Blockbildende Gehirnwäsche

Die neu besetzten Gremien an der Universität haben ihre Arbeit aufgenommen und schon gibt es „Schlagzeilen“, wie sie selbst die Bildzeitung nicht schöner hinbekommen würde. Die GHG titelte jüngst mit „Kein Argument ist auch kein Argument“ in den beiden Online-Communities der Magdeburger Studierendenschaft. Die eigentliche Pressemitteilung hatte noch den Titel „Kein Argument ist auch ein Argument“, wie man auf dem Internetauftritt der GHG nachlesen kann (Stand 19. Juli 2008, 21:21 Uhr) und eigentlich wurde diese Pressemitteilung auch von sur l’eau unterschireben, da es aber im Nachfolgenden nur um die GHG geht, werde ich auch nur die GHG erwähnen. Über den genauen Inhalt will ich an dieser Stelle nichts sagen. Ich weiß, dass es gewisse „Blockmentalitäten“ innerhalb (studentischer) Gremien gibt, bzw. eine Tendenz zu Blockverhalten stets auszumachen ist. Mal sind es feste Gruppierungen, mal sind es nur ganz normale Sympathien und Antipathien zwischen einzelnen Leuten. Auffällig bleibt bei der GHG aber, dass sie scheinbar gerne kurz nach den Neuwahlen Pressemitteilungen veröffentlicht, sich danach aber eher in Schweigen bezüglich genannter Probleme hüllt. Ist wahrscheinlich auch besser so, die studentischen Gremien leiden nämlich eh zumeist unter einem schlechten Ruf, auch ohne dass ständig irgendjemand irgendwelche Pressemitteilungen veröffentlicht.
Aber wenn mich schon der Inhalt an dieser Stelle nicht weiter interessiert und ich mich auch nicht über den tieferen Sinn oder Unsinn von Pressemitteilungen auslassen möchte, was interessiert mich dann?

Mich interessieren die Diskussionen, die diese Pressemitteilung hervorgerufen hat. Auf dem einen Online-Portal wird sich hauptäschlich darüber ausgetauscht wie sinnvoll das „Gendern“ denn nun wirklich ist, wobei die Argumente eher auf Stammtisch-, denn auf Wissenschaftsniveau angesiedelt sind. Auf dem anderen Portal hingegen war die Diskussion eher „zielführend“, allerdings springen hier einzelne Postings besonders ins Auge. Um diese Postings zu verstehen, muss man wissen, dass vor kurzem ein Mitglied der GHG eben selbige verlassen hat. Nach außen hin sah die Sache eher unschön aus, da war die Rede von „Drohungen“, „Beleidigungen“ usw. Bisher war ich der Ansicht, dass sich die Beteiligten da geeinigt hätten, aber dem scheint nicht so zu sein, wie ein Blick in diesen Thread zeigt. In Eintrag #9 meldet sich ein Nutzer und eben besagtes ehemaliges GHG Mitglied zu Wort. Zumindest scheint es so, denn wie sich im Eintrag #24 zeigt war es jemand anderes, nur hatte diese Person zu dem Zeitpunkt keinen eigenen Account im verlinkten Forum. Der Nebenschauplatz, der da aufgemacht wird ist sicherlich nicht unbedingt notwendig, allerdings verstehe ich es bedingt, wenn man sich mit der scheinbaren(?) Zweiseitigkeit einer Gruppierung konfrontiert sieht. Denn der Inhalt der Pressemitteilung und die unschöne Schlammschlacht passen nicht zueinander. Was mich dann in der Diskussion aber am meisten entsetzt hat, das war die Wortwahl „der GHG“ und einzelner Mitglieder. Zu nennen wäre da der Eintrag #13:

[…]
sag doch einfach, dass es sich bei dem ehemaligen mitglied um dich handelt und du deine hochschulgruppe verarschen wolltest, weil dir deine freundin (chefin der juso-hsg) eine gehirnwäsche verpasst hat.
[…]

Dies wurde unter dem Gruppenaccount der GHG geschrieben, was an sich schon mal ein Ding der Unmöglichkeit ist, denn unter einem Gruppenaccount zu schreiben heißt nichts anderes, als zu behaupten, dass die komplette Gruppe dies ganz genau so sieht. In Zeiten nach Abschaffung des Fraktionenzwangs ein ähnliches Ding der Unmöglichkeit, wie das, was die GHG in ihrer Pressemitteilung bemängelt. Dies in Kombination mit „Gehirnwäsche“ führt mich persönlich zu der Frage: „Sonst geht es euch aber noch gut, oder?“ Warum der in den Einträgen benannte „David“ die GHG verlassen hat ist sein Bier. Die GHG (oder einzelne Mitglieder) müssen darüber nicht erfreut sein, sie dürfen meinetwegen auch verletzt sein. Das gehört aber in den privaten Rahmen, auch wenn jemand anderes es schon thematisiert hat. Man kann auf eine solche Thematisierung durchaus antworten, aber wenn man dies tut, dann sollte man seine Wortwahl dreimal überdenken. Tut man dies nicht, so gerät man ganz schnell unter den Verdacht wirklich so schlimm zu sein, wie man hingestellt wird.

Auch in der weiteren Ausfüllung dieses Nebenschauplatzes tun sich einzelne Mitglieder der GHG, in meinen Augen, nicht gerade als begnadete Rhetoriker hervor. Aber wenigstens verzichten sie (bisher) darauf wieder den Gruppenaccount zu nutzen. So kann man in Eintrag #18 lesen:

seine anschuldigungen sind herbei halluziniert und daher kann man nicht dagegen argumentieren. ich jedenfalls werde mich nicht auf dieses niveau herab lassen. dreckige wäsche gehört in die waschmaschine und nicht in die öffentlichkeit

Der letzte Satz wird mit den vorhergegangenen Sätzen leider ad absurdum geführt und die Wortwahl im Eintrag #25 führt dazu, dass sich mir die Nackenhaare aufrichten;

@ ottikotti
ich werde nicht weiter auf deine wortergreifungsstrategie eingehen, die nur vom eigentlichen thema ablenken soll.
edit: lass das private bitte aus dem spiel. du bist diejenige, welche david hier erwähnt hat (das hat damit nichts zu tun)

Der „Edit“ ist in Ordnung, so geht man mit solchen Sachen, die da ja nun wirklich nicht hingehören, um. Der Begriff „Wortergreifungsstrategie“ ist allerdings eindeutig mit einer Strategie von Neonazis verknüpft und somit eigentlich schon fast eine Art der „Beleidigung“. Und das Schlimme an der Sache ist, dass ich alle zitierten Personen kenne und ich muss leider gestehen, dass mich kaum ein Posting wirklich überrascht. Wer unter dem Gruppenaccount geschrieben hat kann ich mir auch denken und ich frage mich: Sollten erwachsene Leute/Studenten so eine Sache nicht besser handhaben können? Sind manche Leute tatsächlich so vernebelt, dass sie gar nicht bemerken was für ein Bild sie in der Öffentlichkeit abgeben? Brastig darf jeder einmal sein, nur sollte man irgendwann einmal lernen diese Gefühlsausbrüche zumindest halbwegs unter Kontrolle zu bekommen.

2 Gedanken zu „Blockbildende Gehirnwäsche“

  1. Ich wusste doch, dass ich „Wortergreifungsstrategie“ irgendwoher kenne. Aber zur Sache selbst fehlen mir die Worte – oder es wären zumindest nicht großartig andere gewesen, als du eh schon gefunden hast.

Kommentar verfassen