Cartoons at War (I)

Angeregt durch die Diskussion bei „Kreide fressen“ hier mal ein Eintrag über die „Darstellung“ des Zweiten Weltkrieges im Comic und in Cartoons. Diese Eintragserie soll einen groben Überblick über die Thematik liefern und mir als Gedächtnisstütze für das Thema dienen. Im ersten Teil werden Comics betrachtet, im zweiten dann Cartoons, also Trickfilme.

Comics

Betrachtet man Comics, die den zweiten Weltkrieg zum Thema haben, so bietet es sich an chronologisch vorzugehen, da der Zweite Weltkrieg schon während des Krieges vor allem in amerikanischen Comics thematisiert wurde. Dies geschah meistens in Form von Propaganda. Durch das Medium Comic sollten u.a. Kriegsanleihen verkauft werden, aber auch der Kriegsgegner diskreditiert und lächerlich gemacht werden. So kämpften während der Kriegsjahre in denen Amerika in den Krieg involviert war, zahlreiche Comicfiguren von Walt Disney über Marvel zu DC gegen Hitler und seine Anhänger. Eine gute Auswahl verschiedener Cover zu diesem Thema bietet The Propagander. Beispiele von eben dieser Seite:

Nazis als Gegner erhalten sich in den Nachkriegsjahren auch weiterhin als Gegner für einzelne Superhelden. Der ewige Gegenspieler von Cap America, Red Skull, ist hierfür wohl das beste Beispiel.1

Eine weitere Entwicklung der Nachkriegszeit sind Comics, die sich mit der Aufarbeitung der Nazizeit und des Holocausts beschäftigen. Prominentestes Beispiel hierfür ist wahrscheinlich der Comic „Maus – A Survivors Tale“ (Maus – Die Geschichte eines Überlebenden) von Art Spiegelman. Maus besteht aus zwei Teilen: „My Father Bleeds History“ (Mein Vater kotzt Geschichte aus) 1986 und „And Here My Troubles Began“ (Und hier begann mein Unglück) 1991. Für Details siehe bei Wikipedia. Rezensionen finden sich zum Beispiel hier, eine Rezension zu einer wissenschaftlichen Arbeit über Maus hier (PDF). Erwähnenswert ist noch, dass es eine CD-ROM zum Gebrauch im Unterricht zum Thema Maus/Holocaust gibt. Eine ausführliche Rezension zur CD-ROM findet sich hier. Ausführliche Materialien und weiterführende Links kann man hier einsehen (engl.).

Maus ist wohl der ausführlichste Comic zum Thema Holocaust/Naziregime, aber es ist nicht der einzige. Im Jahr 2005 erschienen gleich zwei Comics, bzw. Graphic Novels2 , die sich dem Thema annehmen. Zum einen „Auschwitz“ von Pascal Croci und zum anderen „Yossel 19. April 1943. eine Geschichte des Aufstands im Warschauer Ghetto“ von Joe Kubert. Ein kurzer Artikel zu beiden findet sich hier, Rezensionen gibt es u.a. bei Perlentaucher.

Die Herangehensweise in beiden Comics ist eine völlig andere, als bei Maus. Beide sind in ihrem Handlungsrahmen eingeschränkter, da einzelne Orte (Auschwitz) oder eine besondere Begebenheit (Yossel) im Mittelpunkt stehen. Auch die Zeichen- und Erzählstile unterscheiden sich grundsätzlich voneinander. Zum Vergleich Maus, Auschwitz und Yossel (einzelne Auszüge):

Die Unterschiede sind augenfällig, bieten aber einen guten Ansatzpunkt um zu untersuchen wie die Zeichenart in den einzelnen Werke ihre Botschaft transportieren oder vielleicht sogar verändern. Wie alle drei Werke inhaltlich zu bewerten sind möge jeder für sich entscheiden.3

Als letzter Comic soll „Master Race“ von Bernie Kriegstein erwähnt werden. Kriegstein wählt die Herangehensweise einer Zufallsbegegnung Jahre nach dem Krieg und das Ende der kurzen Geschichte mag zu überraschen. Online findet man eine Variante des Comics hier.4

Demnächst dann der Eintrag über die Cartoons. Ich werde mich bemühen diese und nachfolgende Einträge stets auf dem aktuellen Stand zu halten und weiter auszubauen. Aus diesem Grund bin ich über Hinweise und Anregungen immer dankbar.

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  1. Allerdings taucht Red Skull in verschiedenen Comic Serien bei Marvel auf. Man kann grundsätzlich drei verschiedene Red Skulls unterscheiden, wobei die ersten beiden Nazis sind und der Dritte ein Kommunist. Feindbilder ändern sich halt mit der Zeit. Vergleiche hierzu auch den engl. Wikipedia Eintrag. []
  2. Der Begriff Graphic Novel soll hauptsächlich eine Abgenrzung zum „kindischen“ Comic schaffen. []
  3. Meiner Meinung nach bleiben die Werke von Croci und Kubert weit hinter Spiegelmans Maus zurück. Allerdings sind die Werke auch nur bedingt vergleichbar. []
  4. Sollte mit der Seite ein Copyright verletzt werden, informiert mich bitte darüber, dann nehm ich den Link raus. []
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4 Gedanken zu „Cartoons at War (I)“

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