Universitäre Internetpräsenzen

Die Internetauftritte von manchen Unis sind ja immer eine Reise wert. Aber wie auch bei richtigen Reisen wird es erst dann richtig interessant, wenn man die Möglichkeit hat, sich abseits der normalen Routen zu bewegen. Heute durfte ich mich auch mal wieder auf einem dieser „Schleichwege“ rumtreiben. Es war wieder an der Zeit sich einzuschreiben. Manche mögen es kennen: Seminare haben manchmal eine Teilnehmerbegrenzung, also denkt sich die Uni/Fakultät/wer-auch-immer irgendwelche Methoden aus um die diese Teilnehmerbegrenzung durchzusetzen.

Bei mir an der Fakultät gibt es nur wenige Institute, die irgendwelche Einschreibungen haben. Aber das IGER (Institut für Germanistik) gehört dazu. Am IGER gibt es verschiedenste Möglichkeiten in einen Kurs zu kommen. Manche Dozenten lassen nur die Studenten rein, die sie mögen. Andere hätten gerne irgendwann mal eine eMail und bei manchen muss man sich online auf einer Internetseite einschreiben. Dies betrifft hauptsächlich die Bereiche „Neuere deutsche Literatur“ und „Ältere deutsche Literatur“, gefolgt von der Sprach- und Literaturdidaktik. Dies sind Erfahrungswerte, denn wer nicht durch Zufall rechtzeitig auf die richtige Internetseite guckt, der bekommt die Einschreibungsmodalitäten gar nicht mit. Aushänge o.ä. wären ja zu einfach.

Aber zurück zur Online-Einschreibung auf der Internetseite. Erstmal musste man sich dort mit seinem Uni-Account einloggen. Soweit so gut. Die nachfolgenden Seiten brachten dann allerdings interessante Erkenntnisse. Erstmal scheint das Institut für Germanistik seine Internetseiten nicht von jemandem aus dem Institut betreuen zu lassen. Die Seiten werden scheinbar so oder so nicht wirklich betreut und wurden außerdem in aller Eile geschrieben.

Screenshot 1

Die Kleinschreibung von „willkommen“ ist soweit richtig, davor kam nämlich noch was. Die Großschreibung von „Elektronischen“ kann man auch noch hinnehmen, denn es könnte sich ja um einen feststehenden Begriff handeln. Allerdings dachte ich immer ein Institut bestehe aus verschiedenen Lehrstühlen und nicht das Institut sei der Lehrstuhl. Außerdem fehlt da so oder so noch ein s als Zeichen des Genitivs.

Der zweite Absatz stand da schon letztes Semester. So viel zum Thema „Pflege der Internetpräsenz“.

Screenshot 2

Das mag sich jeder selbst zu Gemüte führen. Ich sag da nichts zu.

Screenshot 3

Das lustige daran ist, dass in der nächsten zeile tatsächlich eine eMail-Adresse steht. Allerdings eine, die es so nicht mehr gibt. Die Adresse gehört zum alten „System“. Aber vielleicht sollte ich die Adresse einfach mal ausprobieren. Auf den großen „Button“ Kontakt klicken bringt jedenfalls nichts. Da kommt ein 404.

Screenshot 4

Ich denke mal, das wurde echt mal „nebenbei“ getippt. Als der SysAdmin mal nichts besseres zu tun hatte. Und natürlich guckt auch niemand aus dem Institut für Germanistik danach mal über die ganze Seite drüber- Wäre ja zu einfach.

Screenshot 5

Da hatte jemand noch viel vor, oder? Aber wenigstens weiß ich jetzt welches System da benutzt wird. Ich habe nämlich auch noch mal auf den „Button“ Institut geklickt:

Screenshot 6

Typo3 war mir persönlich immer zu groß, deswegen hab ich es nie benutzt.

Und nun bleibt nur noch die Frage: Stecke ich dem IGER mal, was die uns da zumuten? Und wenn ja, welchem Lehrstuhl? Lieber den Literaturwissenschaftlern oder lieber den Sprachwissenschaftlern? Oder doch gleich zu den Hiwis gehen? Die haben wenigstens halbwegs Ahnung…

Ein Gedanke zu „Universitäre Internetpräsenzen“

  1. Schon irgendwie tragikomisch wenn ich sowas sehe, warum kann man da nicht ein paar Informatiker als Praktikum dransetzten und mal Ordnung schaffen?
    Wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben…

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