Zeit für Erkenntnisse

Lange Fahrten auf der Autobahn bieten immer eine gute Gelegenheit, um mal in sich zu gehen und über sich selbst und den eigenen Platz in der Welt nachzudenken. Zwischenzeitlich denkt man auch darüber nach, warum das Auto nicht vernünftig zieht. Während man da so drüber nachsinnt, kann es einem dann passieren, dass die Ölkontrolleuchte angeht. Die leuchtet einem dann so freundlich entgegen und man kann auch wunderbar darüber nachdenken, warum die denn leuchtet, da man das Öl ja kontrolliert hat und alles okay ist.

Wenn dann die Leistung des Autos spontan sinkt und die Temperatur spontan steigt, dann kann man wenig nachdenken, aber während man versucht, noch mal eben so den Standstreifen zu erreichen, drängt sich einem förmlich ein Gedanke auf und dieser Gedanke ist auch noch so schön kurz, knackig und prägnant, ja geradezu lakonisch: Scheisse!

Tja, da steht man da, also so auf dem Standstreifen. Leitplanke ist natürlich gerade an der Stelle nicht. Braucht ja auch keiner auf der A2. Warndreieck aufgestellt und Warnweste angezogen und dann überlegen: Was mach ich nun? Ruf ich gleich den ADAC an oder kipp ich erstmal Öl nach, um wenigstens von der verdammten Autobahn runter zu kommen? Naja, erstmal Ölstand kontrollieren: Huch, das ist ja lustig. Meßstab sagt Ölstand ist perfekt. Naja, in 5 Minuten nochmal gucken, aber erstaunlicherweise ändert sich die Aussage des Stabes nicht. Auto geht aber nicht so wirklich gut an, also doch mal was nachkippen.

1 Liter später beschwert sich der Meßstab darüber, dass viel zu viel Öl da ist. Mir egal, denn jetzt läuft der Wagen erstmal wieder. Auf dem Rastplatz dann dafür entschieden, nach verschiedenen Telefonaten, dass es besser ist die Strecke per Landstraße zu fahren.

Erkenntnisse auf der Landstraße: Wagen nagelt wie nichts gutes, Wagen geht manchmal einfach während der Fahrt aus, Wagen spuckt Öl in den Motorraum. So unbedingt interessant und entspannend ist es auch nicht, wenn man 7 Stunden lang über Niedersächsische und Bremer Land- und Bundesstraßen eiert.

Wie es jetzt weiter geht? Meinen Eltern hat der Mist mit dem Wagen gereicht und heute wurde kurz entschlossen ein neuer Wagen besorgt:

Hübsch, oder? Corsa, 8 Jahre alt, knapp 70.000 gelaufen. Zwei Airbags, Servolenkung, CD-Player, Benziner. Die Farbe hab ich noch nie gehört, aber das mag bei mir nicht viel heißen. Heliotrop lila metallic…HLM…klingt irgendwie auch nicht wie eine Farbe, aber egal. Hoffentlich hält der Wagen mir jetzt länger die Treue. Braucht jemand noch nen alten Polo mit dezentem Motorschaden? Wahrscheinlich nicht, also geht seine letzte Fahrt zum Abdecker Schrotthändler Recycler.

7 Gedanken zu „Zeit für Erkenntnisse“

  1. och Flint- hättest Du nur was gesagt – ich hätt Dir meinen Wagen geschenkt- der hat auch noch bis nächsten Monat TÜV, ist also noch gut ein Monat bis der zu Staub zerfällt…
    aber Glückwunsch… zu Deinem…lila (?!) Wagen…

  2. Glückwunsch zum neuen Auto. Das HLM scheint ja ziemlich dunkel zu sein. Wie wär es sonst mit einem Schild „Auto zwar lila, aber ich nicht schwul!“

  3. L… macht g… 😀 Passend zum Spruch des Herrn H. aus A. zum Ford *lol* Dann mal allzeit gute Fahrt und viel Spaß mit Deinem neuen Wagen. Schönes Auto :o)

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