Klosprüche und amoklaufendes Hack

Über die Sprüche, die man allerortens auf Toiletten findet, wurde ja schon immer viel gesagt und geschrieben. Nach vielen Semestern an der Uni hab ich es mittlerweile eigentlich aufgegeben mal etwas originelles auf den Toiletten der Universität zu erspähen. Aber es gibt Tage, da findet man doch noch Inschriften, die irgendwie lustig sind. So auch heute auf der Herrentoilette der Bibliothek. An einem völlig bekritzelten Klopapierspender fand sich doch noch ein Spruch, den man noch entziffern konnte.

Bitte Ruhe! Andere wollen hier lesen, also leise kacken.

Ein Goethe ist das sicherlich nicht, aber wenigstens halbwegs originell. Zumindest im Gegensatz zu den üblichen dämlichen Klosprüchen, die man auch an der Uni zur Genüge findet. So brachte ich auch prompt ein paar Minuten damit zu über die Doppeldeutigkeit dieses Spruches nachzudenken. Bezog sich der Autor jetzt auf die Sprüche auf dem Klopapierspender? Oder spielte er damit auf den grundsätzlichen Lärmpegel in der Bibliothek an, die nicht umsonst gerne „Hühnerstall“ genannt wird? Die Toilette ist wahrscheinlich wirklich der ruhigste Raum im ganzen Gebäude. Man weiß es nicht…

Irgendwann wurde ich dann von den Entladungen aus der Nachbarkabine aus meinen Überlegungen gerissen, überlegte kurz ob ich den Spruch laut zitieren solle, beließ es dann aber dabei, selbst in meinem eigentlichen Vorhaben fortzufahren.

Später, als ich wieder zu Hause war, ging ich so meine abbonierten RSS-Feeds durch und stolperte dabei über einen Artikel bei SPON, welcher mich abermals zum Schmunzeln brachte. An sich geht es um virales Marketing und über den Versuch der BILD einen entsprechenden Versuch zu starten. BILD hat Werbung auf ihre Homepage eingefügt, die so aussah, als wäre die Homepage gerade gehackt worden. Von Hackern. Soweit, so denglisch. Allerdings stutze ich dann doch bei der Überschrift des Spiegels, welche von einem „Hackangriff“ sprach. Sowas kommt davon, wenn sich deutsche und englische Begriffe in der Schreibweise gleichen, aber eine unterschiedliche Bedeutung transportieren. gegen einen „Hackerangriff“ hätte ich ja nichts einzuwenden gehabt, aber bei einem „Hackangriff“ stellte ich mir sofort ein paar Kilo Hackfleisch vor, welche jemanden angegriffen hatten oder mit dem jemand angegriffen wurden. Gut, die BILD hat schon mit so einigem geworben, von daher hätte mich amoklaufendes Hackfleisch auch nicht weiter gewundert.

„SEK stoppte Angriff durch verseuchtes Gammelhack. Das Hack war schon so schlecht, dass es anfing Intelligenz zu entwickeln und sich dazu entschloß die Redakteure der Bildzeitung anzugreifen.“

Man hat schon komischere Sachen in Deutschlands Zeitungen gelesen. Aber zum Glück ging es ja nur um eine so genannte „Ente“ und nicht um einen neuen Gammelfleischskandal.

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