Klogang nur bei mäßigem Seegang!

Manchmal möchte ich ja nicht mit den Mitarbeitern der verschiedenen Ministerien tauschen. Die Realität ist ja oft genug schon kompliziert genug aber die Mitarbeiter in Ministerien müssen auch noch versuchen, ihre Vorschriften der Realität ständig anzupassen oder, wenn das nicht so recht funktionieren will, die Realität den Vorschriften anzupassen. Ich kann mir vorstellen, dass das ein wirklich, wirklich anstrengender Job ist, vor allem, wenn man da so einsam in seinem Ministeriumsbüro sitzt und sich mit irgendwelchen neumodischen Erfindungen rumschlagen muss. Aktuell muss sich das Bundesumweltministerium mit Offshore-Windanlagen rumärgern.

Wahrscheinlich kennt jeder diese formschönen Windanlagen die an allen möglichen Stellen in der Landschaft rumstehen. Probleme und Kritik an den Windanlagen gibt es ja alle naselang, neu ist allerdings, dass sich ein Ministerium Gedanken um die sanitären Anlagen eines Windrades macht. Handwerk.com berichtete vor ein paar Tagen über die Probleme des Umweltministeriums mit den großen und kleinen Geschäften der Wartungsteams. So heißt es bei Handwerk.com:

Ab 2009 soll der Offshore-Windpark „Alpha Ventus“ vor Borkum ans Netz gehen. Eine der „heiklen“ Fragen, mit denen sich bereits ein Heer von Bürokraten auseinandergesetzt habe: Was ist, wenn die Wartungsmonteure „mal müssen“? Wie die Substanzen verklappt werden sollen, die bei einem Toilettengang nun einmal anfallen können, sei bislang allerdings nicht geregelt worden, heißt es.

Experten des Bundesumweltministeriums würden eine „pragmatische Lösung“ favorisieren, beispielsweise ein „Campingklo“. In Betracht kommt ein „Porta Potti“. Dessen Form erinnert den Spiegel einen „minoischen Königsstuhl“.

Dem bissigen Kommentar am Ende des Artikels will ich jetzt nicht folgen, denn ich finde auch, dass sich die Beamten da um ein richtig schwerwiegendes Problem kümmern müssen! Der Platz für so eine Toilette muss ja mit eingeplant werden, es muss eine Wasserleitung fürs Händewaschen verlegt werden, die Endprodukte müssen entsorgt werden usw usf.

Natürlich könnte man einfach sagen: Baut doch ein Plumsklo über die Nordsee, die Endprodukte recyceln sich schon von selbst! Solche Einwürfe kommen dann wahrscheinlich aus Wilhelmshaven, die haben damit ja schon so ihre Erfahrungen gemacht. Aber so einfach ist das alles nun einmal nicht. Wie sieht denn das überhaupt mit dem Seegang aus? Bis zu welchem Seegang kann man auf ein Offshore-Klo gehen? Sollte das Klo lieber auf Luv oder auf Lee stehen und muss das Klo dann um die Windmühle gedreht werden können? Oder sind die Klozeiten abhängig von der Windrichtung?

Auch die Auswahl der Armaturen ist von bedeutender Wichtigkeit. Dixie oder doch Ideal Standard? Und dann auch noch die Entsorgung, die natürlich, sofern kein Wilhelmshavener an der Entscheidung beteiligt ist, auch so eine Sache ist. Saugleitung bis zum Festland oder doch ein Pumpschiff, welches in regelmäßigen Abständen vorbeikommt? Braucht das Pumpschiff dann eine schnelle Eingreiftruppe, falls mal Durchfall ist? Eine gute Alternative hätte man, wenn es in der Nähe der Windkraftanlagen unterseeische Vulkane geben würde. Ist in der Nordsee jetzt nicht so wirklich der Fall, aber wenn es so wäre, dann könnte man einfach ein Rohr vom Klo bis direkt über den Vulkan legen und alle Probleme erledigen sich. Könnte manchmal auf dem Klo etwas warm werden, aber irgendwas ist ja bekanntlich immer.1

Bleibt nur noch die Frage: Warum haben die Anlagen auf dem Festland noch keine Toiletten? Die stehen doch auch meistens so weit ab vom Schuss…

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  1. Dieses Prinzip wurde übrigens von den Geschichtsmönchen der Scheibenwelt erfolgreich getestet. []
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Ein Gedanke zu „Klogang nur bei mäßigem Seegang!“

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