Stürmt Das Schloss

Da ich davon ausgehe, dass verschiedene Gruppen gar nicht oder zumindest nicht an der FGSE plakatieren werden, hier jetzt die vorläufig letzte Plakatbesprechung zu den Gremienwahlen. Vielleicht kommen noch ein paar Flyer oder sonstige Aktionen dran, aber in Bezug auf die Werbeplakate sollte es mit diesem Eintrag erstmal gegessen sein. Dafür handelt es sich, nach der Piraten HSG, um die zweite „Premiere“ dieses Jahr. Neben der „Linken Liste“  Sur l’eau tritt dieses Jahr noch die „Antifaschistische Liste“ des SDS an. SDS stand, für all diejenigen, die sich nicht so für die 1968er interessieren, früher mal für: „Sozialistischer Deutscher Studentenbund„. Heute steht SDS für etwas anderes, nämlich für: „Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband„. Inhaltlich der Partei „Die Linke“ zugehörig, tritt der SDS zu den Magdeburger Gremienwahlen als „SDS.Antifaschistische Liste“ an. Für diesen Blogeintrag wird aber das Kürzel SDS durchgehend genutzt. Die Liste tritt für die Senatswahlen, Fakultätsratswahlen (FGSE, FMB), Studierendenratswahlen und Fachschaftsrätewahlen (FMB, FGSE) an und bewahrt sich das „deutsch“ zumindest in der Farbgebung für die Plakate.

Plakat des SDS zu den Gremienwahlen 2010. Zum Vergrößern anklicken.

Die vorgebliche Farbgebung des Plakates ist schwarz, rot und gelb/gold. Bei der Schrift in der Mitte scheiden sich ein bisschen die Geister. Auf Entfernung wirkt es wie das Blau der FDP, wenn man näher dran steht scheint es aber doch eher schwarz zu sein. Der Schriftzug in der Mitte stellt auch die augenscheinlichste Forderung zu den Gremienwahlen dar:

Bildung für Alle!

Das Plakat selbst ist schwarz umrandet, auf eine „klecksige“ Art und Weise, keine Ahnung was das repräsentieren soll. Oben links ist in Form einer Banderole der Listenname abgedruckt, in kleiner darüber steht „presented by:“. Unten links, in einem roten Kasten, finden sich weitere Forderungen. Im Detail sieht das dann so aus:

Zum Vergrößern klicken.
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Neben der Forderung „Bildung für Alle“, will der SDS also noch folgende Programmpunkte über das Plakat transportieren:

  • Studentische Freiräume schaffen!
  • Für eine Uni Kita!
  • Für soziale und ökologische Nachhaltigkeit!

Rechts neben diesem Kasten befindet sich noch ein bzw. das Logo: dieLinke.sds, darüber steht:

1. und 2. Juni wählen gehen!

Ein „Am“ oder ein Doppelpunkt hätten an dieser Stelle allerdings nicht geschadet.

Der SDS verzichtet also, wie mittlerweile die meisten, auf die Nennung einer konkreten Liste und auf die gezielte Nennung von Kandidaten. Wer wissen will, für welche Gremien der SDS antritt, muss also bis zum Wahltag warten oder sich die Informationen anderweitig besorgen. Keine Prioritätensetzung in diesem Bereich, dafür halt Programmpunkte. Diese Programmpunkte sind allerdings, meiner Meinung nach, ziemlich beliebig. Das ist zwar ein gängiges Problem bei den Gremienwahlen, aber von einer neuen Hochschulgruppe, die sich eines „bedeutungsschwangeren“ Namens und dem Etikett „antifaschistisch“ bedient, erwarte ich persönlich etwas mehr. Keiner der Punkte ist eindeutig „antifaschistisch“. Die JusoHSG schreibt sich auch „antifaschistisch“ auf’s Plakat, die GHG belässt es bei einem simplen „No Nazis!“. Diese Gruppen brauchen aber nicht mehr so eine starke Profilierung, wie es die neuen Hochschulgruppen brauchen und außerdem nennen die sich nicht „Antifaschistische Liste“.1 Jusos, GHG und auch Sur l’eau haben mittlerweile wahrscheinlich eine „Stammwählerschaft“ und können auf mehr oder weniger deutliche Erfolge in der Gremienarbeit zurückblicken. Der SDS kann dies nicht, deswegen enttäuscht das nichtssagende, obwohl mit gut lesbarer Schrift ausgestattete, Plakat ein bisschen. Alles was mit der Partei „Die Linke“ zu tun hat, wird in Deutschland sehr kontrovers2 diskutiert. Die Uni-Politik ist mit der „großen“ Politik nur schwierig zu vergleichen, das ist klar. Aber so ein bisschen dürfte die stumpfe Medienmeinungsmache auch hier eine Rolle spielen. Warum dann nicht ein bisschen mehr Profilierung wagen und versuchen aus dem Potpourri der Hochschulgruppen herauszustechen? Diese Chance hat der SDS im Bereich der „Außenwerbung“ leider im ersten Schritt vertan. Schade, wirklich.
Nett ist es, die Uni Kita wieder auf die politische Agenda zu setzen. Da ist sie zwar seit Jahren,3 aber so zu tun als wäre es neu ist auch mal nett.4

Update 2. Juni 2010: Dank eines freundlichen Hinweises in den Kommentaren, eine kleine Korrektur. Bei „SDS.Antifaschistische Liste“ handelt es sich um einen Zusammenschluss von SDS.DieLinke und „parteifernen Antifaschisten“. Den Zusammenschluss kann man an einem Satz auf der Homepage erkennen, und zwar unter den „Inhaltlichen Eckpunkten„, Hervorhebung von mir:

Wir, Mitglieder von SDS.Die Linke Magdeburg und andere linksalternative Menschen, treten erstmalig an, um die hochschulpolitische Landschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg neu zu gestalten.

Der Satz im ersten Eintrag auf der Homepage: „Dazu hat sich ein Linkes Bündnis mit dem Namen “SDS.Antifaschistische Liste” gegründet um gemeinsam zu den Wahlen anzutreten.“, wurde von mir vorher nicht so gedeutet, dass es sich um zwei verschiedene „Gruppen“ handelt. Das angesprochene Bündnis habe ich etwas anders interpretiert. Hätte mir auffallen müssen, entschuldigung.

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  1. Gut, das ist auch eine Art Programmpunkt, aber warum es nicht noch einmal genauer darstellen? []
  2. Und meistens sehr platt. []
  3. Ich Glaube die JusoHSG kämpft(e) da an vorderster Front mit. []
  4. Die Überschrift ist übrigens eine Anspielung auf Tocotronic. []
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9 Gedanken zu „Stürmt Das Schloss“

  1. Lustig ist, dass seit dieser Legislatur eine Uni-Kita gibt (die vom Stura initiiert wurde). Davon hat der SDS anscheinend keine Ahnung.

  2. Echt? Ist die mittlerweile durch? Alle Bedenken wegen Finanzierbarkeit und Nutzen aus dem Weg geräumt? Wusste ich auch noch nichts von.

  3. Ja die ist durch. Die Beauftragten des StuRa für Studieren mit Kind haben das angeregt, und nun glücklicherweise im StW durchsetzen können. Und soweit ich hörte, wird das Angebot auch rege genutzt.
    Aber ich denke, der Punkt steht auch nur auf dem Plakat, weil sich Familienfreundlichkeit immer gut macht. Der passt auch nicht so recht zum Rest *find*

  4. Naja, der Stura hat das angeregt, aber die Umsetzung hat der Studentenverein SIFE erledigt, sonst gäbe es wahrscheinlich heute noch keine Kita. Ende April fand sich dazu auch ein Artikel in der Volksstimme, ich glaube auf der Campus-Seite.

  5. Du hast leider schlecht recherchiert und hättest vermutlich nur Fragen brauchen. Dies sei aber mal dahingestellt. Es handelt sich um eine Doppelliste von „SDS“ und parteifernen Antifaschisten. Deshalb SDS.Antifaschistische Liste
    Ansonsten hast Du aber wirklich Schwächen aufgedeckt, die hoffentlich nächstes mal wegoptimiert werden.

  6. Gut, den einen Satz den man auf der Homepage findet und der Aufschluss darüber gibt, dass es sich um einen Zusammenschluss handelt, habe ich tatsächlich ünerlesen.

    „Wir, Mitglieder von SDS.Die Linke Magdeburg und andere linksalternative Menschen, treten erstmalig an, um die hochschulpolitische Landschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg neu zu gestalten. „

  7. P.S.: Auf meine Mail bezüglich der Plakate wurde schon nicht geantwortet, also hätte ich wahrscheinlich auf eine weitere Nachfrage, selbst wenn es mir aufgefallen wäre, verzichtet.

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