Bier und Steckerleisten – Shalalalala

Zum Abschluss der diesjährigen Reihe zur Magdeburger Gremienwahl1 mal zwei Hochschulgruppen in einem Rutsch. Den Anfang bilden die Piraten, weil ich mich gestern schon mit ihnen auseinandergesetzt habe.2

In Plakatform haben die Piraten dieses Jahr zwei Themen, die sie unbedingt ansprechen wollen: Die Studiensituation, speziell die Scheinbelastung, und die elektrische Versorgung in den Hörsälen. Letzteres ist irgendwie klischeehaft, aber tatsächlich ein gewisses Problem. Aber zunächst zur Scheinbelastung:

Piraten-Plakat 1

„Prüfungslast wie zu Diplomzeiten. Im Bachelor kein Problem!“ Ist ein zunächst etwas irreführender Slogan. Man muss nämlich dafür wissen, wie die Prüfungslast zu Diplomzeiten war. Auf den ersten Blick klingt es nach: Boah, wir müssen im Bachelor genauso viel machen, wie früher die im Diplom. Aber, soweit ich weiß, ist genau das Gegenteil der Fall. Die PHSG schreibt auf ihrer Seite dazu folgendes:

Vor allem in den ersten Bachelor-Semestern herrscht an der OvGU eine viel zu hohe Prüfungslast. Oft haben unsere Kommilitonen sechs bis acht Prüfungen, deren Ergebnisse vollständig ins End-Ergebnis eingehen.
[…] Lehrveranstaltungen unbenotet abzuschließen, ist kein neues Konzept. Dieses gab es bereits über Jahrzehnte in fast allen Diplom- und Magister-Studiengängen.

Die HSG will also den Ist-Zustand durch eine Art „Utopie“ anprangern. Etwas verwirrend, aber der „normale“ Bachelor-Studierende dürfte genug Geschichten über die „gute alte Zeit“ kennen, um das einordnen zu können. Nebenbei wurde die FIN noch schön in Minecraft(?) nachgebaut, wodurch auch die inhaltliche und personale Schwerpunktsetzung deutlich werden dürfte.

Auf dem zweiten Plakat geht es um Steckerleisten:

Piraten HSG Plakat 2

Was fordert der moderne Studierende von heute? Saft für seine Elektronik. Auf der einen Seite nachvollziehbar, auf der anderen Seite auch irgendwie…geekig? Das Plakat ist in seiner Botschaft auf jeden Fall sehr schlicht und auch schnell zu entschlüsseln.
Wie viel Augenzwinkern bei diesem Auszug aus dem Programmpunkt „Steckerleisten“ wohl dabei ist?

Das Vorhandensein der Stromquellen trägt außerdem dazu bei, dass Speisen (z.B. Waffeln oder Grillwürste) direkt am Arbeitsplatz zubereitet werden können und dass Getränke und andere Lebensmittel in tragbaren Kühlboxen stets bereitstehen, um den Durst oder Hunger der Studenten und des Dozenten während der Vorlesung zu stillen.
Vor allem bei größeren Abendveranstaltungen (z.B. Podiumsdiskussionen, Ringvorlesungen, Spezialvorlesungen) kann somit besser für das Wohl der Gäste gesorgt werden.

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Zu guter Letzt dann noch der RCDS Magdeburg.3 Insgesamt vier Plakate hab ich bekommen, zwei Themenplakate und zwei Personenplakate. Die Personenplakate spare ich mir mal:

Bier und Degenschmiss. Shalalala

Das schöne an diesem Plakat ist: Man kann es sich eigtl. sparen, etwas dazu zu sagen. Bier gehört zur „studentischen Kultur“, deswegen soll es das auch bitte (wieder) in der Mensa geben.4

Das zweite Plakat ist ähnlich uninspiriert:

Corporate Otto-Design

Der Störer auf diesem schönen, grünen5 Hintergrund ist angelehnt an die Ottostadt-Kampagne Magdeburgs. Ansonsten habe ich ja schon einmal etwas zu diesen Kollektivaussagen geschrieben.

 

UPDATE 30. Mai 2012:

Der Vorstand der Piraten-HSG hat mich darauf hingewiesen, dass auf der FixIT-Liste zwar auch Piraten antreten, es sich aber nicht um eine Piraten-Hochschulgruppe handelt. Ich bin seinem Wunsch nach Klarstellung nachgekommen und habe die entsprechenden Stellen geändert bzw. verdeutlicht. Sollte ich noch etwas übersehen habe, dann bitte ich um einen kurzen Hinweis.

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  1. Es kommt vielleicht noch ein Abstecher nach Bremen. []
  2. Dank an M. für die Plakate der Piraten HSG []
  3. Auch hier dank an M. für die Plakate. []
  4. RCDS, Bier…ich denke sofort: Burschenschaft. []
  5. Höhöhö. []
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