Grundlagen der Wirtschaft

Studenten sind schon ein komisches Völkchen. Hab ich aber, glaube ich, schon einmal erwähnt. Heute war jedenfalls der letzte Tag der Gremienwahl und wie die letzten beiden Tage auch gab es für jeden Wähler einen Grillgutschein. Es bekam also jeder Wähler ein kostenloses Würstchen, bzw. einen Grillkäse. Irgendwann dachten sich die Kommilitonen am Grill aber: Wir fangen jetzt auch an Würstchen zu verkaufen. Hier kommt eh kaum noch jemand mit Gutscheinen, dann verkaufen wir jetzt das Würstchen für 50 Cent.

Man hätte sie auch verschenken können, aber irgendwie ist verkaufen einleuchtender. Wer halt seinen demokratischen Pflichten nachgekommen ist, der hat ein Würstchen kostenlos bekommen, wer noch ein zweites oder drittes Würstchen will oder es eben nicht einsah, ein paar Kreuzchen zu machen (gibt ja solche Menschen), der musste den Wahnsinnsbetrag von 50 Cent zahlen. Manch einer sah dies jetzt aber als Beschwerdegrund an, denn wir hatten ja die Würstchen mit dem Geld der Studierenden gekauft. Und jetzt erdreisten wir uns, auf nahezu blasphemische Art und Weise, ein paar Würstchen zu verkaufen. Und dies mit der oben genannten blasphemischen und an den Haaren herbeigezogenen Begründung. Es könne ja nicht sein, dass wir jetzt einen Gewinn erwirtschaften würden, ohne vorher etwas investiert zu haben. Ich habe mir mal eine Beispielrechnung erspart, denn wenn man von über 500 Würstchen vielleicht zwanzig (wenn es hoch kommt) verkauft, dann ist die Gewinnmarge wirklich so dermaßen hoch, dass wir jetzt hier sitzen und uns überlegen ob wir uns jeder einen Dienstwagen oder eine Yacht kaufen.

Also echt, bei manchen Leuten zeigt sich sehr deutlich der Unterschied zwischen kostenlos und umsonst: Bei den einen war die Schulbildung kostenlos, bei vielen anderen völlig umsonst.

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