Archiv der Kategorie: Wissenschaft oder so

9/11 in Comics (1)

Versucht man die Verarbeitung von 9/11 in amerikanischen Superhelden-Comics näher zu betrachten, so fallen einem natürlich zunächst die Frontcover der jeweiligen Ausgaben ins Auge.

- Kahn, Jenette; Drooker, Eric (Hrsg.) (2002): The world's finest comic book writers and artists tell stories to remember. New York, NY: DC Comics.

So bietet das Cover des oben abgebildeten comic books, ein Sammelband mit Beiträgen verschiedener Autoren, als ersten „eyecatcher“ den großen schwarzen Schriftzug „9-11“ vor einem blauen Himmel und darunter die bildliche Darstellung von Superman und seinem Hund Krypto, wie sie auf die überlebensgroße Darstellung verschiedener Menschen, größtenteils Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Ärzte), blicken. Superman äußert auf dem Cover nur „Wow.“. Durch diese erste, augenfällige Gestaltung wird schon deutlich, was sich im Comic selbst bestätigt: In diesem Comic geht es nicht um Superhelden, sondern um „normale“ Helden, die etwas vollbracht haben, dass selbst Superman dazu bringt fast sprachlos zu ihnen aufzublicken. Dieses Cover ist eine Umkehr eines Comic-Covers des DC-Verlages aus dem Jahr 1944. Auf der damaligen Ausgabe der Serie „The Big All-American Comic Book“, sind ein Junge und ein Hund vor einem Plakat zu sehen, auf dem viele der damals im Programm von DC vertretenen Superhelden zu sehen sind. 9/11 in Comics (1) weiterlesen

ene mene muh

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf, dass die Kurzformen im Internet, zu denen wahrscheinlich viele neigen, mitunter sehr merkwürdige bzw. falsche Auswüchse annehmen. Mir ist das an den Kurzformen von unbestimmten Artikeln aufgefallen. Unbestimmte Artikel sind im Deutschen vor allem die vielfältigen Formen von „ein“. Den unbestimmten Artikel „ein“ kann man flektieren, d.h. beugen, um ihn in Kasus und Genus dem zugehörigen Substantiv anzupassen. Im Normalfall sieht das dann wie folgt aus:
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„Ich weiß nicht, ob sie das so in der Didaktik lernen.“

Sie wisse nicht, ob ich das so in der Didaktik lernen würde, aber es wäre ziemlicher Mist gewesen. Das bekam ich im Praktikum für einen wirklich „dämlichen“ Fehler zu hören. Ich bin froh über entsprechende Kritik, vor allem, wenn der Fehler oder die Ansicht dort sei ein Fehler gewesen, nichts mit unterschiedlichen Lehrstilen zu tun hat. Ich werde wahrscheinlich auch genau diese Stunde im Praktikumsbericht entsprechend auswerten1 und werde auch mir selbst den Großteil der Schuld zuschieben. Noch bin ich allerdings am Überlegen, ob nicht auch die Didaktik den einen oder anderen Seitenhieb bekommt. Wahrscheinlich wird sie es nicht, weil die einzige Didaktikerin für das Fach diesen Bericht liest und ich nicht ganz genau weiß, wie es mit ihrer Kritikfähigkeit bestellt ist. Dementsprechend werde ich zunächst einmal hier meine Gedanken entsprechend ordnen.

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  1. Wenn mir im Rest des Praktikums nicht noch schlimmeres passiert, was ich ja nicht hoffe. []

Interjektionen und Onomatopoetika

In einer Vorlesung über Wortarten hatten wir als letzte Wortart des Semesters die Interjektionen. In der Vorlesung und auch hier sollen Interjektionen wie folgt definiert werden:

prototypische Merkmale der Interjektion:1
„expressiver Ausdruck einer spontanen Emotion, Abwesenheit referentieller Bedeutung, Unflektierbarkeit, syntaktische Autonomie, eventuelles Vorhandensein onomatopoetischer Strukturen“

Dröseln wir das mal etwas auseinander für alle, die sich, wie ich, mit zu vielen Fachwörtern etwas schwer tun.
Flektion ist grob gesagt die grammatikalische Anpassung der Form eines Wortes an so etwas wie Kasus oder Nummerus. Unflektierbar bedeutet dementsprechend, dass eine solche Anpassung nicht vorgenommen wird/werden kann. Syntaktische Autonomie sagt aus, dass Interjektionen nicht an einen festen Platz im Satz gebunden sind. Was onomatopoetisch ist, das klären wir nach der Bestimmung einer „Interjektion“. Interjektionen sind an sich schlicht „Einwürfe“, die wir in unsere Sätze einbauen. Dies geschieht meistens in der gesprochenen Sprache. Beispiele wären: ah, brrr (frieren), hui, nanu, oi, puh, tja, uff, ui, pst, ätsch oder brrr (zum Tier). Nun können Interjektionen auch eine onomatopoetische Struktur haben. Onomatopoetika sind „lautmalerische Wörter“, d.h. Wörter die ein außersprachliches akustisches Phänomen nachahmen. Beispiele hierfür sind zum Beispiel miau, piep, Kuckuck, tatütata, kikeriki oder brumm. Onomatopoetika können Interjektionen – „haha“ zum Beispiel – sein, manchmal sind sie aber auch nur Onomatopoetika.
Neben der gesprochenen Sprache sind Interjektionen und Onomatopoetika besonders in Comics und der „Internetkommunikation“ verbreitet. Besonderer „Dank“ gilt hier wohl Erika Fuchs, ihres Zeichens Übersetzerin der Donald Duck Comics. Erika Fuchs sind besondere Leistungen in Bezug auf die Verbreitung des Inflektivs im Deutschen zuzuschreiben. Der Inflektiv oder scherzhaft „Erikativ“ genannt ist ein Verb in der „Grundform“, welches nicht gebeugt wird2 , bei der auch die deutsche Infinitivendung -n/-en weggelassen wird. So wird aus dem Infinitiv „gähnen“ das Wort „gähn“. Oder aus „lachen“ wird „lach“. Man sieht, dass viele im Internet, besonders in Messengern, ständig mit Inflektiven rumwerfen ohne dies zu wissen.3

  1. nach Nübling, D.: Die prototypische Interjektion: Ein Definitionsvorschlag.
    In: Zeitschrift für Semiotik. 26 (2004) 1-2, 13 []
  2. Eine infinite, unflektierte Verbform []
  3. Ich wollte auf irgendwas bestimmtes hinaus, hab aber vergessen auf was. Deswegen endet der Eintrag „einfach so. []