Tragen die Behörden Scheuklappen?

Im wunderschönen Aurich gibt es einen kleinen, beschaulichen Weg, den Krähennestergang. In dieser Straße wohnt Frau K. Frau K. wurde die Wohnung von der Stadt Aurich zugewiesen. Die Stadt trägt dafür Sorge, dass möglichst niemand ohne Obdach ist und das ist auch gut so! Nur stellt sich einigen Anwohner des Krähennesterganges die Frage, ob die zuständigen Ämter, also die Stadt Aurich und das Gesundheitsamt, nicht eher nach dem Grundsatz handeln: Aus den Augen, aus dem Sinn!

Warum? Eine kleine Situationsbeschreibung: Frau K. hat körperliche Probleme und kann nicht mehr richtig laufen. Sieht man sie, so ist dies offensichtlich. Die Wohnung von Frau K. liegt allerdings im 1. Stock und die Treppe scheint sie nicht mehr zu schaffen. Diesem Problem begegnet Frau K. auf ihre eigene Art und Weise. 2007 schlief sie bis zum Herbst vor ihrer Haustür auf einer Bank. Mittlerweile ist sie in den Hausflur umgezogen. Dort schläft sie zwischen Müll und Kartons vor dem unteren Treppenabsatz. In ihre Wohnung lässt sie schon lange fast niemanden mehr, über den Zustand der Wohnung kann man also nur mutmaßen. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass auch die Wohnung einen ähnlichen Anblick bietet, wie der Flur. Um es im Flur warm und hell zu haben, zündet Frau K. des öfteren Kerzen an, welche sie einfach auf die Treppe zwischen die Kartons stellt. Ihre Katzen (vor dem Einschreiten der Ämter so ca. 18 Stück) scheinen ihr Nachts als Decke zu dienen, wenn sie sich nicht gerade unkontrolliert vermehren. Diese ungezügelte Katzenkopulation scheint Frau K. zu begrüßen, denn sie sagte dazu: „Hier gibt es bald so viele Katzen, dass ihr bei jedem Schritt über eine stolpert!“ Frau K. „pöbelt“ gerne, wurde das schon erwähnt?

Bei den Katzen zeigte das Gesundheitsamt übrigens eine der wenigen Regungen in Bezug auf die Zustände um Frau K. Zusammen mit der Stadt Aurich, die sonst auch wenig tun kann oder will, wurden einige Katzen abgeholt und dem Tierheim übergeben. Von den vormals 18 Stück sind momentan noch so um die 7 Katzen übrig. Bis die Zahl wieder angewachsen ist, ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit.

Gefüttert werden die Katzen meistens auf dem Platz vor der Tür und gefüttert wird mit allem, was gerade so da ist. Trockenfutter, Essensreste, Hundefutter usw. Vieles davon bleibt einfach auf dem Vorplatz liegen und dient anderen Lebewesen als Nahrung. Manche Essensreste verschwinden unter einem Deckmantel aus Fliegen, andere werden von neu zugezogenen Ratten oder Möwen verzehrt. Weder die Katzen, noch Frau K. scheinen sich an den „Mitessern“ zu stören. Merkwürdigerweise scheinen sich aber auch die Stadt und das Gesundheitsamt nicht unbedingt an der zunehmend schlechteren Situation zu stören. Trotz mehrfacher Hinweise durch andere Anwohner hat sich bisher noch nicht wirklich etwas bewegt.

Der Vorplatz wird, davon abgesehen, nicht nur durch Essensreste, Fliegen, Ratten, Katzen und Möwen in Mitleidenschaft gezogen. Wie bereits erwähnt schläft Frau K. ja meistens am unteren Treppenabsatz im Flur oder auf der Bank vor der Tür. Wodurch zeichnen sich Flure und Parkbänke aus?
Durch einen eklatanten Mangel an sanitären Einrichtungen, richtig. Aber auch Frau K. muss ab und an einmal die Toilette aufsuchen und als Toilette hat sie sich die Hauswand oder den Vorplatz/das Grundstück ausgesucht. Hier verrichtet sie ihre großen und kleinen „Geschäfte“. Auch andere Bedürfnisse, eher sexueller Art, werden vor der Tür befriedigt. Wenn Frau K. gerade keine irgendwie gearteten körperlichen Bedürfnisse befriedigt, sitzt sie gerne direkt an der Straße, schnorrt alle Vorbeigehenden um Zigaretten an und erzählt jedem, der es hören oder auch nicht hören will, dass sich die Stadt nicht um sie kümmert und ihr Strom und Wasser abgedreht hat. Stimmt so genau nicht. Die Stadt bestätigte auf Nachfrage, dass sie für Frau K. den Strom und das Wasser nicht mehr zahlen würde, da Frau K. dies selbst tun könnte. Hat sie scheinbar nicht, denn Strom und Wasser scheinen wirklich ausgeschaltet worden zu sein. Bekannt ist Frau K. für ihre Pöbeleien und ihre anderen „Wortbeiträge“ jedenfalls schon bei vielen Auricher Bürgern.

Fassen wir noch einmal die Punkte zusammen, die einigen Anwohnern des Krähennesterganges sauer aufstoßen: Frau K. lebt unter menschenunwürdigen Umständen, scheint aber nicht daran interessiert oder in der Lage zu sein, an diesen Umständen etwas zu ändern. Die Situation verschlechtert sich zusehends. Die angesprochenen Personen und Ämter, darunter das Ordnungsamt, das Gesundheitsamt, der Bürgermeister und die Stadt, sind entweder nicht zuständig, fühlen sich nicht zuständig oder schieben den schwarzen Peter weiter. Mehrfache Anfragen und Beschwerden verschiedener Anwohner zeigten keine nennenswerten Veränderungen.
Die Anwohner sind verständlicherweise sehr genervt von der ganzen Situation und fragen sich: Wie lange müssen wir noch warten, bis etwas geändert wird? Muss erst ein Feuer ausbrechen, verursacht durch die Kerzen von Frau K.? Muss erst etwas passieren, so dass man in den Medien wieder lesen kann: „…und niemand hat sich gekümmert“? Die Unterzeichner versuchen, sich zu kümmern. Doch mehr, als immer wieder bei den verschiedenen Ämtern vorzusprechen, können sie nicht tun. Gespräche mit Frau K. sind sinnlos, da Frau K. nur mit Beschimpfungen und Beleidigungen antwortet. Frau K. ist offensichtlich in einer Lage, in der sie Hilfe benötigt. Diese Hilfe sollen die zuständigen Behörden endlich leisten, egal ob es sich dabei um die Stadt, das Ordnungs- oder das Gesundheitsamt handelt! Die Aus-Den-Augen-aus-dem-Sinn-Taktik und Scheuklappenmentalität funktionieren nicht!

Unterzeichner:

H.E., J.H., R.H., M.H., H.H., C.H.

Dieser Text versteht sich als offener Brief und wurde (in leicht abgewandelter Form) an Medien und andere Stellen weitergeleitet.

3 Gedanken zu „Tragen die Behörden Scheuklappen?“

  1. Krass 😮
    Liebe Stadt Aurich: Hilf doch mal einer der Frau, bevor die Feuerwehr es tun muss!

  2. Puh, das ist ja noch krasser, als Du bislang ab und an immer mal kurz geschildert hattest. Hoffentlich wird endlich bald geholfen. Man man man… *kopfschüttel*

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