Ist der “Galileo Fake Check” doch eher ein “gefälschter Check”?

Von , 16. November 2010 23:23
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Ja, ich weiß. Man soll sich nicht so detailierte Gedanken über gewisse Formate im Angebot der privaten Fernsehsender machen. Über “Galileo” wahrscheinlich am allerwenigsten. Meine Praktikantin fasste die Entwicklung der Sendung mal treffend wie folgt zusammen: “Früher hat dir Galileo erklärt, wie ein Kühlschrank funktioniert. Heute setzt Galileo eine halbnackte Frau in den Kühlschrank, um zu zeigen wie kalt so ein Kühlschrank ist.”

Seit einiger Zeit hat Galileo nun den so genannten “Fake Check” im Angebot. In dieser Sendung werden Youtube-Videos und Hollywood-Filme auf ihren “Wahrheitsgehalt” hin überprüft. An sich ist der Gedanke ja wirklich kein schlechter, nur mangelt es häufig an der Durchführung. Als Beispiel soll einmal der heutige Fake Check dienen. Gesendet wurde der entsprechente Teil schon am 13. Januar diesen Jahres unter dem Titel “Geldtransporter Mythen“. Überprüft werden sollte damals wie heute, ob Geldtransporter so leicht zu knacken sind, wie es uns Hollywood weiß machen möchte.

Der “Test” beginnt damit, dass überprüft werden soll, ob man einen Geldtransporter mit einer einzigen Revolverkugel stoppen kann. Als Beispiel für diesen “Mythos” wird der Film “Dobermann” herangezogen. Wie man bei 0:40 erkennen kann, handelt es sich im Film zwar nicht um eine “normale Revolverkugel”, aber hey. Die ganzen Sachen testen darf übrigens ein Herr Stabe, der bei den Zusatzinfos auf ProSieben.de auch kräftig beworben wird.1 Kurzfassung: Ne, funktioniert nicht. Der Motor wird es nicht mehr lange machen, nachdem man mit einer Magnum draufgeschossen hat, aber es läuft noch. Explodieren tut auch nichts. Böses Hollywood.

Interessant wird es dann aber bei den nächsten “Tests” (ca. 3:05). Herangezogen wird der Film “36″. Während der Filmausschnitt läuft, kommentiert die charmante, ehemalige Synchronsprecherin von Gillian Anderson, dass die Gangster den Geldtransporter mit einer Maschinenpistole beharken würden. Zur Maschinenpistole sagt Wikipedia:

Maschinenpistolen (MP oder MPi) sind kompakte, vollautomatische Handfeuerwaffen zur beidhändigen Bedienung. Sie haben eine geringe Masse und einen kurzen Lauf. Maschinenpistolen sind Weiterentwicklungen der Selbstladepistole und verschießen im Gegensatz zu Gewehren und Maschinengewehren – mit denen sie die beidhändige Schussabgabe gemeinsam haben – Pistolenmunition.

So etwas zu erzählen, während im Hintergrund jemand eine Waffe bedient, die a) auf ein Dreibein montiert ist, welches im Boden eines Vans verankert ist und die b) weder kompakt, noch kurzläufig oder leichtgewichtig ist, ja das ist schon eine besondere Leistung. Die Gangster nutzen eindeutig ein Maschinengewehr, auch wenn ich die genaue Marke nicht erkennen kann.2 Ein Maschinengewehr konnte der Waffenexperte, der es zulässt, dass die Kamera genau in den Lauf blickt, was eigentlich ein absolutes No-Go ist, wahrscheinlich nicht auftreiben, deswegen bedient er sich einer MP-5. Das ist tatsächlich eine Maschinenpistole und die wird auch im zitierten Film benutzt. Allerdings erst nachdem der Geldtransporter um ein paar Löcher reicher gemacht worden ist. Das Testergebnis erfahrt ihr, wenn Pro7 das entsprechende Video neu online gestellt hat, entgegen der Zeitangabe über dem verlinkten Video ist selbiges nämlich an dieser Stelle zu Ende.

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  1. Einfach mal auf “Alles rund um Pyrotechnik und Waffenkunde” klicken. []
  2. Könnte ein M60 sein. []
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3 Antworten für “Ist der “Galileo Fake Check” doch eher ein “gefälschter Check”?”

  1. Die Nachbarin sagt:

    jaja…was nicht passt, wird passend gemacht. dass die methode immer klappt hat ja auch schon mr. bush unter beweis gestellt…

  2. [...] 2010 22:15 Erstmal muss ich mich korrigieren. Es war wohl nicht der “Fake Check”, wie hier behauptet, sondern “Galileo eXtrem“. Ändert allerdings nicht wirklich etwas an der merkwürdigen [...]

  3. 8 Wochen später: Sie versuchen wieder, den Transporter zu knacken…

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