Kneipengespräche

Man stelle sich eine typische Kneipe in der guten alten Zeit vor. Verraucht, zwielichtige Gestalten sitzen in der Kneipe, gemurmelte Gespräche. Richten wir unseren Blick nun an die Theke. Dort sitzen drei Herren. Wollen wir ihnen kurz zuhören.

Benedikt: Reich mir mal bitte den Messwein rüber, Richard.

Richard: Klar doch, Papa.

Walter: Bekomm ich auch was?

Benedikt: Aber nur ausnahmsweise. In letzter Zeit hast du ja nicht gerade für die Verbreitung unseres Glaubens gesorgt. Schau dir unseren Richard an, der ist in aller Munde und musste dafür nicht einmal Bücher lesen. Die liest er erst jetzt.

Richard kichert.

Walter: Die Ursula hatte in letzter Zeit halt keine Zeit für mich, kann ich doch nix für. Und wisst ihr, was in Augsburg los is? Nichts! Da kann ich auch mit dem Taufbecken reden, das ist interessanter.

Benedikt (kopfschüttelnd): Du hast dir doch sonst auch immer was ausgedacht! Nun reiß dich mal am Riemen, sonst schick ich dich mit der Schavan an irgendeine Schule! Ist nicht demnächst mal wieder eine Veranstaltung, bei der du was sagen kannst?

Richard: Geh doch zur Puppenkiste! (kichert hysterisch)

Benedikt: Nana, mal nicht so frech! Deine Erklärung hast du doch auch auf dem Klo geschrieben.

Richard: Woher weißt du das?

Benedikt: Stellvertreter Gottes auf Erden, du erinnerst dich? Was Gott sieht, sehe ich auch…

Richard (leise): Verdammt!

Walter: Also ich hab demnächst einen Besuch in einem Kindergarten. Aber die Bälger eignen sich nicht gut für einen medienwirksamen Auftritt. Ich soll aber demnächst was bei einer CSU-Veranstaltung sagen.

Benedikt: CSU? CDU wäre besser, dann könntest du dich mit Koch zusammentun. Aber CSU wird auch gehen.

Walter: Und was soll ich da sagen? Wieder was zur Abtreibung?

Richard: Nix zum Holocaust, das ist meine Sache!1

Benedikt: Och…kombinier doch was. Neues wagen, aber alte Traditionen beibehalten…sowas in die Richtung…

Walter: Abtreibung und Holocaust…Abtreibung…Holocaust…ey, wie viele Juden sind nochmal durch die Nazis ermordet worden?

Richard: So 300.000…

Benedikt: Geh nochmal lesen und bis dahin sei mal lieber ruhig! Es waren so um die 6 Millionen, Walter.

Walter: Ich könnte dann doch einfach die Zahl der Abtreibungen mit der Zahl der Holocaust-Opfer vergleichen.2 Ja, ich glaube, das mache ich mal. Will noch jemand Messwein haben?

Wir lassen die drei Herren nun alleine. Aber wahrscheinlich werden wir bald wieder von ihnen hören. Für andere offensichtlich beim Genuß alkoholischer Getränke entstandene Vergleiche, empfehle ich die Liste bei Coffee and TV.

  1. Siehe hier. []
  2. Siehe hier. Gefunden bei Coffee and TV. []

2 Gedanken zu „Kneipengespräche“

  1. *hihi* ich habs ja schon immer gesagt Messwein und Weihrauch, was soll man auch anderes von alten, ständig betrunkenen und bekifften Männern erwarten, als den ideologischen Brechdurchfall, den die von dir so treffend beschriebenen Würdenträger kontinuierlich zum Besten geben.

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