Metablogging oder die Frage nach dem Grund

Manchmal hat man ein Erlebnis und schreibt das auf. Das ist kein Problem, denn das Erlebnis ist dann das eigene. Es gehört dem Aufschreiber selbst, er allein entscheidet, wie er es gestaltet und erzählt. Dann aber gibt es Momente, in denen dem geneigten Blogger etwas erzählt wird, von Freunden, Bekannten usw. Dieses Etwas ist dann womöglich auch noch Freunden, Bekannten usw. der besagten Freunde, Bekannten usw. passiert und nicht ihnen selbst. Was tut man nun mit solchen Erlebnissen?

Dies schreibt der gesunde Zyniker in seinem neuesten Blogpost. Irgendwie fühle ich mich ja angesprochen, denn viele der Geschichten hier betreffen ja direkt „Die Anderen“. Darunter fallen zwar auch manchmal meine Gedanken zu anderen Personen, aber meistens sind es ja Geschichten, die anderen passiert sind und die ich auf die eine oder andere Art nacherzähle. Natürlich werden diese Geschichten von mir immer irgendwie verfremdet, so dass direkte Rückschlüsse nur wenigen möglich sind. Außerdem geht mit der Verschriftlichung auch immer eine Interpretation einher. Der Zyniker führt jetzt verschiedene Gründe an, warum man eben _nicht_ über die Erlebnisse anderer bloggen sollte. Bei mir läuft das allerdings anders. Im Normalfall frage ich bei den meisten Schilderungen, die ich bloggen will, vorher nach. Fühlt sich doch jemand mal auf den Schlips getreten (ja, ist schon vorgekommen), dann ändere ich die Geschichten eben um oder nehme sie ganz raus. Nun wird aber mancher Erwiedern, dass manch einer bei mir nicht gut wegkommt. Das sind dann aber meistens Leute, die ich nicht sonderlich mag, die ich kaum kenne oder die es schlicht und ergreifend abkönnen, wenn ich nicht ganz so „nett“ über sie schreibe. Schließlich sind die meisten meiner Texte, die wahre Begebenheiten schildern mit dem einen oder anderen Augenzwinkern geschrieben.

Darf man sowas? Klar, warum nicht? Nur gewisse Anstandsformen sollten gewahrt bleiben, wie immer. Und wenn ein Text doch einmal eine etwas klarere Position einnimmt, wie zum Beispiel die Texte über den lieben Palmwedler, dann hat auch das einen bestimmten Grund. Auf der einen Seite sind die Texte natürlich witzig, aber auf der anderen Seite leisten sie auch ihren Beitrag zur Verarbeitung der Sache. So war mir beim Schreiben der Palmwedler-Texte seine Ex näher, als er selbst und ihr half es ein bisschen dabei die wedelnden Palmen zu verarbeiten.

Muss man sowas machen? Nein, sicherlich nicht. Es macht aber Spaß! Dieser Blog hat kein vorgegebenes Thema, ist aber auch kein reines „Tagebuch“. Fast alles, was mir gefällt und auch anderen gefallen könnte und geschrieben werden darf, wird hier beschrieben und interpretiert.

Und am Montag geht die Uni wieder los, dann gibt es sicher auch viele neue Dinge zu berichten…

2 Gedanken zu „Metablogging oder die Frage nach dem Grund“

  1. In gewisser Weise warst du da schon inspirierend bei den Überlegungen, die zu dem Eintrag führten. War aber durchaus nicht kritisch gemeint.

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