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Ich spreche fließend Facebook und #Twitter. (Pop-) Kulturenthusiast, die Kanzlerin hat mir nie ihr Vertrauen ausgesprochen, 90% Xing-Aktivität. Germanist, Politikwissenschaftler, Blogger und Fotograf mit hoher Affinität zu Social Media.

Der Schrank wird mobil

Ja, ihr habt richtig gehört! Mein Schrank wird mobil, oder anders gesagt: Ich wurde umquartiert! Mein neues Domizil ist ein Schrankkoffer unterwegs zu einem, mir unbekannten, Ziel! Alles geschah ganz plötzlich, ich konnte gerade noch meine engsten Vertrauten aus den Reihen der Staubflusen schnappen, meine Libelings-tote-Ratte und schon ging es los in das neue Domizil. Mit wehenden Spinnenweben zog ich ein, das innere meines Schrankkoffers zu erkunden. Und was sich da nicht meinen versponnen Augen für wunderbares auftat! Ein nahezu jungfräulicher Schrank(koffer)! Fast fabrikneu, kein Staub, keine toten Ratten und was noch wichtiger war: Keine Spinnen! Hier konnte ich völlig freu und unbelastet eine glorreiche neue Welt mit Staubflusen und toten Ratten aufbauen! Ein Dustandratstopia! *hüstel*

Aber genug von den Lobesreden auf den neuen Schrank. Neben dem Inneren bietet mein neuer Schrank noch viel mehr Vorteile. Er ist mobil! Gut, ich kann nicht beeinflussen wo er hinfährt, zumindest noch nicht, denn es hält ja niemand für notwendig ein Lenkrad im Schrankinnern einzubauen, aber das soll keinen Verdruß erzeugen, sondern als Chance gesehen werden! In diesem Schrank kann ich endlich Orte erreichen, wo nie zuvor eine tote Ratte war! Und dadurch, dass ich nun unterwegs bin wird es schwieriger mich aufzuspüren und mich aus meiner kleinen tollen Welt zu reißen!

Wenigstens hat der mir unbekannte Besitzer dieser Schränke dafür gesorgt, dass ich Musik habe…

Bevor ich mich aber häuslich einrichte, muss ich euch noch berichten, was ich während meines Zuckerwatte umnachteten Blitzumzuges so von der Welt außerhalb des Schrankes mitbekommen habe. Viel war es ja nicht, aber manches kann man nicht übersehen.

Stellt euch vor, es gibt da draußen Leute, natürlich Leute, die keinen Schrank haben, die veröffentlichen Pressemitteilungen! Pressemitteilungen sind vergleichbar mit Spinnen, versteckt unter Staubflusen! Man denkt erst: Hach, wie nett. Da ist was tolles! Schöne Staubflusen und wenn man sich die Sache näher anschaut, dann erkennt man, dass unter der schönen Schale was ganz und gar grässliches steckt! Ich glaube mittlerweile Pressemitteilungen sind für manche die einzige Möglichkeit überhaupt noch ihre Meinung zu sagen. Kurz, knapp und auf jeden Fall komisch formuliert. Also ähnlich wie Stellenausschreibungen, zumindest mancherorts. Gut, darüber mag man noch hinweggucken können, so wie über eine einzelne Spinne. Aber solche Pressemitteilungen ziehen immer, wirklich immer, andere Spinnen, äh Leute, an, die ihren Senf, bzw. ihre Spinnweben dazugeben müssen. So bleibt nach wenigen Minuten kaum noch was vom Inhalt übrig und alles hängt voll mit wabernden und klebrigen Fäden, in denen sich der unbedarfte Schrankbewohner zu verfangen droht. Und dann wird dieses feine Gespinst mit der Zeit mit feinen Staubflusen bedeckt, gerät in Vergessenheit, bis die schöne heile Schicht von einer neuen Spinne aufgerissen wird…und schon sind Schrankbewohner wieder in Gefahr.

Während ich also in meinem neuen Schrank unbekannten Zielen entgegenfahre, eine Spur aus Staubflusen und wehenden Spinnweben hinter mir herziehend (ich fürchte die werde ich nie ganz los), passt auf euch auf da draußen! Glaubt nicht den Spinnen, verderbt euch an der Zuckerwatte der Spinnen nicht den Magen und schließt immer euren Schrank ab, sofern ihr denn einen habt!

Leben nach dem Tod im Schrank

Erinnert ihr euch an das letzte Gedankenspiel? Die Rumhängerei im Schrank? Nehmen wir dieses Gedankenspiel mal wieder auf. Hier häng ich jetzt also, umgeben von Staubflusen (meinen Favoriten), toten Ratten und manchmal ein paar Spinnen, die versuchen mich in eine überdimensionale Zuckerwatte zu verwandeln. Klingt alles nicht sonderlich interessant, aber ich hab vor kurzem herausgefunden, dass der schrank Internetzugang hat. Gut, hätte mich nicht weiter wundern dürfen, aber es war eine willkommene Abwechslung. So konnte ich doch endlich mal herausfinden, wie man am Besten Staubflusen kultiviert, wie man tote Ratten zur Verschönerung des Schrankes benutzt und vor allem: Was der Rest da draußen so macht. Dies tat ich dann also und fragte mich sehr schnell „war ich auch so, als ich noch nicht im Schrank war? Hab ich etwa auch so viel auf wenige Zeichen im Internet gegeben? Hatte ich keine anderen Probleme?“

Ich glaube manche Leute ahnen gar nicht wie schön es sein kann, einmal wieder seinen Geist zu beschäftigen. Da werden in Foren lächerliche Themen besprochen und alle tun so, als würde es um den Stein der Weisen gehen! Wenn die wüssten, was wirkliche Probleme sind! Morgens aufwachen und feststellen, dass man aussieht wie eine Zuckerwatte vom Rummel. DAS sind Probleme, liebe Leute!

Aber ich glaube ich sollte den Internetzugang nicht wieder so häufig benutzen, sonst fang ich noch an mir Gedanken über nicht erfolgte Einladungen, Locations und Klischees zu machen. Also über die wirklich, wirklich wichtigen Dinge im Leben…und so…

Dann doch lieber Staub, Ratten…und meinetwegen auch diese blöden Spinnen. Besser Zuckerwatte, als geistige Umnachtung! Besser Schrank als Loyalität!

Und nein, ich nehme keine Drogen, sowas gibt es in meinem Schrank nicht!

Das Leben im Schrank

Man stelle sich vor, man wird in den Schrank gehängt. Gut, passiert einem sicherlich nicht wirklich häufig, auch wenn Lehrer schon Schüler an Kleiderhaken hängen, aber man nehme es einfach mal an. Wie wäre das Leben da so? Also ich meine jetzt nicht so einen Designerschrank, wo es ne Menge zu entdecken gibt, mit eingebauter Beleuchtung, viel Platz und einzelnen Schubfächern. Nein, sowas meine ich nicht. Ich meine so einen uralten, vermoderten, stinkigen Schrank. Da drin ist das Leben nicht sonderlich aufregend, oder?

Man hängt da so rum, nur Staubflusen und tote Ratten leisten einem Gesellschaft. Von seiner Umwelt bekommt man nicht viel mit, ist ja schließlich dunkel. Und die paar Lichtstrahlen, die vielleicht ab und an durch Ritzen fallen tragen nun auch nicht sonderlich dazu bei, dass einem ein Licht aufgeht. Aber iregendwann, während man da so vor sich hin baumelt, fängt man an nachzudenken. Ist es hier drin wirklich so schlimm? Laufen außerhalb des Schrankes nicht genug Idioten rum, die einen wenigstens hier drin in Ruhe lassen? Gut, dafür muss man natürlich die „Gibt es ein AußerhalbdesSchrankes?“ schon hinter sich gebracht haben oder man muss diese philosophische Episode noch vor sich haben.

Sicher gibt es da draußen auch immer Leute, die sind nicht ganz so schlimm, aber wann melden die sich schonmal zu Wort?

Mit Staubflusen kann man ne Menge Spaß haben…wenn man vorsichtig ist kann man die tollsten Muster zaubern! Okay, sieht keiner, ist ja dunkel…aber nun…