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Ich spreche fließend Facebook und #Twitter. (Pop-) Kulturenthusiast, die Kanzlerin hat mir nie ihr Vertrauen ausgesprochen, 90% Xing-Aktivität. Germanist, Politikwissenschaftler, Blogger und Fotograf mit hoher Affinität zu Social Media.

Leben nach dem Tod im Schrank

Erinnert ihr euch an das letzte Gedankenspiel? Die Rumhängerei im Schrank? Nehmen wir dieses Gedankenspiel mal wieder auf. Hier häng ich jetzt also, umgeben von Staubflusen (meinen Favoriten), toten Ratten und manchmal ein paar Spinnen, die versuchen mich in eine überdimensionale Zuckerwatte zu verwandeln. Klingt alles nicht sonderlich interessant, aber ich hab vor kurzem herausgefunden, dass der schrank Internetzugang hat. Gut, hätte mich nicht weiter wundern dürfen, aber es war eine willkommene Abwechslung. So konnte ich doch endlich mal herausfinden, wie man am Besten Staubflusen kultiviert, wie man tote Ratten zur Verschönerung des Schrankes benutzt und vor allem: Was der Rest da draußen so macht. Dies tat ich dann also und fragte mich sehr schnell „war ich auch so, als ich noch nicht im Schrank war? Hab ich etwa auch so viel auf wenige Zeichen im Internet gegeben? Hatte ich keine anderen Probleme?“

Ich glaube manche Leute ahnen gar nicht wie schön es sein kann, einmal wieder seinen Geist zu beschäftigen. Da werden in Foren lächerliche Themen besprochen und alle tun so, als würde es um den Stein der Weisen gehen! Wenn die wüssten, was wirkliche Probleme sind! Morgens aufwachen und feststellen, dass man aussieht wie eine Zuckerwatte vom Rummel. DAS sind Probleme, liebe Leute!

Aber ich glaube ich sollte den Internetzugang nicht wieder so häufig benutzen, sonst fang ich noch an mir Gedanken über nicht erfolgte Einladungen, Locations und Klischees zu machen. Also über die wirklich, wirklich wichtigen Dinge im Leben…und so…

Dann doch lieber Staub, Ratten…und meinetwegen auch diese blöden Spinnen. Besser Zuckerwatte, als geistige Umnachtung! Besser Schrank als Loyalität!

Und nein, ich nehme keine Drogen, sowas gibt es in meinem Schrank nicht!

Das Leben im Schrank

Man stelle sich vor, man wird in den Schrank gehängt. Gut, passiert einem sicherlich nicht wirklich häufig, auch wenn Lehrer schon Schüler an Kleiderhaken hängen, aber man nehme es einfach mal an. Wie wäre das Leben da so? Also ich meine jetzt nicht so einen Designerschrank, wo es ne Menge zu entdecken gibt, mit eingebauter Beleuchtung, viel Platz und einzelnen Schubfächern. Nein, sowas meine ich nicht. Ich meine so einen uralten, vermoderten, stinkigen Schrank. Da drin ist das Leben nicht sonderlich aufregend, oder?

Man hängt da so rum, nur Staubflusen und tote Ratten leisten einem Gesellschaft. Von seiner Umwelt bekommt man nicht viel mit, ist ja schließlich dunkel. Und die paar Lichtstrahlen, die vielleicht ab und an durch Ritzen fallen tragen nun auch nicht sonderlich dazu bei, dass einem ein Licht aufgeht. Aber iregendwann, während man da so vor sich hin baumelt, fängt man an nachzudenken. Ist es hier drin wirklich so schlimm? Laufen außerhalb des Schrankes nicht genug Idioten rum, die einen wenigstens hier drin in Ruhe lassen? Gut, dafür muss man natürlich die „Gibt es ein AußerhalbdesSchrankes?“ schon hinter sich gebracht haben oder man muss diese philosophische Episode noch vor sich haben.

Sicher gibt es da draußen auch immer Leute, die sind nicht ganz so schlimm, aber wann melden die sich schonmal zu Wort?

Mit Staubflusen kann man ne Menge Spaß haben…wenn man vorsichtig ist kann man die tollsten Muster zaubern! Okay, sieht keiner, ist ja dunkel…aber nun…