„…und dem Wahnsinn zugewandt!“ (1. Akt)

Wie angekündigt darf ich virtuell einer Diskussion über das bereits angesprochene Wahlplakat der GHG beiwohnen. Gut, ich bin auch noch nicht so ganz hinter den Sinn und Zweck des Plakats gestoßen, aber finde es alles in allem durchaus originell und lustig. Es ist natürlich ein Stück weit „Spiel mit dem Feuer“, aber die Flammen sind eigentlich zu klein, um mehr als eine Rötung (man beachte diesen „Witz“) hervorzurufen. Sollte man zumindest meinen. Was einige Studenten daraus machen grenzt aber eher an einen Weltenbrand. Der Inhalt wird von mir verkürzt wiedergegeben und auch nicht alle tatsächlichen Diskussionsteilnehmer werden hier Beachtung finden. Nur die, die in ihren „Argumenten“ über das Ziel hinausgeschossen sind.

Achtung, es geht los…

Willkommen zum neuen Bühnenstück „…und dem Wahnsinn zugewandt!“

(Originalzitate sind kursiv gekennzeichnet; alles andere ist sinngemäß wiedergegeben, wobei Anpassungen an die Darbietungsform vorgenommen wurden)

Dramatis Personae

Der Pinguin – Der Stein des Anstoßes, sonst nichts weiter zu tun
Gremgor – Der Troll
Bruch – Der Hofnarr (Kurzauftritt)
Natellu – Der Greise aus dem Morgenland
Dackel – Ein schlecht erzogener Hund
Windkind – Hetzer ohne Talent
McLeon – Ein Hochländer, zum Glück gibt es nur einen
Gehage – Der Gastgeber

1. Akt

Es treten auf: Der Pinguin, Gehage und Gremgor.

Der Pinguin: „Duuu, Gehage, wat soll eigentlich das Schild da draussen anne Türe? Ich versteh das nich so wirklich. Also ich meine das mit Flagge und Zukunft und so. Das Zitat, des is doch böööse, oder?“

Gehage: „Ich könnt dir das jetzt erklären, aber das niedere Fußvolk versteht mich eh nie, da könnte ich auch mit der Wand reden. Ist aber alles halb so wild, glaub mir! Aber um dir die Angst vor dem Zitat zu nehmen: Das Zitat ist, wie schon richtig bemerkt, dem Lied entsprungen, das einmal die Hymne der DDR war. Im Jahre 1972 wurde verfügt, daß der Text nicht mehr gesungen werden darf. Dies war die offenkundigste Selbstaufgabe eines diktatorischen Unrechts-Systems, das seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden und nur noch mit Verboten die Staatsraison wahren konnte. In diesem Scheitern durch Missbrauch liegt die Kraft des Zitats! Nur eine demokratische Einstellung kann ihm gerecht werden.“

Der Pinguin geht ab.

Gremgor tritt auf.

Gremgor: *grummel* „Du bist doch echt krank, Gehage! Ich bin zwar nur ein Troll und Ignorant, aber ich, ICH stehe für Demokratie ein! Deswegen fühl ich mich jetzt in meiner Trollseele beleidigt!“

Gehage: „Ach Gremgor, lern doch erstmal lesen. Du musst auch auf den Zettel unter dem Plakat gucken! Da wo W-a-h-l-p-r-o-g-r-a-m-m steht. Denk doch mal nach, bevor du wieder rumpolterst.

Gremgor: „Ich bin rational ohne Betrachtung der Dinge, die ich bewerte. Sonst hätte ich nichts geschrieben, sondern euch schlicht in eurem Wahnsinn belassen. der Unterschied zwischen Sinn und Erscheinung, ist euch scheinbar weniger gewiss als mir. Wenige lesen euer programm. viele sehen nur euere Werbung und die ist demokratiefeindlich.

Gehage: „Oh, ja, verdammt! Jetzt hast du mich aber erwischt! Und Hut ab für die langen Sätze!“

Gremgor: „Du verdrängst nur! Ich bin kein Psychologe, aber ich könnte dir jetzt genau erklären was du wie verdrängst! Aber du würdest mir ja eh nicht zuhören…“

Gehage: „Ach, mach ruhig. Ich lach dich doch so gerne aus!“ (geht ab)

Gremgor (zur leeren Luft): „Die haben damals meine Glaubensgemeinschaft verfolgt, deswegen ist das jetzt voll scheisse, dass ihr das Zitat benutzt! Egal was du sagst, ich hör dir eh nicht zu! Ich hab Recht, hörst du?“

Demnächst weiter im 2. Akt…

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