Nachtschicht I – Teil 2
Er klopfte sich gerade den Staub von der Kleidung, als sein Blick auf die Sitzgruppe in der Ecke fiel. Er erstarrte. So eine Sitzecke hatte er selbst einst besessen und plötzlich stürmten wieder Erinnerungen auf ihn ein. Bilder seiner Familie, seiner Freunde, langer Spielenachmittage, Lachen, Fröhlichkeit. Keuchend stützte er sich an der nächsten Wand ab. Sein Atem ging stoßweise, er drohte zu hyperventilieren. Mühsam versuchte er seine Atmung und seinen Herzschlag wieder unter Kontrolle zu bringen. Endlose Minuten vergingen, während er sich langsam beruhigte und wieder anfing die Welt um sich herum wahrzunehmen.
Als sein Blick sich wieder klärte, entdeckte er, während er sich noch an der Wand abstützte, eine alte Ausgabe der früheren Lokalzeitung auf dem Boden. Er bückte sich gerade, um sie aufzuheben, als er draußen ein Geräusch hörte. Ohne über den genauen Sinn nachzudenken, steckte er die Zeitung ein und blickte durch den Türrahmen, dessen Inhalt so plötzlich nachgegeben hatte, auf die Straße hinaus. Irgendetwas bewegte sich dort draußen, doch das Licht des Mondes reichte nicht aus, um genaueres auszumachen. Sein Herzschlag beschleunigte sich wieder. Wenn es einer von ihnen war, so hatte er ein Problem. Er kannte sich in seinem unfreiwilligen Unterschlupf nicht aus, aber auf die Straße zurückzugehen konnte er nicht riskieren. Nicht, solange er nicht wusste wer, was oder wie viele dort draußen waren. Er spähte gerade angestrengt nach draußen, als er eine Bewegung im Augenwinkel bemerkte. Im Haus, hinter ihm! Er wirbelte herum, doch es war zu spät. Einer von ihnen nahm ihm sein Leben. Wenigstens ging es schnell. Ohne einen weiteren Laut brach er zusammen. Die Nacht hatte ihn geholt.
Wird fortgesetzt…

[...] Teil 2 [...]
Die Spannung steigt. Man laat hum nich starven!