Wenn Leute Urlaub nehmen

Die Universität beschäftigt ja echt einen Haufen Leute. Normalerweise sollte es da nicht weiter auffallen, wenn mal jemand nicht da ist. Na klar, bei den Dozenten fällt das auf, aber die Mitarbeiter, die für Verwaltung usw. zuständig sind, die sorgen im Normalfall für Ersatz, so dass der komplette Ablauf nicht an einer Person hängt.

Anders das Prüfungsamt hier im Haus. Da machen sich die netten Damen selbst unabkömmlich. Dies ist normalerweise nicht so das Problem. Man kann mit so einigen Schrullen leben. Der Spaß geht erst richtig los, wenn die für einen selbst zuständige Dame nicht da ist. So geschehen letzte Woche.

Da rennt man zum Prüfungsamt, weil man dringend Unterlagen braucht. Es ist Sprechzeit und eigentlich spricht nichts dagegen, dass man die Unterlagen schnell ausgehändigt bekommt. Keiner sitzt vor dem Büro, man klopft und drückt die Klinke. Abgeschlossen! Verwunderter Blick auf die Uhr, feststellen, dass tatsächlich eigentlich Sprechstunde sein sollte, dann absuchen der, mit Zetteln und Ankündigungen zugekleisterten, Tür. Es fällt einem der handgeschriebene Zettel auf: „Sprechstunde entfällt, bei dringenden Fällen bitte an Frau Sowieso wenden.“ Okay, da lässt man sich nicht zweimal bitten, man braucht die Dokumente nämlich dringend. Eine Tür weiter, klopfen und beim „Ja?“ rein. Situation geschildert und die Kinnlade bei Erhalt der Antwort runtersegeln lassen. „Nein, da kann ich Ihnen nicht helfen. Die Dokumente sind im anderen Büro und dafür hab ich keinen Schlüssel. Außerdem darf ich die nicht rausgeben.“ Nochmal rausgegangen, Zettel an der Tür begutachtet und wieder rein. Es stehe doch draußen an der Tür! Ja, da könne sie mir trotzdem nicht helfen. Vielleicht kommen die Hiwis noch rein, aber die dürfen normalerweise auch nichts rausgeben.

Okay…schnauz ich jetzt die arme junge Frau an? Wohl nicht, denn sie kann ja nichts dafür. Ändert nichts daran, dass ich jetzt meine Termine umwerfen muss, was äußerst ärgerlich ist.

Egal ob man sich spontan Urlaub nimmt (was außerhalb der freien Wirtschaft ja durchaus noch möglich ist) oder krank wird: Es muss doch eine Vertretung geben, damit nicht der ganze Laden brach liegt. So etwas ist nur fair und bei einem „Betrieb“ mit über 3700 Angehörigen auch absolut notwendig. Oder täusche ich mich da?

0 Gedanken zu „Wenn Leute Urlaub nehmen“

  1. Du schreibst es schon, es ist eben kein „Betrieb“, es ist eine Behörde. In einem privaten Unternehmen würdest du als Kunde dich jetzt zum Chef verbinden lassen, bisschen TamTam machen und dann wäre jedesmal für adäquaten Ersatz gesorgt, weil sich die Damen das so nicht mehr leisten könnte. Oder du würdest deinen Anbieter wechseln.
    So bleiben wir bei einer Behörde, die auch einen gewissen Selbstzweck erfüllt und es ändert sich nichts.

  2. Ja, da wir es aber mit einer Behörde zu tun haben bringt auch der tamTam beim Chef nicht sonderlich viel, wie ich schon feststellen musste.

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