Alternativen

Lehrer kann doch jeder machen!

Sowas hört man häufiger und natürlich ist die Realität nicht ganz so einfach und der Beruf des Lehrers erst recht nicht. Diese Erkenntnis ist auch bei Lehramtsstudenten nichts neues und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass fast alle angehenden Lehrer auch mit beruflichen Alternativen liebäugeln. Zumindest ist das in meinem Bekanntenkreis so.

Eine junge Dame ist jetzt schon selbständige Promoterin, um ihr Studium zu finanzieren. Andere studieren zwar Lehramt, wollen aber später eher etwas in Richtung Journalismus oder „irgendwas mit Medien“ machen, wieder andere bauen abwechselnd am Aufbau einer Partei und am Aufbau eines Web 2.0 Start-Ups. Im Endeffekt wird also versucht, sich noch Alternativen aufzubauen. Aber warum? Einige sind natürlich alles andere, als geborene Lehrer und haben das Lehramtsstudium halt mal angefangen, weil es angeblich nicht schwer ist, Lehrer zu sein. Und einigen scheint, langsam zu dämmern, dass es wohl doch etwas schwieriger ist, als landläufig angenommen. Wieder andere sind für den Beruf des Lehrers, meiner Meinung nach, gut geeignet, suchen aber trotzdem nach Alternativen, manchmal sogar sehr intensiv. Hier liegt wohl der hauptsächliche Grund in der Unzufriedenheit mit dem deutschen Schulsystem. Meine Mentorin im letzten Praktikum bemerkte dazu: „Manchmal hat man das Gefühl, man hetzt mit den Schülern nur noch von einer Klausur zur anderen.“, verständlich, dass viele darin nicht den Sinn und Zweck eines Lehrers sehen. Manche sehen sich sicherlich durch das Studium auch nur bedingt oder überhaupt nicht auf das Dasein als Lehrer vorbereitet. Zu verdenken ist es ihnen nicht, mir geht es zu oft nicht anders. Und ja, auch ich überlege mir ständig irgendwelche Alternativen, nur ist es bei mir noch nicht so ausgeprägt, dass ich diese Alternativen auch wirklich angehe, auch wenn mich mein bisheriges Studium sicherlich auch für andere Bereiche qualifizieren würde. Aber manchmal frage ich mich, ob diese Suche nach Alternativen nicht einfach aus Angst heraus entsteht. Angst vor der Zukunft, Angst vor einem System, welches es einem (scheinbar?) schwer macht, seinen Weg zu finden. Wäre das Ausland eine wirkliche Alternative?

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