In der politischen Notaufnahme
Es treten auf: Rettungssanitäter 1 (R1), Rettungssanitäterin 2 (RIN2), der behandelnde Arzt (BA), die Patientin (P).
R1 und RIN2 schieben auf der Trage eine lachende, fröhliche Patientin in die Notaufnahme. BA kommt ihnen entgegen und beginnt mit der Behandlung.
BA: Status?
R1: Schwere Lachanfälle nach Genuß von politisch inkorrektem Humor. Bisherige Behandlung: 20mg Hannah Ahrendt als Trägerstoff, darauf 10mg Kate Millet, intravenös.
RIN2: Patientin spricht auf Behandlung nicht an, wollten intubieren um Wirkung mit einer Mischung aus heißer Luft und Max Weber zu unterstützen, konnten aber Patientin auf Grund starker Gegenwehr nicht intubieren.
P: *hihihihihi*
BA: Okay, wir müssen handeln, sonst verlieren wir sie! Ich werde es nicht zulassen, dass wir noch ein weiteres Opfer, einen weiteren heiteren Gefühlsausbruch wegen den immer gleichen, vulgären deutschen Komikern hinnehmen müssen! Wir brauchen die Blutwerte! Bis dahin 40mg Köchin-Salz-Lösung und schnell das Notoperations-Besteck her.
P: hihihi-was? Aber mir geht es doch gut, ich lach doch nur!
RIN2: Oh mein Gott, sie halluziniert! Sie erkennt nicht, in welche Rolle sie dieser vulgäre Humor drängt, wie sehr sich dadurch ihr Stand in der Gesellschaft verschlechtert. Wir müssen etwas tun!
BA: Bleiben Sie ruhig, Sie sind hier in guten Händen. Wir werden uns schon um sie kümmern. Betäuben, sofort!
P: Waaaaaaschnarch.
BA: Okay, jetzt können wir in Ruhe arbeiten. Geben Sie mir mal das Searl-Horkheimer-Skalpell, wir machen ihren Kopf auf und entfernen das Areal in ihrem Humorzentrum, welches für sexistisch-diskriminierende Witze zuständig ist.
R1: Vorsichtig, gleich haben wir die Stelle freigelegt.
RIN2: Oh mein Gott…
BA: Ja, ich sehe es auch, fast das ganze Humorzentrum ist schon zersetzt. Sehen sie diese schwarzen Streifen hier? Typisch für den zu hohen Genuß des derzeit in Deutschland populären Humors. Das kommt davon, wenn man sich Komiker ohne politischen Anspruch anhört und einfach über Stereotypen, egal ob eingebildet oder nicht, lacht. Wahrscheinlich ist die Patientin Sozialdemokratin oder Christdemokratin, die sind besonders anfällig für solche Art von “Humor”. *schnippel*
2 Stunden später, die Operation ist gelückt.
BA: So, das wäre geschafft. Diese unzivilisierte Fröhlichkeit dürften wir jetzt aus dem Leben der Patientin vertrieben haben. Ich werde nachher noch eine Pressemitteilung herausgeben, um die Menschen vor dieser neuen Epidemie zu warnen. Es wird wieder Zeit, dass wir zu einem zivilisierten Humor zurückkehren.
R1 und RIN2 im Chor: Ja! Wir brauchen endlich wieder politisch korrekten Humor, der allen aktuellen Theorien entspricht! Erzählen Sie uns bitte zur Feier des Tages einen vernünftigen Witz, lieber BA!
BA: Okay, den hier habe ich gerade gehört:
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Alle: HAHAHAHA!
RIN2: Nutzen wir die Chance, wenn sie aufwacht, und lassen sie gleich einen Parteibeitritt unterschreiben, solange sie noch von der Narkose benebelt ist?
R1: Hach, RIN2, ich liebe deine unkomplizierte Art…
BA tätschelt R1 und RIN2 zärtlich über den Kopf, guckt die schlafende und nun endlich ernst guckende P wohlwollend an: Wieder eine mehr…

Au weia, wenn das mal keine Schimpfe gibt…