BAG Frauen: Geschlechtergerechte Gesellschaft

Von Claus Hock. Als einer der wenigen männlichen Zuhörer, habe ich ein bisschen den Anschluss verpasst, da das örtliche WLAN mich nicht mag. Irmingard Schewe-Gerigk hält die Einführungsrede zum meistdiskutiertesten Papier der Konferenz. Die Redezeit wird via Eieruhr begrenzt. Ein Anliegen der Rednerin ist es, die Forderungen zur Gleichstellung und zur Geschlechtergerechtigkeit zu einem Alleinstellungsmerkmal der Grünen zu machen. Jenny Huschke spricht über „Doing Gender“ und Rollenbilder und Rollenverständnis.1 Immer wieder wird das Thema „Ehegattensplitting“ angesprochen und durch die Bank als antiquiert und falsch angesehen.

Wahlfreiheit ist erst dann gegeben, wenn wirklich jeder die Wahl hat.

 

Als Dritter spricht Sven Lehmann. Er betont, dass Männer auch in den Blick genommen werden müssen, dabei aber auch und vor allem aus dem „klassischen“ Rollenverständnis des „Haupternährers“ herausgelöst werden müssen.

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RednerInnen zur Geschlechtergerechtigkeit

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Nach den ersten Statements gibt es die Möglichkeit für die Zuhörer, sich über das Gehörte auszutauschen. Sehr gute Idee meiner Meinung nach, auch wenn ich im ersten Turn wenig mitbekommen habe.2

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Im Hintergund gibt es übrigens „graphic recording“, quasi die simultane Zusammenfassung der Thesen in grafischer Form.

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Astrid Hollmann (Vorsitzende dt. Frauenrat) und Barbara Unmüßig (Vorstand Heinrich-Böoll-Stiftung) halten die letzten beiden Statements der Einführung.

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Nochmal kurz zu den Flüsterrunden. Die Idee ist wirklich gut, allerdings gibt es meiner Meinung nach ein bedeutendes Problem: Die Redebeiträge sind vielfältig und bringen durchaus diskussionsbedürftige Punkte auf den Tisch. Da es aber immer zwei Statements gibt, ist die Informationsflut irgendwann zu groß. Das zur Verfügung gestellte Thesenpapier ist als Grundlage in Ordnung, allerdings fehlen Thesenpapiere der einzelnen Referenten. Gleichzeitiges Zuhören, Mitschreiben und Verarbeiten ist schwierig.

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Nach der zweiten „Flüsterrunde“ gibt es Reaktionen der ReferentInnen auf die Statements der anderen ReferentInnen. Auch wieder schwierig für die Zuhörenden, da alle Reaktionen direkt nacheinander folgen. Außerdem sind sich eigtl. alle RednerInnen einig. Interessant wird es dann in der Diskussionsrunde, da in den Redebeiträgen durchaus Gegenpositionen eingenommen werden. Allerdings zeichnet sich an dieser Stelle auch ein großes Problem der ganzen Veranstaltung ab: Das herausgegebene Thesenpapier und auch die Statements der RednerInnen setzen ein gewisses Vorwissen voraus und auch die auftretenden „Akteure“ und Redenden sind scheinbar unter den regelmäßigen TeilnehmerInnen allseits bekannt. Für einen Außenstehenden mit eher oberflächlicher Bildung im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und Gender wirkt dies überwältigend und abschreckend. Ähnlich dürfte es interessierten Menschen gehen, die das Thema zwar interessiert, aber kaum Vorwissen mitbringen.
Sicherlich ist auf so einer Zukunftskonferenz, die von sich selbst den Anspruch hat „Ideenlabor, Debattenraum und eine Etappe auf dem Weg zum Wahlprogramm 2013“ zu sein, nur bedingt Platz für einführende Worte, für einen entsprechenden Überblick ist. Wenn es aber in der Diskussion heißt, dass „die Menschen da draußen“ noch nicht so weit sind, dass es viele Menschen gibt, die noch „überzeugt werden wollen“, dann muss man sich vllt. doch die Frage stellen, ob man nicht nach Wegen sucht, Veranstaltungen wie die Zukunftskonferenz einladender für Laien und Interessierte zu machen.

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[Wird nachher fortgesetzt, erstmal die Eindrücke sacken lassen]

  1. Die Umgebungslautstärke ist nicht unbedingt förderlich beim Zuhören. []
  2. Blödes WLAN. []

3 Gedanken zu „BAG Frauen: Geschlechtergerechte Gesellschaft“

  1. Ich möchte ergänzen, dass die Männerquote besser war, als ich erwartet hatte. Ich habe einschließlich des Referenten so um die 8 gezählt und das bei einer TeilnehmerInnenzahl um die 45 Menschen ist schon beachtlich.

    Die Flüsterrunden fand ich auch außerordentlich gut, wobei die Zeit zu knapp war und die graphische Dokumentation fand ich klasse.

    Thematisch war es alles sehr umfassend, aber deshalb in der Schlussfolgerung sehr vage. Eine zweite Runde am Nachmittag hätte ich sehr begrüßt.

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