnte meinen Flusen ein bisschen Auslauf und setze mich mit auf den Marktplatz. Bei einem kühlen Bier lauschte ich den Geschichten der Anwesenden. Was sie nicht alles erlebt hatten! Ich hörte Geschichten voll Freude, Trauer, Witz und Grauen. Begeistert hörte ich zu und merkte so erst gar nicht, dass scheinbar nur ich und der jeweilige Erzähler mit Feuereifer dabei waren. Der Rest schaute desinteressiert in der Gegend rum oder tuschelte in scharfen Tönen miteinander. Mit jeder Minute schien die Stimmung der Agression immer deutlicher zu werden. Wurde erst nur getuschelt wurden die scharfen Worte nun deutlicher und lauter. Desinteresse wandelte sich in offene Ablehnung gegenüber den anderen.

Meine Staubflusen schienen den Stimmungswechsel auch wahrgenommen zu haben, denn sie sammelten sich am Schrank und versuchten durch die nur angelehnte Tür ins Innere zu kommen. Schnell half ich ihnen, zum Teil aus Mitleid, zum Teil um selbst etwas weitervon den Dorfbewohnern wegzukommen. Was war nur passiert? Warum wurde aus der Unterhaltung plötzlich so ein Hexenkessel? Vielleicht weil es keine Unterhaltung war. Plötzlich überkamen mich Erinnerungen an die Grabenkämpfer, denen ich vor einiger Zeit begegnete. Irgendwie ähnelten sich die beiden Situationen. Was damals festgefahrene Positionen waren, waren hier altbekannte Positionen! Die Menschen hier hatten sich schon alles erzählt und gingen in ihrer Langeweile nun einfach selbst aufeinander los.

Ich fragte mich, ob sie sonst nichts zu tun hatten. Gab es für sie nichts anderes, als das abendliche Zusammensitzen und aufeinander losgehen? So viel lag um ihren Flecken Land. Kamen sie denn nicht raus? Blieben sie immer hier? Hatten sie kein Leben?

Ich packte meine Sachen und floh beinahe in die Nacht. Und dabei sah ich sie…die Spinnweben, die sich wie eine fast unsichtbare Barriere um den Flecken Erde spannten. Ich war geübt, ich konnte die Barriere durchdringen, aber die Menschen innerhalb der Spinnweben hatten dies scheinbar nie gelernt. Ach, wie viel ihnen doch entging…aber wahrscheinlich waren sie gar nicht bereit dafür, aus ihrem kleinen abgeschotteten „Universum“ befreit zu werden…oder? Doch dann sah ich die Schatten von Spinnen und wusste, dass ich nichts ausrichten konnte. Alle meine Argumente wären abgeprallt, nichts zu ihnen durchgedrungen. Und so verließ ich diesen Ort. In der Hoffnung demnächst mal wieder an einen angenehmen Ort zu kommen…

Von Hamstern und Liebesbezeugungen

Es ist schon interessant, welche Möglichkeiten die heutigen Kommunikationsmittel bieten. Vor allem die ganzen Messengerdienste haben es mir besonders angetan. Vor allem zu nächtlicher Stunde zeigen sich bei Gesprächen über diese Dienste die erstaunlichsten Stilblüten. Da wird freudig über Gott und die Welt, die aktuelle politische Tageslage, sowie bevorzugte sexuelle Spielarten geredet, völlig ohne schlechtes Gewissen oder andere Allüren. Das WWW ist auch gleich nebenan und so kann man bei Bedarf natürlich auch die Internetseiten, passend zum Thema austauschen. 😉

Manchmal kommen aber auch Gesprächverläufe zu Stande, die man sich gar nicht ausdenken könnte, weil einem die Fantasie dazu fehlt. Die richtig guten Geschichten schreibt halt das Leben selbst. So berichtete mir eine Bekannte, dass sie, just während des Gespräches , versuchen würde Fingerabdrücke von ihrer Maus zu nehmen. Über die genaueren Gründe hierfür will ich mal nicht weiter spekulieren, doch ich fragte mich zuerst schon was sie denn jetzt genau meine. So entstanden vor meinem inneren Auge verschiedene Bilder. Puderte meine Bekannte gerade ihre PC Maus ein? Oder steckte mehr dahinter? Hatte sie just in diesem Moment eine Schreibtischlampe auf ihr Haustier (ich erinnerte mich wage daran, dass sie einen Hamster/eine Maus oder so hatte) gerichtet, mit einer Zigarette im Mundwinkel und abschätzendem Blick? was hatte das arme Tier angerichtet, dass jetzt versucht wurde an seine Fingerabdrücke ranzukommen?

„Wo warst du letzte Nacht zwischen 2 und 3 Uhr?“ – „Fiep?“

Als sich gerade das Bild von Richterin Fiffi Hund und dem Fall des verschwundenen Hamsterrades vor meinem inneren Auge aufbaute, beruhigte mich meine Bekannte und meinte, es hätte sich tatsächlich um die PC maus gehandelt und an der Idee wäre ein gewisser Jack Schuld. Ich glaube, ich weiß was sie meint… 😉

In einem anderen Gespräch habe ich gelernt, dass es für mangelnde Rechtschreibung (egal aus welchem Grund) auch eine politisch korrekte Bezeichnung gibt. Man schreibe dann halt immigrantisch! Das klingt jetzt für manche böser, als es eigentlich gemeint war, keine Sorge. Aber es gibt zu später Stunde Anlaß zu anderen Gedankengängen.

Warum wurde aus der Süßigkeit, die das aus einem macht, was der Herstellername schon besagt, der Schaumkuss? Warum keine afroeurpäische Liebesbekundung?

Warum heißt der Mannschaftsraum in den Fahrzeugen mancher Organisationen immer noch Mannschaftsraum und nicht Mitgliedsraum?

Warum dürfen nur männliche Träger von Atemschutzgeräten keinen Bart haben?

Meinen wir es vielleicht doch nicht so ernst mit der political correctness?

Oder ist dies alles nur dem nächtlichen Wahnsinn zuzuschreiben, dem wir so oft verfallen?

Egal, was es nun ist. Ich wünsche eine angenehme Nacht, bis demnächst in den chtonischen Gefilden 😉

Kakerlaken außerhalb des Schrankes

Dass es in meinem Schrank schön ist und außerhalb von eben Selbigem fast nur Verrückte herumlaufen, habe ich ja schon häufiger erwähnt. Was es aber für Gestalten gibt erstaunt mich immer wieder…

Während ich so durch die Lande kutschierte landete ich in einem Flecken Land, der zwar nicht der schönste war, den ich je besucht hatte, aber trotzdem auf den 1. Blick den meisten Ansprüchen genügte. Doch wie immer steckt der Teufel im Detail. Denn wo man zuerst eine schiere Vielfalt an Farben entdeckte, beschlich einen kurz darauf das Gefühl, dass die Farben an mancher Stelle nicht zu passen schienen und sich beim betrachten hin und her wandten. Und so war es dann auch. Ich dachte zuerst an Spinnen, die erkannt hatten, dass ich ihre bisherige Tarnung durchschaut hatte, aber weit gefehlt! Es handelte sich um widerliche, braune Kakerlaken, die bestrebt waren sich unter einem farbenfrohen Tarnmantel zu verstecken. Der Versuch war ja an sich nicht schlecht, doch irgendwie schienen die Farben mit dem braunen Untergrund der Chitinpanzer zu reagieren. Was im Normalfall hätte glänzend sein sollen wurde stumpf und verblichen, kaum berührte es die Panzer der Tierchen.

Nachdem die Tarnung durchschaut war, genoß ich weiter meine Pause, auch wenn mich die kakerlaken schon etwas nervten. Dennoch sah ich keine weitere Gefahr von ihnen ausgehen. Ich sollte mich getäuscht haben…

So saß ich auf meiner Schrankschwelle, genoß meinen Tee und eine Zigarette, warf meinen Wollmäusen Staubflusen zu mit denen sie spielen konnten und ließ meinen Blick über die Landschaft schweifen. Doch dann fiel mir auf, dass an immer mehr Stellen die Farben zu verblassen schienen und hier und da erkannte ich mittlerweile Kakerlaken, die ihr Braun fast stolz mit sich herumtrugen und nicht auf den fadenscheinigen Farbmantel zurückgriffen. Und unter den verblassenden Stellen, die kurz vorher noch in den schönsten Farben geglänzt hatten befanden sich auch keine Kakerlaken. Vielmehr schien es, als würden sich die Kakerlaken hier und da etwas länger aufhalten und irgendwie die Farbe aus der entsprechenden Stelle zu saugen. Ich runzelte die Stirn und brachte erstmal meine Wollmäuse in Sicherheit und stellte auch den Schrankkoffer etwas weiter vom Schauplatz des Geschehens entfernt ab. Sicher ist sicher. Dann betrachtete ich das Geschehen genauer und tatsächlich verlor die Landschaft in ungefähr dem Tempo an Glanz in der die Kakerlaken auf ihre Farbtarnung verzichteten. Eine schleichende Epidemie schien von dem Ort Besitz ergriffen zu haben. Hilflos sah ich zu, wie Bäume, Blumen und Gräser sich immer mehr zu einem farblosen Einheitsbrei verwandelten, dominiert vom schimmernden braun der Chitinpanzer. Selbst die Tiere und Insekten, die ich zwischendurch zwischen den Pflanzen entdeckt hatte schienen nichts gegen die krabbelnde Übermacht tun zu können. Hiflos sah ich zu, vom Schock nahezu gelähmt…alleine konnte ich hier nichts unternehmen, das wurde mir schnell bewusst. Und so fuhr ich los, für’s erste machtlos die Veränderungen aufzuhalten. Doch vielleicht findet sich Hilfe in der nächsten Stadt, denn eine so farblose Welt, dominiert von Kakerlaken…nein, die will ich nicht erleben.

Der Schrank im Alterungsprozess

Kurz bevor ich meinen 25. Geburtstag bestreite, oder wie meine Nachbarin sagen würde „mein 1. halbes Jahrhundert“, wird es Zeit mal darüber zu sinnieren, wie es überhaupt zum Schranke kam. Es ist ja nicht so, dass ich mich aus heiterem Himmel für einen Schrank entschieden habe, nein das Ganze hat System!

Angefangen hat wohl alles in meiner Kindheit…damals, als das Internet noch aus Holz war, die Welt noch schön und das Leben einfach. 😉 Wenig aktive Erinnerungen sind aus der Zeit geblieben, aber lasst euch gesagt sein: Nicht H.P. war der erste, der unter einer Treppe eingesperrt wurde, sondern ich! Genau! Stunden um Stunden habe ich im Besenschrank unter der Treppe zugebracht, nicht gewillt den Anforderungen der Außenwelt zu entsprechen! Oder so ähnlich halt, denn die Erinnerungen werden mit der Zeit ja auch etwas durcheinandergebracht…

Meine Freude an Staubflusen und Wollmäusen würde es zumindestens erklären, ebenso den Umstand, dass ich mich in meinem Schrank vor den Wirrungen und Auswüchsen der heutigen Zeit sicher fühle. Tja…damals fing die ganze Sache also an.

Natürlich habe ich auch mehrere Jahre in der freien Wildbahn zugebracht, denn man muss ja den Wahnsinn der anderen kennenlernen, wenn man ihm widerstehen will. Natürlich sind da draußen nicht alle wahnsinnig. Ein paar Freunde hat man dennoch gefunden, auch wenn nicht alle Freundschaften bis heute Bestand haben. Man hat beobachtet wie neues Leben entstanden ist und leider endete auch so manches Leben. Man hat viel gelacht und viel geweint. Man ist gefallen und wieder aufgestanden, hat eingesteckt und ausgeteilt. So manches Utopia hat man in endlosen Nächten erschaffen und gelebt. Wie oft hat man sich gedacht, dass man etwas hätte anders machen müssen? Wie oft wollte man die Zeit zurückdrehen oder den Moment festhalten? Ich kann es nicht mehr zählen. Aber mit etwas Abstand – und ein paar dicken Schrankwänden – merkt man, dass sicher nicht alles gut war, was man gemacht hat. Dennoch wäre man ohne die Erfahrungen nicht der, der man heute ist. Also will ich erstmal euch danken!

Ihr, die…

…ihr mir den Rücken gestärkt habt

…ihr mir in den Rücken gefallen seid

…ihr an mich geglaubt habt und immer noch an mich glaubt

…ihr mich mögt

…ihr mich nicht mögt

…ihr viel zu früh gegangen seid. Wir werden uns wiedersehen!

…ihr euren Teil dazu beigetragen habt, dass mein Leben so verlaufen ist, wie es verlaufen ist!

Aber eigentlich wollte ich ja erzählen, wie es denn zum Schranke gekommen ist, vor allem da mich die Wollmäuse schon etwas zweifelnd angucken, auf Grund meiner rührseligen Äußerungen. Tja…äh…die wahrscheinlich unbewusste Entstehung habe ich ja schon aufgezeigt und alles andere erklären wir mal zu einer Verkettung von Zufällen. Aber Zufälle müssen ja nicht schlecht sein. Als mich diese Zufälle in die Isolation meines Schrankes getrieben haben wurde mir nach kurzer Zeit das Potenzial dieser Situation bewusst und deshalb habe ich mich entschieden hier zu bleiben. Manchmal muss ich natürlich raus, aber das ist euch ja bekannt.

Wie wird es also weitergehen?

…We will see and time will tell…

Auf das nächste halbe Jahrhundert ! 😉

Getrennte Schrankplätze

Moin!

Ich melde mich zurück aus meinem Urlaub. Ja, auch ein Schrankbewohner braucht mal Urlaub und dieser stand unter dem Motto „Wir haben gehalten in der langweiligsten Landschaft der Welt“. Zumindest kam es mir zwischendurch so vor…

Aber trotzdem gibt es viel zu berichten, einiges hab ich selbst erlebt, von anderem haben mir meine Wollmäuse berichtet.

Am Lustigsten war es eigentlich die Lokalzeitung zu lesen. Wenn in Städten, die von der Mentalität her den Eindruck machen weit weg von der Realität zu sein, über etwas berichtet wird, dann muss dies natürlich in geeigneten Worten passieren. Also schlagen die Redakteure ihre alten Schulhefte auf und suchen in ihren Aufzeichnungen aus dem Fach Deutsch nach Charakterisierungen und Interpretationen, übernehmen wichtig klingende Aussagen und bringen diese in einen neuen Kontext. Dabei kommt dann natürlich etwas heraus, was stark an das Abschneiden bei PISA erinnert. Wenn der Redakteur dann natürlich auch noch über ein Thema schreibt, welches ihn nicht interessiert, dann kann man sich ausmalen, was dabei herauskommt. Für sowas würde sich nicht einmal die garstigste Spinne hergeben, aber es ist ganz gut dafür geeignet seinem Schrank eine Tapete zu geben. So hat man immer etwas erheiterndes zu lesen.

Der Zufall wollte es so, dass sich der nicht näher bezeichnete Ort in einem Bundesland befindet, welches sich vor kurzem zu neuen Gesetzen duchgerungen hat. Ich ahnte davon gar nichts und so ließ ich mich mit meinem Schrank kurzzeitig dort nieder und dachte auch nicht im entferntesten daran, dass sich irgendein Gesetz auf mich, meinen Staub oder meine Wollmäuse auswirken könnte. Ein Gesetz zur Arbeitszeitenregelung von Wollmäusen, zur Anordnung von Staubflusen oder ein Gesetz zur Bestimmung der Höchstgeschwindigkeit von Kofferschränken würde mir nicht einmal im Traum einfallen! Gut, unseren Politikern zum Glück auch nicht, aber dafür haben sie sich den Nichtraucherschutz sehr zu Herzen genommen.

Jaja, ich weiß. Darüber reden heute alle und so. Ich will auch nicht auf das Für und Wider dieser Gesetze eingehen, sondern nur ganz allgemein etwas zur neuen Mehrklassengesellschaft im besagten Bundesland sagen.

Mich traf die Ankündigung, dass Raucher ab sofort draußen bleiben müssen, wie gesagt, etwas unvorbereitet. Trotz des Herbstsommers in manchen Teilen dieses Landes ist es ja draußen trotz allem recht angenehm und so macht es mir noch nicht sonderlich viel außen draußen zu rauchen, getrennt von den Nichtrauchern dieser Erde. Trotzdem saß ich natürlich prompt unter einem ehemaligen Sonnenschirm, der nun als Regenschirm fungierte, draußen und hatte meine liebe Müh‘ meine Wollmäuse ins Trockene zu bringen. Aber da ich ja vor meinem Schrank saß, konnten sich die Kleinen bibbernd im Schrank zusammenkauern und die Welt aus dem Trockenen beobachten. Ein paar andere Schornsteine und ich saßen zwar auch im Trockenen, aber waren irgendwie noch isolierter als die kleinen Wollmäuse. Ob die Menschen im Innern nun irgendwie belebter und freier waren als vorher kann ich jetzt nicht beurteilen, aber sie konnten auf jeden Fall viel, viel besser sehen, weil die zweibeinigen Nebelmaschinen ja nun per Gesetz ganz weit weg bleiben mussten! Aber gerne stellte ich mir vor wie viel beschwingter und freier sie waren! Wie sie mit flatternden Bändern durch die Gegend sprangen und mit den nun nutzlos gewordenen Bechern der Tabakindustrie jonglierten! Vielleicht nicht alle, denn manche waren vielleicht traurig, weil ihnen plötzlich die Gelegenheit fehlte den weiblichen Nebelmaschinen Feuer anbieten zu können – ja, auch Nichtraucher greifen manchmal zu dieser Strategie um die Nacht nicht alleine verbringen zu müssen. 😉 Diese armen Exemplare saßen jetzt vielleicht missmutig an ihren Plätzen und versuchten es bei den Weibchen mit der Frage, ob man die Kerze anzünden solle…oder so.

So ist sie nun, die neue Zeit. Wo man früher geeint im Dunste saß, so sitzt man heute getrennt unter seines Gleichen. Nutzlos geworden sind viele Feuerzeuge! Verängstigt diejenigen, die nur Feuer geben konnten! Was sollen sie jetzt tun? Glücklich die, die die Trennung überwinden können, entweder durch Kompromisse oder durch Aufgabe des alten Lasters! Was früher geeint findet nun auf getrennten Plätzen statt, doch die Sicht wird besser! Ob man alles sehen will, was vorher unter neblig blauem Dunst verborgen lag? Wir werden es erleben…

Doch ich und meine Wollmäuse sind weitergezogen…

Doch vorher habe ich mir noch einen kleinen Schornstein an meinen Schrank gebaut, aus dem der blaue Dunst nun abziehen kann. Denn Raucherräume müssen ja ab jetzt über Abzugsmöglichkeiten verfügen…

Bloggen mit Migränehintergrund – Die Kanzlerin hat mir nie ihr Vertrauen ausgesprochen.