Für welche Seite arbeitet Mehdorn?
Viele halten Hartmut Mehdorn für, nun ja, umstritten? Vielleicht auch direkt für einen Ausgesandten der “dunklen Seite”? Umschreibungen gibt es viele, deshalb habe ich beschlossen, die beiden Seiten, die man für Mehdorn verantwortlich machen könnte, zu interviewen. Das Interview wird gekürzt, aber in Absegnung durch die beiden Parteien abgedruckt. Meine Gesprächspartner waren Herr Lieber Gott (LG) und Herr Zum Teufel (ZT). Die Leitfrage war: “Für welche Seite arbeitet Hartmut Mehdorn?”. Das Interview führte ich selbst (F).
F: Guten Morgen Herr Lieber Gott, guten Morgen Herr Zum Teufel. Wie geht es Ihnen heute?
LG: Ja, doch, ganz gut. Die üblichen Querelen, man kennt das ja.
ZT: Gut gesagt, gut gesagt.
F: Kommen wir zur zentralen Frage: Für wen von Ihnen arbeitet Hartmut Mehdorn? Ich behaupte jetzt einfach, er arbeitet für Sie, Herr Zum Teufel?
ZT: Für mich? Wie kommen Sie denn da drauf? Ich hab mit Mehdorn überhaupt nichts zu schaffen!
F: Kommen Sie, Herr Zum Teufel, Sie können doch nicht abstreiten, dass die Arbeitsweise von Herrn Mehdorn genau in ihre Vorgehensweise passt, oder? Der Zorn in der Bevölkerung, nach Mehdorns Vorschlag für die neusten Preiserhöhungen bei der Deutschen Bahn, war fast greifbar.
ZT: Das will ich auch gar nicht abstreiten, obwohl der Gewinn an Seelen durch solche Aktionen, für uns eher gering ist. Die Menschen ärgern sich, aber nur kurz. Ich bleibe dabei, für mich arbeitet Herr Mehdorn nicht!
LG (kichert): Höre ich da so etwas wie Bedauern?
ZT: Höchstens ein wenig. Wenn Herr Mehdorn wieder eine seiner…Ideen hat, wird es in meinen Räumlichkeiten kurz wärmer, das ist ganz angenehm. Die Grünen waren von dieser Idee, also Energie aus Zorn zu gewinnen, übrigens ganz angetan, falls ich das hier so sagen darf.
F: Vielleicht haben wir später noch Gelegenheit, das zu diskutieren. Wenn Herr Mehdorn aber nicht für Sie arbeitet, arbeitet er dann tatsächlich für Sie, Herr Lieber Gott?
LG: Hmm, nein. Auch ich muss passen. Herr Mehdorn steht nicht im Diensten des Himmels. Ich könnte mir auch keinen Grund vorstellen, warum er das tun sollte. Seine Ideen haben zwar nette Nebenwirkungen für uns, aber da hören seine Dienste auch schon auf.
F: Nette Nebenwirkungen?
LG: Ja, wissen Sie, durch die ganzen Querelen mit der Bahn gibt es auch so etwas wie eine neue Solidarität unter den Menschen. Zwar gibt es fast immer eine kurze Phase des Zorns, aber im Endeffekt sind so viele betroffen, dass eine Art Gruppengefühl entsteht. Und in diesen Gruppen zeigt man füreinander Verständnis und man leidet gemeinsam. Das kommt uns zu Gute. Aber Herr Mehdorn und für mich arbeiten? Nein.
F: Sie wollen also beide behaupten, dass Sie überhaupt keinen Einfluß auf Herrn Mehdorn haben? Keiner von Ihnen?
(LG und ZT schütteln beide den Kopf.)
F: Wie erklären Sie sich dann das alles?
ZT: Das ist ganz einfach: Herr Mehdorn kommt von ganz alleine auf diese Ideen. Ich habe nicht einmal Mitarbeiter in seinem Stab…
F: Sie denn, Herr Lieber Gott?
LG: Nicht direkt. Die Putzfrau gehört zu uns, aber der Einfluss dürfte zu vernachlässigen sein. Aber ich kann Herrn Zum Teufel nur zustimmen: Herr Mehdorn denkt sich alles selbst aus. So sind die Menschen nunmal. Sie kommen auf die absurdesten Ideen, sowohl im Guten, als auch im Bösen. Ich, und soweit ich informiert bin, auch Herr Zum Teufel, nehmen eh kaum noch Einfluss auf die Menschen. Mal ein bisschen hier und ein bisschen da, aber die wirklich großen Geschehnisse habt ihr Menschen euch selbst zuzuschreiben.
(ZT nickt zustimmend.)
F: Den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussagen anzuzweifeln hat wohl keinen Sinn, dafür sind sie ja bekannt. Aber nennen Sie mir und meinen Lesern doch bitte wenigstens noch jeder ein Beispiel für eine Einmischung in letzter Zeit.
LG: Also gut. WoW.
F: Und Sie, Herr Zum Teufel?
ZT: Google.
F: Ich danke Ihnen für das Gespräch. Auf Wiedersehen.
ZT und LG zeitgleich: Keine Sorge.

*LOL* sehr schön… ich bin begeistert