Feuchtgebiete (Hörbuch)

Erster Eindruck (nach 6-10min): Die Stimme der Roche mag ja für Viva reichen, bzw. gereicht haben, aber für Hörbücher reicht es nicht. Anstrengend. Ansonsten ab und an (unfreiwillig?) komisch und irgendwie mutet es an wie eine Mischung aus Jackass und einer BBC-Reportage über den menschlichen Körper und seine Krankheiten. Bisher keine Tabubrüche entdeckt, die der Erwähnung wert wären. Die Vorstellungen des lyrischen Ich, wie selbiges die geschiedenen Eltern wieder zusammenbekommt, ist aber ganz nett. Nur sollte ihr irgendjemand noch eine Nachhilfestunde im Vorlesen und in Satzrythmus geben.

Nur weiterlesen, wenn ihr nichts gegen vulgäre Ausdrücke und Neologismen habt!

Bisherige Highlights:

– Muschilamellen

– anal inkontinent

-Wundblasenwasserpfütze

Kann der Stimme nur sehr schwierig folgen und auch die Neologismen, die die Dame schafft, werden mit der Zeit etwas anstrengend. Aber die Vorstellung, wie das lyrische Ich über die Klobrille rutscht um möglichst alles „in sich hinein“ zu bekommen, ist doch schon irgendwie amüsant. Nach Tabubrüchen suche ich aber immer noch vergebens. Gut, die Sprache ist vulgär und die Fetische des lyrischen Ichs sind nun auch nicht von schlechten Eltern, aber das war es auch schon. Ich warte ja noch auf den Golden Shower (schönen Gruß an Zappa!).

Die Frau hat irgendwie einen besonderen Bezug zu Lebensmitteln, wobei das natürlich auch einfach ein Mittel sein könnte um Ekel zu erregen. Jackass fand ich da allerdings bisher schlimmer. *Gähn* Vielleicht bin ich auch einfach nur abgestumpft. Auch die Idee, dass man sich nicht zu oft waschen oder zu stark parfümieren soll ist nun nicht gerade neu. wenn mich nicht alles täuscht stand das auch schon in „Joy of Sex“. Und rasiert haben die sich da auch nicht. Aber gut, das Ganze wurde ja auch nicht von einer Deutschen in unserer verklemmten Zeit geschrieben.

Muschisaftfleck…dieser Eintrag wird wieder grandiose Suchergebnisse fabrizieren…

„Ich versuche über andere Dinge nachzudenken“ – Ja, danke, ich auch *gäääähn*

Gut, ich werde immer schläfrig bei Hörbüchern, aber der Inhalt von diesem macht es nicht gerade besser. Mittlerweile stellt sich mir aber die Frage, was an „Porno-Rap“ so schlimm sein soll, wenn der Kram hier in den Himmel gelobt wird.

Vielleicht hab ich auch nur die falschen Bücher gelesen. „Haut und Haar“ fand ich da schon an manchen Stellen um einiges befremdlicher, wahrscheinlich weil der Stil nicht ganz so vulgär ist.

Man (oder frau) darf ja gerne vulgär sein, aber wenn vulgär sein zum Selbstzweck verkommt, dann wird es einfach nur langweilig. Was will man damit beweisen? Suche immer noch nach den hochtrabenden Tabubrüchen, muss wahrscheinlich unter den platten Ausdrücken und Sätzen suchen. Aber dafür weiß ich jetzt wie man Avocados züchtet. Das hat mir bisher gefehlt. Echt!

Ich bin wirklich der Meinung, dass den meisten Deutschen einfach die Fähigkeiten fehlten um Frank Zappas „Bobby Brown“ zu verstehen

Oh God I am the American dream
With a spindle up my butt till it makes me scream
An‘ I’ll do anything to get ahead
I lay awake nights sayin‘, „Thank you, Fred!“
Oh God, oh God, I’m so fantastic!
Thanks to Freddie, I’m a sexual spastic

und auch die bösen, bösen Rapper von heute sind auch nicht immer einwandfrei zu verstehen. Da versteh ich schon, dass dieses Buch ja sooo tabulos und wahrscheinlich auch en vogue ist, dass nur ich (und die 156 Schlechtbewerter bei Amazon) den Witz dahinter nicht verstehen. Aber so nach der ersten CD muss ich sagen: Wenigstens hat sie keine (Auto)Biografie verfasst, sondern ist nur dem Diktat gefolgt, dass es heute zum „guten Ton“ gehört als Prominenter ein Buch zu verfassen. (Ich danke Jan für diesen Hinweis)

Demnächst mehr zu CD 2…

3 Gedanken zu „Feuchtgebiete (Hörbuch)“

  1. „Ich bin für mehr Sex – mehr Schweinereien, keine Tabus. Ich glaube, dass es vom echten Sex, dem Sex, der riecht und schmeckt und schmutzige Geräusche macht, nie genug geben kann.“ Charlotte Roche

    Ich finde das ist eine gesunde Einstellung und deshalb empfehle ich dieses Buch selbst zu lesen 🙂

  2. Soll auch jeder gerne lesen, wenn ich es in gedruckter Form geliehen bekomme werde ich es auch nochmal lesen. Vielleicht unterscheidet sich ja der Eindruck, wenn man es liest…

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