Meins!

Mir ist vor kurzem mal was aufgefallen: Bis zu einem gewissen Alter sind Kinder fast nicht davon abzubringen ihre Kreationen an den Mann zu bringen. In der Schule wurde was gebastelt, ein Bild gemalt, ein Brief oder ein Elfchen geschrieben – es ist eigentlich völlig egal was dabei herausgekommen ist. Die Kinder wollen es vorlesen, rumzeigen, anfassen lassen. Irgendwann ändert sich dies. Was man fabriziert wird peinlich, selbst wenn einem die Herstellung Spaß gemacht hat. Die Lehrer haben dann plötzlich Probleme jemanden zu finden, der seine Ergebnisse vorliest oder vorstellt, das Regal der Eltern, auf dem bisher alles gesammelt wurde, staubt langsam ein und wird irgendwann abgeräumt, weil sich darauf ja nur noch „Kinderkram“ findet.

Hier im Studium ist das eigentlich ähnlich. Kaum jemand interessiert sich für die Arbeiten der anderen, im gegenteil. Oft genug werden die eigenen Arbeiten auch noch gehütet wie ein Augapfel. Bloß niemanden reingucken lassen, bloß niemanden an den eigenen Gedanken und Argumentationen teilhaben lassen. Angst davor, dass jemand die eigenen Ideen „klaut“? Ich glaube, das ist nicht der einzige Grund, nicht einmal der Hauptgrund. Irgendwie ist es einem peinlich, wenn andere Leute sehen, was man so geschrieben hat. Man studiert ja noch und ist ja nur ein „doofer“ Student. Man übt ja noch und erlangt die Befähigung sich auszudrücken erst, wenn man sein Diplom, sein Staatsexamen oder seinen Bachelor/Master in der Hand hält.

Besonders lustig finde ich das immer, wenn unter den StudentInnen dann Personen sind, die später „was im Bereich Jounalistik“ machen wollen. Gut, für manche Zeitungen mag es reichen da so unbedarft ranzugehen und sich nicht im Schreiben und im Formulieren zu üben.

Manchmal müsste man einfach wieder Kind sein, oder? Da hat man sich noch nicht so viele Gedanken gemacht, höchstens darüber, dass die Vertreter des anderen Geschlechts ja eh alle doof sind.

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