Social Communities

In letzter Zeit stolper ich immer wieder über Begriffe, die etwas mit „social“ zu tun haben. Social Communities, Social Bookmarking sind so die liebsten Vertreter. So langsam habe ich auch verstanden, was mit Social Communities gemeint ist. Da fallen solche Anbieter wie StudiVZ, Facebook oder Kaioo rein. Irgendwie kommt das Ganze aus dem Bereich der sozialen Netzwerke, eine erstmals von Stanley Milgram 1967 begründete Theorie. Kurz gefasst (man möge es mir verzeihen): Die Welt ist ein Dorf und irgendwie kennt eh jeder jeden. Nachdem ein paar Jahre lang unsere Gesellschaft als egozentrisch und selbstsüchtig verschrien wurde (kam zumindest mir so vor), scheint es jetzt einen Tendenz zu geben wieder „sozial“ zu werden. Was nicht bedeutet, dass wir netter zu unseren Mitmenschen sind, nein es soll einfach heißen: Wir wollen uns wieder vernetzen.

Nun gibt es alle möglichen Gruppen, die sich vernetzen wollen. In Deutschland richtig bekannt wurde das Ganze durch das StudiVZ, denn Facebook kannte hier irgendwie kaum jemand. Schnell gab es dann auch alle möglichen Artikel und Blogs über das Für und Wider des StudiVZ. Soll mir ja recht egal sein, ich fand es auch irgendwie praktisch. Zwar beschränkt sich die „Vernetzung“ meistens darauf, dass man sich gegenseitig auf die Freundesliste setzt, aber immerhin. Da stehen nun auch wirklich viele Freunde drauf. Alles natürlich sehr enge Freunde und so. Ich glaube man will es sich einfach selbst bestätigen, dass man doch irgendwie viele Leute irgendwie kennt. Zumindest hat man mit den meisten mal kurz geredet. Ja, ist bei mir auch so, ich geb es ja zu.

Aber woher dieser plötzliche Wandel, dieses Verlangen danach sich in möglichst vielen „Social Communities“ anzumelden und möglichst viele mehr oder weniger (meist weniger) verschiedene „Freundeslisten“ aufzubauen? Es ist ja schon fast wie eine Manie. Auch ich finde mich ständig in neuen Communities wieder, meistens weil ich „nur eben gucken wollte“ in wie weit der neue Anbieter nun anders ist. Nur irgendwie vergesse ich ständig, mich da dann auch wieder abzumelden. Man könnte es ja schließlich nochmal gebrauchen und wer weiß schon was als nächstes passiert?

Entwickeln wir uns langsam zu Social-Messies? Wir sammeln und sammeln die Einträge in diesen Netzwerken wie andere Briefmarken. Nebenher gibt jeder auch noch ein gutes Stück seines Privatlebens frei, bzw. ist unauffindbar da er nicht zu viel freigeben will, was den eigentlichen Sinn und Zweck dieser Communities ad absurdum führt.

Früher hatten viele auch mehrere dieser Poesie- und Freundschaftsalben. Vielleicht hängt diese Sammel- und Freundeslistenwut auch damit zusammen? Dann wäre ich allerdings ein Spätzünder, solche Alben hab ich nämlich nie freiwillig besessen. Mir wurde nur eines zu meinem Abgang aus der Heimat geschenkt. Stickeralben hatte ich dafür irgendwann mal. Vielleicht gibt es ja demnächst entsprechende Tauschbörsen oder eBay-Auktionen?

„Biete gut gefüllte Freundesliste (150 Personen, überwiegend alleinstehende Frauen/Männer) im StudiVZ gegen Account mit mind. 30 Kontakten bei Xing!“

Irgendwie erheiternd der Gedanke …

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