Musikalischer Bildungsweg

Immer mal wieder schreibe ich über irgendwelche alten Lieder, die mich in irgendwelchen Lebensabschnitten begleitet haben. Nun versuche ich mich mal an einer etwas stärkeren Systhematisierung des Ganzen. Manch einer, der hier mitliest, kann sicherlich noch irgendwelche Ergänzungen machen, also immer her damit. Ich versuche so früh wie möglich anzufangen und besondere „Kleinode“ dann immer mal als Video oder so einzubinden. Beginnen wir also mit den ersten, bewussten musikalischen Erfahrungen: Der Plattenschrank meiner Eltern.

Ja, Plattenschrank. Vor allem meine Mutter war früher und ist auch zum Teil heute noch begeisterte Musikhörerin und war in ihrer Jugend immer relativ auf dem neusten Stand, was Musik anging. Dementsprechend breit gefächert war das Musikprogramm, mit dem ich mich auseinandersetzen konnte, als ich erstmal herausgefunden hatte, wie der Plattenspieler funktioniert. Ganz ganz oben auf meiner damaligen Hitliste stand „Tabaluga“.1 Heute höre ich die ganzen Lieder nicht mehr ganz so gerne, aber damals lief das rauf und runter. Irgendwann entdeckte ich dann „Torfrock“ für mich. Ich fand die Plattencover wahrscheinlich einfach lustig und musste deswegen einfach mal reinhören. Die Lieder waren schnell, lustig und auf deutsch. Was will ein kleines Kind mehr?2 Im Gegensatz zu Peter Maffay begleitet mich Torfrock noch heute, manchmal sehr zum Leidwesen meiner Freunde. Ebenfalls irgendwann in jungen Jahren wurde ich, durch die Kasette eines Bekannten der Familie, mit einer anderen Band vertraut gemacht. „The Dubliners“ verstand ich zwar des öfteren nicht wirklich, aber irgendwie haben sie mich begeistert. Diese Begeisterung hält auch noch bis heute an, deswegen an dieser Stelle das erste Video.

Oró Sé do Bheatha ‚Bhaile hatte es mir damals besonders angetan. Ich verstehe natürlich bis heute kein Wort, aber die irische Sprache finde ich bis heute faszinierend, auch wenn ich sie wahrscheinlich nie lernen werde. Neben diesem Lied begeisterte mich natürlich „Irish Rover“ noch ganz besonders. Irgendwann in jungen Jahren wurde ich dann auch zu meinem ersten Konzert der Dubliners in Aurich mitgenommen und war schon damals erstaunt, was die alten Herren so alles anstellten. Das war Höhe ihres 30-jährigen Jubiläums. In zwei Jahren sind die 50 Jahre voll. Mittlerweile haben die Dubliners viele ihrer prägenden Mitglieder verloren, darunter Luke Kelly und Ronnie Drew, den Sänger im Video. Das Konzert letztes Jahr stand ganz unter dem Gedenken dieser verstorbenen Mitglieder, stellvertretend hier ein Gedicht von John Sheahan an Ronnie Drew.3

Wie gesagt, die Dubliners begeistern mich bis heute, im Gegensatz zu so manch anderen Künstlern, die ich früher recht regelmäßig gehört habe, wenn auch nur einzelne Lieder. Unter diesen Künstlern waren solche Glanzstücke wie „Die Flippers“ oder Juliane Werding. Von Frau Werding gefiel mir damals merkwürdigerweise ein Lied ganz besonders. Nein, nicht ihre Version von „Moonlight Shadow“, sondern „Geister über Afrika“. Dies ist in so fern erstaunlich, weil ich immer „Kleister über Afrika“ verstanden habe.

Das Video spinnt dezent, aber man bekommt einen guten Eindruck. Man könnte wahrscheinlich ganze Bände über die Wahrnehmung von Fremden in der deutschen Schlager-/Popmusik schreiben. Ich lass das jetzt einfach mal.
Nach dieser Phase war eine ganze zeitlang Klassik bei mir angesagt.4 Besonders aus dieser Phase hängengeblieben ist ein Stück aus dem Nussknacker.

Danach kam Punk. Oha…dafür brauch ich, genauso wie für den Rest, einen einzelnen Eintrag. „Stay tuned!“

  1. Meine Mutter ist riesiger Peter Maffay Fan. []
  2. Ein paar Jahre später hab ich dann Formulierungen wie „Kriegers mit solide Lanzen“ auch verstanden… []
  3. Ja, er sagt am Ende tatsächlich „Fuck“. []
  4. Danach Punk, dabei mochte ich Mozart nie sonderlich. []

2 Gedanken zu „Musikalischer Bildungsweg“

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.