Nicht jeder Braunbär ist ein Süßer…

Wie bereits gesagt: Es ist wieder Zeit für die Gremienwahlen und die braune volksdeutsche Ecke ist auch wieder mit dabei. Der Wahlaufruf ist auch dieses Jahr wieder entsprechend ausgefallen. Es gibt eine gemeinsame Erklärung der Hochschulgruppen gegen Rechts auch der Rektor hat wieder einen Wahlaufruf gestartet (nur leider vergessen den Namen der Gruppe zu erwähnen):

Gleichzeitig geht es darum, der studentischen Liste für die Wahl zum
Studentenrat, die von einem Mitglied des Bundesvorstandes der
NPD-Jugendorganisation angeführt wird, eine klare Absage zu erteilen.
Die Studierendenschaft der OvGU hat schon vor einem Jahr deutlich
bekundet, dass sie für eine tolerante, weltoffene und solidarische
Universität eintritt und Angehörige rechtsradikaler Organisationen
keinen Platz in den gewählten Gremien der Universität haben.

Ein bisschen mehr wünsche ich mir ja manchmal schon, aber kommt ja vielleicht noch. Auch der Fachschaftsrat der FGSE hat es sich nicht nehmen lassen den Wahlaufruf der Situation anzupassen. Ich find es gelungen:

Ich hör zwar schon wieder die Unkenrufe, man dürfe die ja nicht ausgrenzen, aber mal ehrlich: Bei der Ideologie und den Ansichten sollte man tunlichst vermeiden sie in „unsere Mitte“ zu lassen. Auch „Studentische Interessen statt Politik“ hat ein Programm rausgebracht (für welches sie auch auf JN-Seiten wirbt), bei denen sich einem die Nackenhaare hochstellen. Gut getarnt zwischen nicht-ideologischen Programmpunkten finden sich Punkte…. *Kopfschüttel*
Kostprobe gefällig?

Das Lesbi-Schwules-Referat ist als eigenständige Untergliederung abzuschaffen und stattdessen dem ‚Referat gegen Diskriminierung‘ anzugliedern. Es kann nicht sein, daß sexuelle Außergewöhnlichkeiten zu einer gesonderten Separatisierung in den Gremien führen. Letztlich gibt es auch keine Referat für Exkrementophilie oder transvestitischen Fetischismus.

…sexuelle Außergewöhnlichkeiten…und dann auch noch auf einer Stufe mit „Exkrementophilie“. Wenn das mal nicht abwertend gemeint ist…

Weiterhin ist auch das Hochschulpolitische Referat abzuschaffen, das durch die „Grünen“ initialisiert wurde. Eine sogenannte „politische Bildung“ unterliegt stets den Vorzeichen des subjektiven. Dem universitären Anspruch nach Erfassung objektiven und allumfassenden Aussagen wird dadurch nicht gerecht. Eine derartige politisch eingefärbte Meinungsmanipulation ist an Universitäten zu verhindern. Wir sind für einen freien Meinungsbildungsprozeß, der ohne eine organisierte Indoktrination auskommt.

Ja, ne, ist klar. Wie sehr mussten die sich eigentlich beherrschen um nicht das Wort „Siegermächte“ zu benutzen, in Verbindung mit Geschichtsschreibung? Und wer, trotz eines Politikstudenten auf der Liste, noch von objektiven und allumfassenden Aussagen redet, der hat eh nicht aufgepasst.

Das ‚Referat für Internationale Beziehungen‘ muß einem inhaltlichen Vorzeichenwechsel unterzogen werden. Die Integration ausländischer Studenten ist abzulehnen. Stattdessen muß das Hauptziel auf der Forschungserweiterung durch die Pflege internationaler Kontakte zu Partneruniversitäten im Vordergrund stehen. Auch hierbei muß dem Referat eine erhöhte Finanzkapazität garantiert werden, um an entsprechenden Studienorten, deutschen Studenten der OvG-Universität im Ausland eine effektive Studiumsatmosphäre zu bieten.

Ich wiederhole: Die Integration ausländischer Studenten ist abzulehnen. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Bei solchen Sätzen kann einem nur schlecht werden, oder? Da gibt es auch nichts dran zu rütteln, Klartext von dem Absatz ist doch die Stärkung „der Deutschen“ im Ausland und die Schwächung der Position ausländischer Studenten. Da weiß man doch, was die drei Braunbärchen mit Sätzen wie

Um studentische Interessen auch ernsthaft erfassbar zu machen, benötigt der StuRa eine unpolitische und verschwiegene Vertrauensperson, die als Ansprechpartner für alle Studenten zu fungieren hat.

meinen, oder? Alle Studenten betrifft nicht Studenten aus anderen Ländern, weil die dürfen ja in keiner Weise integriert werden. So erschließt sich, bei genauer Lektüre, was hinter diesem Aktionsprogramm steckt. Wie viele StudentInnen dies erkennen werden: Mal abwarten…

PS: Man kann zu dem Programm noch mehr sagen, nur hab ich gerade keine Lust dazu…

5 Gedanken zu „Nicht jeder Braunbär ist ein Süßer…“

  1. … und ganz auf dem neuesten Stand sind die Braunbären auch nicht. Das Referat für Internationale Beziehungen heißt seit einem Jahr schon wieder Internationales Referat. Naja aber da ich ja sowieso eine Abartigkeit bin , verstehe ich das wohl nicht… *kotz*

    Sehr guter Blogeintrag Flint, wirklich *verneig*

  2. Ich wette, den Punkt haben sie aus dem Programm vom letzten Jahr einfach kopiert…

  3. Cooles Plakat. Irgendwie erinnert mich das an die LuckyStrike Werbung, so von wegen Farbgebung, Schriftart, Bildeinteilung …

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