Cartoons at War (II)

Diese Eintragserie soll einen groben Überblick über die Thematik liefern und mir als Gedächtnisstütze für das Thema dienen. Im ersten Teil werden Comics betrachtet, im zweiten Cartoons, also Trickfilme. Cartoons Die Tradition der Cartoons ist gerade in Amerika sehr ausgeprägt. Aber auch in Deutschland begeistern Cartoons täglich viele Zuschauer. Bevor der Trend zum Anime ging, waren es gerade amerikanische Zeichentrickserien, die hier ausgestrahlt wurden. Walt Disney und Warner Bros., aber auch Marvel und DC sind vielen Deutschen ein Begriff. Vielen unbekannt sind allerdings die Anfänge und frühen Episoden der beliebten Zeichentrickhelden. Viele von ihnen, die sich bis heute gehalten haben, gab es auch schon in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Amerika und dort wurden sie während des Krieges auch gezielt als Propaganda eingesetzt. Langsam werden diese Episoden auch in Deutschland bekannt und sollen nun exemplarisch betrachtet werden. Disney Von Walt Disney wurden verschiedene Cartoons über Hitler, bzw. das Naziregime, veröffentlicht. Einer der eingängigsten ist dabei wohl „Education for Death„, ein Cartoon darüber, wie Kinder im Dritten Reich erzogen, bzw. indoktriniert wurden. Im Gegensatz zu vielen anderen Cartoons ergeben die meisten deutschen Dialoge durchaus einen Sinn. Nur das Gebabbel von „Hitler“ ist, wie so häufig, ziemlich sinnlos. Warum, dürfte auf der Hand liegen. Soweit ich weiß, wurden die deutschen Dialoge nie untertitelt. Aber auch die traditionellen Disney-Charaktere durften ihren Teil gegen Nazideutschland und Hitler unternehmen, so zum Beispiel in: Der Untertitel von „Der Fuehrers Face“, „Donald Duck in Nutzi Land“, ist dabei wohl so zu verstehen, wie Wikipedia es definiert

:

Ursprünglich war der Cartoon unter dem Titel „Donald Duck in Nutzi Land“ (engl. „nuts“: „verrückt“, außerdem klingt das engl. ausgesprochene „Nutzi“ wie „Nazi“) geplant, der Titel wurde jedoch geändert, nachdem das vorab veröffentlichte Titellied ein großer Erfolg wurde. Der Ausdruck Der Führer war mit dieser Groß-/Kleinschreibung seit spätestens 1934 ein fester Begriff in den USA, ähnlich einem Namen.

Das Titellied gibt es mit Text bei Youtube. Eine Betrachtung des Liedtextes bietet sich an. Der Chorus hat schon folgendes zu bieten:

When der fuehrer says we is de master race We heil heil right in der fueher’s face Not to love der fuehrer is a great disgrace So we heil heil right in der fuehrer’s face

Den genauen Inhalt entnimmt man am Besten o.g. Wikipedia-Artikel. Die eigentliche Episode gibt es ebenfalls bei Youtube, ebenso „Commando Duck„. Einen weiteren Propagandafilm stellt „Reason and Emotion“ dar, auch wenn der Krieg und die Nazis hier nicht als einziges Beispiel angeführt werden. Weitere Einzelheiten zu den Beispielen, mitunter auch Bildmaterial, findet sich bei „The Encyclopedia of Disney Animated Shorts„. Warner Bros. Warner hat wohl einen der bekanntesten Cartoons zum Thema veröffentlicht: The Ducktators. Hier versucht eine kleine Hitler-Ente zusammen mit der Mussolini-Ente und der Japan-Ente1 ein faschistisches Regime aufzubauen, bis die Friedenstaube auf den Plan tritt. Wie von den meisten Propaganda-Cartoons gibt es mehrere Varianten, das Original findet man, soweit ich weiß, bei Google Video. Entgegen der Werke von Disney gestaltet es sich relativ schwierig, alle Cartoons von Warner aufzutreiben, in denen es um den Zweiten Weltkrieg und verwandte Themen geht. Deshalb nur eine sehr exemplarische Liste, geordnet nach den Charakteren.

Bugs Bunny, Daffy Duck usw.

Herr meets Hare“ führt Bugs ins ferne Nazideutschland, wo er u.a. Hitler imitiert. Eine Aufführung der Filme, sind wohl insgesamt 11, rund um Bugs und Duffy „at war“ war lange Zeit verboten. Nun findet man sie aber auf der VHS „Bugs & Daffy: Wartime Cartoons (1943) oder bei Youtube unter dem Suchbegriff „Wartime Cartoons

„.

Snafu

Ein weiteres Beispiel sind die Cartoons rund um Private Snafu, dessen Name ja mittlerweile (oder schon immer) ein geflügeltes Wort ist. Private Snafu spielt in den „War Cartoons“ eine Sonderrolle, da Snafu speziell für die Zeit geschrieben und entwickelt wurde, in denen die U.S.A. aktiv am Zweiten Weltkrieg teilnahmen. Die Cartoons hatten reine Propagandafunktion, gepaart mit Verhaltenshinweisen für amerikanische Soldaten. So wird zum Beispiel sehr explizit vor Spionage durch die Nazis gewarnt:

„Excuse me, but could you speak a little more clearly into my nipples?“2

Bei Archive.org finden sich alle Episoden. Eine entsprechende Liste verschiedener Warner Cartoons findet sich auch hier. Aber auch andere Cartoonhersteller haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt, wie zum Beispiel Metro-Goldwyn-Mayer bei der Tex Avery Folge „Blitzwolf“ oder Popeye. An dieser Stelle sollen die Einträge zum Thema aber erstmal enden. Einen anderen Artikel zum Thema findet man in englischer Sprache hier, wobei sich dieser Artikel zum Teil auch mit fremdenfeindlichen Inhalten in Cartoons beschäftigt.

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  1. wahrscheinlich Hideki Tojo []
  2. Aus der Episode „Spies“ []
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5 Gedanken zu „Cartoons at War (II)“

  1. Nur als Fußnote: „The Fuehrer’s Face“ ist übrigens von Spike Jones & His City Slickers. Der hat nur solche schräge Musik gemacht. Sehr witzig.
    Bei den Deutschen gab’s Charlie and His Orchestra, eine Swing-Band, die Propagandaversionen von amerikanischen Swing-Klassikern gemacht hat. (Neue englische Texte voll Spott und Hohn.) Die Propagandasendungen von „Lord Haw-Haw“ waren für die Briten gedacht. Der Fall „Tokyo Rose“ in Japan ist komplizierter.

  2. Guten Morgen und Danke.

    Werd ich die Tage mal einpflegen, bzw. mal nachrecherchieren. Denn außer Spike Jones kenn ich keinen der Namen.

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