Konstruktive Gespräche erwünscht

Eine Bekannte erzählte mir gerade folgende, doch irgendwie amüsante, Begebenheit:

Sie kam nach der Arbeit nach Hause und sah in ihrem Zimmer Licht brennen. Da sie normalerweise nicht dazu neigt die Klimakatastrophe voranzutreiben, ergo ihr Licht ausschaltet, blieben nur wenige Gründe für diese Stromverschwendung übrig. Sie kam recht schnell drauf, dass ihr Freund wohl zu Hause sei und ging dementsprechend recht zielstrebig in ihr Zimmer. Nach öffnen der Tür bot sich ihr wohl ungefähr folgender Anblick: Laufender Rechner, Freund starrte konzentriert auf den Bildschirm und war völlig abgelenkt. Und nun die Frage an die geneigten Leser: Was lenkt einen Mann so dermaßen ab, dass er nicht mitbekommt, dass ein Auto vorfährt, jemand die Treppe hochsteigt und sich dem Zimmer nähert? Kleiner Tip: Fußball war es nicht…
Auf jeden Fall sagte meine Bekannte darauf hin, eloquent wie man in so einer Situation halt ist: „…ähh…hallo…“ und er entgegnete auf diese Eröffnung hin mit egreifender…Stille. Gut, mit der Situation muss man(n) natürlich erstmal fertig werden. Von der eigenen Freundin beim Palme wedeln erwischt. Jedenfalls beantwortete sie seine schlagfertige „Antwort“ mit einem „welcome home“, schnappte ihr Telefon und verließ den Raum.
Ich kann mir bildlich sein Gesicht vorstellen. In der einen Sekunde noch vertieft in Darstellungen von Lana Deephole, Handcreme frisch aufgetragen und plötzlich steht die Freundin im Zimmer…penlich, peinlich…was er wohl gedacht haben mag? „Scheisse, hätt die nich eben zwei Minuten später nach Hause kommen können?“, oder vielleicht auch: „Mach ich nun weiter, oder lass ich es bleiben? Ich meine…wo ich eh schonmal dabei bin…“. Vielleicht auch eher in die Richtung „Typisch Frauen. Müssen immer telefonieren.“ Aber ich weiß nicht, was er so gedacht hat, ob er überhaupt gedacht hat oder was auch immer.
Sie zumindest wusste wohl sehr gut, was sie so von der ganzen Geschichte zu halten hatte, rief ihre beste Freundin an (das nächste mal möchte ich bitte als 1. davon erfahren! 😉 ), erzählte ihr vom drohenden Wahnsinn, der sie zu befallen drohe und betrat nach ein paar Minuten wieder das Zimmer, setzte sich an ihren Rechner (er saß an seinem eigenen…wenigstens etwas) und: wartete. wartete. wartete. wartete…Man mag sich die Situation vorstellen. Diese konstruktive Stille, die durch keine Äußerung von ihm durchbrochen wurde. Wahrscheinlich hat sein Gehirn gekündigt, beschämt von soviel Dämlichkeit. Man kennt das ja auch von anderen Persönlichkeiten, wie Homer Simpson oder Bill Clinton. Nach 15 Minuten großartigen Schweigens, er war wenigstens so geistesgegenwärtig und hat, bevor sie wieder reinkam, die Seite (und wahrscheinlich auch seine Hose) wieder zu gemacht, wurde es ihr dann doch zu still und sie sprach ihn darauf an. Und seine eloquente und durch langes Nachdenken geprägte Antwort habe ich, als es mir erzählkt wurde, wahrscheinlich genau so brennend erwartet, wie ihr jetzt.

Aufpassen!

Was er geantwortet hat, war…

„…öhm…was soll ich denn jetzt dazu sagen?“

Ist das nicht einfach grandios? Hut ab, das schlägt echt noch „I never had sex with this woman!“
Ihre Antwort hingegen find ich dann doch schon eher „passend“: „Tja-konstruktive Gespräche fand ich schon immer super“…sprach’s und warf ihn für diesen Abend raus.

Das alles will ich jetzt nicht weiter kommentieren, nur so viel:

liebe Bekannte: Haste gut gemacht!
lieber Palmwedler: Hoffentlich bist du kein Arcor-Kunde, sonst seh ich schwere Zeiten auf dich zukommen.

0 Gedanken zu „Konstruktive Gespräche erwünscht“

  1. jetzt wiederholt sich sagen in diesem kurzen Satz, wie peinlich. So, das mußte noch gesagt werden. Aber wenn man sich erstmal nichts mehr zu sagen hat ist ja irgendwie auch blöd.
    Sagen, Sagen, Sagen, Sagen…Sagenhaft
    so, nu ist genug gesagt

  2. Tja, vielleicht hätte er einfach sagen sollen „Entschuldige, Schatz, Ging nicht anders. Zu Hause hab ich Arcor…“ aber das wäre wohl auch zuviel gesagt, wie man am Rheine sagt oder anders: Ich glaub, ich muss ins Bett…

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