Archiv der Kategorie: Aurich oh Aurich

Wer das nicht will, kann wieder gehen

Sigrid Griesel, ehemalige Bürgermeisterin meiner Heimatstadt Aurich, ist mittlerweile wieder auf der politischen Bühne aufgetaucht. Als Fraktionsvorsitzende der Partei „Gemeinsam für Aurich“ (GfA) mischt die geschiedene Stadtvorsteherin nun auf einer etwas untergeordneten politischen Ebene mit. Jüngst musste sie sich mit einem Antrag über die „Einrichtung ei­nes Gräberfeldes für die Bestattung von Muslimen“ rumschlagen, den sie heldenhaft abgelehnt hat.1 Weil Muslime immer gehen, wenn es gerade kein anderes Thema gibt, hat die „GFA Redaktion“ gleich einen Blogartikel draus gemacht und Frau Griesel sich vor Unwissenheit ins Gräberfeld des politischen Aus‘ geschossen.

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  1. Hat keine Auswirkungen, die Mehrheit hat dafür gestimmt. []
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Jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit

In der Ostfriesen-Zeitung ist die Tage ein Artikel über das geplante Frei.Wild-Konzert in Aurich erschienen, der sich im Schwerpunkt mit der Facebook-Seite Kein Frei.Wild in Aurich auseinandersetzt und der Artikel Weder frei, noch wild: Deutschrock aus Norditalien von Heribert Schiedel wird zitiert. Der Artikel von Schiedel analysiert recht nett die Aussagen verschiedener Lieder und den Inhalt von Distanzierungen der Band.

Interessant am Artikel der OZ ist aber die Stellungnahme von Marema. Im Artikel heißt es:

Der Veranstalter Marema kann die Kritik an dem geplanten Konzert ebenso wenig nachvollziehen […]. „Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit dem dem management von Frei.Wild in Kombination mit der ICS Festival Service GmbH zusammen“, teilte eine Sprecherin […] mit. Bereits vor drei Jahren habe man ein sehr erfolgreiches Konzert mit Frei.Wild in Bremen veranstaltet, bei dem es weder im Vorfeld noch im Nachhinein Probleme oder Diskussionen gegeben habe. Die Band toure seit Jahr und Tag erfolgreich durch die gesamte Republik […]. Dass es in Aurich Widerstand gebe, könne man nicht nachvollziehen, so Marema.

Diese Art von Argumentation klingt ja auf den ersten Blick ganz nett, allerdings beinhaltet sie keine Aussage darüber, ob sich Marema (oder ICS) mit den aktuellen Vorwürfen und Diskussionen auseinandergesetzt hat. Wenn man bedenkt, dass die breitere öffentliche Auseinandersetzung mit Frei.Wild noch gar nicht so alt ist, ist es kein Wunder, dass es „früher“ keine Probleme gab. Entweder geht Marema hier auf Nummer sicher, weil eine interne Auseinandersetzung mit den Bands, die man so anbietet, noch nicht stattgefunden hat, oder es ist Marema schlicht und ergreifend egal.

Eine etwas kritischere Auseinandersetzung hat hingegen wohl bei Visions stattgefunden. das Musikmagazin zieht sich aus der Präsentation des With Full Force-Festivals zurück. In der Begründung heißt es u.a.:

Schon 2010 trat die Südtiroler Band in Roitzschjora auf, damals noch als relativ unbekannte Deutschrock-Band – zumindest für uns, denn wir als Festivalpräsentatoren nahmen die Band zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg nicht wahr. Dabei waren Textpassagen wie „Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik/ An diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist/ Drum holt tief Luft und schreit es hinaus/ Heimatland, wir geben dich niemals auf“ (aus „Südtirol“) kaum als harmlose Heimatliebe misszuverstehen. Was die Band selbst mit ihrer Südtiroler Herkunft erklärt, erinnert zugleich immer wieder stark an Gedanken und Werte des klassischen Rechtspopulismus.

Visions gesteht genau das ein, was ich Marema an dieser Stelle unterstelle: „Früher“ hat schlicht keine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Band stattgefunden. Weiter heißt es:

Dass nicht jeder Frei.Wild-Fan gleich rechts von der Mitte ist, versteht sich von selbst – wie es sich mit Burger verhält, kann jedoch nach wie vor in Frage gestellt werden. […] Die Band selbst behauptet immer wieder, unpolitisch zu sein. In ihren Texten weisen Frei.Wild jeden Vorwurf in diese Richtung von sich […]. Aufkeimende Kritik – die Veranstalter des With Full Force nennen es „Hexenjagd“, an der man sich nicht beteiligen wolle – wird sogar mit einer Anspielung auf die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten verglichen: „Nichts als Richter/ Nichts als Henker/ Keine Gnade und im Zweifel nicht für dich/ Heut gibt es den Stempel, keinen Stern mehr“ (aus „Wir reiten in den Untergang“). Und in einem Song wie „Wahre Werte“ werden Parolen verkündet, wie man sie von Rechten kennt: „Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen/ Wenn ihr euch ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen“. Wir sind weder der Meinung, dass diese Textpassagen unpolitisch sind, noch glauben wir, dass „Gegen Rechts!“-Aktionismus diese Aussagen wettmacht.

Das deckt sich mit meiner Meinung: Ein „gegen Rechts!“-Aktionismus bedeutet keine Absolution der Texte. Die Texte stehen, egal wie Burgers eigene Einstellung nun auch immer sein mag, für sich und sprechen eine teilweise sehr deutliche Sprache. Die Schlussformel des Statements kann man auch auf Marema anwenden:

Als Festivalveranstalter mit Toleranz zu kokettieren und „Hexenjagden“ abzulehnen, wenn es um abgrenzenden Nationalismus geht, geht uns gegen den Strich. Deshalb findet das With Full Force 2013 ohne VISIONS statt.

Zwar hat Marema keine Aussage gegenüber der Berichterstattung getätigt, aber es ist kaum vorstellbar, dass die immer vehementer vorgebrachten Vorwürfe spurlos am Veranstalter vorbeigegangen sind. An anderen Sponsoren, die in Kontakt mit Frei.Wild geraten sind, ist die Diskussion schließlich auch nicht vorbeigegangen. Laut den Ruhrbaronen wurde folgende Meldung von Jägermeister bestätigt:

Die Mast-Jägermeister SE hat in ihrem Leitbild Werte wie Weltoffenheit, Toleranz und Respekt fest verankert. Zu diesen Werten stehen wir. Diese Werte leben wir. Jägermeister wird heute in rund 90 Ländern weltweit konsumiert und ist damit nicht nur im niedersächsischen Wolfenbüttel, sondern auf der ganzen Welt in vielfältigen Kulturen zu Hause.

Vor dem Hintergrund unserer Werte werden wir das geplante Sponsoring des Festivals „With Full Force“ zunächst stoppen. Wir erwarten vom Veranstalter zum geplanten Auftritt der umstrittenen Band Frei.Wild auf dem Festival eine klare Stellungnahme. Sollte der Veranstalter weiterhin das Booking der Band bestätigen, werden wir unsere Sponsoring-Aktivitäten einstellen.

In Aurich wird die Diskussion spannend bleiben, auch wenn es von Fan-Seite nach dem OZ-Bericht und den WFF-Absagen (gefühlt) deutlich ruhiger geworden ist. Die Initiative gegen den Auftritt verspricht Gegenaktionen, Demos usw. Abwarten. Es wäre auf jeden Fall zu begrüßen, wenn sich Marema zu mehr als nur „früher war doch auch alles okay“ hinreißen lassen könnte. Ansonsten ist das Statement nämlich schlicht und ergreifend inhaltslos und sinnfrei.

Sensible Berichterstattung

In Emden hat sich dieser Tage ein schlimmes Verbrechen ereignet. Ein 11jähriges Mädchen wurde tot in einem Parkhaus gefunden, die Polizei ist sich sehr sicher, dass das Mädchen einem Gewaltverbrechen mit sexuellem Hintergrund zum Opfer gefallen ist. Die Ermittlungen sind noch in vollem Gange, was den örtlichen Zeitungen Gelegenheit gibt, ganz viele Artikel zu veröffentlichen. Der Facebook-Account der Ostfriesen Zeitung (OZ) mutete deswegen zwischenzeitlich wie ein Live-Ticker an. Die teilweise eher bescheidenen Kommentare verschiedener Facebook-Nutzer unter den Artikeln lassen einen teilweise schon am gesunden Menschenverstand zweifeln, was allerdings die „Schwesterzeitung“ der OZ, die ON (Ostfriesische Nachrichten), heute rausgehauen hat, das hat mir beim Frühstück mein essen wieder hochgetrieben. Kurze Vorgeschichte:

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They just want you to dance

Am 3. April 2012 gibt es ab 20:30 Uhr eine besondere Premiere in Arno’s Hirsch. Die Magdeburger Band KEYNO stattet dem beschaulichen Aurich einen Besuch auf ihrer ersten Clubtour ab. Damit steht Aurich in einer Reihe mit so illustren Städte wie Hannover, Dresden, Leipzig und Berlin.

KEYNO, das sind Jessica (vocals), Sebastian (keys), Jan (drums) und Olaf (bass). Das besondere an KEYNO sind neben der eindrucksvollen und bezaubernden Stimme der Sängerin Jessica und der durchweg überzeugenden Instrumentenbeherrschung von Jan, Sebastian und Olaf vor allem die von der Band geprägte Musikrichtung des Redpop. Redpop ist kein Jazz mit Popelementen, aber auch kein Pop mit Jazzelementen, sondern liegt zwischen diesen beiden verschiedenen Musikstilen. Gerade dieser Balanceakt zwischen leichtgängigem Pop und dem unvorhersehbaren Jazz macht die vier Magdeburger so verdammt überzeugend, egal ob sie ihre eigenen Stücke spielen oder bekannte Songs völlig neu interpretieren. Als wäre das nicht genug, so merkt man der Band auch noch an, dass sie Spaß an dem haben, was sie tun. KEYNO harmonieren so gut miteinander, dass man kaum glauben kann, dass sie erst seit Anfang 2010 zusammen Musik machen. Die eindrucksvolle und facettenreiche Stimme der Sängerin Jessica führt den Hörer dabei sowohl begeisternd durch schnelle Stücke als auch durch langsame Balladen.

Wer einmal die Chance hatte in das Debutalbum „faces red“ reinzuhören, der weiß spätestens nach „Trains“ oder „Going On“, was die VW Sound Foundation meint, wenn diese schreibt:

Die REDPOP-Welt sprüht vor Kreativität und Ideen. Wenn man bedenkt, dass das erst der Anfang ihrer Entwicklung ist, so kann man sich die Band in den nächsten Jahren nur auf den großen Bühnen dieser Welt vorstellen.

Ja, richtig gehört: KEYNO sind stolze Mitglieder der VW Sound Foundation und erhöhen damit den Premierencharakter ihres Auftrittes in Aurich zusätzlich: KEYNO spielen zum ersten Mal im schönen Ostfriesland und Arno’s Hirsch darf zum ersten Mal ein Mitglied der Sound Foundation begrüßen.

Die Kurzdaten:

Wer: KEYNO

Wann: 3. April 2012, ab 20 Uhr

Wo: Arno’s Hirsch in Aurich

Eintritt frei

Stammtischweisheiten

Häufige Treffen mit meist ähnlicher Zusammensetzung bringen die richtigen Wahrheiten ans Licht. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der letzten Ergüsse. Wenn ich Lust habe wird es eine regelmäßige Serie.1

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  1. Oder man hört auf mit mir zu reden. []
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Einseitig

Also, wenn man den Blog von Aurich Live 2011 so anguckt1, dann fällt einem auf, dass der Autor wohl eine gewisse Vorliebe für eine der Bands hat:

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  1. Tut es nicht, es ist grausam schlecht. []
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Gemessene Zeitarbeit

Heute war Zeitarbeitsmesse in Aurich und ich wollte musste dahingehen. Das Amt hat es befohlen, also folgt man. Wenn nicht, dann passiert ja auch allerhand. Natürlich malt man sich, nachdem man schon eine ähnliche Aktion über sich ergehen lassen musste, im Vorfeld aus, was alles passieren könnte. Im schlimmsten Fall hätte das wieder so eine Kindergarten-Veranstaltung werden können: Hingehen und drauf warten, dass der Klassenlehrer Amtsmensch einen aufruft. So war es aber nicht.

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Divergierende Wahrnehmung

Gestern war in Aurich großes „Wintervertreiben“. Da bedeutet, dass verkaufsoffener Sonntag war und außerdem der kaufmänniche Verein, das Stadtmarketing Aurich und die Stadt ein Rahmenprogramm in die Innenstadt gesetzt haben. In der Berichterstattung liest sich die Rückschau heute u.a. wie folgt:
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Spaß vor ausgewähltem Publikum – Die 2. Comedy Night in Arno’s Hirsch

Am 1. Februar 2011 war es soweit: es fand die 2. Comedy Night in Arno’s Hirsch statt. Leider bei spiegelglatten Straßen und auch sonst eher miesem Wetter, was dazu führte, dass mehrere reservierte Karten nicht abgeholt wurden und auch sonst der eine oder andere Kurzentschlossene wohl eher sein Heil auf der eigenen Couch suchte. Dies hielt die angereisten Künstler aber nicht davon ab, ihr Können zu beweisen. Da ein Publikum von gerade 20 Personen allerdings nicht so leicht zu begeistern ist, wie ein größeres Publikum, wollte der Funke nicht immer so recht überspringen. Lag dies an den Künstlern? Höchstens wenn man ihnen die Schuld dafür geben möchte, dass jeder einen anderen Humor hat und dementsprechend manche Witze und Auftritte anders zündeten, als andere.

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Vorankündigung zur zweiten Comedy Night

Arno Fecht und Thieß Neubert haben ihre Ankündigung wahr gemacht und laden am 1. Feburar 2011 wieder zur Comedy Night in Arno’s Hirsch. Beginn ist gegen 20 Uhr, der Eintritt beträgt wieder 10€. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse direkt im Hirsch. Wer letztes Mal dabei war, der weiß, wie der Abend abläuft, für alle anderen nochmal die Kurzfassung: Drei Künstler treten in zwei Sets jeweils nacheinander auf. Während im November Götz Frittrang, Thorsten Bär und Florian Simbeck für eine ausgelassene und entspannte Stimmung sorgten, hat sich Moderator Thieß Neubert dieses Mal drei andere Künstler ins Boot geholt.

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