Spaß vor ausgewähltem Publikum – Die 2. Comedy Night in Arno’s Hirsch

Am 1. Februar 2011 war es soweit: es fand die 2. Comedy Night in Arno’s Hirsch statt. Leider bei spiegelglatten Straßen und auch sonst eher miesem Wetter, was dazu führte, dass mehrere reservierte Karten nicht abgeholt wurden und auch sonst der eine oder andere Kurzentschlossene wohl eher sein Heil auf der eigenen Couch suchte. Dies hielt die angereisten Künstler aber nicht davon ab, ihr Können zu beweisen. Da ein Publikum von gerade 20 Personen allerdings nicht so leicht zu begeistern ist, wie ein größeres Publikum, wollte der Funke nicht immer so recht überspringen. Lag dies an den Künstlern? Höchstens wenn man ihnen die Schuld dafür geben möchte, dass jeder einen anderen Humor hat und dementsprechend manche Witze und Auftritte anders zündeten, als andere.

Qualitativ gab es hingegen keinen Unterschied zur ersten Comedy Night, die letztes Jahr stattfand. Das Trio Hahn, Waghubinger und Pawlik bot eine breite Palette an Gags, hatte allerdings manchmal mit der Begeisterungsfähigkeit des Auricher Publikums zu kämpfen. Am stärksten traf dies bei Joachim Hahn zu, obwohl er einen durchaus erheiternden Blick auf sein Leben als Pastorensohn warf und dabei so schwierige Themen wie Haschkekse beim Abendmahl, göttliche Botschaften durch Arschgeweihe, die Besonderheiten von Anmachsprüchen in der Kirche oder die Frage: „Was würde Jesus jetzt einkaufen?“ abhandelte. Vielleicht waren einfach zu viele Katholiken im Publikum?

Die zweite Runde beider Sets machte Stefan Waghubinger auf. Der österreichische Humor des Wahl-Schwaben mit seinen Ideen zum Klimaschutz, seinen Überlegungen zu Ikea und natürlicher Auslese, dem Grünen Punkt für Beerdigungen und seiner Lieblingslektüre „Frauenzeitschriften!“ kam beim Publikum schon besser an. Vielleicht lag dies aber auch am höheren Identifikationspotential? Gerade das etwas höhere Durchschnittsalter mag dazu geführt haben, dass Erkenntnisse wie „Vater sein ist auch nicht einfach, gerade als Mann.“, oder Situationsbeschreibungen, in denen man „als Mann unwiderstehlich mit der Damenbinde in der Hand am Mülleimer“ steht eher Gehör fanden, als die jugendlichen Eskapaden von Joachim Hahn.

Die größten Lacher des Abends heimste allerdings Robbi Pawlik in seiner Rolle als „Bademeister Schaluppke“ ein. Man merkte dem Comedian schnell seine Erfahrung als Animateur an und obwohl das Publikum bei den Mitmachaktionen zielsicher seinen Einsatz verpasste, schaffte diese Art der Interaktion den Zugang zu den Zuhörern. Pawliks Geschichten aus dem Spaßbad mit den Intelligenzallergiker-Besuchern, dem Battle-Rap im Spaßbad, den Rentnern und ihren Glasaugen und natürlich den Emos im Spaßbad amüsierten stellenweise fast bis zum Lachkrampf, indem sie gängige Klischees bedienten, ohne dabei in die platten Bereiche so mancher beliebter Krawallkomiker abzugleiten.

Natürlich darf auch der Moderator des Abends nicht vergessen werden: Thieß Neubert führte gewohnt souverän durch den Abend und gab erneut Kostproben seines eigenen komödiantischen Könnens ab.

Alles in allem war es ein gelungener Abend, auch wenn eine größere Zuhörerschaft sowohl den Künstlern, als auch dem ganzen Abend deutlich gut getan hätte. Hoffentlich hat die Mischung aus Zurückhaltung und schlechtem Wetter den Organisatoren Arno Fecht und Thieß Neubert nicht zu sehr die Stimmung verhagelt, so dass es dieses Jahr noch eine dritte Auflage der einzigen Comedy Night in Aurich geben wird.

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