Der kleine Unterschied und: Die Welt ist klein

Nach gut einer Woche Praktikum fallen einem doch so mit der Zeit die Unterschiede zwischen Lehrerinnen und Lehrern auf. Ich habe ja eine Betreuungslehrerin (Frau A.) und einen Betreuungslehrer (Herr B.), bzw. eine Mentorin und einen Mentor. Frau A. kenne ich schon aus einem früheren Praktikum, Herrn B. habe ich erst in diesem Praktikum kennengelernt. Beide waren noch nicht an der Schule, als ich dort noch Schüler war.

Nun gibt es bei der Auswahl der Klassen, in denen ich unterrichten will, ja bestimmte Faktoren, die beachtet werden müssen. Erstmal muss ich die Stundenpläne von Frau A. und Herrn B. unter einen Hut bekommen (wenn ich Pech habe und die beiden nicht so viele Stunden abgeben wollen, wie ich brauche, dann kommen demnächst noch mehr logistische Meisterleistungen auf mich zu), die Klasse muss gerade in einer Phase sein, in der ein Lehrerwechsel nicht allzu sehr stört, auch wenn er nur temporär ist, und zu guter Letzt sollte es eine Klasse sein, die sich auch halbwegs unterrichten lässt. Zumindest legen einem die Lehrer immer diese Klassen ans Herz, obwohl ich ja der Meinung bin, dass man auch schwierige Klassen unterrichten sollte. Vielleicht gerade im Praktikum. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Es ging mir eher um die Art und Weise, wie Frau A. und Herr B. für die Klassen werben. Bei Frau A. gibt es die Kategorien lieb, nett, anstrengend und die 9X (zugegeben, die sprengt auch alle Kategorien).

Herr B. hingegen benutzt eher die Kategorien leistungsstark, leistungsschwach und durchwachsen. Die Wörtchen lieb oder nett habe ich bisher nicht aus seinem Mund gehört. Aber wahrscheinlich ist das so eine männlich-weiblich Sache. Mal gucken was für Kategorisierungen ich mir später einfallen lass.

Außerdem ist mir diese Woche noch aufgefallen, dass die Welt doch nur ein Dorf ist. Eine alte Bekannte von mir gibt einem Mädel aus der Klasse von Frau A. Nachhilfe. Laut der Aussage der Schülerin wirke ich „verpeilt“. Allerdings wirken bei ihr irgendwie alle, die nicht so sind wie sie, verpeilt. Scheint auch so ein neumodischer Auswuchs der deutschen Sprache zu sein. Ich will gar nicht wissen, wie sie „verpeilt“ außerhalb der Schule schreibt…

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