Impressionen einer Stadt

Blick auf den Friedhof, erhöhte Position. Alles grau in grau, es regnet. Trister Gottesacker und mittendrin ein Mensch. Regenschirm in allen Regenbogenfarben. Farbfleck in trister Umgebung. Was er wohl denken mag? Ist ihm bewusst, wie wenig er mit seinem farbenfrohen Schirm ins Bild passt? Tod gegen Leben. Ein Zeichen der Hoffnung? Ich weiß es nicht. Der Schirm verschwindet aus der Sicht…alles wieder grau in grau. Regen schlägt gegen das Fenster…

Und vor ein paar Tagen. Unterwegs in der Stadt mit der Kamera. Einfach mal auf gut Glück losgehen, nach Impressionen suchen. Die Herausforderung die Eindrücke einzufangen. Nicht immer geglückt, aber man übt ja noch. Kaffee dabei, gleich mit eingebaut.

Kann gar nicht sagen, seit wann dieses Graffiti die Häuserwand da ziert. Aber selbst der Kaffeebecher ist hübscher anzuschauen.

Weitergegangen. Trotz umrühren hat sich Zucker unten im Kaffee gesammelt. Letzte Schlucke werden zur süßen Qual. Sollte verboten werden sowas. Verbote? Illegales? Die nächste Laterne weiß Auskunft. Keine Ahnung was das soll oder wo das herkommt. Ich tippe ja auf die Ecke „Antifa“, aber mir soll es egal sein. Trotz der blauen Farbe ist es eine „hübsche“ s/w Sicht. Oder b/w, je nachdem.

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Was es wohl auf dem Marktplatz zu sehen gibt? Untergehende Sonne, selbst der Turm sieht halbwegs ansehnlich aus. Kaum was los, ist den Menschen wohl zu kalt. Aber auch hier Gegensätze wohin das Auge blickt. Auf der einen Seite der Blick auf die „Postkarte“

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um 180° gedreht, dann wieder die freie Meinungsäußerung der Jugend.

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Ja, was soll man da noch sagen? Gehört wahrscheinlich zur b/w-Fraktion, die sich schon an der Straßenlaterne geäußert hatte. Nur dieses Mal schwarz auf grau. Nicht gerade eine topmodische Mischung. Wahrscheinlich sitzt der Sprayer gerade brav zu Hause bei Mutti und trinkt Kaffee oder Bionade. Ist ja schließlich Sonntag und ich kenn doch die Pappenheimer hier. Bleibt halt alles anders…

Gehe weiter, unter mir die gewohnte Pflasterung, unterbrochen von formschönen und reichlich verzierten Gullideckeln.

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Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen das Niedersachsenpferd auf Gullideckel zu packen? Da laufen ständig Leute drüber, das Pferd wird mit Füßen getreten und liegt am Boden. Kaugummis in seinem Fell. Wenigstens ist es eine Fußgängerzone, so wird das arme Tier wenigstens nicht noch überfahren.

Die nächste Laterne wurde wieder als Litfaßsäule missbraucht. Es war gerade Wahlkampf, die letzten Aufkleber zum Thema halten sich noch. Auch an den nächsten Laternen ein ähnliches Bild. Wenn es denn hilft…

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So viel Politik an einem Tag, ich geh wieder nach Hause. Sowas passiert, wenn man einfach nach Impressionen sucht. Vielleicht finde ich die Tage noch einmal Gelegenheit. Und bis dahin alle Energie auf die Deflektorschilde…

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