Viele, viele, bunte Bücher

Die letzten zwei Tage war ich mit Freunden auf der Leipziger Buchmesse. Aber bevor jemand fragt: Nein, ich bin nicht dazu gekommen auch nur ein Buch anzulesen! Dies hatte verschiedene Gründe. Zum Einen war es mein erster Besuch auf einer Buchmesse und mein letzter Besuch auf einer wirklich großen Messe liegt auch schon etwas zurück. Dementsprechend „überfordert“ einen die Größe so einer Messe und z.T. auch die Masse an Leuten, die da durch die Gänge wurschteln. Letzteres hielt sich aber relativ in Grenzen. Zum Anderen ist es auf so einer Messe, finde ich, einfach mal zu laut um wirklich zu lesen und auch die Lesungen verschiedener Autoren haben für mich wenig Reiz, wenn man in einer riesigen Traube von Menschen stehen muss.

F.-W. Steinmeier@Buchmesse Leipzig 2009
Frank-Walter Steinmeier

Daniel Kehlmann hätte ich mir gerne kurz angehört und ich hätte auch wirklich gerne ein Foto von ihm gemacht, aber es war einfach zu voll, als wir da ankamen. Passiert halt, sowas. Dafür konnte ich zumindest Frank-Walter Steinmeier, wie ich finde richtig gut, ablichten, als er auf dem Weg zum „blauen Sofa“ war, der zentralsten Bühne der Messe. Hier sollte er über sein neues Buch „Mein Deutschland“ reden. Schöne Theorie, aber in der Praxis fragte der Moderator lieber nach der aktuellen, politischen Lage. Was in seinem Buch nun wirklich steht, erfuhr der Zuhörer nur über eingestreute Nebensätze von Steinmeier selbst. Schade, aber sicherlich verständlich. Schriftsteller reden über ihre Bücher, Politiker, die Bücher schreiben, reden über Politik. Genau so, wie man es wohl erwartet.

Die Idee auf die Buchmesse zu fahren, hatte sich spontan entwickelt, aber vornehmlich unter dem Gedanken: „Hey, da gibt es einen großen Comic-Bereich, Vielleicht schaff ich da ja was für mein Staatsexamen!“ Gute Theorie, abweichende Praxis. Schon bei der Vorbereitung des Messebesuchs und dem Sichten der Materialen fiel der starke Japan und Manga- bzw. Animebezug des Comicbereichs auf. Auf der Messe selbst erschien dieser Bezug nahezu erschlagend. Unzählige Verkaufsstände, die alles anboten, was das Manga-Fan und Cosplayer Herz so begehren könnte, dazwischen die Stände verschiedener Comic-Verlage, wie Splitter und Carlsen. Panini-Comics hatte nur einen Verkaufsstand, was sehr bedauerlich war, schließlich hält Panini die gängigen deutschen Lizenzen bekannter Comicserien zum Beispiel von Marvel. Auch Carlsen legte seinen Schwerpunkt auf den fernöstlichen Bereich und vernachlässigte die Comics eher westlicher Prägung ziemlich.

Im Bereich „Rollenspiel“ sah es auch eher leer aus, positiv hervorzuheben sind aber die recht großzügigen Spielflächen, auf denen man verschiedene (Rollen-)Spiele antesten konnte. img_2591small Der Bereich „Fantasy“ (mit Einschlägen von Science Fiction) war recht gut bestückt und wurde (gefühlt) vom wohl bekanntesten, deutschen Weltraumhelden dominiert. Aber auch Verlage wie Fantasy Productions (FanPro), Heyne oder der vielversprechend wirkende Verlag U|Books waren anwesend.

In der gleichen Halle wie die Comics waren die Lernhilfen, Schulbücher usw. untergebracht. Besonders faszinierend und informativ war der Gemeinschaftsstand verschiedener Anbieter, an dem u.a. eine multimediale Tafel für den Einsatz im Unterricht vorgestellt wurde. Diese Tafeln sind eigentlich eine Mischung aus Whiteboard, Beamerleinwand und Touchscreen und ermöglichen die Nutzung von Software und multimedialen Elementen im Unterricht.Multimedia Tafel@Buchmesse Leipzig 2009 Der Anbieter geht, recht optimistisch, davon aus, dass diese Tafeln in 10 Jahren zum Standard gehören. Warten wir es ab, zu wünschen wäre es auf jeden Fall, da die Einsatzmöglichkeiten wirklich erstaunlich sind. Eigentlich sei es nur ein Rechner, ein Beamer und eine Tafel, die wie ein großer Touchscreen funktioniere, so der Aussteller. Das Betriebssystem des Rechners sei somit egal, was eine lange Eingewöhnungsphase in vielen Fällen verhindern würde.

Soviel erst einmal bis hierher. Es wird aber garantiert noch mindestens ein Artikel folgen.

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