Grüne Zukunftskonferenz: Endrunde

Von Claus Hock. Mit dezenter Verspätung geht es irgendwann in relativ naher Zukunft in die Endrunde. Im Programm nennt sich das „Externe KommentatorInnen-Runde“. Kommentiert wird wirklich, vor allem in den Reihen der Zuhörerschaft. Erste Eindrücke und Bewertungen der Zukunftskonferenz werden in Kleingruppen besprochen und man wird den Eindruck nicht los, dass eben diese Diskussionen in den Workshops etwas zu kurz gekommen sind. Die Verspätungen und Querelen mit dem WLAN1 fordern langsam aber sicher ihren Tribut, ich gebe es zu.

Die abschließende KommentatorInnen-Runde soll…ja, was eigentlich? Als einziger Punkt des Programmes steht diese Abschlussrunde etwas allein und unkommentiert auf dem Plan. Cem Özdemir erklärt aber gerade, dass die KommentatorInnen das Geschehen, die Zukunftskonferenz von „außen“ kommentieren und bewerten sollen. Auf dem Podium eine Vertreterin der Grünen Österreich (Eva Glawischnig-Piesczek), eine Journalistin von der taz (Ulrike Herman), ein Journalist vom Tagesspiegel (Harald Schumann) und ein Professor für Sozialpsychologie (Harald Welzer).

Folgende Leitfragen werden besprochen.

1. : Wie bewerten die Anwesenden das heute Diskutierte?2

2. : Wie soll es weitergehen, womit sollen sich die Bündnisgrünen in Zukunft beschäftigen?3

Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

Aus Österreich kommt die Anregung, aus der „Medienlogik“ der Politik auszusteigen. Man solle sich mal den Luxus gönnen einmal nachzudenken, einmal aus der Dynamik der sofortigen Antworten auszusteigen. Dies habe man heute schon in Ansätzen geschafft.4 Wichtig sei außerdem, nach Eva Glawischnig-Piesczek, dass man sich die Zukunft nicht kaputtsparen dürfe. Gerade in Krisenzeiten müsse man sich darauf besinnen, dass Europa eine Gemeinschaft ist, anstatt nach „meinen“ und „deinen“ Leuten zu unterscheiden. die Gemeinschaft hochzuhalten sei eine besondere und wichtige Aufgabe der Grünen Bewegung.

Ulrike Hermann nennt als heimliches Motto der Konferenz: Der Atomausstieg ist geschafft, was machen wir als nächstes? Aus ihrer Sicht gab es die Schwerpunkte: Finanzwirtschaft, Soziale Sicherheit/Teilhabe und Umweltschutz. Taktische Fragen, die sich die Grünen laut Hermann stellen sollten, sind hingegen: Aufarbeitung der Vergangenheit als Regierungspartei5, Wer sind eigentlich die Bündnispartner?6 und: Was sind eigentlich die zentralen Botschaften, die die Grünen vermitteln wollen?

Harald Schumann lobt die Grünen für ihre Offenheit, dafür, dass auch Menschen von außerhalb durch die Partei eingeladen werden, um über wichtige Zukunftsfragen zu diskutieren. Schumann kritisiert die fehlende Verknüpfung der Keynotes der ausländischen Gäste und der stattfindenden Workshops.

Harald Welzer ist der Meinung, dass wir uns gegenwärtig nicht in einer Position befinden würden, in dem man eindeutig sagen könnte, welche Wege in die Zukunft führen. Er plädiert deswegen für ein „sich herausnehmen“, ähnlich wie es von Eva Glawischnig-Piesczek angesprochen wurden.7

  1. Gut, letzteres hat wohl vor allem die Blogger gestört []
  2. Die Ausführungen gehen teilweise in die 2. Leitfrage über. []
  3. Cem Özdemir: Die Grüne Wunschliste []
  4. Erinnert mich eben dran, dass ich dazu noch etwas schreibe. []
  5. Hartz 4, Spaltung der Gesellschaft u.a. durch den Niedriglohnsektor []
  6. Komplette Transformation, da sich die Grünen bisher auf Bewegungen stützen konnte, was sich in den letzten Jahren aber geändert hat. Die Grünen hatten also Bündnispartner in der Bevölkerung in Form von Bewegungen. Soziale Sicherheit und Teilhabe hat aber z.B. keine Bewegung in den Bevölkerungsschichten. []
  7. Er sagt noch mehr, aber ich bin gerade raus. Müdigkeit und so. []

Ein Gedanke zu „Grüne Zukunftskonferenz: Endrunde“

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