Grauenhafter Einfluss
Insgesamt gibt es in meinem Leben drei kulturelle Einflüsse, denen ich mich immer wieder gerne und bereitwilligt aussetze: Bücher, Musik und Filme. Sonderlich festgelegt bin ich bei keinem dieser Medien, dementsprechend groß ist mitunter die Bandbreite dessen, was ich konsumiere. Nachdem ich gestern mal wieder “Going to Pieces: The Rise and Fall of the Slasher Film” geguckt habe, habe ich mal überlegt, was so die “einflussreichsten” Horror-/Splatterfilme in meinem bisherigen Leben waren. Chronologisch ist die Aufzählung nicht, allerdings habe ich die meisten dieser Filme in relativ “jungen” Jahren gesehen, wodurch natürlich schon eine gewisse Bedeutung geschaffen wird.1 Dann mal los…
Chucky die Mörderpuppe: Chucky gehörte zu den “erlaubten” Filmen, d.h. meine Eltern2 haben sich mit mir hingesetzt und den Film geguckt, weil ich sonst nicht mit nerven aufgehört hätte. Geschah, glaube ich, relativ häufig, war aber trotzdem nie das gleiche wie “im Geheimen gucken”. Ist ja auch logisch. Chucky jedenfalls war eine prägende Erfahrung. Ich bin auf diese dämliche Puppe nicht klargekommen und habe bis heute ziemlich wenig Chucky geguckt.3 Bei Chucky hat sich als erstes (?) abgezeichnet, dass ich mit Horror, der sich “alltäglichen” Bösewichtern bedient, die größten Probleme habe.
ES: ES…noch so’n Film mit etwas “alltäglichem” als Objekt des Horrors.4 Keine Ahnung wie alt ich war, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, aber prägend war er allemal. Mittlerweile gucke ich den Film fast nur noch auf englisch, denn Tim Curry als Pennywise ist einfach nur göttlich.
Alien: Ich glaub, für den Film hab ich mich mal nachts zum Fernseher geschlichen. Wirklich schade, dass die Fortsetzungen und Crossover zu dem Merchandise sehr…durchwachsen sind.5
Arachnophobia: Ich habe eine tierische Abneigung gegen Spinnen. Ich liebe diesen Film. Meine Füße verlassen nach ein paar Minuten den Boden6 und ich bin den Rest des Abends völlig paranoid, was dunkle Ecken, Lichtschalter, Toiletten usw. angeht, aber ich liebe diesen Film. Er ruft so schön die Erfahrung wieder wach, die mich zum Spinnen”phobiker” gemacht hat. Herrlich.
Nightmare on Elm Street: Zu Freddy hatte ich in meiner Jugend ein gespaltenes Verhältnis. Plötzlich gab es da einen Bösewicht, der einen in seinen Träumen umbringen konnte? Dem Schlaf nicht wirklich zuträglich, ehrlich nicht. Was aber noch prägender war, war ein Abend bei meinem damaligen besten Freund.7 Ich war bei ihm zu Gast, ich glaube auch über Nacht. Jedenfalls waren tagsüber/abends auch noch andere zu Gast. Einer von diesen Gästen hatte einen älteren Bruder und diesem “stibitzte” er immer das, was er eigentlich nicht hätte haben dürfen. An diesem Tag hatte er eine Audio-Kasette dabei. Ich weiß nicht, um welchen Teil der Hörspiel-Reihe zu Freddy es sich dabei handelte, ich meine aber mich zu erinnern, dass einer der Protagonisten plötzlich Freddys Handschuh hatte und damit dieses wirklich wiederwärtige Quietschgeräusch gemacht hat. Ich wusste natürlich, wer Freddy Krueger ist8 , hatte aber, wenn ich mich richtig erinnere, bis zu diesem Zeitpunkt höchsten sehr sporadischen und sehr kurzen Kontakt zu den Machwerken rund um die Elm Street. Ich glaube ich habe damals extrem schlecht geschlafen…dieses Geräusch *schauder*.9
Die bisherigen Filme waren ja eher “Mainstream” und sind sicher auch nicht ganz vollständig.10 Neben diesen “TV tauglichen” Filmen gab es aber auch welche, die man eher selten im TV sieht.
Braindead: Oh mein Gott, was für ein dämlicher Film. Peter Jackson hin oder her. Bad Taste war zwar noch schlimmer11 , aber Braindead bezog und bezieht seine “Beliebtheit” bei mir schlicht und ergreifend aus dem Hype, den vor allem Jugendliche um diesen Film herum gesponnen haben und vielleicht noch bis heute spinnen. Die Idee mit dem Rasenmäher ist aber wirklich, wirklich lustig.
Evil Dead: Hey, es ist Bruce Campbell. Da wird eine Frau von einem Baum vergewaltigt…von einem Baum! Diese Filme muss man einfach gesehen haben. Sie halten die perfekte Balance zwischen “schlecht” und “herausragend”. Einer der Filme, die Kettensägen salonfähig gemacht haben.
Texas Chainsaw Massacre: Interessanterweise haben wir irgendwann mal Ausschnitte aus diesem Film in der Schule geguckt. Ich habe keine Ahnung warum und wieseo, ich weiß nur noch, dass es im Englischunterricht war. Noch so’n Kettensägenfilm. Klassiker.12
Nekromantik: Oha. Nekromantik ist so eine Mischung aus Horror/Splatter und Kunstfilm. Dezent eklig an verschiedenen Stellen, aber ich habe damals ewig gebraucht, bis ich eine VHS mit dem Film bekommen habe. Raubkopie natürlich13 und nahezu unabspielbar, weil ich der geschätzte 1000. Besitzer dieser Kasette war. Jörg Buttgereit reichte später noch “Nekromantik 2″ und “Corpse Fucking Art” nach. Vielleicht landet die DVD, die es wohl mittlerweile gibt, mal in meinem Regal, aber eigentlich war der Film nie so meins.
Haus der 1000 Leichen / The Devil’s Rejects: Ich weiß nicht, aber irgendwie haben diese beiden Filme von Rob Zombie es mir angetan.14 Ich fand die Filme einfach irgendwie erfrischend, was mir leider in den letzten Jahren bei Horrorfilmen eher seltener passiert.
Freddy vs. Jason: Musste einfach sein.
So, was bliebe noch zu sagen? Die Halloween-Reihe fehlt, genausowenig wie “Freitag der 13.”, nicht, weil mich der Konsum dieser Filme nicht beeinflusst hätte, sondern einfach, weil ich sie nicht konsumiert habe. Irgendwann werde ich diesen Schandfleck mal entfernen15 , aber bis dahin vergeht wahrscheinlich noch einiges an Zeit. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich bin halt nie dazu “gekommen” die Filme, bzw. due Ursprünge, zu gucken. Dafür habe ich meine Zeit zum Teil mit anderen Filmen verschwendet16 oder aber die herrlichen Kleinode des Genres gesehen.17
Wenigstens habe ich dadurch immer noch ein paar “Klassiker”, die ich noch gucken muss. Irgendwann schaff ich es auch mal, mir eine Ausgabe von “Ein Zombie hing am Glockenseil” zu besorgen. Ich habe keine Ahnung, worum es geht, aber ich will diesen Film sehen!
________- Man ist jung, man darf das eigentlich nicht gucken usw. [↩]
- In der Regel meine Mutter. [↩]
- Was wohl auch an “Seed of Chucky” liegt. [↩]
- Obwohl ich nie solche Angst vor Clowns hatte, wie Xander bei Buffy oder der Kerl bei Zombieland. [↩]
- Wer “Predator” in dieser Reihung erwartet, den muss ich enttäuschen. Läuft bei mir unter Action, nicht unter Horror. [↩]
- Es könnte ja was unter der Couch hervorkommen. [↩]
- Jetzt werden meine Eltern garantiert hellhörig, denn soweit ich weiß kennen sie die Story nicht. [↩]
- Es ist erstaunlich, welch Wissen Kinder/Jugendliche über das haben, was sie eigentlich nicht ansehen dürfen o.ä. [↩]
- Da irgendein Jugendlicher Freddys Handschuh hatte, handelte es sich wahrscheinlich um Teil 2 der Filme und Teil 3 der Hörspiele. [↩]
- Ich habe so viele Filme in meinem Leben gesehen, auch so viele Horrorfilme, da können selbst “einflussreiche” mal kurz in Vergessenheit geraten. [↩]
- Ich hab ausgeschaltet, als die Szene mit dem Löffel und dem Gehirn kam. [↩]
- Ich hab auch die Version von Michael Bay. Der Film ist aber, ähnliche wie Blade 2, höchstens wegen Jessica Biel interessant. [↩]
- Irgendwie hatte damals niemand die Originalfilme, solange man sie nicht offiziell kaufen durfte. [↩]
- Und nein, das liegt nicht an Sheri Moon Zombie…obwohl…vielleicht teilweise. [↩]
- Irgendwann werde ich garantiert auch “Lethal Weapon” gucken. [↩]
- Zombie 4, Jason X, Bordello of Blood, Embrace of the Vampire (okay, den hab ich damals wirklich nur wegen den Nacktszenen von Alyssa Milano geguckt), Land of the Dead uswusf. [↩]
- From Dusk Till Dawn, Dawn of the Dead, Botched, Re-Animator, DellaMorte DellAmore uswusf. [↩]