ene mene muh

In letzter Zeit fällt mir immer häufiger auf, dass die Kurzformen im Internet, zu denen wahrscheinlich viele neigen, mitunter sehr merkwürdige bzw. falsche Auswüchse annehmen. Mir ist das an den Kurzformen von unbestimmten Artikeln aufgefallen. Unbestimmte Artikel sind im Deutschen vor allem die vielfältigen Formen von „ein“. Den unbestimmten Artikel „ein“ kann man flektieren, d.h. beugen, um ihn in Kasus und Genus dem zugehörigen Substantiv anzupassen. Im Normalfall sieht das dann wie folgt aus:

  • ein Mann – einem Mann
  • eine Frau – einer Frau
  • ein Haus – einem Haus

Kurzformen dieses unbestimmten Artikels sind in der Regel eher in der gesprochenen Sprache oder im „Slang“ (dort auch geschrieben) zu finden. Im Internet, besonders in Chats, Foren usw. findet sich aber auch ganz gerne die entsprechende Kurzform. So wird aus ein eigentlich ’n oder halt auch manchmal n. Die Flektion wird dabei in der Regel angepasst, was ungefähr wie folgt aussehen müsste:

  • (‚)n Mann – (‚)nem Mann
  • (‚)ne Frau –  (‚)ner Frau
  • (‚)n Haus – (‚) nem Haus

Mag nicht jedem gefallen, aber mich stört es nicht weiter, nutze ich es doch auch ganz gerne, wenn ich schnell was schreiben will. Was mich allerdings stört ist die grammatikalisch falsche Kurzform. Dabei kommt mir seltener ein falsches ’n unter (Sie ist ’n Frau), als ein falsches ’nen/nen. „Nen Mann ging zum Arzt.“, oder ähnliche Auswüchse. Natürlich kann es sein, dass sich dort ein (’nen) neuer, unflektierbarer unbestimmter Artikel entwickelt, aber ob das so wünschenswert ist? Vielleicht schreibe ich mal einen Blogartikel, in dem ich konsequent jeden unbestimmten Artikel durch ’nen ersetze. Na, wäre das nicht was? Wenigstens zieht hier nicht die berühmte Sprachökonomie, die ja sonst immer herhalten muss, um so etwas zu erklären.

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